Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Warum du im Moment manchmal einen Käfer im Bierglas hast

Kopfüber ins Bierglas: Im Frühsommer landen vermehrt kleine, schwarze Käfer in alkoholischen Getränken. Forschende haben herausgefunden, woher die Vorliebe der Insekten für das Rauschmittel kommt.



Ambrosiakäfer kleiden ihren in Holz gebohrten Wohnraum mit Pilzrasen aus. Er dient als Futter für ihre Larven. Forscher haben herausgefunden, dass die Käfer bei der Suche nach einem Heim ein Faible für Alkohol haben. Sie wählen bevorzugt Stämme alter, absterbender Bäume aus, die zum Schutz vor Schädlingen Alkohol produzieren, wie die Wissenschaftler aus Bayern, Thüringen und den USA im Fachjournal «Proceedings» der US-nationalen Akademie der Wissenschaften berichten.

«Die halten das Bierglas eigentlich für einen Baum.»

Forscher Peter Biedermann

«Die Käfer riechen den Alkohol mit ihren Antennen und fliegen die absterbenden Bäume gezielt an», erklärt Peter Biedermann vom Biozentrum der Universität Würzburg. Im Frühjahr könne es deshalb leicht passieren, dass Ambrosiakäfer im Bier- oder Weinglas landen. «Die halten das Bierglas eigentlich für einen Baum.»

Animiertes GIF GIF abspielen

Bier und … Bild: giphy

** ARCHIV ** Borkenkaefer krabbeln neben Larven am 30. Juli 2007 in der Naehe von Ziegenrueck entlang eines Baumstammes. Extremer Borkenkaefer-Befall gefaehrdet akut die thueringischen Waelder. Die regelmaessige Ueberwachung habe alarmierende Ergebnisse gebracht, sagte Landwirtschaftsminister Volker Sklenar am Montag, 7. Juli 2008, in Erfurt.  (AP Photo/Jens Meyer) ---  ** FILE ** Bark beetles crawl besides grubs along a tree trunk in the Thuringian Forest near Ziegenrueck, Germany, Monday, July 30, 2007. The excessive heat has not only dried out the trees, it's also provided ideal conditions for tree-damaging pests, such as the bark beetle, to multiply faster. Bark beetles eat their way deep inside the tree's trunk, weakening it from the inside. (AP Photo/Jens Meyer)

… Käfer: eine schöne Kombination.  Bild: AP

Der Ambrosiapilz, den Schwarze Nutzholzborkenkäfer (Xylosandrus germanus) in ihren bis zu drei Zentimeter langen Wohnröhren züchten, ist demnach unempfindlich gegen das Zellgift, andere Pilzarten und Mikroorganismen hingegen nicht. Die Konsequenz: weniger Konkurrenz für den Pilz sowie weniger Schädlinge im Pilzgarten – und damit mehr Nahrung für die Larven der zwei bis drei Millimeter langen Käfer.

Der Schwarze Nutzholzborkenkäfer stammt ursprünglich aus Ostasien. Er wurde in den 1930er Jahren in den USA eingeschleppt und später auch in Europa nachgewiesen. Inzwischen hat sich die Art unter anderem in Deutschland und der Schweiz ausgebreitet. Der Käfer befällt Nadel- und Laubbäume. Für Waldbesucher ist das recht leicht zu erkennen: Aus den Bohrlöchern in den Stämmen ragen im Frühsommer zentimeterlange Würstchen aus hellem Bohrmehl.

Ob die Käfer dann beim Fressen im Dauerrausch sind, kann Biedermann nicht beurteilen.

Vor allem im Mai und Juni bohren die Weibchen einen Gang in das Holz des ausgewählten Baumes. Die Pilzsporen für den Wandbewuchs bringen sie mit. Daraus wachsen die üppigen Ambrosiapilz-Gärten, die den Forschern zufolge bei einer Alkoholkonzentration von zwei Prozent am besten gedeihen. Ob die Käfer dann beim Fressen im Dauerrausch sind, kann Biedermann nicht beurteilen. «Das wäre noch interessant zu klären. Aber ich denke nicht. Ich denke, der Käfer hat gelernt, damit umzugehen.» (sda/dpa)

WAS?! In der Schweiz darf ich also ÜBERALL Bier trinken?????

abspielen

Video: watson/Emily Engkent

Das könnte dich auch interessieren:

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Eine Million Arten sind bedroht: So schlimm steht es um die Artenvielfalt wirklich

Mit der Natur geht es bergab wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Das Artensterben beschleunigt sich. Damit untergräbt der Mensch seine eigene Lebensgrundlage, so die eindringliche Botschaft des Weltbiodiversitätsberichts, der am Montag präsentiert wurde.

Rund eine Million von insgesamt schätzungsweise acht Millionen Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht; viele könnten bereits in den nächsten Jahrzehnten komplett verschwinden. Mehr als jemals zuvor in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel