Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Norway's Sondre Nordstad Moen, Italy's Yassine Rachik, Switzerland's Tadesse Abraham and Austria's Lemawork Ketema, from left, compete in the men's marathon at the European Athletics Championships in downtown Berlin, Germany, Sunday, Aug. 12, 2018. (AP Photo/Martin Meissner)

Gewinnt Silber in Berlin: Tadesse Abraham Bild: AP/AP

Tadesse Abraham holt EM-Silber im Marathon

12.08.18, 12:14 12.08.18, 13:15

Tadesse Abraham läuft am EM-Marathon in Berlin zu Silber. Obwohl der Schweizer als Favorit antrat, gilt: Er hat Silber gewonnen und nicht Gold verloren.

Abraham, der vor zwei Jahren an den Europameisterschaften in Amsterdam im Halbmarathon Gold gewonnen und auch die Schweiz in der Teamwertung zum Sieg geführt hatte, war gegen den Belgier Koen Naert chancenlos. Der ehemalige 10'000-m-Läufer erwischte einen perfekten Tag. Er siegte in 2:09:51 Stunden und kam anderthalb Minuten vor Abraham (2:11:24) ins Ziel.



Nach 1:40 Rennstunden schien noch alles für Abraham zu sprechen. Der norwegische Europa-Rekordhalter Sondre Moen war zurückgefallen, der 2014 eingebürgerte Schweizer hielt sich wie schon während des ganzen Rennens an der Spitze auf. Doch den resoluten Angriff des Belgiers Naert konterte der gebürtige Eritreer nicht.

Switzerland's Tadesse Abraham celebrates when winning the silver medal in the men's marathon at the European Athletics Championships in downtown Berlin, Germany, Sunday, Aug. 12, 2018. (AP Photo/Martin Meissner)

Bild: AP/AP

Der Olympia-Siebente Abraham weist nun eine ähnlich erfolgreiche Bilanz wie sein einstiger Trainingspartner Viktor Röthlin auf. 2006 hatte der Obwaldner an den EM in Göteborg im Marathon Silber gewonnen, 2010 feierte Röthlin mit dem EM-Titel in Barcelona seinen grössten Erfolg.

Nach Gold von Lea Sprunger und Bronze von Alex Wilson komplettierte Abraham in Berlin den Schweizer Medaillensatz.

Persönliche Bestzeit für Strähl

Martina Strähl überzeugte im Rennen der Frauen mit einem starken 7. Rang. Die ehemalige Berglauf-Weltmeisterin senkte ihre Bestzeit um knapp drei Minuten auf 2:28:07 Stunden.

Die 31-Jährige lag zur Halbzeit noch in der achtköpfigen Spitzengruppe. Auf die Angriffe der Konkurrentinnen reagierte die Solothurnerin clever. Sie machte die Spielchen nicht mit. Durch den konstanten Lauf wurde sie mit einer Top-Zeit belohnt. Der Bestmarke von Maja Neuenschwander - 2:26:49, gelaufen im Herbst 2015 in Berlin – lag auch wegen der Hitze ausser Reichweite. Die Schweizer Rekordhalterin musste wegen steten Schmerzen im Rücken- und Beckenbereich auf die EM verzichten.

Strähl war im Ziel ob ihrer starken Zeit überrascht. Sie lief ohne Uhr. Die Fussbeschwerden hatten sich während des Laufs auch bemerkbar gemacht, verschwanden aber in der entscheidenden Phase wieder.

Als Siegerin liess sich die favorisierte Weissrussin Wolha Masuronak feiern (2:26:22). Sie distanzierte die Französisn Clémence Calvin bei deren Marathon-Premiere erst auf der Zielgeraden. Ähnlich wie Abraham in Amsterdam 2016 war Masuronak kurz vor dem Ziel falsch abgebogen und verlor einige Sekunden. Calvin schloss somit nochmals auf. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«Aus Gewissensgründen» – Diese Apothekerin verbannt Homöopathie aus Regalen

Wie du dir als Gymi-Schüler die Lehre vorstellst – und umgekehrt

«Jetzt gegensteuern, sonst werden die Folgen fatal sein»: 11-Jährige erleiden Burn-out

Der Kampf um die Seele der Amerikaner hat begonnen

Abonniere unseren Daily Newsletter

10
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Joe Smith 12.08.2018 14:33
    Highlight Auf (fast) allen Kanälen wird gegen die Eritreer gewettert – ausser natürlich, einer gewinnt im Sport eine Medaille. Dann ist es ein Schweizer. Aber dieses Thema ist ja nicht neu.
    28 21 Melden
  • eBart is back 12.08.2018 12:35
    Highlight Was mir bei dieser EM auffällt: wenn Länder wie die Türkei oder Deutschland Läufer/Athleten arrangieren ist das fragwürdig. Wenn Leute aus den gleichen Ländern (Kenia, Jamaika, Äthiopien) für die Schweiz laufen, ist das ok. Diese Doppelmoral der SRF Moderatoren... Grund genug die EM auf anderen Sendern zu schauen.
    19 91 Melden
    • Ichiban 12.08.2018 13:25
      Highlight Man sollte wohl noch unterscheiden, ob die athleten vor ihrer sportkarriere schon im land waren oder eigens zu diesem zweck eingebürgert werden, wie das zb die praxis in der türkei, katar, bahrain ist
      71 1 Melden
    • andre63 12.08.2018 13:54
      Highlight abraham hat in der ch um asyl nachgesucht und lebt in genf mit seiner familie.
      ist wohl ein grosser unterschied zu den "eingekauften" türkischen sportler.
      78 1 Melden
    • din_scheff 12.08.2018 14:08
      Highlight Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Die Türkei bürgert Leute ohne Bezug zum Land im Schnellverfahren nur für den Sport ein. Das ist ein Unsinn, dem die Verbände viel zu lange zugeschaut haben. Tadesse Abraham kam 2004 (glaube ich) als Flüchtling in die Schweiz, hat das normale Einbürgerungsprozedere durchlaufen, ist mit einer Schweizerin verheiratet und spricht Deutsch und Französisch. Die Schweiz "arrangiert" also keine Athleten, genausowenig wie Deutschland.
      69 0 Melden
    • Radiochopf 12.08.2018 14:13
      Highlight Kann dich gut verstehen! Salzgeber, Ruefer und co. sind da half schon wieder die alte Generation, konservativ und im Fall von Niederlagen sowieso schnell am kritisieren von Doppelbürger.. es gibt aber neue und junge SRF Sportmoderatoren die definitiv offener und toleranter sind, also nicht alle in einen Topf werden...
      11 41 Melden
    • Raembe 12.08.2018 14:15
      Highlight Abraham lebt seit über 15 Jahren in der Schweiz ist verheiratet mit einer Schweizerin und hat den Schweizer - Pass auf normale Art und Weise bekommen.

      Bei der Türkei ist das anders, kaum ein Athlet aus den besagten Ländern der für die Türkei startet hat je einen Fuss in die Türkei gesetzt.Gleiches gillt als Bsp. für die katarische Handball Nationalmannschaft.
      49 0 Melden
    • eBart is back 13.08.2018 12:50
      Highlight Machen aber immer mehr... z.b. die Kenianerin die für Israel läuft. Aber egal.

      Abraham ist die Ausnahme.
      Wilson oder die russische Schwimmerin die für die Schweiz schwimmt, das geht gar nicht. Die wurde sogar auf russisch interviewt im CH Fernsehen.
      0 2 Melden
    • Ichiban 13.08.2018 13:11
      Highlight @eBart, Wilson lebt seit seinem 15ten Lebensjahr in der Schweiz und wurde erst hier richtig gefördert, Maria Ugolkova (man könnte ja wenigsten den Namen ausfindig machen) kam ebenfalls in diesem Alter in die Schweiz weil ihre Mutter eine Arbeit in der Schweiz hatte. Soviel Background-Info braucht es wohl
      0 0 Melden
    • Raembe 13.08.2018 13:23
      Highlight Ugolkova lebt seit 13 Jahren hier, Wilson seit 12. Es wird peinlich E-Bart...

      Btw.Sie wurde im SRV auf deutsch Interviewt....

      1 0 Melden

Mehr als nur lustige Interviews: Was hinter Alex Wilsons Fassade steckt

Alex Wilsons Bronzemedaille über 200 m hilft ihm und dem Schweizer Team. Ein Blick hinter die Fassade des quirligen Schweizer Sprinters.

Alex Wilson ist ein Spassvogel. Und seit gestern Abend der drittschnellste 200-Meter-Läufer Europas. Den 26-jährigen Basler mit jamaikanischen Eltern jedoch auf die spitze Zunge und die schnellen Muskeln zu reduzieren, wird seiner Person nicht gerecht.

Zuerst kommt bei Wilson die Show. «Man darf nicht alles ernst nehmen, was er sagt», erklärt Sprintkollegin Mujinga Kambundji. Auch nicht nach dem EM-Final: «Ich habe eine Goldmedaille verloren», sagt er nach dem Lauf. «Ach du Scheisse, bin …

Artikel lesen