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Nokia hat mal WC-Papier hergestellt – die merkwürdigen Anfänge bekannter Firmen



Sie sind Weltkonzerne und ihre Produkte kennt jedes Kind. Doch diese zehn Firmen haben nicht immer das hergestellt, wofür sie heute bekannt sind.

Nintendo

Nintendo Spielkarten

Hanafuda-Kartenspiel. bild: gemeinfrei

NES, SNES, Nintendo 64 oder Wii; Nintendo ist heutzutage der Inbegriff des Videospielkonzerns. Dabei vergisst man gerne, dass es die Firma bereits gab, als Microchips noch in weiter Zukunft lagen. 1889 gegründet, hat Nintendo 81 Jahre lang vor allem traditionelle japanische Spielkarten hergestellt.

Doch als die Umsätze Mitte des 20. Jahrhunderts immer mehr zurückgingen, versuchte sich Nintendo in weiteren Bereichen zu etablieren. So gab es beispielsweise zwischenzeitlich Instant-Reis von Nintendo und auch ein Taxiunternehmen, das zum Konzern gehörte. Erst in den 1970ern, als Nintendo anfing, sich mit dem neu aufkommenden Videospielmarkt zu befassen, ging es wieder aufwärts. Es war der Beginn des Nintendo, wie wir es heute kennen.

Alle portablen Nintendo-Spielgeräte von 1982 bis 2015:

Samsung

Samsung Laden 1930er Jahre

Der Samsung-Lebensmittelladen von 1938. bild: gemeinfrei

Der Mischkonzern Samsung ist in unseren Breitengraden vor allem als Elektronikriese bekannt. Doch angefangen hat der Konzern 1938 noch ganz anders – nämlich als Lebensmittelladen. Dass Samsung heute das ist, was es ist, ist nur der Hartnäckigkeit seines Gründers Lee Byung-chull zu verdanken. Denn in den unruhigen Zeiten zwischen 1938 und 1954 wurde das Geschäft zweimal vollkommen zerstört.

Erst als Byung-chull sich 1953 mit der Gründung einer Zuckerraffinerie ein zweites Standbein aufbaute, stellte sich der Erfolg ein. Samsung wurde um immer neue Geschäftsbereiche erweitert und so folgte 1969 auch die Gründung des Tochterunternehmens «Samsung Electronics». Heute ist «Samsung Electronics» Marktführer bei Fernsehgeräten, Handys, Smartphones, Kühlschränken, Speicherprodukten und Wearable Devices.

Was Samsung, nebst Smartphones, sonst noch so produziert:

Nokia

Nokia WC-Papier

https://en.wikipedia.org/wiki/Nokia#/media/File:Nokia_Toilet_paper.JPG

Toilettenapier von Nokia war früher etwas ganz Normales. bild: wikipedia/catlemur

Im Jahr 2000 kam eines der beliebtesten Handys überhaupt auf den Markt: Das Nokia 3310. Geht man ein Jahrhundert zurück, wusste man bei Nokia noch nichts von Telefonen. Das 1865 gegründete Unternehmen stellte zu dieser Zeit noch Papiererzeugnisse her, so zum Beispiel Toilettenpapier. 

Bis Nokia 1967 den Grundstein für das heutige Technologieunternehmen legte, produzierten sie noch die unterschiedlichsten Dinge. So gab es Gummistiefel von Nokia, aber auch Mäntel, Rollstühle und sogar Reifen. Die daraus hervorgegangene, ehemalige Tochtergesellschaft «Nokian Tyres» ist heute mit der Marke «Nokian» der führende Autoreifenhersteller in Skandinavien.

20 Jahre Smartphone in Bildern? Nicht ohne Nokia:

IKEA

Erster Ikea-Katalog 1951

Das Deckblatt des ersten IKEA-Katalogs. bild: ikea

Als der 17-jährige Ingvar Kamprad 1943 in Schweden IKEA gründete, hatte er noch nichts mit Möbeln im Sinn. Stattdessen war IKEA ein Versandhandel, der Alltagsgegenstände wie Kugelschreiber, Brieftaschen, Bilderrahmen, Tischdecken oder Streichhözer verkaufte.

1947 kam Kamprad dann auf die Idee, auch Möbel via Versandhandel zu verkaufen. Weitere vier Jahre später erblickte der erste IKEA-Katalog das Licht der Welt. Der Katalog konzentrierte sich nur noch auf Möbel und zeigte diese erstmals als Teil einer ganzen Einrichtung – ein Novum zu dieser Zeit. Ab 1955 bot IKEA seine Möbel nur noch als Bausatz an, um Montage- und Versandkosten zu sparen. Der Grundstein für das moderne IKEA, wie wir es kennen, war gelegt.

