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Warum ist Hillary Clinton eigentlich so unbeliebt? 7 Gründe und wie plausibel sie sind

Die Kandidaten für das Präsidentschaftsamt in den USA stehen fest: Hillary Clinton und Donald Trump. Doch nicht nur der polternde Populist Trump sorgt für Kopfschütteln, auch die Abneigung gegenüber Hillary Clinton ist gross. Warum? 



«Sie ist eiskalt und berechnend»

Democratic presidential candidate Hillary Clinton leaves her Washington home after meeting with Sen. Elizabeth Warren, D-Mass., , Friday, June 10, 2016. (AP Photo/Paul Holston)

Hillary, die knallharte Politikerin?
Bild: Paul Holston/AP/KEYSTONE

Auf vielen Bildern wirkt Clinton distanziert, ganz im Gegenteil zu Bernie Sanders, dem liebenswürdigen Grossväterchen. Auch wird ihr Berechnung vorgeworfen:

Die amerikanische Komikerin und YouTuberin Franchesca Ramsey vergleicht Hillary mit einem beliebten Highschool-Girly, das sich plötzlich für den Normalo interessiert. Ob sie wirklich eine kalte Person ist, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen, schliesslich ist sie Politikerin. Doch wird es ihr gelingen, dieses Image abzulegen? Eine schwierige Aufgabe.

«Sie sieht sich über dem Gesetz»

Die «E-Mail-Affäre» hat Clintons Ansehen ebenfalls geschadet. Dabei ging es darum, dass sie bei sich zuhause einen eigenen E-Mail-Server betreibt. Das Problem dabei ist, dass Staatsbeamten der USA ihre E-Mails abspeichern müssen, da diese unter dem Öffentlichkeitsrecht stehen. Dies hat sie auch getan, doch die Mails, die sie den Behörden übermittelt hat, wurden von ihrem Stab vorsortiert. Nun wird ihr Vorgeworfen, sie habe heikle Nachrichten gelöscht. 

Nun wird sie vom republikanischen Lager immer wieder damit konfrontiert:

Der Tweet von Clinton bezieht sich auf einen angriffigen Tweet von Trump.

«Sie ist reich und arrogant»

COLUMBIA, SC - FEBRUARY 27:  Democratic presidential candidate former Secretary of State Hillary Clinton walks off of her plane at Columbia Metropolitan Airport on February 27, 2016 in Columbia, South Carolina. Hillary Clinton held a campaign rally in Alabama before returning to South Carolina for her South Carolina primary night event.  (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

Clinton reist nur in ihrem Privatflugzeug. Bild: Getty Images North America

Weiter wird ihr vorgeworfen, der weissen, reichen Oberschicht anzugehören. Dies lässt sich nur schwer bestreiten und besonders unvorteilhaft war, dass Hillary Clinton während einer Ansprache über die ungerechte Verteilung von Reichtum einen 12'000-Dollar-Armani-Anzug trug.

Jedoch war bisher jeder amerikanische Präsident wohlhabend. Besonders ihr jetziger Konkurrent Donald Trump fällt in die Kategorie: weiss, reich, mächtig. 

«Sie wird von der Wall Street gesponsert»

Eine Weiterführung des vorherigen Grundes findet sich in diesem Argument: Hillary Clinton ist von der Wall Street gekauft. Oder wie es Sanders-Anhänger gerne ausdrücken: Sie ist ein «corporate democrat», also eine Unternehmens-Demokratin. 

Tatsächlich verdiente Clinton etwa 250'000 Dollar pro Ansprache an der Wall Street, insgesamt etwa zwei Millionen, schrieb die «New York Times». Sanders-Anhänger und die Occupy-Wall-Street-Bewegung hegen daher eine gewisse Abneigung gegenüber Clinton, einige sind sogar bereit, Trump zu wählen

«Sie wird nur gewählt, weil sie eine Frau ist»

Sie wäre die erste Präsidentin der USA überhaupt. Doch die Frage, ob man für sie stimmen muss, weil sie eine Frau ist, beschäftigt die USA. So sagte einst Schauspielerin und Sanders-Supporterin Susan Sarandon, sie würde nicht mit ihrer Vagina wählen»:

Darauf entwickelt sich eine Diskussion unter #vaginavote:

Es kann also kaum von einer geschlossenen Unterstützung von Feministinnen und Aktivistinnen für Hillary Clinton gesprochen werden. 

