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Carles Puigdemont schreitet zum Rednerpult. Bild: EPA/EFE

Carles Puigdemont will den Dialog: «Wir sind keine Verrückten»

10.10.17, 15:54 12.10.17, 11:39

Der Regierungschef von Katalonien, Carles Puigdemont, will am Ziel einer Unabhängigkeit von Spanien festhalten. Er setze diesen Prozess aber aus, um in den nächsten Wochen einen Dialog und eine Vermittlung einzuleiten.

Puigdemont unterzeichnete am Abend ein Dokument, in dem die Unabhängigkeit der Region von Spanien und zugleich deren Aussetzung erklärt wird. Darin heisst es unter anderem: «Wir gründen die katalanische Republik als unabhängigen und souveränen Staat.»

Die spanische Regierung wies Puigdemonts Erklärung umgehend zurück. «Es ist nicht zulässig, implizit die Unabhängigkeit zu erklären und diese dann explizit auszusetzen», erklärte ein Regierungssprecher in Madrid.

Puigdemont hat bereits mehrfach eine Vermittlung im Streit mit der Zentralregierung gefordert. Ministerpräsident Mariano Rajoy will aber erst Gespräche führen, wenn die katalanische Regionalregierung die Unabhängigkeitsbestrebungen aufgibt.

Am Sonntag vor einer Woche hatte Puigdemont ungeachtet eines Verbots durch das Verfassungsgericht und gegen den Willen der Zentralregierung in Madrid ein Referendum über die Unabhängigkeit abhalten lassen.

Bei der von den Gegnern der Abspaltung mehrheitlich boykottierten Befragung gewann das «Ja»-Lager mit rund 90 Prozent, die Beteiligung lag nur jedoch bei nur 43 Prozent. Dennoch reklamierte Puigdemont anschliessend, damit habe Katalonien das «Recht auf Unabhängigkeit» erlangt.

Warnungen aus Madrid

Puigdemonts Auftritt vor dem Regionalparlament am Dienstag in Barcelona war mit Spannung und Nervosität erwartet worden. Noch kurz vor seiner Rede hatte der Innenminister der Zentralregierung, Juan Ignacio Zoido, einen «letzten Aufruf» an Puigdemont gemacht, von einer Unabhängigkeitserklärung abzusehen.

Schon ab dem Nachmittag hatten sich immer mehr Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung unweit des Parlaments versammelt. Die Stimmung war zunächst gespannt, aber friedlich. Auf dem Platz vor dem Parlament kam immer wieder Jubel auf, wenn Puigdemont vom Ergebnis des Referendums sprach.

Tausende Unabhängigkeitsbefürworter versammelten sich in Barcelona, um Puidgemonts Rede auf der Grossleinwand zu verfolgen. Bild: AP/AP

Puigdemont kritisierte bei seiner Rede von dem Parlament in Barcelona die Zentralregierung in Madrid heftig. Diese habe jeden Versuch des Dialogs von Seiten Kataloniens abgelehnt.

«Die Antwort war immer eine radikale und absolute Weigerung, kombiniert mit einer Verfolgung der katalanischen Institutionen», sagte der katalonische Regierungschef. An alle Spanier gerichtet fügte er hinzu: «Wir sind keine Verbrecher, keine Verrückten, keine Putschisten.»

Umstrittene Abstimmung

Spaniens Ministerpräsident Rajoy wollte am Mittwoch (16.00 Uhr) vor der Abgeordnetenkammer in Madrid Stellung zu Puigdemonts Aussagen beziehen.

