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Vor 500 Jahren war's das Fegefeuer, heute fürchten alle die künstliche Intelligenz

500 Jahre Reformation: Luther rebellierte gegen Kaiser und Papst. Heute stellen Roboter und künstliche Intelligenz die bestehende Gesellschaftsordnung in Frage.



ARCHIVE --- ZUM AUFTAKT DES JUBILAEUMSJAHRES 2017, DER 500-JAHR-FEIER DER REFORMATION, STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD DES DEUTSCHEN REFORMATORS MARTIN LUTHER, URHEBER DIESER KIRCHLICHEN ERNEUERUNGSBEWEGUNG, ZUR VERFUEGUNG --- Gemaelde von Martin Luther, deutscher Reformator, aus der Werkstatt von Lucas Cranach dem Aelteren, 1540. (KEYSTONE/Str)

Martin Luther, gemalt von Lucas Cranach dem Älteren. Bild: KEYSTONE

Vor 500 Jahren mussten die Menschen zur Kenntnis nehmen, dass die Erde nicht flach war und auch nicht im Zentrum des Universums stand. Amerika wurde entdeckt, die Naturwissenschaften kamen langsam in Fahrt und stellten die bekannte Weltordnung in Frage.  

«Für Luther war das gute Leben im Alltag auch das gute Leben vor Gott.»

Margot Kässmann

All dies überforderte die Menschen. «Man kann sich heute kaum noch vorstellen, welche Ängste die Menschen damals um ihr Seelenheil hatten, welche Furcht vor Fegefeuer und ewiger Verdammnis sie mit sich herumtrugen», stellt der Historiker Heinz Schilling im von Dietmar Pieper und Eva-Maria Schnurr herausgegebenen Sammelband «Die Reformation» fest. «Auch Luther selbst war überzeugt, dass das Ende der Welt bald kommen werde.»  

Die katholische Kirche war degeneriert

Am 31. Oktober 1517 hat Martin Luther seine 95 Thesen an die Türe der Wittenberger Schlosskirche genagelt und damit den Beginn der Reformation markiert. Dass seine Botschaft sich sehr rasch verbreitete und bald die Kirche spalten sollte, hatte verschiedene Gründe:  

Die katholische Kirche war degeneriert. «Nur jeder dritte Pfarrer hatte überhaupt ein paar Semester studiert, jeder zehnte lebte mehr oder weniger offen in einem Konkubinat, ein grosser Teil zeigte nicht das geringste Interesse an der Seelsorge», heisst es im Beitrag von Martin Doerry. «Viele Würdenträger hatten ihre Posten, Abteien oder Bischofsämter gekauft und kümmerten sich nur um die Ausplünderung der damit verbundenen Pfründen.»

Bild

Hexenverbrennung im Mittelalter.

Auch um die Moral der Kirchenvertreter stand es nicht zum Besten. Huren und Nonnen unterschieden sich nur dadurch, dass die Huren wenigstens ein schlechtes Gewissen hatten. Die Nonnen «lebten hingegen in Klöstern, die längst zu Bordellen geworden seien», wie der Strassburger Münsterprediger Johannes Geiler von Kaysersberg beklagte.

Der Ablasshandel war zu einer wichtigen Geldquelle geworden. Mit Spenden an die Kirche konnten die Menschen sich den Weg in den Himmel kaufen und die Leiden im Fegefeuer verkürzen. «Sobald der Gülden im Becken klingt, im Huy die Seel in den Himmel sich schwingt», lautete dazu der Werbespruch der Kirche.  

Luther wird zum Bestseller-Autor

Allerdings ist in der Bibel nirgends von einem Ablasshandel die Rede. Luther wandte sich entschieden dagegen und räumte auch mit der Mär der Sünde auf. Die Theologin Margot Kässmann fasst dies wie folgt zusammen: «Luther hat gesagt, auch die Sexualität und das Gebären sind eine gute Gabe Gottes, dafür braucht es keinen Ablass. Für ihn war das gute Leben im Alltag auch das gute Leben vor Gott.»  

epa05611683 German President Joachim Gauck speaking during the ceremonial act for the opening of the reformation jubilee '500 Years of Reformation' at the Konzerthaus concert house in Berlin, Germany, 31 October 2016. The Luther Year ends on 31 October 2017, exactly 500 years after the legendary posting of the Theses by Martin Luther in Wittenberg.  EPA/BRITTA PEDERSEN