«Sie ist nur wegen ihrem Ehemann erfolgreich»

Weiter wird Clinton unterstellt, nur als Anhängsel ihres Ehemannes Erfolg zu haben. Doch das Gegenteil ist der Fall: Bevor Bill Clinton 1992 zum Präsidenten gewählt wurde, war Hillary eine sehr erfolgreiche Anwältin. Sie war unter anderem beteiligt am Verfahren gegen den ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon wegen der Watergate-Affäre. 

«Sie ist wie eine Fahne im Wind»

Besonders von LGBT-Aktivisten wird Clinton vorgeworfen, sie stelle sich immer auf die Seite, die ihr gerade passt. Während dem Wahlkampf von 2008 gegen Barack Obama stellte sie sich öffentlich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Im jetzigen Wahlkampf ist sie dafür. 

Zu ihrem Meinungsumschwung sagte sie: «Als Politiker überlegt man sich seine Positionen. Man ist nie 100 Prozent sicher.» Susan Sarandon, eine der berühmtesten Verfechterinnen der Gleichberechtigung Homosexueller in den USA, sagte dazu während einer Wahlkampfveranstaltung von Sanders, es sei einfach, für die Gleichberechtigung zu sein, wenn jeder dafür ist. 

Hillary Clinton – ihr Leben in Bildern

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51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jannabis420 26.06.2016 21:02
    Highlight Highlight I still love Bernie!
  • Fonzie 26.06.2016 14:18
    Highlight Highlight Was ist mit dem Vorwurf, sie sei der Waffenlobby ergeben und eine potentielle Kriegstreiberin? Würde mich interessieren, weil das einen grossen Impact auf die Weltpolitik hätte.
  • meliert 26.06.2016 07:38
    Highlight Highlight Hillary Clinton fährt in Texas Überland, braucht Benzin. An der Tankstelle erkennt ein alter Schulschatz Hillary und sagt: "Hillary, ich bin John, erkennst du mich nicht wieder, ich war so verliebt in dich! Sieh, wenn du mich geheiratet hättest, würde dir diese Tankstelle gehören und du hättest ein gutenLeben!" Hillary natürlich nicht gerade erfreut, kann es natürlich nicht unterlassen und antwortet: "Nein John, es wäre anders gekommen, du wärst Präsident der Vereinigten Staaten geworden!"
  • rodolofo 26.06.2016 07:38
    Highlight Highlight In diesen Bildern wirkt sie auf mich nicht gefüllos.
    Dass sie sehr intelligent ist und darum auch "berechnend" sein kann, will ich ihr jetzt nicht zum Vorwurf machen.
  • Spooky 26.06.2016 01:40
    Highlight Highlight Selbstverständlich ist Hillary Clinton eine Fehlbesetzung. Seit die Indianer ausgerottet wurden, ist jeder amerikanische Präsident eine Fehlbesetzung. Aber Hillary ist immerhin besser als Trump. Also so 'ne Art Schadensbegrenung.
    • Mehmed 26.06.2016 10:03
      Highlight Highlight Pest sei besser als Cholera? Beide will niemand.
    • Maett 26.06.2016 11:33
      Highlight Highlight @Spooky: und woher will man wissen, dass Clinton besser als Trump ist? Trump wird es schwer haben für seine tollen Ideen Mehrheiten zu finden, Clinton hingegen wird von den Demokraten auf Händen getragen werden.

      Clinton kann deshalb viel mehr Schaden anrichten als Trump - ein wichtiger Faktor, der mich zum Trump-Fan werden lässt, da eine USA die mit sich selbst beschäftigt ist besser ist, als eine USA, die mit dem Clinton-Weltbild agiert.
  • dtk 26.06.2016 00:01
    Highlight Highlight oder weil sie einfach keine einzige kritische frage beantworten will...
    Play Icon
    • Maett 26.06.2016 11:41
      Highlight Highlight @dtk: das erinnert halt schon sehr stark an Merkel. Kritische Fragen werden umschifft und inzwischen gar nicht mehr zugelassen. Interviews gibt Sie z.B. nur noch für die öffentlich-rechtlichen, die schon seit jeher bedingungslos auf der Merkel-Welle reiten und das wohl auch müssen, weil ja haufenweise Koalitionspolitiker in den Aufsichtsräten sitzen.