Mariano Rajoy will morgen Stellung nehmen. Bild: EPA/EFE

Sowohl die Abstimmung als auch ihr Ergebnis ist in Spanien und auch in Katalonien höchst umstritten. In der regionalen Hauptstadt Barcelona waren am Sonntag Hunderttausende Menschen gegen die Abspaltungspläne auf die Strasse gegangen. (sda/dpa/reu/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
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  • Upsi 11.10.2017 06:23
    Highlight Hab ich die Chronologie richtig zusammen: die zentrale Regierung von Rajoy will keinen Dialog solange mit einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung gedroht wird, Puidgedemont als Vertreter der ca. 50% Unabhängigkeitsbefürworter im kat. Parlament spricht in seiner Rede die Bereitschaft zum Dialog aus und von der Aufschiebung einer möglichen Unabhängigkeitserklärung, wenige Minuten später unterzeichnet er und die restlichen Unabhängigkeitsbefürworter ausserhalb des Plenums ein Dokument, dass die Unabhängigkeit Kataloniens ausspricht. Hat er nicht gerade was gesagt und danach was anderes getan?
    2 0 Melden
    • elalbi 11.10.2017 10:15
      Highlight Genau so ist es, u. sogar noch schlimmer. Der ach so harmlose Puigdemont hat zuerst mit seinem Ermächtigungsgesetz vom 06.09.17 im katalonischen Parlament (seither durfte es sich nicht mehr versammeln) zuerst gg. spanische u. nun seine eigene Gesetze gebrochen.
      Nur eine provozierte Opferrolle kann ihn retten.
      Ich zitiere Macron: "Ich lehne die Vermittlerrolle ab, da ich Puigdemont u. Rajoy als Gleichgestellte behandeln müsste.
      2 1 Melden
  • elalbi 11.10.2017 05:56
    Highlight Der Pyromane kann nicht gleichzeitig die Feuerwehr sein.
    0 0 Melden
  • Upsi 11.10.2017 05:11
    Highlight Verstehe ich das richtig: Puige die Unabhängigkeitserklärung wurde
    0 0 Melden
  • ujay 11.10.2017 05:10
    Highlight Puigdemont hat sich verzockt. Er rechnete damit, dass Spanien vor seiner verfassungswidrigen Aktion in die Knie geht. Als Regierungschef von Katalonien hat er auf die spanische Verfassung geschworen und mich wundert, dass er noch nicht inhaftiert wurde. Wann wachen die naiven Katalanen auf, die einen solche politischen Dummkoepf auch noch waehlen. Puigdemont macht nach Aussen auf souveraen, hat aber keinen wirklichen Plan. Wie gehabt; ein kleiner, widerlicher populistischer Warmluefter. Die ach so"armen Katalanen" sind selber schuld.
    3 1 Melden
    • elalbi 11.10.2017 10:28
      Highlight Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Nicht vergessen, dass Puigdemont nie gewählt worden ist. Als Bürgermeister von Girona wurde er auf Fingerzeig vom ausscheidenden Pte. Mas sein Nachfolger.
      Ein Katalane
      2 0 Melden
  • Domsh 10.10.2017 23:32
    Highlight Tsipras, Trump, Puigdemont - oder wenn verrückte Ideen an der Realität scheitern.
    4 1 Melden
  • Legume 10.10.2017 21:58
    Highlight helikopter taktik. viel wind, viel staub und wieder weg. keineswegs werden es die katalanen alleine schaffen. das hat nun jeder katalane hoffentlich endlich verstanden. kann alles wieder zum normalen zurückkehren. schade für die schlechte werbung kataloniens.
    16 27 Melden
  • Leidergeil 10.10.2017 21:55
    Highlight Würde gerne wissen wiviel geld er kassiert hat das er in letzter sekunde den rückzieher macht. Hat alle katalanen verraten und liefert sie jetzt ans messer der spanischen regierung. Einfach nur lächerlich!
    9 36 Melden
  • FancyFish 10.10.2017 20:25
    Highlight Gut gespielt von den Katalanen. Jetzt sieht es so aus, als wären sie die Vernünftigen
    33 6 Melden
    • dä dingsbums 10.10.2017 22:14
      Highlight Vernünftig oder nicht, auf jeden Fall verfolgen sie ihre Ziele auf eine absolut friedliche Art. Kein Terrorismus und keine Gewalt, dafür gebührt ihnen Respekt
      40 5 Melden
    • elalbi 11.10.2017 10:21
      Highlight Echt? Sie haben die katalanische Gesellschaft, sogar Familien auf Jahrzehnte gespalten. Bis vor ein paar Wochen musste niemand auf Teufel komm raus Partei ergreifen.
      Ich bin Katalane u. Spanier.
      Beide haben Platz in meinem Herzen.
      3 0 Melden
  • ThePower 10.10.2017 20:12
    Highlight War ja klar, dass die den Schwanz einziehen😄🙈Viel Lärm um Nichts, die Geschichte wird nun versanden, da die Zentralregierung die Katalanen jetzt erst recht nicht mehr ernst nimmt. Trotzdem Danke für die Show, hat die Zeit bis zum Nati-Match spannend überbrückt👍🏻😂
    25 67 Melden
    • phreko 10.10.2017 20:24
      Highlight Politik mit der Brechstange führt bloss zu Blutvergiessen.
      36 3 Melden
  • bebby 10.10.2017 19:53
    Highlight Sehr schade, dass ausgerechnet die Rede gegen den Nationalismus und für mehr Zusammenhalt in Europa und Spanien abgeschnitten wurde. Solche Stimmen sollte man auch in der Schweiz mehr hören. Auch wir ertrinken langsam in unserem Nationalismus Schweizer Prägung. Auch bei uns gibt es eine starke Minderheit, die sich am liebsten noch allem abschotten will. Dem gilt es Gegensteuer zu geben.
    49 21 Melden
  • FrancoL 10.10.2017 19:46
    Highlight «In Grossbritannien war ein Referendum möglich, warum also nicht auch in Katalonien?»
    Weil in Grossbritannien alle Briten abgestimmt haben und nicht nur eine Region. Es sind Fragestellungen die wenig Sinn für einen Unterschied zwischen einem Land und einer Region zeigen.
    Wir würden in der Schweiz ja auch nicht ein Referendum zur Schweizer Verfassung in nur einem Kanton laufen lassen, es wäre immer eine nationale Sache. Und genau das sollte es auch in Spanien sein: Ein Referendum zudem sich ALLE Spanier äussern können, nicht nur die Katalanen.
    24 67 Melden
    • SomeoneElse 10.10.2017 19:53
      Highlight Ich glaube er meint die Abstimmung zur Unabhängigkeit Schottlands und nicht die zum Brexit...
      52 1 Melden
    • Jaing 10.10.2017 19:54
      Highlight Bezüglich Schweiz: Auch in der Schweiz gibt es kein Sezessionsrecht. Wenn aber z.B. eine Gemeinde den Kanton wechseln will, so entscheidet zuerst die Gemeinde und dann die Kantone.
      22 3 Melden
    • Mafi 10.10.2017 19:55
      Highlight Alle Briten haben für einen Austritt aus dem Gesamtkonstrukt EU gestimmt, oder? nicht die ganze EU. Oder verpasse ich da etwas? und Schottland hat doch selber schon darüber abgestimmt, ohne den Rest des Vereinigten Königreiches.
      37 6 Melden
    • pun 10.10.2017 20:00
      Highlight Er bezieht sich auf das schottische Referendum, nicht das EU-Referendum.
      30 1 Melden
    • Birdie 10.10.2017 20:03
      Highlight Soweit ich weiss hat nur Schottland über dessen Unabhängigkeit abgestimmt und nicht ganz GB
      36 3 Melden
    • lilie 10.10.2017 20:11
      Highlight @FrancoL: Ich glaube, das kann man nicht so vergleichen. Die Katalanen haben über die Abspaltung von Spanien abgestimmt. In GB haben auch nur die Briten abgestimmt über den Austritt aus der EU, nicht die ganze EU.

      Aber der Austritt aus der EU ist legal möglich, in der spanischen Verfassung ist das nicht vorgesehen.
      19 3 Melden
    • FrancoL 10.10.2017 20:19
      Highlight Blitze für eine richtige Aussage?
      Doch das zeigt viel Sinn für Institutionen wie Verfassung und Referendum und somit letztendlich damit eine tiefe Verachtung des demokratischen Gedankens, so in Richtung: "ich mach mir die Demokratie wie sie mir gefällt"
      17 31 Melden
    • FrancoL 10.10.2017 20:43
      Highlight @lilie; Dein Schlusssatz: Genau richtig erkannt; In den Statuten der EU ist der Austritt geregelt und darum kann auch jedes Land dazu abstimmen.
      Wenn aber die Verfassung dies nicht vorsieht und das tut die spanische Verfassung nicht, dann kann nun mal gleich welcher Meinung man ist, das Referendum nicht auf Regionaler Ebene abgehalten werden.
      @Birdie: Kennst Du die GB Verfassung? offensichtlich nicht, denn sie lässt regionale Referenden zur Bindung an England zu, die spanische Verfassung tut das NICHT!
      Ist es so schwer zu verstehen dass eine Verfassung Rechte UND Pflichten beinhaltet?
      9 17 Melden
    • pun 10.10.2017 20:45
      Highlight @FrancoL: Nein, eher Blitze für eine etwas verwirrte Aussage. Erst muss sich der katalanische Volkswillen ausdrücken, deshalb das katalanische Referendum, dass der katalanischen Regierung einen Auftrag gibt. Ich vermute mal, dass für eine Verfassungsänderung, die für einen Austritt m.W.n. nötig wäre, dann schon noch ganz Spanien abstimmen müsste (oder je nachdem was in der Verfassung steht halt 2/3-Mehrheit im Parlament oder sowas).
      16 3 Melden
    • dä dingsbums 10.10.2017 21:22
      Highlight Die Schotten haben abgestimmt, nachdem man sich mit London verständigt hatte und die Britische Regierung grünes Licht dafür gegeben hatte.

