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Um 02.15 Uhr trat «Tiangong-1» in die Erdatmosphäre ein –  Raumstation weitgehend verglüht



Chinas ausser Kontrolle geratene Raumstation «Tiangong-1» ist über dem Südpazifik in die Erdatmosphäre eingetreten. Das acht Tonnen schwere Weltraumlabor sei dabei «grösstenteils» verglüht, teilte die chinesische Raumfahrtbehörde CMSEO am Montag in Peking mit.

Die übrigen Teile sollen demnach ins Meer gestürzt sein. Das Raumlabor trat gegen 02.15 Uhr Schweizer Zeit über dem Südpazifik in die Erdatmosphäre ein. Das US-Militär bestätigte, dass die chinesische Raumstation über dem Pazifik in die Erdatmosphäre eingetreten sei.

epa06639046 An undated handout photo made available by the Fraunhofer Institute for High Frequency Physics and Radar Techniques (Fraunhofer FHR) on 21 March 2018 shows a radar image of Tiangong-1 from different perspectives taken at an orbital height of approximental 270 km above the Earth's surface (issed 31 March 2018). Chinese space station Tiangong-1 will re-enter the Earth's atmosphere where it will to a large extent burn up. Tiangong-1 is orbiting the Earth uncontrolled. Currently the prognosis relating to the time of impact currently lies within a window of several days.  EPA/FRAUNHOFER FHR / HANDOUT MANDATORY CREDIT: FRAUNHOFER FHR HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Ein Radarbild der Tiangong-1. Bild: EPA/FRAUNHOFER FHR

Kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre hatte die chinesisches Raumfahrtbehörde mitgeteilt, dass die Station zwischen 02.42 Uhr und 03.01 Uhr in die Erdatmosphäre eintreten werde. Als erwartete Absturzstelle wurde zunächst ein Punkt im Südatlantik genannt: 40.24 Grad westlicher Länge und 27.4 Grad südlicher Breite, also vor der Küste der brasilianischen Stadt São Paulo.

2011 im Weltall ausgesetzt

China, das ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm unterhält, hatte «Tiangong-1» (zu deutsch: «Himmelspalast») im September 2011 im Weltall ausgesetzt. Auf dem Aussenposten im All koppelten mehrere bemannte und unbemannte Raumschiffe an, doch seit 2013 hat kein Taikonaut mehr die Raumstation betreten.

Danach geriet die Station im All ausser Kontrolle. Im März 2016 brach der Funkkontakt ab - das Raumlabor liess sich nicht mehr steuern und auch nicht mehr kontrolliert in die Erdatmosphäre manövrieren. Im September 2016 schickte China den Nachfolger «Tiangong-2» ins All. Bis 2022 soll daraus eine grosse, ständig bemannte Raumstation entstehen.

Einmal wöchentlich fällt ein ausgedienter Satellit auf die Erde. Wie das abläuft:

Sinkflug genau verfolgt

Die Raumfahrtbehörden weltweit hatten den Sinkflug genau verfolgt. Die Experten versicherten aber, dass für Menschen keine Gefahr bestehe.

Bereits vor einigen Tagen hatte die chinesische Raumfahrtbehörde beteuert, niemand müsse befürchten, dass die Station «wie in einem Science-Fiction-Film wild auf die Erde stürzen wird». Vielmehr werde sie sich in einen «prächtigen Sternschnuppenregen verwandeln, der durch den sternenklaren Himmel zur Erde braust».

Tiangong 1

So sah die Tiangin-1 aus, als sie noch im All schwebte. Bild: CMSA

Spektakel blieb aus

Die Hoffnungen von Sternguckern und Astronomen auf ein spektakuläres Himmelsspektakel erfüllten sich jedoch nicht. Die Raumstation sei vor dem Sturz in den weitgehend menschenleeren Pazifik bei Tageslicht über Pöngjang und die japanische Stadt Kyoto hinweggerast, sagte der US-Experte Jonathan McDowell.

«Es wäre für die Leute toll gewesen, den Absturz beobachten zu können, aber es wird noch weitere Wiedereintritte geben», fügte der Astronom vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik hinzu. Gut sei letztlich, dass bei dem Absturz niemand zu Schaden gekommen sei. (sda/reu/afp/dpa)

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Video: watson/Nico Franzoni, Angelina Graf

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