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ZUR ZUSAGE VON WAWRINKA UND FEDERER ZUM DAVIS CUP GEGEN HOLLAND STELLEN WIR IHNEN AM FREITAG, 24. JULI 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  Swiss Davis Cup Team captain tennis players Stanislas

Roger Federer und Stan Wawrinka mit der Davis-Cup-Trophäe, die sie 2014 gewonnen haben.  Bild: KEYSTONE

8 Fragen und Antworten zum erbitterten Machtkampf um die Zukunft des Davis Cups

Am Donnerstag wird über die Zukunft des Davis Cups gerichtet. Nach 118 Jahren soll der älteste Teamwettbewerb im Tennis fundamental umgebaut werden. Es geht um drei Milliarden Dollar, alte Seilschaften und verletzte Eitelkeiten. Was du zur Abstimmung wissen musst.

Simon häring



Worum geht es eigentlich?

Das neue Format: Ende Jahr spielen 18 Nationen in einer Finalwoche an neutralem Ort um den Titel. Im Februar ermitteln 24 Nationen in einer Qualifikation, bei der es noch Heim- und Auswärtsspiele gibt, 12 Teilnehmer. Gesetzt sind die vier Halbfinalisten des Vorjahrs, dazu werden zwei Wildcards vergeben.

Was die Davis-Cup-Trophäe in der Schweiz erlebte:

Gespielt werden pro Begegnung nur noch zwei Einzel und ein Doppel mit zwei Gewinnsätzen. Die Sieger der sechs Dreiergruppen und die zwei besten Gruppenzweiten stehen in den Viertelfinals. Zentral: Erstmals würden Preisgeld und Antrittsgagen ausgeschüttet. Das Gesamtvolumen: 20 Millionen Dollar. 2019 soll es bereits losgehen.

Wie wird abgestimmt?

Im Ritz-Carlton-Hotel von Orlando, Florida, tagt die Generalversammlung des internationalen Tennisverbands ITF. 210 Nationen sind dem Verband angeschlossen. Sie haben unterschiedlich grosse Stimmpakete. Die vier Grand-Slam-Nationen (USA, Frankreich, Australien, Grossbritannien) und Deutschland verfügen mit zwölf Stimmen über den grössten Einfluss. Die Schweiz hat neun Stimmen, die kleinsten Staaten haben nur eine Stimme. Die Abstimmung erfolgt geheim und elektronisch. Erforderlich ist eine Zweidrittelmehrheit.

Wer stimmt wie ab?

René Stammbach, Präsident von Swiss Tennis und Vize-Präsident der ITF, kämpft an vorderster Front für die Reform. Der Gegenwind ist stark. Während Frankreich für die Reform eintritt, lobbyieren Australien und Deutschland dagegen. Lleyton Hewitt sagt: «Es geht bei der Reform nur ums Geld.»

Rene Stammbach, President of Swiss Tennis, waits, during the third single tennis match of the Fed Cup World Group Semifinal match between Belarus and Switzerland, in Minsk, Belarus, Sunday, April 23, 2017. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

René Stammbach unterstützt die Reform. Bild: KEYSTONE

Wer sind die Drahtzieher?

Die Investment-Gruppe Kosmos des spanischen Fussball-Weltmeisters Gerard Pique und des japanischen Milliardärs Hiroshi Mikitani (Rakuten). Sie sollen die astronomische Summe von drei Milliarden Dollar – verteilt über 25 Jahre – einschiessen. Kritiker behaupten: Kosmos agiert nur als Vermittler für andere Investoren. Zur Finanzierung besteht keinerlei Transparenz. Allerdings wird gemunkelt, der langjährige Titelsponsor BNP Paribas ziehe sich zurück. Insofern «muss man den Kosmos-Deal machen, er ist einfach zu gut», sagt Stammbach.

epa06943719 FC Barcelona's defender Gerard Pique attends a press conference in Barcelona, Spain, 11 August 2018. FC Barcelona will face Sevilla FC in the Spanish Super Cup at Stade Ibn Battouta in Tanger, Morocco, on 12 August 2018. Pique announced his retirement from the Spanish national soccer team.  EPA/ANDREU DALMAU

Barcelona-Profi Gerard Piqué ist Gründer und Präsident von Kosmos. Bild: EPA/EFE

Was sagen Federer und Co.?

Rafael Nadal ist ein Befürworter, Novak Djokovic auch. Der Serbe sagt: «Kein Topspieler kann sich vier Wochen im Jahr für sein Land zur Verfügung stellen.» Roger Federer äussert sich betont diplomatisch, allerdings konkurrenziert er den Davis Cup mit seinem Laver Cup und ist damit befangen. Er sagt: «Wir müssen im Tennis aufpassen, dass wir stark sind gegenüber anderen Sportarten und aufpassen, dass wir uns nicht in interne Kämpfe verstricken.»

Wer sind die Streithähne?

Genau das passiert mit dem World Team Cup, den die ATP ab 2020 durchführt. Es ist eine Kampfansage an die ITF. Der World Team Cup wird zu Jahresbeginn in Australien (Adelaide, Brisbane, Perth, Finalrunde in Sydney) ausgetragen. Dabei werden 15 Millionen Dollar Preisgeld ausgeschüttet. Zudem wird um Ranglistenpunkte gespielt. Ein Vorteil, mit dem die ITF nicht locken kann. In diesem Punkt ist sie dem Goodwill der ATP wehrlos ausgeliefert

Was heisst das für den Kalender?

Oft genug prangerten Topspieler den vollen Kalender an. Gleichzeitig liessen sie sich mit Millionengagen für Schaukämpfe nach Asien oder Südamerika locken. Mit dem neuen Format würde nur noch in zwei statt in vier Wochen gespielt. Nutzniesser wären die Turniere in Rom und Madrid. Sie würden ihre Felder vergrössern und das Turnier auf zehn Tage aufblähen. Nach der Kampfansage mit dem World Team Cup steht eine Verschiebung des Termins in den Herbst zur Debatte. Das wäre ein Problem für den Laver Cup – und damit auch für Roger Federer.

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Die Highlights des Laver Cup 2017. Video: YouTube/SamTennisVids

Was passiert mit dem Fed Cup?

Ab 2019 soll es im Frauenwettbewerb nur noch eine Weltgruppe mit 16 Teams geben – und nicht mehr zwei mit acht Mannschaften. Langfristig soll der Fed Cup nach Vorbild des Davis Cups umgebaut werden

Das Hut-Interview mit Stan Wawrinka

Video: watson/Angelina Graf

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