      Nicht einfach so und irgendwann, weil die SNP das wollte. Das war demokratisch einwandfrei mit einem richtigen Resultat.

      Das in Katalonien war nix.


      16 7 Melden
    • Jaing 10.10.2017 21:32
      Highlight @franco Deine Aussage ist falsch. Nur die Schotten haben abgestimmt.
      18 1 Melden
    • FrancoL 10.10.2017 21:38
      Highlight @Pun; Verwirrt? Schon eher Dein Ansinnen. Kennst Du den Wortlaut des Referendum? Wohl eher nicht. Da wurde bestimmt dass man sich abspalten soll! Nicht etwa Gespräche führen, wie es nun beschlossen wurde, sondern binnen 2 Tage sich abzunabeln und das Abnabeln muss nun mal das gesamten spanischen Volk entscheiden.
      4 15 Melden
    • FrancoL 10.10.2017 21:40
      Highlight @dä dingsbums: Danke! da scheint doch langsam wieder die Vernunft und die Demokratie berücksichtigt zu werden.
      5 11 Melden
    • FrancoL 10.10.2017 21:57
      Highlight @Jaing: Informiere Dich und betrachte einmal unter welchen VORAUSSETZUNGEN die Schotten abgestimmte haben! Die Katalanen hatten im Gegensatz zu den Schotten KEINE Freigabe des Referendums durch die Spanische Regierung.

      Du bist mit Deiner Aussage auf dem Holzweg und vergleichst Birnen mit Äpfeln.
      6 19 Melden
    • SomeoneElse 10.10.2017 22:46
      Highlight Hör auf hier rumzuschreien... Du hast geschrieben: "Weil in Grossbritannien alle Briten abgestimmt haben und nicht nur eine Region. Es sind Fragestellungen die wenig Sinn für einen Unterschied zwischen einem Land und einer Region zeigen." Das war Blödsinn und darauf beziehen sich die Kommentare. Also lass das mit Caps-Lock und dem Nachschreiben anderer Kommentare sein. Merci.
      1 1 Melden
    • ujay 11.10.2017 05:18
      Highlight Hahaha...hier werden Kraut und Rueben durcheinander gemischt, aber die wenigsten haben eine Ahnung: Brexit: jedes EU Land kann darueber selber abstimmen, ob es austreten will. Schottland: Hat mit Einwilligung von GB ueber den Verbleib in ebendieser Abgestimmt. Katalonien:
      Will sich wider der spanischen Verfassung fuer selbstaendig erklaeren. Capische?
      4 0 Melden
    • lilie 11.10.2017 06:57
      Highlight @FrancoL: Der Widerstand gegen deine Aussagen betreffen nicht die Legalität der Referenden, sondern deine Behauptung, in GB hätte ganz Grossbritannien über die Abspaltung Schottlands abgestimmt. Das stimmt, dass es vorgängig Gespräche gab mit der Regierung, das englische Volk hatte aber nichts dazu zu sagen. Daher die allgemeine Verwirrung hier über deine Forderung, ganz Spanien über die Abspaltung Kataloniens abstimmen zu lassen.
      5 0 Melden
    • Jaing 11.10.2017 07:49
      Highlight @franco Du hast den Vergleich ja gebracht.
      1 0 Melden
    • FrancoL 11.10.2017 08:46
      Highlight @SomeoneElse; Und was genau ist an meiner Aussage falsch wenn in einer parlamentarischen Demokratie die Volksvertretung also das Parlament einer Region einräumet, dass diese über ihre Situation/Schicksal abstimmen kann. Hat nun plötzlich die Regierung nicht mehr diese Befugnis die Ihnen die Mehrheit des Stimmvolkes zugebilligt hat?
      Es ist das Wesen einer parlamentarischen Demokratie, dass das Volk sich vertreten lässt, also indirekt den Entscheid der Regierung stützt.
      0 1 Melden
    • FrancoL 11.10.2017 08:53
      Highlight @lilie; In einer parlamentarischen Demokratie hat das Volk dem Parlament diese Kompetenz abgetreten und dies trat es (das Volk) sehr wohl in einer Abstimmung ab indem das Volk dies in der Verfassung so verankert hat. ZUDEM hätte GB auch das Referendum gegen die Abmachung von Edinburgh ergreifen können. Man kann nun nicht bei allem was ein Parlament in einer parlamentarischen Demokratie beschließt rufen aber wir konnten nicht darüber abstimmen.
      Als Parlamentarischer Vertreter habe ich nun mal diese Kompetenz auf der Basis einer Abstimmung erlangt. Das ist doch die Situation.
      0 1 Melden
    • FrancoL 11.10.2017 08:57
      Highlight @lilie: Auch in Spanien haben wir mit der parlamentarischen Monarchie ähnliche Verhältnisse wie in GB. Die spanische Regierung ist die Volksvertretung und könnte in Vertretung des Volkes den Katalanen gewisse Referendumsmöglichkeiten einräumen, gegen die das spanische Volk über ein Referendum zu oder dagegen stimmen könnte.
      Letztendlich ist es nicht die Regionalregierung die über die Verfassung bestimmt sondern die legale Vertretung des Volkes (Regierung) und das spanische Volk über die Referendumsebene.
      0 1 Melden
    • lilie 11.10.2017 12:26
      Highlight @FrancoL: In deinem ursprünglichen Kommentar sprichst du aber ausdrücklich von ALLEN Spaniern, nicht von der von ihnen gewählten Volksvertretern.

      Auch diese Volksvertreter können nichts unternehmen, wenn eine Abspaltung in der Verfassung als verboten definiert wird.

      Dann bleibt nur ein langer, zäher Verhandlungsweg - oder die "illegale Abspaltung" als schneller, aber mit grosser Wahrscheinlichkeit blutiger Weg.

      4 0 Melden
    • FrancoL 11.10.2017 15:24
      Highlight @lilie: Was ist falsch wenn ich schreibe, dass alle Spanier sich zu der Rahmenbedingung des Referendums äussern können? Die Regierung handelt aus (wie zB auch mit der EU betreffend dem aktiven und passiven Wahlrecht) und mit dem Referendum kann die spanische Bevölkerung die Verfassungsänderung billigen oder nicht. Wird kein Referendum angerufen, ja dann ist das Volk ja mehrheitlich einverstanden.
      So wie in England (ABMG v. Edinburgh) KANN die Regierung ein Szenario für ein Referendum in Katalonien gutheissen und wie bereits beschrieben die nötige Verfassungsänderung dem Volk vorschlagen.
      1 2 Melden
    • FrancoL 11.10.2017 17:25
      Highlight @lilie; Du schreibst, wohl im Einklang mit der Mehrheit hier im Netz:
      "Auch diese Volksvertreter können nichts unternehmen, wenn eine Abspaltung in der Verfassung als verboten definiert wird"

      Das ist nun mal falsch.

      JEDE Verfassung ist abänderbar, auch die spanische. Diese musste zB für den Beitritt zur EU abgeändert werden und dies erfolgte mit einem Referendum dem das spanische Volk zustimmte und somit die Verfassung abänderte.

      Ähnliche Szenarien sind auch für eine mögliche Änderung der Verfassung für die Bindung der Regionen. Nur muss dann eine Mehrheit der Spanier dem zustimmen.
      1 2 Melden
    • FrancoL 11.10.2017 17:30
      Highlight @lilie; Du gehörst zu den vernünftigen hier im Netz.
      Stell Dir einmal das Umgekehrte vor:
      Ein Teil der Spanier möchte eine Region los werden. Da muss doch auch die Verfassung Schutz bieten, es müssen Mechanismen in der Verfassung enthalten sein, die einen einfachen Rauswurf nicht einfach ermöglichen. Die Verfassung beinhaltet RECHTE und PFLICHTEN und diese sollen den Menschen eine Garantie sein für eine sichere Zukunft.
      1 1 Melden
    • lilie 11.10.2017 18:30
      Highlight @FrancoL: Danke für die Blumen - kann ich gerne zurückgeben. :)

      Bin aber trotzdem nicht deiner Meinung. Die spanische Verfassung schützt mE nicht die einzelnen Regionen vor der Willkür des restlichen Volkes, sondern den Staat vor Zersetzung durch abtrünnige Regionen.

      Katalonien ist wirtschaftlich stark, eine Abspaltung wäre für den Staat Spanien eine Katastrophe.

      Eine Verfassung sollte natürlich den Staat schützen - aber er sollte auch seinen Regionen Freiheiten einräumen. Ich halte es für das Recht einer Region, sich von seinem Mutterstaat lösen zu dürfen. (1/2)
      0 0 Melden
    • lilie 11.10.2017 18:37
      Highlight @FrancoL: (2/2) Schottland hat diese Freiheit - Katalonien nicht.

      Und natürlich sehen die Katalanen vor allem, von welchen Pflichten sie befreit würden bei einer Abspaltung.

      Aber es ist auch völlig klar, dass sie eben auch Rechte und Vorteile verlieren würden.

      Da ich zu wenig Bescheid weiss über die Verhältnisse, kann ich nicht beurteilen, ob eine Abspaltung günstig wäre. Das müssen die Katalanen schon selber wissen.

      Eine Demokratie muss auch Fehlentscheide seines Volkes akzeptieren - so wie der Brexit wohl eher ein Bauchentscheid als ein kluges Abwägen gewesen ist. Aber eben...
      0 0 Melden
    • FrancoL 11.10.2017 20:32
      Highlight @Lilie; Gegenfrage: Sollte der Staat eine Region ausschliessen können? Wenn nein wieso nicht? Wenn ja wie steht es mit dem Schutz der Investitionen und vor allem der Bürger dieser Regionen?