Wenn IKEA und Co. bei Produktnamen etwas daneben greifen:

Wrigley's

Wrigley's Seife Soap

https://new.liveauctioneers.com/item/5799139_1905-wrigleys-mineral-scouring-soap-nos-rare

Heute Kaugummi, früher noch Seife. bild: liveauctionieers

Als William Wrigley Jr. seine Firma 1891 gründete, wollte er eigentlich Seife und Backpulver in grossem Stil verkaufen. Um den Verkauf anzukurbeln, wurde jeder Packung Backpulver zwei Streifen Kaugummi beigelegt. Schon bald kauften die Konsumenten das Backpulver hauptsächlich wegen den Kaugummis.

Wrigley fing also 1893 an, selbst Kaugummi zu produzieren und brachte die Marken «Wrigley's» und «Juicy Fruit» auf den Markt. Die beiden sind noch heute erhältlich und sind somit die ältesten Kaugummimarken der Welt. Schon bald wurden Kaugummi zum Kerngeschäft von Wrigley und ist es noch heute. Bei uns ist Wrigley vor allem mit seinen Marken «Airwaves» und «Orbit» bekannt.

Wrigley's und weitere Süssigkeiten aus unserer Kindheit:

Hasbro

Hasbro Hassenfeld Brothers Pencil Drawing Set

http://www.ebay.com/itm/1950s-Hassenfeld-Brothers-Pre-Hasbro-Pencil-Drawing-Set-Vintage-Old-Orange-/111839085605

Originalschulzubehör von Hassenfeld Brothers. bild: ebay/likesandclicks

Hasbro wurde 1923 Familienbetrieb unter dem Namen Hassenfeld Brothers gegründet. Zu Beginn handelte das Unternehmen noch ausschliesslich mit Textilresten, stieg aber schon bald in die Produktion von Schulzubehör ein.

Erst 20 Jahre später fing Hasbro an, erste Spielzeuge herzustellen. Durch Einführung von diversen, erfolgreichen Spielzeugmarken wie zum Beispiel «Mr. Potatoe Head», «G. I. Joe» oder auch «Transformers» konnte sich Hasbro als internationaler Spielzeugkonzern etablieren. Heute ist Hasbro der zweitgrösste Spielzeughersteller der Welt – hinter Mattel und vor LEGO.

Bekannte Marken von Hasbro, die du sicher auch kennst:

LEGO

Lego Ente Holzspielzeug

Eine «Lego»-Ente. Bild: gemeinfrei

1932 aus der Taufe gehoben, stellte LEGO-Gründer Ole Kirk zu Beginn ausschliesslich Spielzeug aus Holz her. Doch wegen der grossen Depression rentierte das Geschäft nicht und so stellte Kirk nebenbei auch noch normale Holzmöbel her. Die Firma konnte sich gerade so bis nach dem 2. Weltkrieg über Wasser halten als ein neuartiges Material namens Plastik aufkam.

Gleichzeitig erfuhr Ole Kirk von einer britischen Firma, die blockartige, modulare Spielsteine entwickelt hatte. Zu seinem Glück hatte die Firma «Kiddycraft» das Patent für diese Spielsteine nicht ausserhalb Grossbritanniens beantragt und so fing er selbst an, die Steine nachzumachen und zu vertreiben. Kirk hat die zu Beginn noch etwas instabilen Steine stetig verbessert und sie so zu dem gemacht, was sie heute sind.

Eine Art «Lego»! In gross! Für Erwachsene!

3M

3M Zertifikat

http://imgur.com/a/hhvqb

bild: imgur

3M ist mit seinen Produkten praktisch in jedem Haushalt vertreten. Klebeband, Putzschwämme und Post-its sind nur drei Artikel dieses Gemischtkonzerns, die wohl jeder kennt. Doch angefangen hat die «Minnesota Mining & Manufacturing Company» keineswegs mit Haushaltsutensilien. 

Das Unternehmen wurde nämlich 1902 als Minengesellschaft gegründet, die sich mit dem Abbau von Mineralien beschäftigte. Diese Mineralien verwendete man zur Herstellung von Schleifpapier, welches in der aufblühenden Automobilindustrie gebraucht wurde. So kam es, dass 3M dann auch das erste Klebeband der Welt entwickelte, um die Zweifarbenlackierung von Fahrzeugen zu ermöglichen. Heute ist 3M mit seinen Produkten auf der ganzen Welt vertreten und hat Niederlassungen in über 70 Ländern.

Was man mit Post-its so alles anstellen kann, zeigt diese Slideshow:

John Deere

John Deere

http://imgur.com/CPmQqwm

bild: imgur

1837 eröffnete der Schmied John Deere einen eigenen Laden, in welchem er Reparaturen anbot und gleichzeitig auch kleinere Werkzeuge herstellte. Noch im gleichen Jahr erfand er einen Stahlpflug, der sich selbst reinigte – etwas vergleichbares hatte es bis dahin nicht gegeben. Die Verkäufe schnellten nach oben und schon bald bot John Deere ein breites Sortiment an Landwirtschaftszubehör an.

