Wirtschaft
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Trump rudert zurück, Skyline Shanghai

Bild: montage watson / material shutterstock, keystone

Trump rudert im Handelsstreit mit China zurück

Einigungstermin nicht mehr so wichtig, milde Töne in der Huawei-Affäre. Lenkt der US-Präsident im Handelsstreit mit China ein?



Heute trifft Präsident Trump den chinesischen Vize-Premierminister Liu He. Dieser ist auch zuständig für die Verhandlungen im drohenden Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China. Lange schien dieser Krieg unabwendbar. Sollte Peking bis zum 1. März seine Forderungen nicht erfüllen, erklärte Trump knallhart, dann werde er den Strafzoll auf chinesischen Importgütern im Wert von jährlich 200 Milliarden Dollar von 10 auf 25 Prozent erhöhen.

Trump ist zwar notorisch unberechenbar. Trotzdem sieht es derzeit nach einer friedlichen Lösung aus. So hat der US-Präsident das Ultimatum vom 1. März relativiert. Es könne auch später werden, erklärte er kürzlich. Auch beim Streit um den chinesischen IT-Konzern Huawei gibt Trump sich kompromissbereit. «Ich will, dass die USA sich im Wettbewerb durchsetzen, nicht indem sie die fortgeschrittene Technik anderer blockieren», tweetete er.

«Eine 5G-Markt ohne Huawei wäre wie die Premierleague ohne Manchester United.»

Ryan Ding

Huawei wird von den USA der Wirtschaftsspionage bezichtigt. Kanadische Behörden habe aufgrund eines amerikanischen Haftbefehls die Tochter des Huawei-Gründers Meng Wanzhou verhaftet.

Für die sanfteren Töne des US-Präsidenten gibt es verschiedene Gründe. Zum einen hat der Börsencrash im Dezember Trump unmissverständlich klar gemacht, dass eine Verschärfung des Handelskrieges mit Peking gravierende Konsequenzen hat. Die massiven Verluste haben die Investoren durchgeschüttelt. Trump hat immer wieder damit geprahlt, seine Wirtschaftspolitik habe den Börsenboom der letzten beiden Jahre verursacht.

FILE - In this Dec. 12, 2018, file photo, Huawei chief financial officer Meng Wanzhou arrives at a parole office in Vancouver, British Columbia. Canada’s national game _ brought to you by China’s Huawei. As a feud deepens between Beijing and Ottawa over the telecom giant, the company’s sponsorship of the flagship “Hockey Night in Canada” broadcast raised questions about its involvement in a beloved national institution.(Darryl Dyck/The Canadian Press via AP, File)

In Kanada verhaftet: Meng Wanzhou, Finanzchefin von Huawei. Bild: AP/The Canadian Press

Die Börsen haben sich mittlerweile weitgehend erholt. Kommt jedoch keine Einigung zwischen Washington und Peking zustande, ist ein erneuter Einbruch zu erwarten. Sollte es auch noch einen No-Deal-Brexit geben, ist ein weltweiter Börsencrash nicht auszuschliessen.

Im Disput zwischen den USA und China geht es um mehr als Handel. Es geht auch darum, wer die Oberherrschaft auf dem Gebiet der IT und der künstlichen Intelligenz haben wird. Auf diesem Gebiet haben sich die Gewichte verschoben. So zeigen jüngste Zahlen, dass die beiden chinesischen IT-Giganten Baidu und Legend Capital zu den fünf grossen Investoren für Startups gehören. Baidu ist die chinesische Antwort auf Google.

China ist längst über den Status eines Imitators hinaus. Huawei gilt als führender Anbieter für die Technologie, die für das neue 5G-Netz benötigt wird. «Eine 5G-Markt ohne Huawei wäre wie die Premier League ohne Manchester United», erklärt denn auch Ryan Ding von Huawei.

Mehr als ein Waffenstillstand ist jedoch nicht zu erwarten. Die Rivalität zwischen den USA und China ist zu einem bestimmenden Faktor der Geopolitik des 21. Jahrhunderts geworden.

China feiert Neujahr und es steht Reichtum bevor

Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 22.02.2019 17:46
    Highlight Highlight Selbst die Unberechenbarkeit lässt sich durchschauen, weil sie einem System folgt. Mit grossen Tönen angreifen und warten bis der Gegner einknickt. Funktioniert meistens. Wenn nicht, wird eine andere Baustelle aufgetan und die alte konsiliant geschlossen. Diese Bluffs sind sehr unangnehm, weil sie mit der gesamten US-Wirtschaft machtvoll inszeniert werden und Irritationen auslösen. Am Pokertisch würden wir darüber lachen.
  • Le_Urmel 22.02.2019 17:26
    Highlight Highlight Nun dann eröffnet er eben eine Front gegen deutsche Autos, da kann er sicher sein, dass Merkel einknickt
    • Safado 24.02.2019 10:38
      Highlight Highlight Das wissen wir nun mal noch nicht. Bin sehr gespannt wie dies angegangen wird.
  • Gawayn 22.02.2019 17:18
    Highlight Highlight Was an Trumpel ist denn unberechenbar?

    Er ist wie der Rotzlöffel der er ist.
    Frei von Umgangsformen und Anstand.

    Er verhandelt nicht.
    Er fordert ein.
    Sonst droht er mit Konsequenzen, die er halt nicht immer wahr machen kann.

    Erhält er von Stellen Kritik, gibt er auf primitivste Weise Kontra.

    Das ist ein perfekt berechenbarer Mensch...
  • Hans Jürg 22.02.2019 16:31
    Highlight Highlight Trump rudert doch nicht zurück. Die Welt rudert auf ihn zu.
    Wenn ihr mehr Fox-News sehen würdet, wüsstet ihr das ;-)
    • Töfflifahrer 22.02.2019 18:23
      Highlight Highlight Ind die Furtze von ihm sind die Quelle des Jetstreams 😏
  • rodman 22.02.2019 15:18
    Highlight Highlight Spannend - danke

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