Wirtschaft
USA

USA klagt gegen Grossbanken – auch UBS und CS betroffen

Sollen den Markt durch Preisabsprachen verzerrt haben: 10 Grossbanken geraten in New York erneut ins Fadenkreuz der Ermittler.
Sollen den Markt durch Preisabsprachen verzerrt haben: 10 Grossbanken geraten in New York erneut ins Fadenkreuz der Ermittler.
Bild: KEYSTONE

Neue Milliarden-Klage: USA knöpft sich 10 Grossbanken vor – auch UBS und CS betroffen

26.11.2015, 05:2826.11.2015, 06:14
Mehr «Wirtschaft»

Den grossen Banken droht erneut juristischer Ärger in den USA: 10 weltweit führende Geldhäuser und zwei Handelsplattformen sollen mit Absprachen den Wettbewerb auf dem 320 Billionen Dollar schweren Markt für sogenannte Zinsswaps behindert haben.

Eine entsprechende Klage wurde am Mittwoch bei einem Gericht im New Yorker Finanzdistrikt Manhattan eingereicht. Sie richtet sich unter anderem gegen die UBS und die Credit Suisse. Auch die Deutsche Bank, und grosse US-Häuser wie JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America und die Citigroup sowie die britische Barclays und die Royal Bank of Scotland wurden verklagt.

1,87 Milliarden waren den Klägern nicht genug

Eingereicht wurde die Klage von einem Pensionsfonds aus Chicago, der nach eigener Darstellung wegen des eingeengten Wettbewerbs zu viel bezahlen musste, um solche Derivate-Angebote der Banken in Anspruch zu nehmen. Die Institute verhinderten einen stärkeren Handel von Zinsswaps auf elektronischen Plattformen. Das habe ihnen über die Jahr Milliarden zusätzlich eingebracht, so die Anklage. Viele Marktteilnehmer nutzen Swaps, um sich gegen Zinsänderungsrisiken abzusichern.

Anfang September hatten sich zwölf Banken, darunter auch die Credit Suisse und die UBS, bereit erklärt, insgesamt 1.87 Milliarden Dollar zu bezahlen, um eine Sammelklage in den USA abzuwenden. Eine Investorengruppe hatte geltend gemacht, sie hätte wegen eines illegalen Kartells Einbusse erlitten, das die besagten Finanzinstitutionen sowie die britische Firma Markit, führende Anbieterin von Finanzinformationen im Bereich der Kreditderivate um gewisse «Credit Default Swaps» aufgebaut hätten.

Zahlreiche Banken rund um den Globus müssen sich bereits wegen der Manipulation des Devisenmarktes und von Referenzzinssätzen wie dem Libor verantworten. (sda/reu/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Die «Giftpille» der Erbschaftssteuerinitiative und die Suche nach einem Gegenmittel
Die Erbschaftssteuerinitiative beschäftigt die Politik nicht alleine wegen des Sommerlochs. Die Kantone warnen, erste Betroffene zögen weg. Die Zeit drängt wegen der Übergangsbestimmung der Initiative. Was sind also die Mittel, um wichtige Steuerzahler im Land zu halten?

Die Erbschaftssteuer der Juso beschäftigt nicht nur die Unternehmerinnen und Unternehmer im Land, auch kantonale Finanzdirektoren warnen bereits vor den negativen Auswirkungen der Initiative. Diese will bei Vermögen ab 50 Millionen Franken eine Erbschaftssteuer von 50 Prozent erheben.

Zur Story