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Basler Forscher zeigen: Ob wir Mitleid haben, hängt von den Gesichtszügen des Opfers ab

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Unser Mitgefühl orientiert sich an Äusserlichkeiten von Personen.Bild: shutterstock

Basler Forscher zeigen: Ob wir Mitleid haben, hängt von den Gesichtszügen des Opfers ab

Ob Menschen die soziale Ausgrenzung einer Person als unfair oder als gerechtfertigt betrachten, entscheiden sie – zumindest zum Teil – anhand der Gesichtszüge des Opfers. Diesen Schluss legt eine Studie von Basler Forscher nahe.
29.08.2016, 09:3629.08.2016, 09:49

Für Betroffene ist soziale Ausgrenzung eine schmerzhafte Erfahrung. Wenig tröstlich für sie dürfte sein, dass sich das Mitgefühl unbeteiligter Dritter dabei an Äusserlichkeiten orientiert. Ob Unbeteiligte soziale Ausgrenzung als unfair oder in gewissen Fällen als gerechtfertigt betrachten, hängt mit den Gesichtszügen der Betroffenen zusammen, zeigt eine Studie im «Journal of Experimental Social Psychology».

Sozialpsychologen der Universität Basel haben für diese Studie insgesamt 480 Probanden Bilder von männlichen Gesichtern gezeigt, wie die Hochschule am Montag mitteilte. Diese Bilder wurden zuvor mit einer kürzlich entwickelten Methode in ihrem Aussehen so verändert, dass sie eher kühl oder liebenswürdig und eher mehr oder weniger kompetent wirkten.

Ausgrenzung von Unruhestiftern ist in Ordnung

Nachdem die Teilnehmenden die Gesichter zwei Sekunden lang zu sehen bekamen, sollten sie spontan entscheiden, wie akzeptabel sie die Ausgrenzung dieser Person durch eine Gruppe fanden. Das Ergebnis: Besonders scharf verurteilten sie die Ausgrenzung, wenn das Gesicht der Person liebenswürdig und wenig kompetent wirkte.

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Das könne daran liegen, dass solche Personen als besonders schützenswert wahrgenommen und ihre Ausgrenzung als besonders grausam empfunden werde, sagte Studienleiterin Selma Rudert von der Uni Basel gemäss der Mitteilung.

Am ehesten akzeptierten die Studienteilnehmer hingegen die Ausgrenzung von Menschen mit kühlen und wenig kompetenten Gesichtszügen. Ausgrenzung wird generell zum Beispiel dann als gerechtfertigt betrachtet, wenn es um Unruhestifter und den Erhalt der Harmonie in der Gruppe geht, schrieb die Uni Basel.

Vorurteile prägen das Mitgefühl

Obwohl es erwiesenermassen keinen Zusammenhang zwischen den Gesichtszügen und den Charaktereigenschaften gibt, haben frühere Studien gezeigt, dass Menschen eine klare Vorstellung davon haben, wie eine herzliche oder eine gefühlskalte Person aussieht. Von dieser Vorstellung lassen sie sich gemäss den Studienergebnissen auch in ihren moralischen Urteilen leiten.

Und das in Situationen, die eigentlich Objektivität erforderten, sagte Rudert. «Es wäre denkbar, dass ein kühl und wenig kompetent aussehendes Ausgrenzungsopfer weniger Unterstützung erhält oder dass sich andere im schlimmsten Fall sogar auf die Seite der ausgrenzenden Gruppe schlagen – und dies nur aufgrund eines einzelnen Blicks in das Gesicht der ausgegrenzten Person.» (viw/sda)

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