      Da weiss man wenigstens gleich, wie sich die USA unter Clinton im Bezug auf den Umgang mit den Medien entwickeln würde.
  • D(r)ummer 25.06.2016 23:15
    Highlight Highlight Sie IST über dem Gesetz. Ansonsten wäre sie schon längst hinter Gitter, weil sie die "Amerikanische Sicherheit" gefährdet hat. Selbst die gelöschten Mails wurden von ausländischen Hackern abgegriffen. Sagt der zuständige Richter selbst.
  • DerTaran 25.06.2016 16:21
    Highlight Highlight Nichts was man ihr vorwerfen würde, wenn sie ein Mann wäre. Ähnliches wirft man ja auch Merkel vor. Deshalb gilt für mich hauptsächlich Grund 8: Weil sie eine Frau ist.
    • rolf.iller 25.06.2016 21:43
      Highlight Highlight Einfach nur mit einer Vagina ausgestattet zu sein, ist nicht gut genug. Politische Ansichten spielen auch eine Rolle.
    • Maett 25.06.2016 23:14
      Highlight Highlight @DerTaran: wäre Merkel ein Mann, würde sich dieser bzgl. Zustimmungswerten wohl mit Hollande messen müssen.

      Sie wird hauptsächlich nicht kritisiert, weil Sie eine Frau ist. Das ist bei Clinton auch so.

      Alle hacken auf Trump rum, obwohl man vor Hillary genauso (wenn nicht sogar noch mehr) warnen muss. Sie hat ja schon als Aussenministerin demonstriert wie gefährlich Sie für den Weltfrieden ist. Wäre Sie ein Mann, würde man medial viel aggressiver gegen deren Kriegsrhetorik und -begeisterung angehen.
    • Mehmed 26.06.2016 10:05
      Highlight Highlight Wäre Clinton ein Mann, wäre sie wie Trump.
      Weshalb kritisieren die Medien Trump, aber nicht Clinton? Weil sie eine Frau ist.
  • Ton 25.06.2016 16:00
    Highlight Highlight Sorry, Watson, aber ihr müsst besser recherchieren. Die Aussage in der Einleitung des Artikels ist falsch: «Die Kandidaten für das Präsidentschaftsamt in den USA stehen fest: Hillary Clinton und Donald Trump.»
    Hillary und Sanders, konnten die benötigten «pledged delegates» für die Nominierung noch nicht erreichen. Deshalb gibt es eine «contested convention». Erst am 25. Juli geben die «undpledged delegates» ihre Stimme ab. Bis dahin dürften die Superdelegates - gemäss DNC - nicht gezählt werden. Zudem kennen wir das Resultat der zwei FBI criminal investigations gegen Hillary noch nicht.
    • balzercomp 25.06.2016 17:01
      Highlight Highlight Und da Sanders sich gestern zurückgezogen hat, stimmt die Aussage nicht mehr. Er hat öffentlich mitgeteilt, dass er Hillary wählt.
    • Ton 25.06.2016 17:33
      Highlight Highlight Das war eine Fehlinterpretation seiner Aussage. Natürlich würde er für sie stimmen um Trump abzuwenden. Auch würde Hillary Sanders wählen, um Trump zu verhindern. Sein Wahlkampf geht weiter. ;-)
    • dickmo 25.06.2016 20:01
      Highlight Highlight @Ton: Das ist alles richtig, aber Sanders wird für Clinton stimmen, wie er sagt, heisst: Er zieht sich zurück, heisst: Clinton vs. Trump.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dä Brändon 25.06.2016 15:19
    Highlight Highlight Echt jetzt, nur sieben?
  • Talli 25.06.2016 13:54
    Highlight Highlight Die wahl zwischen trump und clinton ist eine wahl zwischen kotstulle und rieseneinlauf. Seht wie hillary auf den tod gadaffis reagiert
    Play Icon
    • wasylon 25.06.2016 19:39
      Highlight Highlight Darf man sie jetzt Killary nennen?
  • Stachanowist 25.06.2016 13:16
    Highlight Highlight Den wichtigsten Punkt, dass sie eine eifrige Befurwörterin von Kriegseinsätzen der USA in allen möglichen Ländern ist, haben Sie vergessen.
    • -woe- 25.06.2016 14:07
      Highlight Highlight Ich unterstütze dein Votum zu 100%, aber die "Befurwörterin" tönt echt crazy! LOL
    • Stachanowist 25.06.2016 14:25
      Highlight Highlight @ Woe

      Man kann es auch Kriegstreiberin nennen, das ist unverblümter ;)
    • -woe- 25.06.2016 14:41
      Highlight Highlight Befürworterin ist schon ok. Kriegstreiberin geht mir ein bisschen weit.