Den Aufstieg seines Unternehmens zum weltweiten Traktorhersteller erlebte er aber nicht mehr. John Deere verstarb 1886. Sein Sohn Charles führte die Geschäfte weiter und so kam es, dass die Marke John Deere in den 1890ern sogar für kurze Zeit Fahrräder herstellte. 1907 entschied man sich dann, in das aufkommende Benzintraktorbusiness einzusteigen. Eine Entscheidung, die sie nicht bereuen sollten.

Und jetzt: Dampftraktoren:

Colgate

Colgate ist in der Schweiz vor allem als Zahnpasta und Mundwasser bekannt. Doch bevor das Unternehmen 1873 seine erste Zahnpasta auf den Markt brachte, stellte das 1806 gegründete Unternehmen vor allem Seife, Kerzen und Stärkemittel her. 

Schon bald liess die «Colgate & Company» die Produktion von Kerzen und Stärkemittel fallen und konzentrierte sich vollends auf Mundhygiene und Seifen. Bis heute ist die Firma diesen Produkten treu geblieben. Während Artikel der Mundhygiene weiterhin unter dem Namen «Colgate» verkauft werden, werden Seifen und Shampoos unter dem Namen «Palmolive» verkauft.

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19
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    Alle Leser-Kommentare
  • milkdefeater 06.02.2017 21:31
    Highlight Highlight Also wenn das WC-Papier qualitativ mit früheren Handys zu vergleichen war dann möge Gott deinem Anus gnädig sein.
  • Galius Julius 06.02.2017 09:05
    Highlight Highlight Nokian der führende Reifenhersteller??
    • Pascal Scherrer 06.02.2017 10:08
      Highlight Highlight *in Skandinavien.

  • Matrixx 06.02.2017 06:31
    Highlight Highlight Kyocera ist heute auch vorallem im elektronischen Bereich bekannt. Drucker und Kameras kennt man eher von Kyocera. Der Name kommt von "Kyoto ceramics" und wie der Name schon sagt, war diese Firma früher vorallem auf Keramische Produkte spezialisiert.
  • Natürlich 05.02.2017 22:32
    Highlight Highlight Interessanter Artikel!
    Lamborghini hat übrigens mit Traktoren angefangen.
  • Klirrfactor 05.02.2017 21:12
    Highlight Highlight V-ZUG : Der V sagts schon, sie begannen mit einer Verzinkerei!
  • Charlie Brown 05.02.2017 19:32
    Highlight Highlight Ein weiteres Mitglied (hihi. Glied) der Vik-Familie... Mit oralem Vorspiel.
    Benutzer Bild
  • pumpkin42 05.02.2017 19:18
    Highlight Highlight Weitere Marken welche sich anders entwickelt haben als ursprünglich gedacht? Ich fange an:
    - Peugeot - hat mit Pfeffermühlen-Mahlwerken begonnen (und macht das heute noch)
    • Sauäschnörrli 05.02.2017 20:01
      Highlight Highlight Peugeot baut die besten Mühlen. 😉
    • Suchlicht 05.02.2017 20:19
      Highlight Highlight Opel hat mit Nähmaschinen angefangen, BMW mit Flugzeugmotoren. Husqvarna baute nicht nur Rasenmäher, sondern auch Motorräder (heute Teil von KTM) und Mitsubishi ist wohl ein ebensogrosser Gemischtwarenladen wie Samsung (Autos, Schiffe, Kühlschränke, hatte auch schon Fernseher und Videorecorder im Sortiment, etc.).
    • Maya Eldorado 06.02.2017 00:41
      Highlight Highlight Auch Husqvarna hat mit Nähmaschinen angefangen. Es war die erste und einzige elektrische Nähmaschine mit Pseudooverlok-Stich. Die anderen schafften das erst mit der Elektronik.
      Diese alten Husqvarna sind aus bestem Schwedenstahl. Meine Maschine wiegt, soviel ich mich erinnern kann, 13 kg.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hugo Wottaupott 05.02.2017 19:15
    Highlight Highlight
    Play Icon


    alternative tätigkeiten.
  • rönsger 05.02.2017 19:11
    Highlight Highlight schon kurlig, wie gründer von grosskonzernen ihren weg ins glück gefunden haben. erwähnt sei in diesem zusammenhang auch H&M: Mauritz Widforss, der sich 1966 Erling Persson, bzw. dessen damengeschäft "Hennes" anschloss, war bis zu diesem zeitpunkt ein mehr oder weniger erfolgreicher verkäufer von waffen und jagdkleidern.
  • Hugo Wottaupott 05.02.2017 19:10
    Highlight Highlight
    Play Icon
  • Hessmex 05.02.2017 18:05
    Highlight Highlight Zu: Produktnamen die etwas daneben greifen:
    Benutzer Bild
  • SVARTGARD 05.02.2017 17:58
    Highlight Highlight Geschissen wird immer.

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

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