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Federer nahm die Niederlage nach aussen hin gelassen. «Ich bin enttäuscht, weil mit dem einfachen ersten Satz eigentlich alles aufgegleist war», stellte er fest. Das verlorene Aufschlagspiel zu Beginn des zweiten Satzes sei ärgerlich, weil unnötig, gewesen. «Es ist mein Fehler, dass ich ihm in dieser Phase, als er noch nicht sattelfest war, ins Spiel geholfen habe. Danach hat er es einfach gut gespielt.» Spätestens da hätte er aber auch aggressiver spielen sollen.
Dies gelang Federer nicht. Er bestätigte damit den Eindruck der Gruppenspiele. Trotz der drei Siege stellte er fest, dass «ich hier nie zu 100 Prozent zu meinem Spiel gefunden habe. Das Timing stimmte nie so ganz.» Er habe eigentlich erwartet, dass er am Ende der Woche nochmals einen Gang höher schalten könne. Denn er habe sich frisch gefühlt, körperlich keine Probleme gehabt und auch der Spielplan mit jeweils einem Tag Pause und den zumeist am Nachmittag angesetzten Partien sei für ihn ideal gewesen.
Allzu sehr ärgern wollte sich Federer aber nicht. «Ich bin sehr gefasst, weil ich alles probiert habe, weil David ein guter Typ ist und weil es sowieso eine fantastische Saison war.» Vom Niveau Goffins sei er nicht überrascht. «Er hat mich im Training schon des Öfteren zerstört. Ich war eher überrascht, dass ich zum Teil so einfach gewonnen habe.»
Die Nummer 8 der Welt gewann im siebten Duell mit dem 36-jährigen Basler erstmals. Zuletzt im Halbfinal der Swiss Indoors in Basel hatte Federer noch in einer knappen Stunde nur drei Games abgegeben.
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Auch diesmal lief der erste Satz wie gewohnt. Der sechsfache Masters-Champion startete gleich mit einem Break und doppelte zum 4:1 nach. Danach fand Federer aber kein Mittel mehr gegen den nur 1,80 m grossen Belgier. Er kam im zweiten und dritten Satz nur noch zu je einem Breakball.
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Vor allem von der Grundlinie war er dem äusserst aggressiv und mit viel Risiko spielenden Goffin unterlegen. Federer unterliefen 36 unerzwungene Fehler, bei nur 28 Winnern (darunter sieben Asse). Alleine die sonst so zuverlässige Vorhand verschlug er 22 Mal.
A moment @David__Goffin will never forget…
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Zudem flatterten bei Goffin diesmal auch die Nerven nicht. Nach dem entscheidenden Break zum 2:1 im dritten Satz musste er gleich im folgenden Game einen Breakball abwehren. In den letzten drei Aufschlagspielen gab der nicht gerade als Aufschlagriese bekannte Belgier aber nur noch einen Punkt ab. Nach eindreiviertel Stunden nutzte er gleich den ersten Matchball mit einem Service-Winner.
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Statt eines 11. Masters-Final von Federer gibt es nun am Sonntagabend eine Premiere. Goffin, der zuvor einzig im letzten Jahr als Ersatzspieler zu einem Einsatz an den ATP Finals gekommen war, trifft auf den Bulgaren Grigor Dimitrov, der in London diese Woche alle vier Spiele gewonnen hat und am Montag die neue Nummer 3 der Welt sein wird.
Im Duell zweier Debütanten setzte er sich in einer Achterbahnfahrt gegen den Amerikaner Jack Sock 4:6, 6:0, 6:3 durch. Bereits im ersten Satz hatte Dimitrov 3:0 geführt. In der Vorrunde holte Goffin gegen den Bulgaren nur zwei Games - aber gegen Federer war die Ausgangslage ähnlich. (fox/sda)
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