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet die Luther-Jubiläumsfeier. Bild: EPA/DPA

Entscheidend für den Erfolg der Reformation war der Buchdruck. Luthers Schriften wurden zu einem kommerziellen Erfolg. In Basel, Nürnberg und Leipzig liefen die Druckmaschinen heiss. «Wenige Wochen nach der ersten Niederschrift seiner Thesen war der Professor aus Wittenberg bereits ein Medienereignis, wenn auch zunächst im elitären Kreis lesekundiger Menschen», stellt Daniel Bellingfradt fest. «Damit aber begann das Öffentlichwerden seiner reformatorischen Ideen.»

Ohne Schirmherr wäre Luther auf dem Scheiterhaufen gelandet

Schliesslich kamen Luther die politischen Machtverhältnisse zugute. Hätte er nicht in Wittenberg gepredigt, wäre er möglicherweise als Ketzer auf dem Scheiterhaufen gelandet. Zum Glück stand er unter dem Schutz des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen. Der junge habsburgische Kaiser Karl V. konnte es sich nicht leisten, es sich mit ihm zu verscherzen.  

So wurde am Reichstag von Worms 1521 zwar ein Reichsbann über Luther verhängt. Sachsen wurde jedoch davon ausgenommen. Johannes Calvin und Huldrych Zwingli profitierten davon, dass die Städte Genf und Zürich grosse Unabhängigkeit genossen.  

Bild

Huldrych Zwingli konnte sich in der Frage des Abendmahls nicht mit Luther einigen.

Calvin und Zwingli zeigen auch, dass die Reformation bald in verschiedene Richtungen aufgespalten wurde. Calvin setzte dabei auf die Prädestinationslehre, will heissen: Gott hat bereits bestimmt, wer in den Himmel kommt und wer nicht. Zwingli und Luther gerieten sich ob der Frage in die Haare, ob das Abendmahl bloss symbolisch gemeint sei, oder ob sich Wein und Brot tatsächlich in Blut und Leib Christi verwandeln.  

Keine Sympathien für die rebellierenden Bauern

Die Reformation hat sich gegen Kaiser und Papst gewandt, sie war jedoch nie eine Revolution. Weder Luther noch Zwingli haben sich mit den Bauernaufständen solidarisiert, obwohl sich die Aufständischen auf ihre Schriften berufen haben. «Die Reformation war im Kern der Versuch, Veränderungen rückgängig zu machen, zu einem idealisierten Ursprung zurückzukehren», stellt Eva-Maria Schnurr fest.  

Heute haben sich die Menschen zwar damit abgefunden, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Doch jetzt müssen wir uns fragen, ob der Mensch tatsächlich die höchste Stufe der Evolution darstellt. Software wird immer smarter und ernsthafte Wissenschaftler sprechen von einer maschinellen Superintelligenz, die dereinst die menschliche um Längen übertreffen wird.  

Neuer Religionskrieg im 21. Jahrhundert

Ob selbstgelenkte Autos oder sprechende Smartphones: Immer häufiger ersetzt künstliche Intelligenz die menschliche. Die Arbeitswelt und die Gesellschaft werden disruptiert, wie es heute heisst. Wie zu Zeiten der Reformation sind die Menschen zunehmend verunsichert und werden anfällig für Populisten mit einfachen Rezepten.  

Im Jahr 1555 wurde in Augsburg ein Religionsfrieden geschlossen. Er besagte, dass jeder deutsche Landesherr entscheiden konnte, welche Glaubensrichtung in seinem Gebiet gelehrt werden durfte. Wem die Entscheidung nicht passte, der durfte auswandern. Der Frieden hielt jahrzehntelang an. Dann brach der 30-jährige Krieg aus, der unsägliches Leid über die Menschen brachte und die Bevölkerung in Europa halbierte.  

Im 21. Jahrhundert ist die Religion erneut zum Zankapfel geworden. Der vom Politologen Samuel Huntington in den Neunzigerjahren angekündigte «Zivilisationskrieg» ist bereits in vollem Gange. Die Disruption nimmt immer mehr die Züge der Reformation an.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wehrli 06.01.2017 17:00
    Highlight Highlight Ich fürchte mich eher vor künstlicher Dummheit. Ein hochpotentes System in Händen von Clowns wie Drumpf.
    Und die Medien haben uns einen neuen Marianengraben an künstlich generierter Seichheit vorgetragen, das race to the bottom mit Trashcontent for Klicks
  • Sophia 06.01.2017 09:00
    Highlight Highlight Luthers Twitter war der Buchdruck, der gerade erfunden war. Nur so konnten sich seine deutsche Bibel und seine Schriften in Windeseile verbreiten und seine "Reformation" in die Welt tragen. Es war also Mensch und Maschine, welche zusammen eine "Zeitenwende" einläuteten. Jede Maschine wird von Menschen geschaffen und gefüttert, damit sie wenigsten Schach spielen kann. Der Mensch und seine von ihm geschaffene Maschine werden zusammen evtl. wiederum eine Zeitenwende einläuten. Hoffentlich ohne 30 Jahre Krieg, denn KI sollte ja intelligent sein und auch Trumpbosen heilen können!
    • Menel 06.01.2017 10:57
      Highlight Highlight Vielleicht interessieren sie die Überlegungen von Sam Harris zu diesem Thema:

      Can we build AI without losing control over it?

      https://www.ted.com/talks/sam_harris_can_we_build_ai_without_losing_control_over_it
    • http://bit.ly/2mQDTjX 06.01.2017 11:01
      Highlight Highlight Ich meine auch, dass die Entwicklung neuer Kulturtechniken erheblichen Einfluss nehmen auf gesellschaftliche Umwälzungen. Damals der Buchdruck so wie heute das Internet.

      Die zum Teil kriegerischen Auseinandersetzungen gingen damals erheblich länger als nur 30 Jahre. Über 100 Jahre!

      Beendet wurden sie erst mit dem Westfälischen Frieden:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Westf%C3%A4lischer_Friede

      Ich meine, wir könnten uns diesen Westfälischen Frieden heute zum Vorbild nehmen, um die zum Teil kriegerischen Auseinandersetzungen zu beenden, in die wir leider bereits hineingeraten sind.
    • You will not be able to use your remote control. 06.01.2017 13:26
      Highlight Highlight ted.com: 'So the only alternative, and this is what lies behind door number two, is that we continue to improve our intelligent machines year after year after year.'

      Genau so, wie wir z.B. immer schnellere Boote bauen: von Segelbooten über Dampfschiffe zu Diselboote.

      Trotzdem gibt es kein unendlich schnelles Boot.

      Es gibt allerdings bereits Maschinen, die böse Auswirkungen auf ganze Volkswirtschaften haben können. Die Übeltäter sind die Menschen, die diese Maschinen betreiben.

      Man sollte Maschinen keine Fakten schaffen lassen, denn sie können nur vorgedachte alternativen abschätzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 06.01.2017 01:36
    Highlight Highlight "Software wird immer smarter und ernsthafte Wissenschaftler sprechen von einer maschinellen Superintelligenz, die dereinst die menschliche um Längen übertreffen wird."

    Ich gebe Entwarnung. Beruhigt euch! Kein Grund zur Panik.

    Gott kann keine Welt erschaffen, die ihm von der Intelligenz her gesehen überlegen ist. Das ist unmöglich.

    Genau so wenig kann ein Mensch eine Maschine erfinden, die ihm von der Intelligenz her gesehen überlegen ist.
    ________

    "...ernsthafte Wissenschaftler..."

    Euer unterwürfiger Respekt vor Wissenschaftlern ist nur noch peinlich.

    • Menel 06.01.2017 08:37
      Highlight Highlight Wissen sie eigentlich, was Intelligenz ist?
    • Spooky 06.01.2017 08:58
      Highlight Highlight Ja
    • Menel 06.01.2017 09:03
      Highlight Highlight Wie kommen sie dann zu der Aussage:

      "Genau so wenig kann ein Mensch eine Maschine erfinden, die ihm von der Intelligenz her gesehen überlegen ist."
    Weitere Antworten anzeigen
  • dracului 06.01.2017 00:17
    Highlight Highlight Wir Menschen werden in den nächsten Jahren irgendwann Maschinen nach unserem Abbild schöpfen können, die uns überlegen sind und alles besser bzw. fehlerfreier machen können. Dies führt zur ultimativen Frage, was den Menschen denn ausmacht? Und es stellt sich auch die Frage, ob Maschinen als perfekt indoktrinierte Soldaten gegen Menschen vorgehen werden, ob die Maschinen den Menschen von seiner Zerstörung abhalten werden oder ob die Roboter wirklich nur bessere Schosshündchen, Sexroboter und Arbeitersklaven werden? Ja, hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen.
    • Spooky 06.01.2017 00:30
      Highlight Highlight Nimm's locker, dracului, der Mensch kann nur Dinge erfinden, die seiner eigenen Intelligenz entsprechen. Wir Menschen können keine Dinge erfinden, die uns überlegen sind. Das ist unmöglich.

