DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Kein Neymar: Trotz Wirbelbruch kämpfte sich Nibali nach seinem Sturz noch ins Ziel. bild: screenshot srf

Videobeweis an der Tour! Nibali von Zuschauer zu Fall gebracht – Froome-Schubser verhaftet

Für Vincenzo Nibali endet die 105. Tour de France mit einem Wirbelbruch in der zwölften Etappe schmerzlich. Der Gesamtvierte muss das Rennen nach einem Sturz aufgeben. Die Ursache: Der Tour-Sieger von 2014 wurde von einem Kameraband zu Fall gebracht.



Eine Tour de France ohne den Besuch auf der Alpe d'Huez ist wie eine Suppe ohne Salz. Hunderttausende erwiesen dem legendären Anstieg in den Alpen auch am Donnerstag wieder die Ehre und sorgten für eine tolle Stimmung. Beim fatalen Sturz von Vincenzo Nibali scheint es ein Fan allerdings übertrieben zu haben. Doch was war passiert?

abspielen

Der Sturz von Nibali ganz am Ende des Videos. Video: streamable

Im hektischen Finale des 13,8 km langen Schlussanstiegs der zwölften Etappe befand sich die Gruppe um Leader Geraint Thomas im engen Spalier der zahlreichen Zuschauer auf der Verfolgung des Franzosen Romain Bardet, als es krachte und Nibali vier Kilometer vor dem Ziel plötzlich auf dem Boden lag. «Ich weiss gar nicht, was passiert ist. Da waren zwei Polizei-Motorräder. Froome hat beschleunigt, ich bin ihm hinterhergefahren, dann bremste plötzlich alles und ich bin gestürzt», beschrieb der 33-Jährige aus dem Team Bahrain-Merida die Situation nach der Zielankunft.

Nibali konnte die Etappe zwar noch beenden und fuhr auf Platz sieben, doch musste der Tour-Sieger von 2014 am späten Donnerstagabend für das 13. Teilstück vom Freitag Forfait erklären. Ein Besuch im Spital in Grenoble bestätigte den Verdacht auf einen Wirbelbruch.

Videobilder entlasten Motorrad-Fahrer

Die Schuld am Tour-Aus des viermaligen Grand-Tours-Siegers trägt aber nicht der Fahrer des Polizei-Motorrads, wie Videobilder nun beweisen. Vielmehr war es ein Zuschauer am Strassenrand gewesen sein, der den «Hai von Messina» zu Fall gebracht hat. Das Schulterband einer Kamera hängte sich offenbar bei Nibalis Velo ein und verursachte den Sturz.

abspielen

Der Sturz in der Verlangsamung Video: streamable

abspielen

Aus einem anderen Blickwinkel. Video: streamable

Froome-Schubser verhaftet

Einen Schreckmoment erlebte gestern auch Chris Froome. Ein Zuschauer versuchte, den ungeliebten Briten zu schubsen. Nach dem Rennen wurde er gemäss Tages-Anzeiger von der Polizei verhaftet. «Wenn ihr uns nicht mögt, dann buht so fest ihr könnt. Aber lasst uns in Ruhe, behaltet etwas Anstand», sagt Leader Thomas später.

abspielen

Zuschauer schubst Froome, doch der stürzt nicht. Video: streamable

Nibali und Froome sind nicht die ersten Fahrer, die beim Aufstieg zur L'Alpe d'Huez von Zuschauern angerempelt wurden. 1999 hätte Giuseppe Guerini wegen eines unvorsichtigen Zuschauers fast seinen Etappensieg verloren. Der Italiener wurde von einem Fan, der ein Foto machen wollte, rund einen Kilometer vor dem Ziel zu Fall gebracht, konnte aber sofort wieder aufsteigen und kam mit dem Schrecken davon. (pre/sda)

abspielen

1999: Zuschauer lässt Guerini stürzen. Video: streamable

Der Teufel jagte sie alle! «El Diablo» ist der berühmteste Fan der Tour de France

Unvergessene Radsport-Geschichten

30.01.2011: «Dummi huere Ruederer» und «Schiiss-Ponys» machen Reporter Hans Jucker zur Legende

Link zum Artikel

14.02.2004: Der Pirat geht von Bord – aber in den Herzen der Fans lebt Marco Pantani ewig

Link zum Artikel

17.06.1981: «Dä Gottfried isch für mich gschtorbe!» – 2 Tage nach dem Zitat seines Lebens fliegt Beat Breu ins Leadertrikot

Link zum Artikel

14.07.2003: Armstrong rettet sich nach dem Horrorsturz von Beloki mit einem Höllenritt querfeldein über das Kornfeld

Link zum Artikel

20.07.2006: Floyd Landis begeistert die Sportwelt mit einer historischen Flucht – und wird kurz nach dem Tour-Sieg als Doper entlarvt

Link zum Artikel

11.10.1998: Ein halbes Jahrhundert nach Ferdy Kübler trägt mit Oscar Camenzind endlich wieder ein Schweizer das Regenbogentrikot

Link zum Artikel

22.07.2001: Sven Montgomery erlebt an der Tour den schönsten Moment seiner Karriere – und nur drei Tage später den schlimmsten

Link zum Artikel

24.04.1993: Järmann schlägt im Sprint Weltmeister Bugno und gewinnt das Amstel Gold Race

Link zum Artikel

13.07.1967: Tom Simpson stirbt am Mont Ventoux – und sein Name wird zu einem Mahnmal für alle Radsport-Profis

Link zum Artikel

09.04.2006: Ein Lenkerbruch und ein Albtraumsturz zerstören den grossen Traum von Armstrongs Edelhelfer

Link zum Artikel

22.03.1995: Du kannst im Fitness-Center strampeln wie du willst – an den durchdrehenden Nüscheler kommt keiner ran

Link zum Artikel

17.07.1992: Der Thurgauer Rolf Järmann bodigt Ex-Gesamtsieger Pedro Delgado und gewinnt die längste Tour-Etappe

Link zum Artikel

21.07.2009: Jens Voigt stürzt fürchterlich und gibt drei Tage später ein obercooles Interview

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Hirschi zeigt bärenstarke Soloflucht und sprintet auf Rang 3: «Glaubte an den Sieg»

Die 9. Etappe der Tour de France hat es in sich. Marc Hirschi fährt lange solo vorne weg und wird erst kurz vor dem Ziel gestellt. Tadej Pogacar gewinnt, Primoz Roglic ist neuer Gesamtführender.

Marc Hirschi setzte in der zweiten Pyrenäen-Etappe der diesjährigen Tour ein dickes Ausrufezeichen. Der 22-jährige Berner verpasste den ersten Schweizer Tagessieg an der Tour seit acht Jahren nach langer Solofahrt durch die Pyrenäen knapp. Er wurde erst 1,7 Kilometer vor dem Ziel gestellt.

Auf den 153 km von Pau nach Laruns suchte Hirschi sein Glück früh im Alleingang. Am Ende fehlte wahrlich wenig und der Tour-Debütant vom Team Sunweb hätte die achtjährige Schweizer Durststrecke mit seinem …

Artikel lesen
Link zum Artikel