Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Kommt darüber hinweg!»: Max ist 16, hat Krebs und stirbt bald. Sein Brief rührt uns zu Tränen

Vor fünf Monaten erfuhr Max Edwards, dass er Krebs im Endstadium hat. Jetzt beschreibt er sein für ihn ganz normales Leben. Daneben verfasst er auch noch einen Polit-Blog.



Max hat Krebs und wird sterben. Wie bald, weiss er noch nicht. Das ist das Einzige, was ihn verwirrt. Die Unberechenbarkeit dessen, was da in ihm wuchert. Sonst sieht Max alles bewundernswert abgeklärt und undramatisch. Vor fünf Monaten hat er erfahren, dass er an Krebs leidet. Im Endstadium. Seither musste er sich an der Wirbelsäule operieren lassen, war danach erst gelähmt, kann jetzt aber wieder am Stock gehen. Bloss seine rechte Hand will nicht mehr. Er hat jetzt mit der linken schreiben, tippen und ein Instrument spielen gelernt. Am 19. März veröffentlichte Max seine Geschichte als Brief an alle im britischen Guardian. Wir bringen seine beeindruckendsten Zitate: 

Wie eine Zeugnis-Übergabe

«Vor fünf Monaten wurde bei mir Krebs im Endstadion diagnostiziert. Es war so, wie ich mir den Tag der Zeugnis-Übergabe ausgemalt hatte: Viel Stress beim Warten auf möglicherweise schreckliche Ergebnisse ... Doch so wie viele, deren Noten eine Enttäuschung waren, kam ich bald genug darüber hinweg. Ich denke, es ist überraschend einfach, sich an diese Art von Neuigkeiten zu gewöhnen. Ich will die persönliche Bedeutung gar nicht bestreiten, aber es ist doch so, dass sich nichts Wesentliches ändert.»

Du stehst immer noch auf

«An Krebs zu sterben, ist – aus meiner Erfahrung – eine Abfolge von Spitalbesuchen, vielen Tabletten und einer oder zwei schlechten Nachrichten. Doch danach gibt es eine unumgängliche Rückkehr zu dem Leben, das du vorher geführt hast. Ziemlich bald erkannte ich, dass es keinen Unterschied macht, ob du in zehn Jahren oder zwei Monaten tot bist: Du stehst immer noch auf, gehst unter die Dusche und machst dir eine Tasse Tee.»

Ich glaube nicht an Gott

«Seit meiner Diagnose ist Religion oft ein Thema. Man sagt mir, dass Leute für mich beten, und ich habe selbst gebetet, obwohl ich nie geglaubt habe, dass dies einen Unterschied machen würde. Ich glaube nicht an Gott; ich habe das vor meiner Diagnose nicht getan und ich tue es jetzt auch nicht.»

Das WANN ist niederschmetternd

«Das macht mich immer noch fertig: Ich habe mehr oder weniger mit der Idee des Todes Frieden geschlossen, aber die Frage, WANN er kommt, ist nach wie vor niederschmetternd. Das (fast) unausweichliche Wachsen meines Krebses bedeutet, dass es wahrscheinlich bald so weit sein wird, aber ich weiss nicht, wann genau, und ich bin nicht sicher, ob ich es wissen will.»

Warten ist schlimmer als sterben

«Ich bin mir sicher, dass das Warten auf den Tod schlimmer ist als der Tod selbst. Es heisst zu Recht, dass der Tod das Schlimmste ist, was einem zustossen kann, und deshalb schaffe ich es nicht, mich davon zu überzeugen, dass es ein Leben danach geben wird. Ich glaube, danach kommt nur eine grosse Leere, aber damit habe ich mich abgefunden. Ich schaue auf mein Leben, das ich für einen bescheidenen Erfolg halte, und besinne mich darauf, dass ich es gar nicht anders hätte führen können.»

Max Edwards schreibt auch noch den Blog The Anonimous Revolutionary – Marxism in the Modern World, auf dem er sich alle paar Tage mit Themen wie soziale Gerechtigkeit, Klassenkampf oder Feminismus auseinandersetzt. Sein Blog ist jetzt auch als Buch erschienen. Hier posiert er am 15. März mit Labour-Party-Chef Jeremy Corbyn und seinem Vorgänger Ed Miliband.

Das Ende von allem

«Ich besinne mich auch darauf, dass die Erfahrung des Sterbens nicht mir allein gehört. Ob man mit 16 oder 95 stirbt, das Ende von allem zu erfahren, das du kennst, ist der gleiche Prozess – es ist bloss so, dass ich und alle um mich herum dazu gezwungen sind, sich frühzeitig damit abzufinden.»

Bloss ein Punkt auf diesem Planeten

«Am Ende des Tages bin ich einer von sieben Milliarden, eine Zahl, die – wie mein Krebs – weiter wachsen und sich multiplizieren wird in den kommenden Monaten und Jahren. Mein Leben mag alles sein, was ich kenne, aber ich bin bloss ein Punkt auf diesem Planeten ... wir alle werden sterben: ich, du und alle andern. Kommt darüber hinweg.»

Alle Zitate: Max Edwards im Guardian

(sme)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Zahl der Corona-Toten in Spanien stark gestiegen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die grosse 9/11-Verschwörung – und was davon zu halten ist

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 erschütterten die Welt. 19 Jahre danach sind viele immer noch überzeugt, dass es sich um eine von den USA inszenierte Verschwörung handelte. Wir machen den Reality Check.

Es ist eines jener weltgeschichtlichen Ereignisse, bei denen jeder Mensch genau sagen kann, wo er sich aufgehalten hat, als er davon erfuhr. Am 11. September 2001 rasten zwei Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center (WTC) in New York. Eine weitere Maschine kollidierte mit dem Pentagon in Washington, und ein vierter Jet, der vermutlich in Richtung Washington unterwegs war, zerschellte im Bundesstaat Pennsylvania am Boden.

Die Anschläge von 9/11 erschütterten die Welt. Als …

Artikel lesen
Link zum Artikel