      Wollte nur auf den Vertipper aufmerksam machen: "Befurwörterin" vs. "Befürworterin"
    Weitere Antworten anzeigen
  • rolf.iller 25.06.2016 13:09
    Highlight Highlight Es gäbe auch noch Gary Johnson zu wählen, der Kandidat der Libertären.
    • Alex_Steiner 25.06.2016 13:43
      Highlight Highlight Wohl eher Jill Stein von den Grünen.
    • goschi 25.06.2016 13:52
      Highlight Highlight Moment, Clinton eine Wallstreet-Agenda unterstellen um dann einen Libertären zu wählen?

      Geile Sache...
    • opwulf 25.06.2016 14:56
      Highlight Highlight @Goschi: Seit wann sind die Libertären in den USA zudiener der WallStreet und des FED? Go make your homework ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Marcs 25.06.2016 12:51
    Highlight Highlight Immerhin weiss man recht gut, auf was man sich bei Clinton einlässt. Trump ist eine unguided missile der Politik mit Immobiliengeschäften verwechselt. Und Sanders Politik wäre nicht mehrheitsfähig, in einem Land, dass es nicht einmal schafft eine einfache, medizinische Versorgung für Alle zu gewährleisten.
    • Alex_Steiner 25.06.2016 13:45
      Highlight Highlight @Marcs: In den Umfragen zeigt sich deutlich das Sanders gegen Trump gewinnen würde. Hillary gegen Trump ist etwa gleich auf.

      Und man weiss eben nicht was Hillary machen würde - weil sie eben eine "Fahne im Wind" ist.
  • Maett 25.06.2016 12:46
    Highlight Highlight Vielleicht liegt's ja auch an solchen Glanzmomenten, in denen Sie uns Ihren Charakter präsentiert.
    Play Icon
  • StealthPanda 25.06.2016 12:32
    Highlight Highlight Ich würde Sie wählen...als nächste "M" von 007 bzw. als Leiterin des MI6.
  • SuicidalSheep 25.06.2016 12:18
    Highlight Highlight Weder Trump noch Clinton sind gute Kandidaten... Bernie wäre wohl besser.
  • wonderwhy 25.06.2016 12:01
    Highlight Highlight Es wird ihr vorgeworfen reich und weiss zu sein? Was ist das den für ein Vorwurf? Auch Donald Trump ist reich und weiss? Was sind das bitte für Kriterien?
    • Alnothur 26.06.2016 00:05
      Highlight Highlight Frage ich mich auch. Aber die Blitze unter meinem Post zeigen mir, dass solche Ansichten legitim sind. Wie das Plakat nach dem Brexit, die weissen Herren mögen doch bitte sterben.

      Man ersetze in sochen Aussagen weiss durch schwarz und freue sich auf die Welle der Entrüstung.
    • Miss_Ann_Thropist 26.06.2016 10:21
      Highlight Highlight Der Vorwurf kommt davon, dass langsam aber sicher die Mehrheit der Amerikaner weder reich noch weiss sind, und sie sich von einer sog, "Vertreterin des Etablishments" nicht repräsentiert fühlen.
    • wonderwhy 26.06.2016 11:10
      Highlight Highlight 72,4% der Amerikaner sind weiss. Ich bitte Dich, die Hautfarbe sollte schlicht kein Kriterium sein. Auch sagt Reichtum nichts über Charakter aus. Stell Dir vor man würde jemandem vorwerfen er könne nicht Präsident werden, weil er arm und schwarz ist!
  • Klaus K. 25.06.2016 12:00
    Highlight Highlight Clinton ist eine Vertreterin des Establishments, welches dem superreichen 1% zuarbeitet, und das Volk verachtet und ausnimmt. Braucht niemand. Und soll jetzt bloss keiner 'alternativlos' sagen, tsts...
    • 3sixty 25.06.2016 12:13
      Highlight Highlight Jaa genau weil Trump nicht zu diesem 1% gehört
    • reaper54 25.06.2016 12:28
      Highlight Highlight Mh ich glaube Trump gehört ziemlich genau zu diesem 1%...
      Und ich bin weder ein Trumge noch Clintongegner, so ein Mix wäre interessant.
    • Klaus K. 25.06.2016 12:35
      Highlight Highlight 3sixty, clinton wird nicht besser, wenn trump schlecht ist. aber die demokraten haben selbst den wahlkampf so gestaltet, dass die vertreter der wirtschaft und der grossfinanz den kandidaten bestimmen können (stichwort superdelegierte). die demokraten selbst verhindern alternativen, die nicht das 1% bedienen.
      langfristig wird sich das rächen, der diesjährige wahlkampf war bereits ein müsterchen dafür.

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