      Aber, zugegeben, das sind keine guten Aussichten.
    • Menel 06.01.2017 08:18
      Highlight Highlight @Spooky, da gebe ich ihnen Recht. Aber wir können Maschinen erschaffen, die lernen und sich selber weiter entwickeln. Das führt dazu, dass wir dann nicht mal mehr nachprüfen können, ob sie Recht haben oder nicht, da es sich unserer Hirnleistung entzieht.
      Als simples, kleines Beispiel kann man die 2'000. Stelle von Pi nehmen. Wir kennen diese erst, seit es Computer möglich gemacht haben, diese zu berechnen. Das haben nicht wir berechnet, das haben Maschinen gemacht. Wir vertrauen auf den Algorithmus.
    • Intellektueller 06.01.2017 10:03
      Highlight Highlight @Menel: Das Beispiel mit der Zahl Pi ist ein gutes. Aber es ist keines für künstliche Intelligenz. Der Mensch könnte die Zahl Pi auf 2000 stellen nach dem Komma rechnen, wenn er wollte. Es würde einfach sehr viel länger dauern, vieleicht mehrere Generationen.
      Der Computer kann den menschengemachten Algorithmus lediglich viel schneller ausführen. Das hat jedoch ebensowenig mit Intelligenz zu tun, wie eine Nähmaschine, die einfach nur sehr viel mehr Stiche pro Minute nähen kann, als ein Mensch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 05.01.2017 23:32
    Highlight Highlight Ich verstehe das Interesse an diesem verstorbenen Luther nicht. Im Kapitalismus von heute sind die Religionen - und zwar ohne Ausnahme - nur daran interessiert, möglichst viel Kohle zu scheffeln.
    • 321polorex123 06.01.2017 07:42
      Highlight Highlight "Ich verstehe das Interesse an diesem verstorbenen Luther nicht."
      Weil historisch wichtige und einflussreiche Person.
    • Spooky 06.01.2017 18:31
      Highlight Highlight Wenn Luther die Erlaubnis bekäme, aus dem Jenseits einen Kommentar auf Watson zu posten, dann würde er schreiben: "Was verschwendet ihr eure Zeit mit mir und der Reformation! Vergesst mich und die Reformation! Die Reformation ist gescheitert. Alle Religionen auf der Welt sind heute korrupt.

      Seid ein bisschen korrekt mit euren Mitmenschen und den Tieren - das ist alles, was ihr tun könnt! Das ist zwar nicht immer möglich. Aber versucht es wenigstens!"
    • 321polorex123 08.01.2017 03:14
      Highlight Highlight Also verstehe ich Sie richtig? Sie sagen, wir sollten die Vergangenheit von Religionen nicht erforschen da es "nichts bringt"?
  • Rabbi Jussuf 05.01.2017 21:11
    Highlight Highlight Kommt da noch ein zweiter Teil der Story?
    Oder wurde das nur wegen dem Lutherjahr geschrieben und so getan, als ob das damals mit heute irgend etwas zu tun hätte? Geschichte wiederholt sich?
    Wenn es da Zusammenhänge geben sollte, so sehe ich die im Artikel nicht.
    • dabu 05.01.2017 23:05
      Highlight Highlight Habe das selbe gedacht herr jusuf
    • http://bit.ly/2mQDTjX 06.01.2017 09:50
      Highlight Highlight Hier eine kurze Zusammenfassung der Geschichte, Rabbi:

      Was bisher geschah:
      Bibel: Gott kennt die (eine) Wahrheit.
      Luther: "Gott braucht keinen Papst!"
      Marx: "Religion ist Opium fürs Volk!"
      Nietsche: "Gott ist tot!"
      Einstein: "Alles ist relativ."
      Heisenberg: "Die Wirklichkeit ist nicht wirklich."

