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Frauen und Geld

8 Tipps, wie du schon aus kleinen Beträgen mehr Geld machen kannst

Gibt es Alternativen zum Sparkonto, selbst wenn man weniger Geld zur Verfügung hat? Ideen und Möglichkeiten, wie du selbst aus kleinen Beträgen mehr rausholen kannst.

Olga Miler
Olga Miler



Viele Menschen legen regelmässig etwas auf die Seite, meistens auf das Sparkonto. Dass nur Sparen bei den niedrigen Zinsen nicht immer der Brüller ist, wissen wir alle. Und so fragen mich Frauen an Seminaren auch oft:

Früher war Geldanlegen eher etwas für Vermögende. Aber heute, mit all den neuen Finanzprodukten und digitalen Tools, braucht man weniger Geld, um zu «investieren». Hier sind ein paar Ideen und Fallbeispiele, wie du mit kleinen Beträgen mehr aus deinem Geld machen kannst.

Schulden tilgen und Notgroschen aufbauen

Vor allem wer kurzfristige oder Kreditkarten-Schulden hat, sollte diese zuerst zurückzahlen, weil dabei oft relativ hohe Zinsen anfallen. Wer keinen Notgroschen hat, sollte zuerst ansparen. Vor allem in unsicheren Zeiten wie jetzt ist der Notgroschen hilfreich und selbst dann, wenn er dazu dienen sollte, Wartefristen, z.B. vom RAV, zu überbrücken. Empfohlen werden 2-3 Monatsgehälter, allenfalls mehr, wenn man selbstständig werden möchte.

Steuern und z.B. Krankenkasse im Voraus bezahlen

In den meisten Kantonen verzinst das Steueramt, was man im Voraus bezahlt und einzahlen kann man auch monatlich. In Zürich z.B. bekommt man 2020 0,25% Zinsen. Mittlerweile kann man auch bei verschiedenen Krankenkassen im Voraus mit einem Rabatt bezahlen, Regelungen sind je nach Kasse unterschiedlich.

Säule 3a / Vorsorge in Aktien

Zusätzliche Beträge in die Pensionskasse einzahlen. Spannender ist es bei der Säule 3a, hier kannst du z.B. mit einem digitalen Tool wie Viac oder Frankly relativ günstig und bspw. monatlich in Aktien investieren. Der Maximalbetrag dieses Jahr liegt bei CHF 6'826 (das sind ca. 568 CHF pro Monat). Die Gelder der Säule 3a eigenen sich sehr gut für Aktien, da sie oft erst weit in der Zukunft gebraucht werden.

ETFs & Fondsparpläne

Exchange Traded Funds sind i.d.R. passiv verwaltete Fonds, d.h. sie haben keine Fondsmanager, sondern folgen einem Index. Wenn man kleine Beträge anlegt, dann eignen sich breit diversifizierte ETFs sehr gut, z.B. ein World ETF.

Ein Fondsparplan ist eine Art Dauerauftrag mit Investitionen in einen Fonds. Man bestimmt, wie oft man einzahlen möchte und welchen Betrag. Ein ETF Sparplan funktioniert ähnlich wie ein Fondsparplan, man legt einen Betrag z.B. pro Monat fest, und dieser wird dann in ETFs angelegt.

Allerdings gibt es für uns in der Schweiz einen grossen Haken: ETF Sparpläne, wie man sie z.B. in Deutschland oder England findet, wo man einen kleineren Betrag jeden Monat direkt in einen ETF anlegen kann, haben wir hier in der Schweiz immer noch nicht wirklich. Das heisst, die Ordergebühren, die man bezahlt, können bei jeder Einzahlung anfallen. Nicht wirklich toll, wenn man pro Monat z.B. CHF 50.- anlegen will und dafür CHF 9.- an Ordergebühren bezahlt. Möglichkeiten, dies zu umgehen, sind:

Jane hat im Monat 100 Franken übrig

Illustratives Beispiel

Jane ist 27, verdient im Monat 4'800 CHF und hat schon einen kleinen Notgroschen und zahlt regelmässig in die Säule 3a ein. Jetzt bleiben pro Monat noch ca. 100 CHF übrig, die sie kurzfristig nicht braucht. Möglichkeiten für Jane:

1) Einen möglichst günstigen Fondsparplan abschliessen, in den sie jeden Monat einzahlt. Lohnt sich nur, wenn die Gebühren tief sind.

2) Ansparen, bis sie z.B. CHF 1'000 oder 2'000 hat (dauert im Fall von Jane ca. 10-20 Monate) und dann entweder einen breit diversifizierten ETF kaufen oder über einen Robo-Advisor mit geringem Mindestkapital ein kleines Portfolio aufbauen, in das sie dann regelmässig einzahlt.

3) Selber Aktien kaufen, allerdings lässt sich mit den kleinen Beträgen die notwendige Diversifizierung nicht erreichen (Konzentrationsrisiko) und es fallen trotzdem Ordergebühren an.

Aktien direkt selber kaufen

Kann man über einen Online-Broker. Allerdings muss man entweder die Branche und die Unternehmen wirklich sehr gut kennen oder mehrere verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Firmen haben. Das lässt sich mit kleinen Beträgen fast nicht erreichen und die Ordergebühren sind relativ hoch.

Robo-Advisor Portfolio

Bei einem Robo-Advisor übernimmt der Roboter die Auswahl der verschiedenen Instrumente, meistens sind es ETFs, und stellt gemäss dem eigenen Risikoempfinden (Risikoprofil) dann ein Portfolio zusammen. In der Schweiz haben wir verschiedene Robo-Advisors mit unterschiedlichen Konditionen. Das notwendige Anfangskapital beträgt ca. CHF 2'000, für Robo-Advisors, die sich nur auf 3a spezialisieren, geht es auch tiefer. Einen guten Vergleich der Anbieter findet man auf Money-Land.

Alternative Anlagen

Neben ETFs und Fonds kann man natürlich auch versuchen, mit alternativen Anlagen, wie z.B. Gold, Immobilien oder Immobilienfonds, verschiedenen Währungen inkl. Crypto, Rohstoffe etc. sein Geld zu vermehren. Mit kleinen Beträgen geht das z.B. über eine App wie Revolut, wo man verschiedene Möglichkeiten hat. Allerdings können grosse Schwankungen auftreten und es macht somit vor allem dann Sinn, wenn man Zeit und Lust oder bereits ein Portfolio hat und es z.B. mit Gold ergänzen möchte.

Crowd-Plattformen

Neben den klassischen und alternativen Anlagen gibt es auch immer mehr neue Tools, bei denen sich Anleger zusammenschliessen, um Crowdfunding, -lending, -investing, -donating zu betreiben. Diese Anlageform wächst: Gemäss einer Studie wurden in der Schweiz 2019 597 Millionen CHF in 4'648 Kampagnen von ca. 180'000 Personen investiert. Die am meisten wachsende Kategorie dabei war Crowdlending. Ein Vergleich der verschiedenen Plattformen gibt es hier.

In der Theorie tönt es ganz einfach, mit kleineren Beträgen mehr aus seinem Geld zu machen. Wie die oben ausgeführten Möglichkeiten zeigen, liegt der Teufel dann aber doch eher im Detail, wenn man nicht «nur» ein Sparkonto oder eine Säule 3a haben will und nicht mit Gebühren draufzahlen möchte.

Welche Erfahrungen und Tipps habt ihr, wie man mit kleinen Beträgen mehr rausholen kann?

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Die Schweiz hat den dritthöchsten Anteil an Millionären

Video: srf/Roberto Krone

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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