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Reiche machen trotz Pandemie Billionen-Gewinn

Krise? Welche Krise? Reiche machen trotz Pandemie Billionen-Gewinn

Es gibt Gewinner in der Corona-Krise: Die reichsten Menschen der Welt konnten in der Pandemie Billionen an Gewinn machen. Die Zeche zahlen dagegen die armen Menschen. Sie spüren die Folgen zehn Jahre lang.
25.01.2021, 11:5625.01.2021, 11:59
Nele Behrens / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die reichsten Privatmenschen und Unternehmer der Welt leiden nicht mehr unter den finanziellen Folgen der  Corona-Krise . Innerhalb von neun Monaten haben die Reichsten der Welt mit ihrem Vermögen wieder ihr Vor-Corona-Hoch erreicht. 

Ganz anders sieht es dagegen für die ärmeren Menschen auf der Welt aus: Sie werden die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zehn Jahre spüren. Das zeigt der am Montag veröffentlichte Oxfam -Report «The Inequality Virus», für den unter anderem 295 Wirtschaftswissenschaftler aus 79 Ländern befragt wurden.

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Tesla-Gründer Elon Musk wurde währende der Pandemie an einem Tag um 7 Milliarden reicher – er ist jetzt reicher als Bill Gates.Bild: keystone

Nach den Daten der Nichtregierungsorganisation löste die Corona-Pandemie die grösste Jobkrise seit 90 Jahren aus. Hunderte Millionen von Menschen verloren ihre Arbeit oder ihr Einkommen in den letzten Monaten.

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Gleichzeitig macht ein kleiner Prozentteil Gewinn: Das Vermögen der zehn reichsten Männer der Welt ist seit Februar 2019 – trotz der Pandemie – um fast eine halbe Billion US-Dollar auf 1.12 Billionen US-Dollar gestiegen, berichtet Oxfam. Alleine dieser Gewinn würde ausreichen, um die gesamte Weltbevölkerung zu impfen und weltweit Menschen davor zu bewahren, dauerhaft in die Armut abzurutschen.

Corona verschärft die soziale Ungleichheit massiv

Das hat Folgen: 87 Prozent der befragten Wissenschaftler erwarten Oxfam zufolge, dass die Einkommensungleichheit in ihrem Land als Folge der Pandemie zunehmen oder stark zunehmen wird. «Besonders alarmierend ist, dass zwei Drittel der Ökonom meinen, ihre Regierung habe keine Strategie zur Bekämpfung der Ungleichheit», schreibt die Organisation.

Die Ungleichheit zeige sich auch bei den Geschlechtern. So seien Frauen stärker von den Folgen und Risiken der Corona-Krise betroffen als Männer. Frauen seien häufiger im Gastgewerbe als Männer angestellt und damit akuter davon bedroht, ihren Job zu verlieren.

Zudem arbeiteten sie häufiger im Gesundheitssektor und hätten daher ein höheres Risiko, an Covid-19 zu erkranken. 56 Prozent der befragten Ökonomen nehmen daher an, dass die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in ihren Ländern durch die Corona-Pandemie verschärft werde.

Oxfam fordert Besteuerung der Pandemie-Gewinner

Auch die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu sterben, ist ungleich verteilt. So berichtet Oxfam, dass in den USA knapp 22'000 Schwarze und Latinos noch lebten, wenn sie genauso häufig in Folge einer Corona-Infektion sterben würden wie weisse Menschen. 

«Kurzfristig braucht es eine Steuerpolitik, die Unternehmen und Superreiche angemessen an der Finanzierung unseres Gemeinwesens beteiligt», fordert die NGO in einer Pressemitteilung. Es sei genug Geld vorhanden, um die Folgen der Krise weltweit zu schultern. «Hätte man die Extragewinne der 32 globalen Konzerne, die im vergangenen Jahr trotz Pandemie die grössten Zuwächse hatten, mit einer einmaligen Steuer belegt, wären 104 Milliarden US-Dollar zusätzlich verfügbar», so Oxfam.

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