Das sind unsere Schweizer Lieblings-Momente bei Olympia – und deiner?
Nina Bürge
2022 gewann Snowboarder Jan Scherrer in Peking Olympia-Bronze in der Halfpipe. Durch diesen Erfolg verlor er allerdings eine Wette mit seiner Frau. Scherrer musste sich ein Tattoo ihrer Wahl stechen lassen, weshalb es oberhalb von seinem rechten Knie nun so aussieht:
Ralf Meile
Als Toggenburger kann ich fast nicht anders, als Simon Ammann zu nennen, den Skispringer aus unserem Tal. Doppel-Olympiasieger 2002 in Salt Lake City! Doppel-Olympiasieger 2010 in Vancouver!
Wenn ich daran denke, kommt mir immer in den Sinn, wie ich eine Stunde nach dem ersten, sensationellen Triumph am kleinen Küchentisch der Ammanns sass, um Mutter Margrit und Vater Heiri fürs Radio zu interviewen. Die Bauersleute freuten sich ganz still, aber ihr Stolz war greifbar. Ausgelassener wurde ein paar Höhenmeter weiter unten in Unterwasser in einem Restaurant gefeiert, wo der Gemeindepräsident eine Lokalrunde auf Kosten der Gemeinde schmiss.
Peter Blunschi
Die für die Schweiz «goldenen Tage» von Sapporo 1972 bleiben für mich unvergesslich. Es waren die ersten Winterspiele, die ich bewusst miterlebt habe. Besonders gerne erinnere ich mich an Bernhard Russis Abfahrtsgold und die völlig unerwartete Bronzemedaille der Langlauf-Staffel.
Philipp Reich
Silber in der Kombination und Bronze im Riesenslalom hat Vreni Schneider 1994 in Lillehammer schon gewonnen, als mit dem Slalom noch ihre Paradedisziplin auf dem Programm steht. Das Ziel nach einer bis dahin überragenden Saison und der Enttäuschung von Albertville (7. Rang) ist klar: Das zweite olympische Slalom-Gold nach 1988 muss her.
Nach dem 1. Lauf ist dieses Ziel in weite Ferne gerückt, Schneider liegt mit 68 Hundertsteln Rückstand nur auf Rang 5. Doch die Elmerin packt mal wieder einen ihrer berühmten 2. Läufe aus und gewinnt am Ende mit 34 Hundertsteln Vorsprung auf die Österreicherin Elfi Eder. Vor dem TV ist der Jubel grenzenlos, und für die Schweizer Skifans wird die 29-jährige Glarnerin endgültig zum «Gold-Vreni».
Adrian Bürgler
In Peking schliesst Lara Gut-Behrami 2022 die letzte Lücke in ihrem Palmares. Gesamtweltcupsiegerin und Weltmeisterin war sie bereits, und an diesem Tag krönt sie sich im Super-G auch noch zur Olympiasiegerin. Mit einer perfekten Fahrt im technischen Teil verdrängt sie die Österreicherin Mirjam Puchner vor der Spitze und holt Gold in ihrer Paradedisziplin. Wie viel ihr das bedeutet, ist rasch ersichtlich: Bei der Siegerehrung fliessen auch bei der sonst eher reservierten Tessinerin Tränen.
Lara Knuchel
2014 in Sotschi holte Dominique Gisin, zeitgleich mit Tina Maze, Gold in der Abfahrt – und nicht nur ich habe es ihr sooo gegönnt. Später rief sie unter Tränen ihre Grossmutter an. Eine TV-Werbung sorgte dafür, dass der Satz «Omi, do isch d'Dominique …» unvergessen bleibt.
Reto Fehr
Calgary 1988 waren die ersten Winterspiele, die ich bewusst mitbekam. Und dann gab's da diese Kombi mit Skispringen und Langlaufen. Eigentlich hatte ich ja keine Ahnung. Aber der Typ hiess einfach Hippolyt. Hippolyt! Ich glaube, das reichte mir damals schon, um Fan zu sein. Hippolyt Kempf trug so eine Art Regenbogendress und holte den Titel (glaube ich) völlig überraschend. Auf jeden Fall hängte ich mir danach ein Poster vom Zieleinlauf neben all die Fussballstars an meiner Zimmerwand.
Niklas Helbling
Ich kann mich erinnern, wie ich 2014 beim Abendessen mit meinem Bruder vor dem Fernseher gesessen bin und den Halfpipe-Final von Sotschi geschaut habe. Shaun White war natürlich die Überfigur, den kannten alle, eigentlich war klar, dass der Amerikaner gewinnt. Und dann kommt da ein Schweizer und überflügelt mit einem nahezu perfekten Run – in unseren Laien-Augen – nicht nur den Snowboard-GOAT, sondern auch alle anderen.
In einem so «coolen» Sport einen Schweizer Olympiasieger zu haben, war schon etwas Besonderes. Dass Iouri Podladtchikov wenig später für einen grossen Moment der Schweizer TV-Geschichte sorgte, trug sein Übriges zur Legendenbildung bei:
Timo Rizzi
Der 14. Februar 2014 war für mich als gebürtiger Bündner ein absoluter Festtag. Zunächst sicherte sich Dario Cologna nach einer Machtdemonstration über 15 Kilometer klassisch die Goldmedaille und nur wenig später wurde Sandro Viletta nach einem starken Slalom Olympiasieger in der Superkombination.
Um dem ganzen Tag die Krone aufzusetzen, kam es im Biathlon dank Selina Gasparin zu einer Sensation. Die damals 29-Jährige ging als Aussenseiterin in das Rennen und sicherte sich dank perfektem Schiessen die Silbermedaille. Zuvor gewann die Schweiz im Biathlon an einem Grossanlass noch nie eine Medaille. Die Zeitung Südostschweiz titelte am nächsten Tag: «Wir sind GOLDbünden!»
Bonus
Sportlich waren die Olympischen Spiele 1992 in Albertville aus Schweizer Sicht eine Enttäuschung – dafür kam man als TV-Zuschauer auf seine Kosten. Denn im Schweizer Fernsehen analysierte messerscharf ein gewisser Albert Wiler, durch seine Flaschenböden blickend und Bleistift werfend, das Geschehen:
Wenige Jahre später zog Frank Baumann die Brille aus und sorgte mit seiner Sendung Ventil für Furore.
Und jetzt du
An welchen Schweizer Moment von Olympischen Winterspielen erinnerst du dich immer wieder gerne?
Sag's uns in den Kommentaren!
