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Dieselaffäre: Eine Milliarde Bussgeld für VW

A Volkswagen logo is pictured in front of a company building in Wolfsburg, Germany, Friday, April 13, 2018. (AP Photo/Michael Sohn)
Der Volkswagenkonzern brachte über zehn Millionen Autos mit einer unzulässigen Software in den Umlauf.Bild: AP/AP

VW muss in der Dieselaffäre eine Milliarde Euro Bussgeld zahlen

13.06.2018, 18:0013.06.2018, 21:27

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Volkswagen in der Dieselaffäre ein Bussgeld in Höhe von einer Milliarde Euro aufgebrummt. Es handle sich um eine der höchsten Geldbussen, die jemals in Deutschland einem Unternehmen auferlegt worden seien, teilte die Behörde am Mittwoch mit.

Die Ermittler sehen es demnach als erwiesen an, dass bei VW Aufsichtspflichten verletzt worden seien. Der Konzern habe die Geldbusse akzeptiert. «Volkswagen bekennt sich damit zu seiner Verantwortung für die Dieselkrise und sieht darin einen weiteren wesentlichen Schritt zu ihrer Bewältigung», erklärte Konzernchef Herbert Diess. Um das Vertrauen in das Unternehmen und die Branche Stück für Stück wiederherzustellen, seien weitere Schritte notwendig.

«Wir arbeiten mit Nachdruck an der Aufarbeitung unserer Vergangenheit», betonte Diess. Der Konzern teilte weiter mit, durch den Bussgeldbescheid werde das gegen Volkswagen laufende Ordnungswidrigkeitenverfahren beendet.

VW gehe davon aus, dass dies «auch erhebliche positive Auswirkungen» auf weitere in Europa gegen die Volkswagen AG und ihre Konzerngesellschaften geführte Verfahren haben werde. Für VW hat die Dieselaffäre auf mehreren Ebenen ein juristisches Nachspiel.

Weitere Klagen

Von der Entscheidung unberührt bleiben der Staatsanwaltschaft zufolge sowohl die bei den Gerichten anhängigen zivilrechtlichen Verfahren, etwa die Klagen der Autokäufer, als auch die in Braunschweig weiter geführten strafrechtlichen Ermittlungsverfahren gegen derzeit insgesamt 49 Personen.

Die für den benachbarten VW-Hauptstandort Wolfsburg zuständigen Ermittler in Braunschweig sahen es laut der Mitteilung des Autobauers als erwiesen an, dass die Aufsichtsverletzungen mit dazu beigetragen haben, dass von Mitte 2007 bis 2015 insgesamt weltweit fast elf Millionen Dieselfahrzeuge mit einer unzulässigen Softwarefunktion verkauft wurden.

Fünf Millionen Euro des Bussgeldes entsprechen laut dem Autobauer dem gesetzlichen Höchstmass einer Ahndung, 995 Millionen Euro beziehen sich auf wirtschaftliche Vorteile, die VW durch sein Vorgehen erzielt haben soll.

Ein VW-Sprecher erklärte, der Konzernvorstand habe wegen des Bussgeldes in Sachen Dieselaffäre getagt. Auch der Aufsichtsrat sei eingeschaltet worden. Bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am 1. August werde sich Volkswagen zu den Auswirkungen des Bussgeldes auf den Ausblick des Unternehmens äussern. (cma/awp/sda/dpa)

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