      2017:
      ISIS: "Es gibt keinen Gott. Ausser Gott."
      Trump: "Es gibt keine Wahrheit. Ausser meine."

      Zu Zeiten des Reformators Luther glaubten die Leute, Gott wisse alles. Sie waren gottesfürchtig.

      In Zeiten des Reformators Trump glauben die Leute, Google und NSA wissen alles. Sie fürchten die Technik.
    • Rabbi Jussuf 06.01.2017 11:00
      Highlight Highlight Auwei, was für ein kluges Weltbild, Lorent!
      Von deinen Geschichtskenntnissen wollen wir gar nicht reden!

      Hier geht es aber um obigen Artikel, der nun beim besten Willen keinen Bezug von Luther zu der heutigen Zeit herstellen kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Firefly 05.01.2017 19:57
    Highlight Highlight "Immer häufiger ersetzt künstliche Intelligenz die menschliche."

    Nein, eben gerade nicht die Intelligenz wird ersetzt sonern die Automatismen.

    Wären künstliche Systeme wirklich intelligent, sie hätten Angst vor uns.
    • Normi 05.01.2017 22:30
      Highlight Highlight 👍
    • Menel 06.01.2017 08:24
      Highlight Highlight Automatismen wurden bis anhin von KI ersetzt. Jetzt gehen sie schon weiter. KI Algorithmen können mittlerweile sehen, lesen, schreiben. Sie können ihnen erzählen, was auf einem Bild abgebildet ist.
    • Firefly 06.01.2017 09:24
      Highlight Highlight @Menel, erkennen was auf einem Bild abgebildet ist, ist ein Automatismus, Je grösser die Datanbank mit möglichen Vergleichsmöglichkeiten zur bestummung, je eher trifft das erkennte auch zu. Aber mit Intelligenz hat das nichts zu tun.

      Intelligent wäre sich zu fragen, warum man jetzt dieses Bild für jemanden bestimmen muss.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ket4mon 05.01.2017 19:51
    Highlight Highlight Eine künstliche Intelligenz kann gefährlich sein, allerdings fürchte ich mich mehr davor, dass dem Menschen das Denken abgenommen wird. Amerika ist im Moment an der Spitze dieser Liste.
    Zurück zum Thema: eine künstliche Intelligenz müsste Regeln folgen, Asimov hat hier einige Pionierarbeit geleistet (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Robotergesetze). Allerdings kann niemand garantieren, dass diese Gesetze auch in jede KI integriert werden. Angst habe ich trotzdem nicht, das grösste Übel ist und bleibt der grossteil der Menschheit.

    PS: auch ich bin ein Mensch und gehöre dem Grossteil an.
  • Spooky 05.01.2017 19:50
    Highlight Highlight "Immer häufiger ersetzt künstliche Intelligenz die menschliche."

    Zum Glück!
    • karl_e 06.01.2017 10:56
      Highlight Highlight Meist ist das keine grosse Leistung. 😉
  • Aged 05.01.2017 18:41
    Highlight Highlight Apropos Hexen. (Zahlen publiziert von NZZ).

    Zwischen 1429 und 1731 wurden in Freiburg 500 Hexer und Hexen, in der Schweiz 10'000 verurteilt, davon 6000 in der Westschweiz.

    Zwischen 70 und 80% waren Frauen, in 60% der Fälle war das Urteil der Scheiterhaufen.

    In Europa starben zwischen 30'000 und 60'000 Menschen auf dem Scheiterhaufen, darunter 25'000 in Deutschland.

    Die Romandie nimmt mit 3500 Hinrichtungen im Vergleich zur Bevölkerungszahl aber den europäischen Spitzenplatz ein.
    • Gigi,Gigi 05.01.2017 19:12
      Highlight Highlight Was hier fehlt, die meisten Hexen und Hexer wurden von Protestanten hingerichtet. Die katholische Kirche hielt sich (mit Ausnahme der Dominikaner in Süddeutschland) sehr zurück und hielt die ganze Hexenhysterie für finsteren Aberglauben.
    • Philipp Löpfe 05.01.2017 19:50
      Highlight Highlight #Gigi: Der Hexenhammer wurde von einem dominikanischen Mönch verfasst. Aber es trifft zu: Auch die Calvinisten haben die Hexenprozesse als Machtinstrument entdeckt.
    • Aged 05.01.2017 20:17
      Highlight Highlight Hab den Link des Artikels unterschlagen, sorry:

