Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

BILD: SHUTTERSTOCK / WATSON

Frauen und Geld

Wie viel finanzielle Sicherheit brauchst du jetzt? 5 Tipps, wie du's anpackst

Wie viel Sicherheit brauchst du in turbulenten Zeiten? Mit diesen 5 Tipps kannst du etwas für deine Absicherung tun und aus dem «Sicherheitssparschwein» mehr rausholen.

Olga Miler
Olga Miler



Nachdem es im Sommer eher ruhiger zu und her ging, herrschen jetzt wieder stürmischere Zeiten. Die weltweite Unsicherheit über die Entwicklung und Bekämpfung des Corona-Virus ist zusätzlich gepaart mit Ereignissen wie den US-Wahlen und Unruhen wie z.B. in Thailand und Weissrussland, Rezessionsängsten wie z.B. in England, wo die Wirtschaft mit -19,8% Quartalseinbruch einen der grössten Einbrüche ihrer Geschichte erlebt hat.

So beunruhigend die Schlagzeilen im Moment auch sein mögen, ganz so düster ist die Lage nicht.
Für die Schweiz erwartet die Expertengruppe des Bundes für das Gesamtjahr 2020 einen «Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 3,8 % (Prognose von Juni: –6,2 %) und eine Arbeitslosenquote von jahresdurchschnittlichen 3,2% (Prognose von Juni: 3,8%)». Danach sollte eine langsame Erholung stattfinden und die Schweizer Volkswirtschaft bis Ende 2021 auf Vorkrisenniveau sein, sofern kein weiterer breiter Lockdown stattfindet.

Was wirklich passieren wird, weiss niemand, und dass gerade Frauen von solchen oder ähnlichen Krisen mehr betroffen sind, haben Studien schon in der Vergangenheit gezeigt.

Mit guter Vorbereitung bist du auch in turbulenten Zeiten gerüstet und kannst finanzielle Fehler vermeiden

Hier sind 5 Tipps, die euch helfen können, für mehr Sicherheit zu sorgen und einen Notgroschen aufzubauen.

Finde neue Sparmöglichkeiten und passe dein Budget an

Für viele von uns hat sich das Leben mehr oder weniger verändert. Das zeigt sich z.B. auch in den Ausgaben. Gehst du weniger aus? Hast vielleicht mehr online konsumiert? Ferien in der Schweiz waren teurer? Einmal ein kritischer Blick auf die Ausgaben der letzten 2-3 Monate kann neue Ausgaben und ungenutzte Sparpotenziale aufzeigen, die sich erst kürzlich ergeben haben. Das müssen keine riesigen Sachen sein, sondern auch Kleinigkeiten können einen Unterschied machen. Um anzusparen, musst du keine gewaltige Buchhaltung eröffnen, schon folgende drei Dinge können Wirkung zeigen:

Nutze Vorauszahlungen und Rabatte voll aus

Im gegenwärtigen Umfeld gibt es ganz verschiedene Arten von Rabatten und da viele Unternehmen auch ihre Liquidität im Auge haben müssen, kann man bei Vorauszahlungen profitieren, z.B. kannst du Vorteile bei Steuern, Krankenkasse, grösseren Anschaffungen, Familienpaketen usw., aber auch bei vielen Bildungsangeboten, die oft auch gratis zur Verfügung gestellt werden und (nicht immer) eine Werbeveranstaltung sind, erzielen.

Überprüfe dein Sicherheitssparschwein und stocke wenn möglich auf

Das Sicherheitssparschwein für Notausgaben und schlechte Zeiten sollte ca. 3-6 Monatsgehälter betragen. Das kann auf den ersten Blick viel erscheinen, hilft aber enorm, falls es wirklich zum Ernstfall kommt. Da du auf dieses Geld jederzeit Zugriff haben möchtest, bleibt es auf dem Sparkonto. Dort bringt es zwar fast keinen Zins, dafür musst du auch keine Aktien (allenfalls mit Verlust) verkaufen, wenn du darauf zugreifen willst bzw. musst.

Solltest du trotz Schulden einen Notgroschen haben? Ja! Denn genau dann, wenn es mal ganz schlecht kommen sollte, wird es schwieriger sein, Geld zu leihen, oder die Konditionen können sehr ungünstig sein, was dich noch tiefer in die Schuldenfalle ziehen kann.

