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Fall Peng Shuai: Verband ITF richtet weiter Tennisturniere in China aus

epa09618752 School girls practice tennis in the Wuxi Taihu Experimental Primary School in Wuxi, Jiangsu province, China, 03 December 2021. Wuxi Taihu Experimental Primary School is the base of the Nat ...
Nachwuchstalente im Tennistraining in Wuxi: Ihnen will der Weltverband nicht schaden.Bild: keystone

Fall Peng Shuai: ITF richtet weiter Turniere in China aus – mit dieser Begründung

Die Damen-Profitour WTA hat sich von China abgewendet, solange der Fall Peng Shuai nicht aufgeklärt ist. Die Männer-Tour ATP hat sich dagegen entschieden und nun hat auch der Tennis-Weltverband ITF einen Beschluss gefasst.
06.12.2021, 11:0506.12.2021, 12:23

Nachwuchs- und Seniorenturniere, welche die ITF ausrichtet, finden auch weiterhin in China statt. Das hat der Tennis-Weltverband entschieden. ITF-Präsident David Haggerty sagte zur BBC: «Wir wollen nicht eine Milliarde Menschen bestrafen.»

Haggerty reagierte auf den «Fall Peng Shuai». Die chinesische Spitzenspielerin, Doppel-Siegerin in Wimbledon und an den French Open, hatte vor rund einem Monat auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo Vergewaltigungsvorwürfe gegen den ranghohen Parteifunktionär Zhang Gaoli erhoben, mit dem sie angeblich eine On-Off-Beziehung führte. Der Eintrag blieb nur kurz online und verschwand danach ebenso wie Peng Shuai, von der man zwei Wochen lang kein Lebenszeichen vernahm.

Die Frauen-Profitour WTA beschloss daraufhin, bis auf Weiteres keine Turniere in China auszurichten, solange der Fall nicht geklärt und Peng Shuai in Sicherheit ist. Dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) nach Video-Chats mit der Tennisspielerin die Situation zu beruhigen versuchte, änderte nichts am Entscheid der WTA. Die Männer-Tour ATP schloss sich dem Boykott nicht an, man sei der Meinung, dass man mit einer globalen Präsenz die besten Chancen habe, etwas bewirken zu können.

Hinter den Kulissen wirken

ITF-Präsident David Haggerty betonte, als Dachverband des Tennissports setze man sich für die Rechte aller Frauen ein. «Die Anschuldigungen müssen untersucht werden, und wir werden weiterhin hinter den Kulissen und direkt daran arbeiten, eine Lösung zu finden», sagte er zur BBC.

Weshalb man dennoch in China bleibt, begründete der 64-jährige Amerikaner so: «Man darf nicht vergessen, dass die ITF der weltweite Dachverband des Tennissports ist, und wir sind unter anderem für die Entwicklung der Basis zuständig. Wir wollen nicht eine Milliarde Menschen bestrafen, also werden wir unsere Junioren-Veranstaltungen im Land und unsere Senioren-Veranstaltungen, die es dort gibt, vorerst weiter durchführen.»

Man werde die Situation von Shuai Peng weiter analysieren und diese Bemühungen in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Tennisverband fortsetzen, sagte Haggerty weiter. «Aber wir sind der Meinung, dass die Förderung der Basis und das Ermöglichen von Tennis ein wichtiges Element dazu ist.» (ram)

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