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Langlauf-Exot Edward Limbaga träumt von Olympia 2026 – Profis sauer

Cross-country skiing season opens in Ruka Ruka, Finland 20251129. Edward Limbaga from the Philippines finished but far behind Klaebo in the sprint prologue in the World Cup opening in Ruka on Saturday ...
Abgekämpft im Ziel: Edward Limbaga.Bild: www.imago-images.de

Langlauf-Exot macht Profis hässig: «Kann ja nicht mal die Stöcke halten»

Edward «Eddie» Limbaga träumt von den Olympischen Spielen. Um sich zu qualifizieren, darf der 48-jährige Filipino im Weltcup starten – sehr zum Ärger von etablierten Athleten.
10.12.2025, 09:3510.12.2025, 13:10

111 Langläufer finden wir in der Rangliste des 10-Kilometer-Freistilrennens beim Weltcup in Trondheim am Sonntag. Auf Platz 111: Edward Limbaga. Er benötigt mehr als doppelt so lange wie der Sieger, Einar Hedegart aus Norwegen.

Limbaga ist 48 Jahre alt, hat einen philippinischen Pass, lebt in Kalifornien und kam über Inline-Hockey, wo er international für die USA spielte, zum Langlauf. Sein Traum: Er möchte im Februar an den Olympischen Spielen 2026 teilnehmen. Auf Schnee sei er vor zwei Wochen in Finnland zum ersten Mal in seinem Leben gelaufen.

Cross-country skiing season opens in Ruka Ruka, Finland 20251129. Edward Limbaga from the Philippines finished but far behind Klaebo in the sprint prologue in the World Cup opening in Ruka on Saturday ...
Limbaga kämpft sich ins Ziel.Bild: www.imago-images.de

«Lächerlich»

So ist es kein Wunder, dass Limbaga technisch noch sehr viel von den Athleten unterscheidet, die schon ihr halbes Leben auf schmalen Latten verbringen. In Trondheim stürzte er drei Mal und verursachte laut sport.ch beinahe eine Kollision mit einem anderen Läufer.

«Ich glaube, er weiss nicht einmal, wie man die Stöcke richtig hält», meinte der norwegische Weltcupläufer Jan Thomas Jenssen. Solche Läufer seien eine Gefahr für die Konkurrenten. «Man sieht, dass er eine Kurve nicht bewältigen kann, die die meisten Athleten im heutigen Feld problemlos meistern», sagte er, nachdem er Aufnahmen Limbagas gesehen hatte.

Video: instagram/eddielimbaga

Für den Österreicher Mika Vermeulen ist es schlicht «lächerlich», dass einer wie Limbaga im Weltcup laufen darf. «Das ist das höchste Niveau, und ich denke, es sollte Kriterien dafür geben, wer hier antreten darf.»

Limbaga dankt der FIS

Diese Kriterien gibt es tatsächlich. Der Ski-Weltverband FIS hat für die ersten drei Weltcup-Wochenenden der Saison eine Ausnahmeregelung geschaffen, die es Läufern aus exotischen Langlauf-Nationen möglich machen, Punkte für die Olympia-Qualifikation zu holen.

Eddie Limbaga darf deshalb kein Vorwurf gemacht werden – er jagt seinem grossen Traum nach. «Ich versuche, die Regeln zu befolgen und auszuweichen, wenn andere näherkommen», sagte er. «Es gibt viel Platz hier, und oft bin ich ganz allein. Ich glaube und hoffe, dass alle gut genug sind, um mir auszuweichen.» Er sei der FIS dankbar, als Läufer einer kleinen Nation diese Chance zu erhalten.

Der Gedanke an «Eddie the Eagle»

Im finnischen Ruka und im norwegischen Trondheim bestritt der Filipino fünf Weltcuprennen. Drei Mal wurde er Letzter, einmal gab er auf, einmal wurde er disqualifiziert. Nun startet Edward Limbaga am Wochenende in Davos und hofft, die notwendigen Punkte einzufahren. «Ich glaube, ich kann das in Davos schaffen», kündigte er an.

Sollte es ihm gelingen, würde er in die Fussstapfen eines anderen Eddies treten. 1988 in Calgary sorgte der britische Skispringer Michael «Eddie the Eagle» Edwards für Furore, als er chancenlos Letzter wurde. Seither gilt er als das Aushängeschild sämtlicher Athletinnen und Athleten, die ohne Medaillenchance, aber mit dem olympischen Motto starten: Teilnehmen ist wichtiger als siegen. (ram)

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Die Schwedin Ebba Andersson (vorne) schlägt Therese Johaug aus Norwegen an der Nordisch-WM 2025 in Trondheim und gewinnt Gold im Skiathlon über 20 km.
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Video: instagram
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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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International anerkannter Experte für ALLES
10.12.2025 09:48registriert Juli 2021
In Kalifornien gibt es durchaus mehrere Skigebiete. Warum er dort nie auf Schnee stand, wissen die Götter.
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Hansueli_4
10.12.2025 10:05registriert Februar 2019
Für 48- Jährige in der Midlifecrisis sollte man nicht unbedingt solche Ausnahmen schaffen. Wenn dann für einen jungen Athleten, welcher tatsächlich noch eine Karriere vor sich hat.
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Davos stoppt Berns Lauf
Der SC Bern verlor erstmals seit dem 7. Dezember wieder auswärts. Damals unterlagen die Berner in Lugano 1:3. Beim Gastspiel in Davos verpasste der SCB einen achten Sieg in Folge trotz eines starken Sandro Zurkirchen im Tor, der 30 Schüsse parierte. In einer turbulenten Schlussphase setzte Bern alles auf eine Karte und agierte bei sechs gegen vier Feldspielern, doch Davos' Goalie Sandro Aeschlimann hielt den fünften Sieg in Folge für den Leader fest. Für den HCD trafen mit Ryfors und Tambellini zwei Ausländer zum 2:1-Sieg. Davos empfängt vor der Olympia-Pause am Sonntag den ersten Verfolger Fribourg-Gottéron zum Spitzenspiel.
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