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Actionhelden wie John Rambo tun manchmal Dinge, die gar nicht möglich sind. 
Actionhelden wie John Rambo tun manchmal Dinge, die gar nicht möglich sind. 
Bild: Youtube

7 Dinge, die wir aus Filmen kennen – und die gar nicht stimmen

28.02.2017, 15:0601.03.2017, 03:54

Niemand glaubt, dass ein Actionheld wie John Rambo tatsächlich existiert. Doch die endlosen Schiessereien, die Rambo und seinesgleichen über unzählige Filmminuten hinweg veranstalten, erscheinen uns irgendwie plausibel. Hollywood hat unsere Wahrnehmung geformt – aber lange nicht alles, was kraft der bewegten Bilder realistisch aussieht, ist wirklich realitätsgetreu. 

Das Kino hat uns eine ganze Reihe von solchen Dingen beigebracht, die gar nicht stimmen. Hier sind 7 davon: 

Dachrinnen retten vor Absturz

Kaum eine Verfolgungsjagd über Dächer kommt ohne sie aus: Die Szene, in der jemand – vorzugsweise der Held – an einer Dachrinne hängt. Spannung ist garantiert: reicht die Kraft, hält die Rinne? 

James Stewart im Hitchcock-Thriller «Vertigo».

In der wirklichen Welt hält die Rinne eher nicht. Dachrinnen sind nun einmal nicht als rettende Reling konzipiert. Wer nicht zu schwer ist und sich behutsam an eine solche Rinne hängt, wird sie womöglich nicht wegreissen. Aber dies geschieht im Film in aller Regel nicht – dort dient die Rinne als Rettungsanker nach einer rasanten Gleitpartie über das schräge Dach oder nach einem kühnen Sprung. Da das Gewicht des Körpers im Quadrat mit der Geschwindigkeit wächst, treten dann Kräfte auf, für die eine Dachrinne schlicht nicht gemacht ist. 

Auch bei den «Vorstadtkrokodilen» muss die Dachrinne enorme Kräfte aushalten. 

Autotüren halten Kugeln auf

Schiessereien gehören hier in der friedlichen Schweiz glücklicherweise nicht zum Alltag. Sollte man aber das Pech haben, in eine solche bleihaltige Auseinandersetzung zu geraten, weiss man genau, wo man am besten Deckung sucht. Genau: hinter einer geöffneten Autotür. Hollywood hat uns das in unzähligen Baller-Szenen beigebracht. Zum Beispiel hier: 

«The Departed» (2006), Schiesserei. 

In Wahrheit ist es keine gute Idee, hinter einer Autotür Schutz vor Kugeln zu suchen. Sofern es sich nicht um ein gepanzertes Fahrzeug handelt, hält die Autotür keine Kugeln auf. Es sei denn, die treffen zufällig auf verstärkte Elemente wie Fensterheber und dergleichen. 

Ausführliche Auskunft über die «Beschusssicherheit von Kraftfahrzeugen» gibt der Diplomingenieur Manfred Ertl hier. Auf YouTube gibt es zu diesem Thema reichlich Videos mit desillusionierenden Ergebnissen. Hier ein Versuch mit mehreren Kalibern: 

Verschiedene Kaliber, ein Ergebnis: Autotüren halten keine Kugeln auf. 

Wie wenig Schutz das Blech eines Wagens vor Projektilen bietet, zeigt auf drastische Weise auch die blutige letzte Szene aus dem Gangster-Epos «Bonnie und Clyde»: 

«Bonnie and Clyde» (1967). Letzte Szene 

Mit Chloroform kann man jemanden blitzschnell betäuben

Muss man jemanden – aus was für Gründen auch immer – schnell ausser Gefecht setzen, ohne ihn gleich ins Jenseits zu befördern, ist ein in Chloroform getauchter Wattebausch das Mittel der Wahl. Dank dem Überraschungseffekt kann man so auch ziemlich athletische Zeitgenossen aus dem Spiel nehmen, wie dieser Ausschnitt aus dem Film «Ace Ventura: Pet Detective» (1994) illustriert: 

Bei feingliedrigeren Opfern funktioniert das erst recht. So bei Stephanie Zimbalist in Folge 46 von «Remington Steele»: 

Dummerweise wirkt Chloroform nicht ganz so schnell. Jemanden mit diesem Anaesthetikum zu betäuben, dauert zwei bis drei Minuten. Das ist eine Ewigkeit, wenn man einer sich mit Händen und Füssen wehrenden Person ständig einen Wattebausch vor das Gesicht halten soll. Wie langwierig die Angelegenheit ist, lässt sich diesem Instruktionsfilm aus den 30er Jahren entnehmen: 

Chloroform, 1831 erstmals hergestellt, war bis Ende des 19. Jahrhunderts das meistverwendete Narkosemittel. Doch danach wurden andere Anästhetika bevorzugt, denn Chloroformnarkosen endeten viel zu oft tödlich. Nicht ganz zufällig gehört die Dosierung von Narkosemitteln zu den Obliegenheiten von Fachärzten. Wer also schnell jemanden betäuben möchte und die Dosis erhöht, um das Ganze zu beschleunigen, könnte schnell mal eine Leiche in den Händen halten. 

