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Switzerland's Belinda Bencic reacts after defeating United States' Venus Williams during their first round match at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Monday, Jan. 15, 2018. (AP Photo/Vincent Thian)

Sieg mit besonders viel Wert: Belinda Bencic wirft Venus Williams raus. Bild: AP

Gelassenheit und Federers Tipps: Darum spielt Bencic wieder so gut wie einst

Mit dem Sieg gegen Venus Williams setzte Belinda Bencic am Australian Open in Melbourne ein Ausrufezeichen. Die einstige Nummer 7 der Welt ist endgültig zurück auf der grossen Bühne.

christian finkbeiner, melbourne



St.Petersburg, Clermont-Ferrand, Linz, Poitiers, Hua Hin, Taipeh, Dubai. In den Niederungen der ITF-Tour und abseits des grossen Rummels war Belinda Bencic im Herbst nach ihrer fünfmonatigen Verletzungspause und der Operation am linken Handgelenk wieder auf die Tour zurückgekehrt. Vier Monate später trat sie beim ersten grossen Rendez-vous der Saison auf dem Centre Court im Melbourne Park wieder ins Scheinwerferlicht. Mit ihrem 6:3, 7:5-Sieg gegen die Vorjahresfinalistin Venus Williams zeichnete sie am Ufer des Yarra Rivers für die grösste der vielen Überraschungen am ersten Turniertag verantwortlich.

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Viel Applaus beim Platz-Interview. Video: streamable

Dass sie auf den möglichen Wiedereinstieg auf Stufe WTA aufgrund des geschützten Rankings verzichtete, hat sich ausbezahlt. Von den 38 Partien seit ihrem Comeback gewann Bencic 34. Und mit Venus Williams schlug sie erstmals seit knapp zwei Jahren, als sie mit dem Einzug in die Top Ten ihren bisherigen Karrierehöhepunkt erreicht hatte, wieder eine Spielerin aus den Top 5. «Auf die Tour zurückzukommen und gleich wieder gegen eine solche Spielerin wie Venus anzutreten, wäre nicht gut gewesen – weder für das Handgelenk noch für das Selbstvertrauen», sagte Bencic.

Heiklen Moment überstanden

Bereits beim Sieg am Hopman Cup in Perth an der Seite von Roger Federer hatte Bencic mit den Einzelerfolgen gegen Naomi Osaka, Anastasia Pawljutschenkowa und Coco Vandeweghe angedeutet, dass sie wieder mit den Besten mithalten kann. Vom schwierigen Los in Melbourne liess sie sich nicht beirren. «Ich war auch nicht begeistert gewesen», so Bencic. «Aber warum sollte ich wegen etwas Energie verschwenden, das ich nicht ändern kann?»

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Die Highlights des Zweisatzsieges. Video: YouTube/GrandSlam Highlights III

Im fünften Duell mit der siebenfachen Grand-Slam-Gewinnerin legte sie den Respekt ab. Als Mitte des ersten Satzes beim Stand von 4:3 und 40:40 das Schliessen des Dachs über der Arena zu einer knapp halbstündigen Unterbrechung führte, bestand Bencic diesen mentalen Test mit Bravour. Ein heikler Moment, wie sie später zugab. Nach Wiederaufnahme der Partie brachte sie mit sechs Punkten in Folge den Satzgewinn unter Dach und Fach, eine knappe Stunde später verwertete sie mit einem Winner ihren ersten Matchball.

Federers Eltern in Bencics Box

Bencic mochte sich nicht daran erinnern, dass sie in den Jahren 2016 und 2017 einmal so stark gespielt hatte. «Das Level war sehr gut.» Und dank dem Sieg eröffnen sich der Achtelfinalistin von 2016 hervorragende Perspektiven. In der 2. Runde trifft sie auf die thailändische Qualifikantin Luksika Kumkhum (WTA 125), als nächste gesetzte Spielerin würde frühestens im Achtelfinal die Deutsche Julia Görges oder die Australierin Daria Gavrilova warten.

Aufmerksame Beobachter beim Coup Bencics waren die Eltern von Roger Federer, die in der Rod Laver Arena in der Box der Weltnummer 78 Platz genommen hatten. Federer selbst hatte ihr vor der Partie noch einige Tipps mit auf den Weg gegeben. «Sich auf jeden Punkt zu fokussieren», verriet Bencic. «Das Spiel geniessen und sich wegen der Sonne keine Sorgen zu machen.»

epa06420169 Belinda Bencic and Roger Federer of Switzerland in action during final mixed doubles match between Belinda Bencic with Roger Federer of Switzerland and Angelique Kerber with Alexander Zverev of Germany on the final day of the  Hopman Cup final between Switzerland and Germany at the Perth Arena in Perth, Australia, 06 January 2018.  EPA/TONY MCDONOUGH AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT  EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY

Nicht nur am Hopman Cup ein Team: Bencic und Federer. Bild: EPA/AAP

Wertvolle Tipps des Maestros

Wie sehr sich die 20-Jährige von Federer inspirieren lässt, war bereits in Perth zu spüren gewesen. Die Tipps des Baselbieters nimmt sich Bencic zu Herzen, zudem schätzt sie das Tennis und ihr Leben auf der Tour mehr denn je. Sie versucht sich an kleinen Dingen zu erfreuen und sich von der Jagd nach Siegen und Weltranglistenpunkten nicht allzu sehr beeinflussen zu lassen. «Ich will das Ganze mehr geniessen.»

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Das sagte Bencic nach ihrem Sieg (Medienkonferenz in Englisch). Video: YouTube/Australian Open TV

Ihre Gefühlsausbrüche auf dem Platz scheinen weniger geworden zu sein, die Frustrationstoleranz hingegen grösser. Dies ist eine der Fähigkeiten, die sich Federer früh angeeignet hat und zu einem der Schlüssel seiner Karriere geworden ist. Noch schafft es Bencic aber nicht, alle Verhaltensmuster des 19-fachen Siegers an Grand-Slam-Turnieren zu kopieren. «Ich wünschte, ich wäre auch so relaxed auf dem Platz wie er.»

Die besten Bilder des Australian Open 2018

So schön war das Wochenende:

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mia_san_mia 15.01.2018 20:36
    Highlight Highlight Das hat sie super gemacht. Zum Glück sieht sie auch noch super aus.
    • Schreiberling 15.01.2018 23:05
      Highlight Highlight Zu wessen Glück? Und was soll ihr Aussehen für einen Einfluss haben?
    • Mia_san_mia 16.01.2018 15:34
      Highlight Highlight Es macht noch mehr Freude ihr zuzuschauen.
  • MacB 15.01.2018 18:21
    Highlight Highlight Ich freue mich sehr für SIe und dass wir wieder starke Schweizer Tennisgirls auf dem Court sehen. Go Belinda!
  • RiiseHolzchopf 15.01.2018 17:40
    Highlight Highlight Die Medien sollen sie jetzt einfach nicht wieder zu stark hypen, das wirkt sich zum Teil auch negativ auf Athleten aus.
    • Mia_san_mia 15.01.2018 17:59
      Highlight Highlight Das wird sicher nicht gemacht. Freuen darüber darf man sich ja noch.

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