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Blick in die Kabine des neuen Doppelstock-Cars von Eurobus.
Blick in die Kabine des neuen Doppelstock-Cars von Eurobus. bild: watson

Schweizer Fernbus-Pionier zählt zu viele leere Sitze

28.02.2019, 18:31

Gelingt es in der Schweiz, ein rentables Fernbus-Netz zu betreiben? Dies bleibt weiter mehr als fraglich. Rund neun Monate sind die Fernbusse von Eurobus auf den Schweizer Strassen unterwegs. Seither ist die Auslastung der Busse zwar gesteigert worden. Zufrieden zeigte sich Eurobus Geschäftsführer Roger Müri am Donnerstag vor den Medien aber noch nicht. Viele Busse sind nach wie vor praktisch leer unterwegs.

«Es gibt einzelne Fahrten, die mittlerweile nicht schlecht funktionieren, die durchschnittliche Auslastung ist aber noch weit von einem nachhaltigen Niveau entfernt», sagte Müri. Dies liege bei 50 Prozent Durchschnittsauslastung bei allen Linien, an jedem Tag und zu jeder Zeit.

Für eine bessere Auslastung hat vorab die Anpassung des Liniennetzes Anfang Dezember gesorgt. Vorher lag die Auslastung bei 5 bis 10 Prozent; nachher habe sich die Auslastung «deutlich» gesteigert. «Die Tendenz stimmt. Aber es ist noch ein weiter Weg», sagte Müri gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Im Dezember wurden die Teilstrecken zwischen Chur und Zürich sowie zwischen Martigny und Sion eingestellt; die Zahl der Haltestellen wurde von 36 auf 19 reduziert.

Damit sind offensichtlich die angebotenen Strecken, die Frequenzen und die Abfahrtszeiten attraktiver geworden. Seither registriert Eurobus mehr Tagesausflügler, vor allem an Samstagen.

Generell suchen die Eurobus-Reisenden den günstigen Preis. Die meisten Kunden sind laut Angaben Touristen, Studenten und Jugendliche oder Personen, die längere Busfahrten bereits aus anderen Ländern gewohnt sind.

Bus mit rollstuhlgängiger Toilette

Ein neues Segment spricht Eurobus nun zusätzlich an, allerdings auch, weil es gesetzlich gefordert ist: Reisende mit körperlichen Einschränkungen. Das Unternehmen stellte am Donnerstag vor den Medien die neuen Doppelstockbusse vor. Sie verfügen über zwei Rollstuhlplätze, sie sind über den Niederflur-Zugang barrierefrei mit dem Rollstuhl zugänglich - und sie bieten eine rollstuhlgängige Toilette. Die Busse seien speziell für den Schweizer Fernbus-Markt entwickelt worden, gibt Müri an.

Sechs dieser Fernbusse hat Eurobus angeschafft und dafür 4 Millionen Franken investiert. Das Unternehmen wirbt mit Sitzen, die viel Beinfreiheit bieten und mit viel Platz fürs Gepäck. Ab Frühling 2019 sollen Reisende auch ihr Velo mitnehmen können. Im Testbetrieb ist derzeit ein Angebot an Snacks und Getränken. Für eine weiter steigende Auslastung sollen zudem die Vertriebspartnerschaften mit Flixbus und den SBB dienen.

Der Bus, der über Autos fahren kann

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Der Bus, der über Autos fahren kann
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Neue Passagiere sollen zudem Frühverbindungen aus verschiedenen Städten zum Flughafen Zürich bringen, damit Passagiere auch den ersten Flieger um 6 Uhr erwischen können. Wann diese Linien starten, ist aber offen.

(amü/sda)

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