Türschlösser lassen sich mit einem Schuss aufschiessen

Tür abgeschlossen, kein Schlüssel zur Hand? Kein grosses Problem im Actionfilm: Türschlösser schiesst man zur Not einfach auf. Und zwar meistens mit einem einzigen, wohlgezielten Schuss. Das gilt auch für Vorhängeschlösser, wie diese Filmsequenz zeigt: 

Film versus Realität: Schloss aufschiessen.

Im Prinzip kann man Türschlösser tatsächlich auf diese wenig feinfühlige Art öffnen. Aber das ist nicht mit einem einzigen Schuss möglich – auch gute, geübte Schützen benötigen dafür mehrere Schüsse. Schliesslich muss nicht nur das Schloss, sondern auch der Sperrriegel zerstört werden. Für den Schützen und allenfalls weitere Anwesende ist dabei die Gefahr ziemlich gross, von einem Querschläger getroffen zu werden. 

Schnellfeuer à gogo

Automatische Schusswaffen sind praktisch. Mit so einem Ding in der Hand nimmt es der Filmheld mit einer halben Armee auf – da wird voll Rohr geballert, bis die Knarre glüht. 

Ballern, bis die Knarre glüht: «Predator».

Und genau das tut die Knarre bei Seriefeuer sehr schnell: glühen. Jeder abgefeuerte Schuss erwärmt die Waffe ein wenig; wenn sehr viele Geschosse in kurzer Zeit durch den Lauf rasen, wird sie glühend heiss. Unter ungünstigen Umständen sogar so heiss, dass die Patronen durch die Hitze zünden, ohne dass der Abzug gedrückt wird. 

Auch John Rambo gehört entschieden zu den Leuten, die viel Munition verbrauchen.

Dazu kommt noch ein logistisches Problem: Schnellfeuer verbraucht grosse Mengen Munition. Eine Kalaschnikow (AK-47) beispielsweise hat 30 Schuss im Magazin, verschiesst aber 700 Projektile in der Minute. Das heisst, nach rund drei Sekunden Dauerfeuer ist das Magazin leer. Minutenlanges Serienfeuer ist daher schon aus Gründen des üblicherweise beschränkten Munitionsvorrats kaum machbar. 

Drogen testet man so

Was tun gewiefte Drogenfahnder, die soeben eine Ladung einer illegalen Substanz – es handelt sich dabei jeweils fast unweigerlich um weisses Pulver – sichergestellt haben? Klar doch: Sie testen das Zeug. Man will schliesslich wissen, ob man es wirklich mit der richtigen heissen Ware zu tun hat.

Getestet wird immer gleich: Mit dem Finger kurz in das Pulver tippen und ein paar Körnchen der Substanz auf die Zunge bringen. Der Geschmack oder allenfalls ein verräterisches Gefühl der Taubheit verschafft dem Fahnder dann Klarheit: Bingo – es ist Kokain! Oder Heroin. Oder dann halt Backpulver.  

Was es glücklicherweise nie ist: Zyankali. Das Kaliumsalz der Blausäure ist keine Droge, sondern ein tödliches Gift, das schon in kleinen Mengen letal ist. Etwa 140 Milligramm reichen für einen Erwachsenen. Nicht zuletzt aus diesem Grund testen Drogenfahnder sichergestellte Substanzen im wahren Leben nicht eigenhändig mit ihrer Zunge. Dafür gibt es Testkits und Labors. 

Diese Menge Kaliumcyanid (Zyankali) ist tödlich. 
Diese Menge Kaliumcyanid (Zyankali) ist tödlich. 
Bild: Wikimedia/morienus

Minen explodieren erst, wenn man den Fuss wieder wegnimmt

Tretminen sind eine üble, hinterhältige Sache. Oft bleiben sie zurück, wenn ein Krieg eigentlich vorbei ist, als tödliche Gefahr für die Zivilbevölkerung. Im Film aber sorgen sie für tödliche Spannung: Jemand tritt auf eine Mine – «Klick» – und bleibt stehen. Jetzt bloss nicht den Fuss wieder von der Mine nehmen, sonst explodiert sie nämlich! 

Trailer: «Landmine Goes Click».

Die Vorstellung, Landminen würden erst detonieren, wenn das Gewicht nach dem Tritt auf die Mine wieder vom Zünder genommen wird, ist weit verbreitet, aber falsch. Anti-Personenminen sind dazu da, das Opfer zu töten oder – zynische Rationalität – so schwer zu verletzen, dass seine Bergung und Versorgung so viele Ressourcen wie möglich bindet.

Perfide getarnt: Druckzünder einer Antipersonenmine in Bosnien. 
Perfide getarnt: Druckzünder einer Antipersonenmine in Bosnien. 
Bild: Wikimedia

Es gibt allerdings tatsächlich Minen, die nicht direkt beim Tritt darauf explodieren: Springminen. Bei diesem speziell perfiden Minentyp detoniert zuerst eine Treibladung und schiesst die mit Splittern versehene Hauptladung in Hüft- oder Kopfhöhe, wo sie dann explodiert.

(dhr via cracked.com)

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quelle: anonym
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