Wirtschaft
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ARCHIV - ZUR MELDUNG, DASS DIE RAIFFEISEN GRUPPE ANKUENDIGT HYPOTHEKEN FUER PERSONEN MIT KLEINEREN EINKOMMEN ZU ERMOEGLICHEN STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. -Patrik Gisel, Vorsitzender der Geschaeftsleitung der Raiffeisen spricht an der Bilanz-Medienkonferenz am Freitag, 26. Februar 2016 in der Boerse in Zürich  ..(KEYSTONE/Siggi Bucher)

Patrik Gisel war 13 Jahre Stellvertreter von Pierin Vincenz. Bild: KEYSTONE

Raiffeisen-Chef Gisel kommt immer stärker unter Druck

Die Zukunft von Patrik Gisel als Chef von Raiffeisen hängt an einem seidenen Faden. Wie Recherchen der «Schweiz am Wochenende» ergeben haben, wird die Personalie im Verwaltungsrat diskutiert. «Das ist ein Topic», heisst es aus dem Innern der Bank.

Beat Schmid / Schweiz am Wochenende



Gisel ist angeschlagen: Allein der Umstand, dass er 13 Jahre lang Stellvertreter von Pierin Vincenz war, ist eine schwere Hypothek für seine Glaubwürdigkeit. Auch Gisels Beteuerungen, dass er in all den Jahren von den heiklen privaten Deals oder den exorbitanten Spesenabrechnungen seines Chefs nichts mitbekommen haben soll, sind schlicht nicht nachvollziehbar. Als weitere Belastungen kommen grosse Probleme bei der Einführung einer neuen Informatiklösung sowie grobe Fehler in der Domäne der Krisenkommunikation dazu.

Fatal ist: Das Einvernehmen der Raiffeisen-Zentrale in St. Gallen zu den 255 regionalen Genossenschaften hat sich seit der Delegiertenversammlung im Juni deutlich verschlechtert. Es erreichte diese Woche sogar einen neuen Tiefpunkt, als die Firmenzentrale lokalen Raiffeisen-Geschäftsführern wegen einer unbedeutenden Indiskretion «strafrechtliche Schritte» androhte. Es gelangten Teile eines Finma-Berichts an die Öffentlichkeit, der jedoch kaum neue Informationen enthielt.

Der Druck von der Raiffeisen-Basis auf die Spitze in St. Gallen wird damit immer grösser. Angesichts dieser schwierigen Situation bleibt dem Verwaltungsrat nichts anderes übrig, als sich intensiv mit dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung zu beschäftigen. Das Gremium muss abwägen, ob Gisel an der Spitze von Raiffeisen noch tragbar ist oder ob es nicht besser für die Genossenschaftsbank ist, wenn Gisel schnellstmöglich zurücktreten und durch einen interimistischen CEO ersetzt würde.

Gantenbeins letzte Chance

Wie die «Nordwestschweiz» diese Woche schrieb, stünden mit dem Firmenkundenchef Urs Gauch und Finanzchef Christian Poerschke zwei unbelastete Führungskräfte bereit. Sie könnten zumindest bis zur Wahl eines neuen Präsidenten die Geschäfte übernehmen. Am 10. November wird an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung ein neuer Präsident bestimmt. Dieser könnte dann als eine seiner ersten Amtshandlungen einen neuen, definitiven operativen Chef für die Bankengruppe einsetzen.

Mit einem Rücktritt von Patrik Gisel würde der Verwaltungsrat Druck aus der Organisation nehmen. Eine Sprecherin wollte sich zu den Vorgängen im obersten Führungsgremium nicht äussern. «Zu Gerüchten nehmen wir grundsätzlich keine Stellung», sagte sie.

Der Verwaltungsrat stärkte Gisel bisher stets den Rücken. Pascal Gantenbein, der interimistische Verwaltungsratspräsident, suchte in den letzten Wochen immer wieder die Nähe zu Gisel. In einem Branchenorgan erschien zuletzt ein Beitrag, der von ihm und Gisel gemeinsam gezeichnet wurde.

Pascal Gantenbein, Vizepraesident Raiffeisen, an einer Medienkonferenz anlaesslich der Delegiertenversammlung in Lugano, am Samstag, 16. Juni 2018. Das Treffen der Delegierten der Regionalverbaende steht im Zeichen der Aufarbeitung der Aera des ehemaligen CEO Pierin Vincenz. Dessen Geschaeftsfuehrung ist ins Visier von Finanzaufsicht und Justiz geraten. Die Delegierten duerften dabei ihrem Aerger ueber die nicht abbrechenden Negativ-Schlagzeilen Luft verschaffen. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

Pascal Gantenbein suchte die Nähe zu Gisel. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Mit dieser inszenierten Nähe dürfte es vorerst vorbei sein. Denn will sich Gantenbein auch nur eine minimale Chance auf eine Wahl wahren, kommt er wohl nicht umhin, sich von Gisel zu trennen. Zu den Kandidaten zählt unter anderen Ex-CS-Schweiz-Chef Hans-Ulrich Meister. (aargauerzeitung.ch)

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«Bei Raiffeisen tritt ein Sumpf zutage, der sich schwer austrocknen lässt»

Raiffeisen muss 300 Millionen Franken abschreiben wegen den Übernahmen unter Ex-CEO Pierin Vincenz. Doch weder er noch andere Exponenten sollen sich dabei «strafrechtlich relevant verhalten oder persönlich bereichert haben», besagt ein diese Woche veröffentlichter Bericht. Investigativ-Journalist und Raiffeisen-Kenner Lukas Hässig kritisiert die Bank dennoch scharf.

Herr Hässig, bedeutet der sogenannte Gehrig-Bericht für die Bank eine Entlastung?Lukas Hässig: Im Gegenteil, der Bericht bedeutet eine absolute Verschärfung der Lage. Raiffeisen versucht jetzt natürlich, den Aspekt der fehlenden Strafbarkeit in den Vordergrund zu stellen. Weil Berichterstatter Bruno Gehrig jedoch jene Geschäfte ausgeklammert hat, welche die Zürcher Staatsanwaltschaft untersucht, muss das nicht besonders viel bedeuten. Im 28-seitigen Bericht steht sehr viel, das der Bank …

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