Wirtschaft
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Coins of 1 Euro, right, and coins of 1 Swiss Franc and 20 centime, left, pictured in Lausanne, Switzerland, Tuesday, September 6, 2011. - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) haelt am Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken unveraendert fest und belaesst entsprechend ihren Leitzins Nahe bei Null. Die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) im laufenden Jahr wird von rund 2 Prozent auf knapp 1,5 Prozent gesenkt, wie die SNB am Donnerstag mitteilte. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Für einen Euro gibt es zurzeit fast wieder 1.20 Franken zu haben.  Bild: KEYSTONE

Der Franken schwächelt – die Experten stehen vor einem Rätsel



Der Schweizer Franken verliert seit mehr als einem Monat kontinuierlich an Wert und gibt Devisenexperten damit Rätsel auf. Nach dem Kursrutsch von vergangener Woche rückt sogar die wichtige Marke eines Euro-Kurses von 1.20 Franken wieder ins Blickfeld.

Das sind gute Nachrichten für die exportorientierte Wirtschaft – denn Schweizer Waren werden damit im Ausland günstiger. Eigentlich sprächen das unsichere Umfeld mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China und der jüngste Militärschlag in Syrien für einen steigenden Franken, sagte Ökonom Arthur Jurus von der Privatbank Mirabaud am Montag. «Doch das Gegenteil ist der Fall.»

Seit einigen Tagen ist der Franken zum Euro so schwach wie seit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses vor mehr als drei Jahren nicht mehr. Auch am Montag kostete ein Euro knapp 1.19 Franken. «Über die Schwäche des Franken rätseln wir auch», sagte ein Händler.

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Der Franken verliert gegenüber dem Euro immer mehr an Wert: Zeitraum 1. März bis 16. April 2018. screenshot: xe.com

Als mögliche Gründe führen Analysten gleich mehrere Punkte ins Feld: Zum einen verliere der Franken mit dem Ende der Euro-Krise zunehmend seine Funktion als «sicherer Hafen» in der Region. Zum anderen könnten auch die US-Sanktionen gegen Russland eine Rolle spielen: Russische Oligarchen könnten auf der Suche nach Liquidität ihre Franken-Positionen abbauen und Bargeld aus der Schweiz abziehen, erklärte Mirabaud-Experte Jurus.

Andere Marktteilnehmer begründeten die Franken-Schwäche mit den weiterhin sehr tiefen Zinsen von minus 0,75 Prozent in der Schweiz – während diese in anderen Währungsräumen wieder steigen. Investitionen in Franken werden damit für Anleger zunehmend unattraktiv. Das zeige sich auch am Anleihenmarkt, wo die Investoren einen Bogen um Franken-Obligationen machen und stattdessen zu deutschen Schuldtiteln greifen, sagten Händler.

Die Zinsdifferenz gewinnt auch nach Ansicht der Commerzbank an Gewicht und wird «wieder zu einem stärkeren Argument für oder gegen eine Währung». Dabei spiele auch eine Rolle, dass die Schweizer Notenbank (SNB) bislang keine Anstalten mache, ihre Negativzinsen aufzugeben.

Das bekräftigte SNB-Präsident Thomas Jordan erst jüngst in einem Interview der Zeitung «La Liberté». Die SNB ist an einem möglichst schwachen Franken interessiert. (cma/sda/reu)

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Bert der Geologe
16.04.2018 17:09registriert November 2015
Die Antwort ist so einfach. Immer wenn ich Rechnungen in EURO zahlen muss, steigt der Kurs. Habe ich bezahlt, sinkt er rapide.
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Pbel
16.04.2018 17:09registriert April 2017
Also moment mal. Wenn der USD fast gleich teuer ist wie vor einem Jahr, würde ich doch denken der USD und CHF sind stabil und der EUR wird stärker? Oder verlieren zufällig USD und CHF im Gleichschritt Wert?
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