      http://www.swissinfo.ch/ger/hexen-in-der-schweiz---ein-truebes-kapitel/7462548
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tilman Fliegel 05.01.2017 18:23
    Highlight Highlight Für mich hört der Artikel total unvermittelt da auf, wo ich eine weitergehende Erklärung erwartet hätte. So ist es nur eine These die kaum nachvollziehbar ist.
  • energywolf 05.01.2017 17:59
    Highlight Highlight Wer sich vor künstlicher Intelligenz fürchtet, hat das Wesen "Mensch" nicht begriffen!
  • Luca Brasi 05.01.2017 17:54
    Highlight Highlight Die Kath. Kirche war zumindest nicht so degeneriert sich nur auf die Bibel zu stützen, sondern berief sich auch auf die Kirchenväter. Während Luther sich nur auf die Schrift berief und sie teils falsch ins Deutsche übersetzte. Und dann beschimpft er den Heiligen Vater als Anti-Christen. Ist das Ende der Menschheit gekommen? Nein, ergo lag Luther falsch und wir hätten uns die Konfessionskriege auch sparen können. Heute würde man Luther, etc. als Fundamentalisten bezeichnen. Die Evangelikalen in den USA sind nicht weit weg von Calvins Lehre. *Katholische Gegendarstellung zur Reformation aus*. ;D
    • Gigi,Gigi 05.01.2017 18:40
      Highlight Highlight Genau Herr Brasi, Luther war ein Fundamentalist. Der aber den sinnlichen Genüssen nicht abgeneigt war und eine Nonne ehelichte. Und vergnügt zahlreiche Kinder zeugte. Wer weiss, vielleicht war das ja sein wahrer Beweggrund, um gegen die katholische Kirche zu revolutionieren? Oder bin ich jetzt ein Ketzer in den Augen der Lutheraner.
    • atomschlaf 05.01.2017 20:49
      Highlight Highlight @Gigi: Der Zölibat ist ohnehin ein alter Zopf, der endlich abgeschnitten gehört.
  • Majoras Maske 05.01.2017 17:54
    Highlight Highlight Sorry, aber ich finde den Zusammenhang zwischen Reformation und KI etwas gar gesucht.
    Allerdings denke ich schon, dass wir langsam aber sicher aufgrund der technischen Fortschritte (Internet, Dronen und Roboter aller Art, der einfach veränderbare genetische Code mit sehr geringen Kosten dank CRISPR, Automatisierungen von etwa Transport und anderem, Jetpacks, künstlicher Intilligenz, Globalisierung, etc.) langsam aber sicher an der Schwelle eines neuen Zeitalters sind. Nur was hat das im Land der leeren Kirchen mit Religion zu tun, ausser das Luther ein Vorbote von Aufklärung und Neuzeit war?
  • lilie 05.01.2017 17:25
    Highlight Highlight Finde es reichlich an den Haaren herbeigezogen, die digitale Revolution mit der Reformation gleichzusetzen... 🙄
  • Zeit_Genosse 05.01.2017 17:13
    Highlight Highlight Wir haben bereits das Internet als Revolution und Demokratisierung des Wissens und weltweite soziale Vernetzungen verhältnismässig ruhig auf-/angenommen. Das hat vor über 20 Kahren begonnen und durchdringt die Gesellschaften. Die Buzzwörter "Digitalisierung" und "KI" beschreiben eine weitere Herausforderung. Ob diese grösser/stärker als das Internet wird, werden wir sehen. Aufhalten kann man das nicht, mitgestalten oder mitgehen schon.
  • Brienne von Tarth 05.01.2017 17:07
    Highlight Highlight Guter Artikel, nur sehe ich die Parallele nicht zur künstlichen Intelligenz. Das was sie zwar schreiben macht Sinn, jedoch denke ich den meisten ist das gar nicht so bewusst was da alles passieren kann mit der KI. Sie können also gar keine Angst davor haben. Heute ist die Angst sowieso viel viel kleiner als früher, da der Tod nicht so "present" ist wie damals. Klar hören wir es täglich in den News aber das ist weit weg und wir entwicklen das Gefühl das es uns nicht betrifft. Somit ist eher das Gegenteil der Fall, früher Angst wegen "nichts", heute keine Angst obwohl es vlt. nicht schlecht wäre
    • Sophia 06.01.2017 00:59
      Highlight Highlight Nur keine Angst, Brienne! Wenn das Biest es zu bunt treibt, schalten wir es einfach ab! Was, du meinst, das könnte sich das Biest nicht gefallen lassen? Dann kappen wir die Leitungen!;-)
      Die Menschen lebten im Mittelalter in Angst vor der Strafe Gottes, heute vor der KI! Nichts weiter will der Löpfe uns u.a. sagen. Wo liegt da die Schwierigkeit?
      Meiner Meinung nach könnten wir ruhig ein wenig mehr Intelligenz gebrauchen. Ich habe eher Angst vor der Dummheit.
    • Menel 06.01.2017 09:17
      Highlight Highlight Schalten sie mal das Internet ab 😉
  • Posersalami 05.01.2017 17:01
    Highlight Highlight "Immer häufiger ersetzt künstliche Intelligenz die menschliche."

