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Ryanair: Mann beleidigt schwarze Frau rassistisch

ryanair
screenshot: facebook.com/david.lawrencehughes

Mann beleidigt schwarze Frau im Ryanair-Flieger rassistisch – Airline sinkt in PR-Krise

22.10.2018, 08:4023.10.2018, 05:18
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Die irische Billigflieger-Airline Ryanair ist wegen eines Vorfalls in Barcelona am Freitag in die Kritik geraten. Auf einem Video, das auf Facebook kursiert, ist zu sehen, wie ein Streit zwischen zwei Passagieren der Airline eskaliert. 

  • Der Vorfall soll sich am Freitag vor Abheben des Flugs von Barcelona nach London Stansted ereignet haben.
  • Vor dem Start der Maschine beleidigte ein männlicher Fluggast seine schwarze Sitznachbarin rassistisch. 

In dem Video ist zu sehen, wie der männliche Fluggast das Ryanair-Personal auffordert, die schwarze Frau, mit der er in Streit geriet, auf einen anderen Sitzplatz zu verweisen. Sie hatte im Vorfeld darauf hingewiesen, dass ihre 77-jährige Mutter, die ebenfalls in der Sitzreihe Platz nehmen wollte, behindert ist. 

Das war dem unbekannten Fluggast egal: «Es ist mir egal, ob sie behindert ist oder nicht – wenn ich ihr sage, dass sie raus soll, geht sie raus.» Er drohte der Frau: «Wenn du nicht auf einen anderen Platz gehst, schubse ich dich auf einen anderen Platz.» Dann der rassistische Ausfall: «Sprich nicht mit mir in einer Fremdsprache, du dumme hässliche Kuh» – er beschimpfte die Frau als «hässlichen schwarzen Bastard.» Das Bordpersonal bemühte sich um Schlichtung, der Mann durfte mit der Maschine nach London reisen. Die beschimpfte Frau erhielt einen anderen Sitzplatz.

Die Huffington Post sprach mit der beschimpften Passagierin, die die Hintergründe des Vorfalls so erklärte: Demnach sei es zum Streit mit dem Mann gekommen, weil ihre Mutter, die unter Arthritis leide, ihm auf dem Weg zu seinem Platz nicht schnell genug habe Platz machen können.

Gegenüber dem TV-Sender Sky News sagte ein Beobachter der Szene: «Ich bin so enttäuscht von Ryanair. Sie haben nichts getan. Sie haben es der Polizei erst nach der Aufmerksamkeit der Medien gemeldet, es waren zwei Tage.» Zudem wirft er der Billigflieger-Airline vor: «Wenn ich mich so verhalten würde – oder eine andere schwarze Person – wie er, hätte man sofort die Polizei gerufen und wir wären aus dem Flugzeug entfernt worden.»

Gegen den rassistisch pöbelnden Passagier wird nun ermittelt, Ryanair bedauerte den Vorfall in einem Statement. 

Ryanair im Sinkflug:
Das PR-Desaster kommt für die Iren zur Unzeit: Der Billigflieger Ryanair muss den ersten Gewinnrückgang seit fünf Jahren verdauen. Der Gewinn sank im ersten Geschäftshalbjahr um sieben Prozent auf 1,20 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Dublin mitteilte. Als Gründe für den Gewinnrückgang nannte Ryanair die Streiks, hohe Kerosinpreise, geringere Ticketpreise und Ersatzzahlungen wegen der EU-Fluggastrechte. Aus den gleichen Gründen hatte Ryanair bereits Anfang Oktober seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr gesenkt.

(pb/awp/sda/dpa)

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Video: srf
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42 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ökonometriker
22.10.2018 08:53registriert Januar 2017
Die Flugbegleiter haben geschlichtet und allem Passagieren einen reibungslosen Flug ermöglicht. Was haben sie genau falsch gemacht? Das ist doch so professionell wie man nur sein kann? Ich bewundere die Coolness der Flugbegleiter, mir wären diesem Typen gegenüber wohl weniger professionelle Ausdrücke herausgerutscht.
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Max Dick
22.10.2018 09:04registriert Januar 2017
Wie kommt der Autor darauf, dass Ryanair nun in einer PR-Krise ist? Weil ein paar Moralapostel nun auf socialmedia etwas rummotzen? Der Buchungsrückgang bei Ryanair wird wegen dieses Vorfalls (für den Ryanair ja nichts kann) bei Null sein.
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dmark
22.10.2018 10:58registriert Juli 2016
Wäre die Frau eine "Weisse" gewesen und er hätte sie als "weisse hässliche Frau" beschimpft oder ein "Schwarzer" hätte seinen Ausspruch gesagt, würde man dies auch als Rassismus bezeichnen? Der Mann hätte sicherlich jeden anderen beleidigt, weil er einfach ein Ar...loch ist.
Aber was ich damit sagen möchte - wir sollten nicht die "Rassen" in den Vordergrund drücken, sondern den Tatbestand bestrafen.
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