So zahlt die Arbeitslosenkasse

Im Fall von Arbeitslosigkeit wird die Arbeitslosenkasse dir Taggelder bezahlen. Aber nicht immer sofort, deshalb kann auch hier der Notgroschen helfen:

Die Taggelder werden nach dem Lohn der letzten 6 oder, falls vorteilhafter, 12 Monate berechnet, das Maximum liegt bei 12'350 Franken im Monat. Du erhältst 70%-80% des versicherten Lohns, je nach dem, ob du auch für Kinder sorgen musst oder nicht. Wer weniger als 3'797 Franken verdient, erhält 80%. Rechner hier.

Wartetage ist die Zeit, die du warten musst, bis dir die Arbeitslosenkasse Geld überweist. Dies sind je nach Verdienst 10-20 Tage, wenn du keine Kinder hast. Wer Kinder hat, muss maximal 5 Tage warten. Zu beachten ist hier, dass du auch einige Dokumente und Unterlagen einreichen musst und dafür auch zusätzlich Zeit brauchen könntest.

Zusätzlich zu Wartetagen kennt die Arbeitslosenkasse auch Einstelltage, das sind Tage, für welche du keine Entschädigung bekommst, z.B. wenn du deine Pflichten als Arbeitslose/r verletzt oder selbst gekündigt hast. Diese Frist kann bis zu 60 Tage betragen.

Investiere in dein Netzwerk und dich selbst

Um neue Chancen zu eröffnen und die Wahrscheinlichkeit von Arbeitslosigkeit zu mindern, hilft es enorm, neben Weiterbildung auch das eigene Netzwerk zu pflegen und auszubauen. Da sich das gesamte Umfeld immer mehr digitalisiert, kann es sehr nützlich sein, an Online-Events und in sozialen Netzwerken aktiv zu werden oder zumindest das Profil aufzuarbeiten.

Nutze langfristige Chancen mit Investitionen, vor allem in der Vorsorge

Langfristig ist deine Vorsorge der Notgroschen für das Alter und im Gegensatz zum Notsparschwein bringt dieses Geld auf dem Sparkonto bei niedrigen Zinsen nicht sehr viel. Zudem kann es im Zeitablauf durch die Inflation empfindlich vermindert werden.

Dein 3a in Wertschriften anzulegen, anstatt nur zu sparen, kann dir mehr bringen, solange die Produkte kostengünstig und breit diversifiziert sind, du Zeit (10 Jahre und mehr) zur Verfügung hast und ruhig bleibst.

Einer der grössten Fehler, den Menschen beim Investieren machen, besteht darin, ihre langfristigen Investitionen gerade in unsicheren Zeiten immer wieder zu ändern.

Das kostet jedes Mal Geld und führt oft nicht zu besseren Resultaten. Wechseln solltest du vor allem dann, wenn:

Krise hin oder her, den wirklich optimalen Zeitpunkt zum langfristigen Investieren gibt es nicht wirklich.

Egal wie unsicher die Zeiten, ein bisschen Vorbereitung und ein Notsparschwein kann dir im Notfall helfen, eine schwierige Zeit zu überbrücken und weitere Kosten wie hohe Zinsen für kurzfristige Kredite oder Verluste durch Verkauf von Wertschriften zu vermeiden.

Sparen like a pro: Diese 23 Leute machen es vor

5.50 Franken für einen Kaffee?!?! Liebe Schweiz, nicht so!

Video: watson/Emily Engkent, Lea Bloch

olga miler, frauen und geld, blog, watson

bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Schweizer Crevetten sind die besten fürs Klima

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Frauen und Geld

«Better together» – wie Männer eine Bewegung für alle auslösen

Es muss nicht immer viel kosten und es müssen nicht immer nur die Frauen sein. Wie sich immer mehr Männer in der Schweiz für mehr Frauen im öffentlichen Diskurs einsetzen und damit fast ohne Budget eine Bewegung, die alle umfasst, auslösen.

«Die Geburt meines Sohnes hat mein Leben verändert» eröffnet Pirmin Meyer seinen Talk am TEDxWomen 2019 in Lausanne. «Als ich meinen Vorgesetzten darum bat, Teilzeit arbeiten zu können, schaute er mich an, als sei ich nicht ganz bei Trost. Vor 8 Jahren war ich der erste Mann in meiner Abteilung, der Teilzeit arbeiten wollte. Nicht etwa für eine Weiterbildung, sondern um meine Kinder zu betreuen.»

Inspiration für die 2019 gegründete Initiative fand Pirmin im Ausland, in Skandinavien bei …

Artikel lesen
Link zum Artikel