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Frauen und Geld

Kostenfalle Kreditkarte – 9 Tipps, die du unbedingt beachten solltest

Welche Kreditkarten gibt es? Welche Kosten entstehen, wenn du mit der Kreditkarte zahlst? Tipps, wie du dich im Kreditkartendschungel zurechtfindest und die Schuldenfalle meidest.
16.07.2020, 15:22
Olga Miler
Olga Miler
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Am Samstag wollte sich mein Sohn ein neues Spiel kaufen. Kredite von der Oma braucht er dafür jetzt keine mehr 😉(siehe Artikel). Mittlerweile hat sich das mit der Debitkarte eingespielt. Fast. Gestern brauchte es dann eine Überweisung von Mama, die sollte natürlich sofort erfolgen und nicht erst in 3 Tagen. 3,50 hat die Bank dafür belastet. Wenn man es mit Wartezeit macht, dann wären es «nur» 1,50. Das summiert sich ganz schön, wenn man z.B. Taschengeld und pro Transaktion zahlen würde.

Kein Einzelfall – kennt ihr das?

Im Ausland am Bankautomaten Geld beziehen – «Bei dieser Transaktion können Gebühren anfallen» – ja, welche denn und wie viel?

Man bezahlt was mit Karte und das Gerät fragt: «Home currency» oder «Local currency» (wollen Sie in CHF oder EUR bezahlen)? Was heisst das denn für mich genau?

Die Kreditkarte wird als «gratis» angepriesen, aber eigentlich ist nur ein bestimmter Dienst, z.B. die Jahresgebühr, «gratis». Dafür findet man später heraus, dass beispielsweise das Bargeldabheben viel kostet.

Kostenfallen bei Kredit- und Debitkarten gibt es viele. Und da viele von uns Karten ganz alltäglich, z.B. beim Online-Shopping oder für Kurztrips ins Ausland, nutzen, ist es schade, wenn man mit Budget & Co eine gute Geldhygiene hat, dafür dann an anderer Stelle auch mit kleinen Beträgen, ohne es zu merken, Geld verliert.

Hier eine Kurzübersicht über die Möglichkeiten und ein paar Tipps, wie du Kosten- und Schuldenfallen bei Kreditkarten vermeiden kannst.

Wie funktionieren Kreditkarten und welche Typen gibt es?

«Kreditkarte» kommt von früher, als auf jeder Karte noch ein Kredit hinterlegt war, auf den flexibel zugegriffen werden konnte. Man konnte das Geld jetzt nutzen und erst später zurückzahlen. Heute ist es nicht mehr ganz so, es gibt eine Vielzahl von Karten, auf die man z.B. auch Geld im Voraus einzahlt, um es dann zu beziehen. Die 4 grössten Kreditkartenfirmen, welche sich fast den gesamten europäischen Markt teilen, sind Mastercard, Visa, Diners und American Express.

Mittlerweile gibt es eine sehr grosse Auswahl mit ganz unterschiedlichen Konditionen:

  • Charge Kreditkarten / Revolving Kreditkarten: Von der Bank wird ein «Verfügungsrahmen» festgelegt, also der Betrag, welchen man z.B. jeden Monat nutzen kann und dann typischerweise im Folgemonat zurückzahlt. Die Revolving-Kreditkarten unterscheiden sich hier in der Art der Abrechnung, man kann Ratenzahlungen machen.
  • Prepaid-Karten: Man lädt einen Betrag im Voraus auf die Karte und nutzt diesen dann. Ist er aufgebraucht, kann man auch nichts mehr nutzen. Viele dieser Karten gibt es mittlerweile auch als virtuelle Karten, d.h. nur auf dem Handy, keine Plastikkarte mehr.
  • Debit-Karten: Bei diesen Karten ist ein Konto hinterlegt, das direkt belastet wird.

Schuldenfalle Kreditkarte?

So schlimm wie in den USA, wo 41,2% der Haushalte eine Form von Kreditkartenschulden haben, ist die Kreditkartenschuldenfalle in der Schweiz nicht. Gemäss BfS leben 3,3% in einem Haushalt mit mindestens einer unbezahlten Kreditkartenrechnung in den letzten 12 Monaten, und 8,8% in einem Haushalt mit einem Kontoüberzug oder unbezahlter Kreditkartenrechnung.
Trotzdem, Experten warnen vor der Kreditkarte als Schuldenfalle:

Man kann leicht den Überblick über die Ausgaben verlieren, und die Überraschung kommt erst Ende Monat, wenn die Rechnung kommt.

Sie senkt die Hemmschwelle für grössere Ausgaben.

Bei Ratenzahlungen fallen oft hohe Kosten an.

Was kostet mich die Kreditkarte?