    Es gibt keine "Künstliche Intelligenz" Herr Löpfe. Noch nicht mal im Ansatz gibt es das. Abstatt dies aufzuklären bedienen sie eben jene Ängste, die sie beschreiben. Warum?
    • Philipp Löpfe 05.01.2017 17:12
      Highlight Highlight Posersalami, der ewige Meckerer. Aber diesmal ist es wirklich arg an den Haaren herbei gezogen. Der Begriff «künstliche Intelligenz» ist ja nicht von mir erfunden worden, sondern wird allgemein benutzt.
    • Posersalami 05.01.2017 17:15
      Highlight Highlight Macht es das richtiger, wenn alle das Geblubber aus dem Marketing nachplappern? Ich glaube nicht.
    • Alf 05.01.2017 17:43
      Highlight Highlight KI und Machine learning (Neudeutsch für "neuronale Netze") sind halt einfach nicht dasselbe! Es gibt nach wie vor weit und breit keine "echte" KI.
    Weitere Antworten anzeigen
  • You will not be able to use your remote control. 05.01.2017 16:56
    Highlight Highlight Angst vor Maschinen, die repetitive Arbeiten im Alltag abarbeitet, haben nur Luddisten.

    Wir haben Angst vor Menschen, die ihre 'Entscheidungen' automatisieren.
  • Sophia 05.01.2017 16:54
    Highlight Highlight Wenn mir jemand erzählt, Brot und Wein verwandle sich tatsächlich in Fleisch und Blut, dann kann mir auch die AfD erzählen, dass alle Flüchlinge Terroristen sind und nur herkommen, um das Abendland zum Islam zu bekehren und dass die Merkel an allem Leid der Menschheit schuldig und Michel Obama ein Mann ist. Ich hoffe doch sehr, dass bei einer künstlichen Itelligenz alle Sicherungen durchbrennen, wenn man ihr so etwas beibringen (progammieren) will.
    • Posersalami 05.01.2017 17:19
      Highlight Highlight Eine "KI" programmiert man nicht. Eine "KI" bewirft man einfach so lange mit Daten, bis das rauskommt was man wünscht. In der Doku hier wird das ganz nett erklärt:
      Play Icon

      Das geniale an dem System ist, dass sie im Einsatz besser werden weil sie ständig so zu sagen dazu lernen.
    • You will not be able to use your remote control. 05.01.2017 17:46
      Highlight Highlight Nö, selber lernen ist wiederum was ganz anderes.

      Sie kann von einem Menschen trainiert werden, dieser muss den Effekt des Trainings und den aktuellen Stand beurteilen.

      Fällt diese Beurteilung positiv aus, dann 'funktioniert' die KI.

      Diese Go KI hat nicht die Regeln gelernt.
    • Leventis 05.01.2017 17:53
      Highlight Highlight Aber die Algorithmen, die es der Maschine ermöglichen, wurden aber schon programmiert, oder? Das Resultat nennen wir dann künstliche Intelligenz. Ist halt so ein Begriff. Dass diese Denkmaschine dann zBspl auch emotionale Aspekte simulieren kann um unserer, "menschlichen Intelligenz“ zum verwechseln nah zu kommen, ist nur eine Frage der Zeit. Dann werden auch die Maschinen fähig sein irrationale Entscheidungen zu treffen. Spätestens fann sollten wir Ihnen auch das aktive sowie passive Wahlrecht zugestehen.
      Oder hab ich da gerade falsch rum gedacht? 😉
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In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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