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Mit dem Laser gegen Jugendsünden: Tattoo-Entfernung boomt – es gibt nur ein Problem

Tattoos sind nicht mehr für die Ewigkeit, sondern können weggelasert werden. Das Geschäft läuft gut, doch nicht alle Anbieter sind vertrauenswürdig.

Rebekka Balzarini / Schweiz am Wochenende



Die Lasermaschine zur Entfernung von Tätowierungen war besonders begehrt. Als in der vergangenen Woche die Praxis des Skandal-Arztes Ingo Malm liquidiert wurde, wollten sie alle haben. Das sagte der Liquidator im Anschluss der Liquidation gegenüber dieser Zeitung. Dass die Maschine so begehrt war, kommt nicht von ungefähr: Nachdem in den letzten Jahren in der Schweiz immer mehr Tattoo-Studios eröffnet wurden, boomt nun das Geschäft mit der Entfernung der Kunstwerke.

In der Schweiz darf momentan jeder, der ein entsprechendes Gerät hat, damit hantieren. Im nächsten Jahr tritt eine Gesetzesverschärfung in Kraft: Dann darf nur noch Behandlungen durchführen, wer ein entsprechendes Sachdiplom erworben hat. Die Kriterien dafür werden momentan ausgearbeitet.

Tattoo Entfernung

Mit Laser können störende Tätowierungen entfernt werden. Bild: shutterstock.com

Entsprechende Kurse werden etwa in der Medical Laser Academy in Freienbach angeboten. Geschäftsführer Roland Wagner: «In den letzten Jahren haben wir viele Anmeldungen für Ausbildungen mit Laser erhalten. Deshalb gibt es hier in Zukunft grosses Potenzial.»

Rund 10 Prozent sind tätowiert

Tatsächlich sind in der Schweiz rund zehn Prozent der Bevölkerung tätowiert, in der Altersklasse zwischen 25 und 34 sind es 25 Prozent. Diese Zahlen beruhen auf einer Schätzung. Eine entsprechende Studie wurde 2014 in Deutschland durchgeführt und auf die Schweiz übertragen. Zahlreiche Tätowierte in der Schweiz haben ihre Entscheidung mittlerweile bereut. Die Tätowierung muss weg – und das funktioniert nur mit Laser.

Eine Behandlung reicht aber nicht aus, um das mittlerweile ungeliebte Kunstwerk loszuwerden. Es sind bis zu 15 Sitzungen nötig, manchmal bleiben leichte Schatten zurück. Eine Sitzung kostet rund 150 Franken.

«Fuck The Systsem»: Bei diesen 47 Tattoo-Fails hatte das Korrektorat frei

Die Prozedur ist relativ schmerzhaft, und nicht ganz ungefährlich. Das sagt Laurence Imhof von der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV). «Es kann zu Verbrennungen und einer gestörten Wundheilung kommen», erklärt sie. Die Folge seien Narben oder Pigmentstörungen.

In ihrem Alltag im Universitätsspital Zürich komme es häufig vor, dass Personen vorbeikommen, die nach einer Laserbehandlung mit Komplikationen kämpften. «Ich muss leider sagen, dass ich solche Schäden immer häufiger sehe.» Für Imhof ist klar: «Es gibt immer mehr Leute, die Behandlungen mit Laser anbieten, ohne eine medizinische Ausbildung zu haben.»

Hautärzte machen Trend mit

Laut Roland Wagner von der Medical Laser Academy ist eine medizinische Ausbildung nicht unbedingt nötig, um mit einem Lasergerät Tätowierungen zu entfernen. «Die Laserbedienung ist einfach, vergleichbar mit dem Umgang mit einem Smartphone», so Wagner. Ein Zertifikat, so steht es auf der Website der Medical Laser Academy, ist bereits um 290 Franken zu haben.

Je nachdem, welches Vorwissen bei den Kursteilnehmern bereits vorhanden ist, dauere die Ausbildung wenige Wochen. Den Teilnehmern werde Wissen über Laserphysik und die Hautstruktur vermittelt, sagt Wagner. Nach dem Kurs seien sie dazu fähig, sicher mit einem Lasergerät umzugehen.

Die Dermatologin Laurence Imhof sieht solche Kurse kritisch. Die Diplome seien nicht gleichwertig wie die Ausbildung eines Arztes. «Dermatologen haben sich im Studium über Jahre mit dem Aufbau der Haut, der Hautbiologie, und der Wundheilung beschäftigt. Das kann man nicht einfach so in ein paar Tagen lernen.»

So zerstört der Laser die Farbpigmente des Tattoos:

Tattoo Entfernung

Bild: shutterstock.com

Aber auch Dermatologen haben laut Imhof den Trend mittlerweile für sich entdeckt und bieten vermehrt die Entfernung von Tätowierungen an. Das passe zu einem generellen Wandel, den die (SGDV) in den letzten Jahren beobachtet habe, so Imhof. «Hautärzte konzentrieren sich nicht mehr auf ihre eigentliche Aufgaben, sondern führen regelmässig auch Schönheitsbehandlungen durch.» Der Grund dafür sei einfach: Mit Schönheitsbehandlungen lasse sich in kürzerer Zeit mehr Geld verdienen. (aargauerzeitung.ch)

Diese 42 Kunstwerke beweisen: Weisse Tattoos sind wirklich zauberhaft

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gaterde 22.10.2018 10:36
    Highlight Highlight Ich habe nichts gegen Tattoos aber man sollte sich wirklich im vorhinein überlegen, ob man dieses "perfekte" Tattoo auch in 20 Jahren noch "perfekt" findet.

    Klar kann man das Tattoo mit einem Laser entfernen. Trotzdem bleiben gewisse Stoffe, die der Körper nicht vollständig abbauen kann, irgendwo im Körper verschollen.
  • Pascal Winnen 21.10.2018 22:02
    Highlight Highlight Nr: 32: *what nicht *which
  • pinex 21.10.2018 16:29
    Highlight Highlight Eigentlich erstaunlich, dass immer noch jeder tubel sofort mit einer tätowiermaschine loslegen kann... da sollte man auch schon längst eine professionelle Ausbildung nötig🤔
    • welefant 21.10.2018 17:48
      Highlight Highlight ja aber die können sogar sätze beenden...
  • Shwarms 21.10.2018 13:20
    Highlight Highlight Welch ein Wunder, dass der Geschäftsführer der Medical Laser Academy diese medizinische Behandlung banalisiert.
    Seine Aussage disqualifiziert ihn direkt. Medizinische Behandlungen sollten NUR von Ärzten durchgeführt werden.
    Die Bedienung eines Smartphones lässt sich mit solchen Geräten sicherlich nicht vergleichen!
  • Ich hol jetzt das Schwein 21.10.2018 13:17
    Highlight Highlight «Die Laserbedienung ist einfach, vergleichbar mit dem Umgang mit einem Smartphone». Das mag sein. Aber der Umgang mit dem komplexen Organ Haut und mit der Gesundheit eines Menschen nicht! Aber ja, wer doof genug ist, sich ein unüberlegtes Tattoo stechen zu lassen, wird auch doof genug sein, sich von einem Feld-, Wald- und Wiesenheiler lasern zu lassen...
  • RAZZORBACK 21.10.2018 13:17
    Highlight Highlight Ich selber bin auch tätowiert.
    Aber dennoch kann ich nicht verstehen wieviele Leute cool sein wollen mit einem Tattoo, z. B. in englischer Sprache.
    Das ist ja ganz in Ordnung, nur sollte man vorher sich schlau machen über die korrekte Schreibweise - ansonsten man sich lächerlich macht und sein ganzes Leben dem Spott anderer ausgesetzt ist.
    • Flötist 21.10.2018 16:38
      Highlight Highlight Es gibt ein Gerücht, dass man sich das weglasern kann. Aber weiss leider auch nicht mehr.
    • welefant 21.10.2018 17:50
      Highlight Highlight da hab ich schon viel schlimmeres gesehen als schreibfehler 🤭😬
  • neutrino 21.10.2018 12:15
    Highlight Highlight Warum kommen zu so einem Artikel immer massig Moralkommentare, dass man sich das vorher überlegen muss?

    Ist ja auch meine Meinung - aber um das geht es nicht. Jemand hat eines (aus welchem Grund auch immer) und will es weghaben - das ist hier die Ausgangslage.

    Ich habe keine Tattoos, aber kann mir vorstellen, dass jmd in jungen Jahren eines macht und es dann später nicht mehr will. Jeder Mensch ändert sich, jeder macht Fehler (mit Ausnahme der besagten Kommentierer, die sind offenbar unfehlbar).
    • welefant 21.10.2018 17:51
      Highlight Highlight halt nich nur kommentierer, meine mama ist auch so. aber sie darf 😌
  • fisk 21.10.2018 11:24
    Highlight Highlight 0 mitleid
  • leu84 21.10.2018 10:24
    Highlight Highlight Bei manchen Leuten wäre ein Klebetattoo zum Testen sinnvoller bevor sie es Stechen lassen.
  • Henzo 21.10.2018 10:22
    Highlight Highlight Klar wollen die Hautärzte das Monopol auf diese einfache Behandlung. Bald sagen Chemiker, dass nur noch sie den pH Wert und Chlorgehalt in der Badi messen dürfen...
  • Miikee 21.10.2018 09:56
    Highlight Highlight Würde meine nicht mehr hergeben. ♥️

    Habe mich schliesslich dazu entschlossen, habe mich über den Tätowierung und seine Arbeit informiert, über den Hygiene Zustand im Studio und bin zufrieden. Es gehört jetzt zu mir.

    Aber klar, so ein Tattoo das im Suff gemacht wurde ist sicherlich nicht vergleichbar, da hab ich aber auch gar kein Mitleid.
    • m4in CS 22.10.2018 14:52
      Highlight Highlight Im Suff zu stechen gibt eine riesige, blutige Sauerei, da der Alkohol das Blut verdünnt. Ich empfehle jedem seine Tattoos nüchtern stechen zu lassen. Wer nicht nüchtern ist, weiss nicht wie sein Körper während dem stechen reagieren wird.
  • Calvin Whatison 21.10.2018 09:46
    Highlight Highlight War ja nur eine Frage der Zeit.
  • Alcedinidae 21.10.2018 09:45
    Highlight Highlight Wissen sollte man auch, dass nach der Prozedere doch gewisse Stoffe im Köper bleiben. Vor allem farbige Pigmente können Schwermetalle enthalten. Man kann sie also zerbrechen, aber ein paar giftige Nanopartikel werden in einen Ecken des Körpers zurückbleiben.... Manchmal besser das Tattoo zu behalten.
    • BlueHulk 21.10.2018 10:35
      Highlight Highlight Wissen muss man aber auch, dass
      beim Tätowieren selbst 80 Prozent der Farbe bereits in den Körper abwandern – wenn es also ein Risiko gebe, dann schon bei diesem Prozess.
    • BlueHulk 21.10.2018 13:52
      Highlight Highlight Die giftigen Stoffe werden schon beim Tättoowieren mit eingearbeitet und dann eben zu 80% vom Körper verarbeitet. Bei der Tattooentfernung werden lediglich die restlichen verbliebenen 20% in kleine Teilchen aufgesplittet so dass der Körper diese wiederum verarbeiten kann
  • wasylon 21.10.2018 09:39
    Highlight Highlight Arschgeweih 2.0 reloaded?
  • neckslinger 21.10.2018 09:39
    Highlight Highlight Da mach ich damm lieber ein coverup oder würde die Fläche einfach mit schwarz füllen.
    • Miikee 21.10.2018 12:55
      Highlight Highlight :D Passend zum Profilbild
    • neckslinger 21.10.2018 17:37
      Highlight Highlight Fast. Mein Profilbild ist nur sehr stark verdunkelt. Somit ist es nicht ganz schwarz.
    • welefant 21.10.2018 17:52
      Highlight Highlight 👌🏼
  • salamandre 21.10.2018 09:29
    Highlight Highlight alle leute sind gescheit...nicht alle vorher!
    • G. Mächlicher 21.10.2018 11:02
      Highlight Highlight gescheit oder gescheitert...?
  • Thadic 21.10.2018 09:03
    Highlight Highlight Mich würde es interessieren, ob es schon Studien gibt, welche eine allfällige Erhöhung des Krebsrisiko an den behandelten Stellen zeigen.
    • R. Schmid 22.10.2018 19:24
      Highlight Highlight Selbst Schuld, warum Studien?
    • Thadic 23.10.2018 18:21
      Highlight Highlight @RSchmid: nach dieser Logik hätte man auch nicht beweisen müssen, dass das Rauchen Krebs verursacht.
  • Eric Lang 21.10.2018 08:31
    Highlight Highlight Die Prozentzahlen der Tätowierten, halte ich aber aktuell klar für zu tief.
    Dann noch die hohe Zahl von Arschgeweih Trägerinnen, früherer Jahrzehnte.
  • Olmabrotwurst 21.10.2018 08:16
    Highlight Highlight Hehe Ein Arschgeweih als ob ein Hiesch einem blässt.
  • Astrogator 21.10.2018 07:49
    Highlight Highlight Frei nach Scrubs: Dermatologen sind keine Ärzte 😉

«Ich ass krankhaft gesund»: Wenn der Zwang nach gesunder Ernährung krank macht

Nur ausgewählte Lebensmittel, nur bestimmte Hersteller, alles bis aufs letzte Gramm abgewogen. Aus dem Wunsch, sich gesund zu ernähren, wurde bei Nils Binnberg ein Zwang. Er litt jahrelang an Orthorexie.

Auf dem Höhepunkt seiner Suche nach dem perfekten Ernährungsstil wog Nils Binnberg bei einer Grösse von 1.85 Metern noch 68 Kilo und nahm nur noch fünf Lebensmittel zu sich: Räucherlachs, Avocado, Fleisch, Salat und ein paar Nüsse.

Über die Jahre hatte er sich immer strengere Ernährungsregeln auferlegt: alle Produkte mussten bio, gluten- und zuckerfrei sein, mussten leistungssteigernde Eigenschaften haben. Kohlenhydrate ass der damals 37-Jährige schon seit sieben Jahren nicht mehr.

All dies tat …

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