Die Höhe der Kosten der Kreditkarte hat sehr wenig oder gar nichts mit der gewählten Marke zu tun. Die Konditionen werden von der Bank oder dem Institut festgelegt, welches die Karte vergibt. «Kostenlos» ist keine Karte wirklich. Die Kosten kann man in verschiedene Arten unterteilen, z.B.:

  • Jahresgebühr, erstes Jahr und Folgejahre
  • Bargeldbezugsgebühren
  • Bearbeitungsgebühren für Zahlungen in Fremdwährungen
  • Währungsdifferenzen
  • Kreditzinsen bei verspäteter und/oder ungenügender Zurückzahlung (bei Charge und Revolving Kreditkarten)

Kurz erklärt: was ist eigentlich CVV/CVC und Cash-Back?

CVC (Mastercard – Card Validation Code) und CVV (Visa – Card Validation Value): Prüfcodes, mit denen man sich als Besitzer der Karte legitimiert. Normalerweise findet man diesen auf der Rückseite der Karte neben der Unterschrift.

Cash-Back: Bei der Cash-Back Option erhält man auf seine Kreditkarteneinkäufe entweder einen direkten Rabatt (z.B. 1%) oder eine monatliche Gutschrift. Allerdings lohnt sich das nicht immer, z.B. wenn die Cash-Back Karte auch eine Jahresgebühr erhebt.

Wie finde ich die passende Kreditkarte für mich?

Die allumfassende Karte für jeden Zweck scheint es nicht zu geben. Die verschiedenen Typen, Marken und Anbieter haben alle Vor-und Nachteile. Einen umfassenden Vergleich der über 150 verschiedenen Kreditkarten in der Schweiz findest du auf Moneyland. Die wichtigsten Fragen, welche auch die Kosten beeinflussen sind:

  • Wie oft wirst du die Karte nutzen: nur gelegentlich oder sehr oft?
  • Wo wirst du die Karte nutzen: in der Schweiz oder vor allem (auch) international, z.B. sind für den Bargeldbezug im Ausland Kreditkarten in der Regel teurer als Debitkarten.
  • Sind dir Zusatzleistungen wie Bonuspunkte sammeln oder Reiseversicherungen wichtig?

Weitere Punkte sind dann z.B.: Möchtest du vor allem Ausgabenkontrolle (im Voraus einzahlen, Monatsrechnung bezahlen oder nur Teilzahlungen machen), soll die Karte weltweit überall akzeptiert sein (Visa und Mastercard, Diners und Amex sind eingeschränkter und Karten wie bspw. von Revolut werden nicht in allen Online-Shops akzeptiert).

9 Tipps, die dir helfen, Kostenfallen bei Kreditkarten zu vermeiden

  1. Ein Vergleich der verschiedenen Anbieter kann helfen, enorme Kosten zu sparen.
  2. In der Landeswährung bezahlen: im Ausland mit der Karte in der Landeswährung (local currency) und nicht in CHF bezahlen, damit hat man einen viel besseren Wechselkurs.
  3. Bargeldbezüge im Ausland mit Debit-Karte (Maestro, Postfinance etc.) machen, nicht mit Kreditkarte.
  4. Wechselkursgebühren sparen: Wechselkurse ändern sich ständig; für diejenigen, die z.B. in EUR einkaufen, können sich Konten/Karten in verschiedenen Währungen lohnen, z.B. mit Revolut.
  5. Teilzahlungen / Ratenzahlungen, wenn möglich, vermeiden, bei diesen können hohe Zinszahlungen anfallen.
  6. Pünktlich bezahlen, um Mahngebühren (und Zinsen) zu vermeiden, z.B. per Dauerauftrag
  7. Ausgabenlimite, Pre-Paid oder Debitkarte einsetzen: Wer gerne mehr Kontrolle haben möchte, behält so die Übersicht und Disziplin.
  8. Von Spar- und Punktesammel-Aktionen profitieren: Meilen nützen einem jetzt im Moment vielleicht nicht so viel, aber wer gerne Punkte sammelt, der kann mit einer Karte, die entsprechenden Punkte vergibt (z.B. Cumulus), Schnäppchen machen.
  9. Upgrades (z.B. auf Goldkarten) nur machen, wenn man die Dienstleistungen (z.B. Reiseversicherung) auch wirklich braucht. Prüfen, ob du nicht besser fährst, z.B. die Versicherung einfach direkt abzuschliessen anstatt als Teil des Kartenpakets

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Schon mal in die Schuldenfalle getappt? Oder habt ihr einen Tipp der hilft Geld zu sparen?

So manipulieren Karten unser Kaufverhalten

Video: srf/Roberto Krone

Bitte lass diese 16 Fragen auf yahoo nicht echt sein!

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bild: zvg
Olga Miler ...
... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.
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