Die französische Königin Katharina von Medici nutzte im 16. Jahrhundert gepulverte Tabakblätter gegen ihre Kopfschmerzen und Migräne und machte so den Schnupftabak hoffähig. Ihr zu Ehren galt das braune Pulver lange Zeit als «das Pulver der Königin».
Heute, fast 500 Jahre später, geht es im Glarnerland um die Krönung eines anderen Königs. Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) wird dieses Wochenende ermittelt, wer der beste Schwinger der Schweiz ist, welcher dann zum Schwingerkönig gekrönt wird. Um den Festivitäten beizuwohnen, reisen hunderttausende Menschen aus dem ganzen Land an.
Während des Wochenendes wird auch in diesem «Schwing-Königreich» noch kräftig geschnupft (– aber vermutlich nicht, um Kopfschmerzen zu kurieren). Das ESAF hat sogar einen eigenen Schnupftabak als Merchandise-Artikel herausgebracht. Am Samstagmittag war er bereits fast vergriffen – «mindestens 1000 Dosen» seien verkauft worden.
Heuer ist das Schnupfen etwas Geselliges. Es gehört zum Brauchtum, einen Spruch – meist in Form eines Reims – zum Besten zu geben, bevor man sich das Pulver in die Nase zieht. Wohl wissend, dass die meisten dieser Sprüche (gelinde gesagt) aus der Zeit gefallen sind, haben wir uns auf dem ESAF-Gelände auf die Suche nach dem besten gemacht (– und mussten danach wie erwartet die Zensurkeule auspacken). Priis!
Kann ich jetzt nicht ganz nachvollziehen.
Eine Warnung vor dem derben Sprachgebrauch hätts auch getan.😝
😉