      Lilie Die Verfassung sollte nicht den Staat schützen sondern das Individuum also den Bürger. Und Schutz bedeutet auch Sicherheit und Rückhalt zu geben, das steht praktisch in jeder Verfassung. Wie soll aber ein Staat dies bewerkstelligen, wenn er die Mitglieder nicht im Griff haben kann?
      0 0 Melden
    • FrancoL 11.10.2017 20:39
      Highlight @lilie; Zu Schottland: Die Zentralregierung hat in zähen Verhandlungen den Schotten das Referendum zugestanden und dies mit einem Mehrheitsentscheid der die Abmachung zu Edingburgh 2012 gestützt hat. Den Schotten wurde klar vorgeschrieben wie die Frage lauten durfte und auch verboten zusätzliche Fragen ins Referendum zu packen. Hätte das Volk in GB das Referendum ergriffen hätte es diese Abmachung klar verhindern können. Die Regierung und nicht die Schotten haben da bestimmt und in Spanien will nun mal die Regierung nicht, ABER das E Volk könnte dies über ein Referendum ermöglichen.
      0 0 Melden
    • FrancoL 11.10.2017 20:44
      Highlight @lilie; Die Demokratie muss wie Du richtig feststellst auch Fehlentscheide des Volkes akzeptieren, eben der Volkes und nicht von einem Teil des Volkes.
      Ich wehere mich so vehement gegen die mehrheitlich im Netz kurierende Meinung es sei die E Regierung die da nicht will. Klar ist die E Regierung hier federführend, aber das Volk hätte auch in Spanien das letzte Wort.
      Ich bin nun mal einer der gerne die Verantwortung denen überbindet die sie tragen sollten und in einer Demokratie ist es IMMER das Volk im Fall Kataloniens ist des die Mehrheit des spanischen Volkes, die sich nicht bewegt.
      0 0 Melden
    • lilie 11.10.2017 22:36
      Highlight @FrancoL: Ich bin dagegen, dass ein Staat eine Region ausschliessen können soll, weil ich eben das föderalistische Prinzip befürworte, wonach eine Region selber bestimmen können sollte.

      Und selbstverständlich sollte ein Staat alle seine Bürger schützen. Wenn er sich aber selber nicht schützt, kann er seine Aufgabe gar nicht erfüllen.

      Als (fiktives) Beispiel: Wenn die drei wirtschaftsstärksten Regionen Spanien sich abspalten würden, wäre der Staat vermutlich nicht mehr in der Lage, seine verbliebenen Bürger zu versorgen. (1/2)
      0 0 Melden
    • lilie 11.10.2017 22:40
      Highlight @FrancoL: (2/2) Das widerspricht sich natürlich, aber es ist genau ja die Aufgabe der Regierung, solche sich kontrastierende Interessen zu behandeln und Lösungen auszuarbeiten.

      Das Volk ist mE damit überfordert und sollte in erster Linie für sich selber sprechen dürfen.

      (Zum Rest antworte ich jetzt nicht, wenns dir recht ist, sonst wird das endlos 😂).
      0 0 Melden
    • FrancoL 12.10.2017 09:33
      Highlight @lilie; Abschliessend wie Du richtig erkannt hast gibt es für den Staat 2 "Ecken" die demokratischen Wünsche des Volkes und die Rechtsstaatlichkeit die eigentlich über den Wünschen der Volkes angesetzt ist und an der sich nicht rütteln lässt, zumindest nicht in einer Demokratie. Die Verfassung regelt weitgehend die Rechtsstaatlichkeit darum ist sie mehr bindend als die Entscheide des Volkes außerhalb der Verfassung.

      Ich wünsche Dir einen sonnigen Tag.
      0 0 Melden
    • lilie 12.10.2017 12:33
      Highlight @FrancoL: Richtig - fast. Zumindest in der Schweiz hat das Volk ja die Möglichkeit, über Änderungen der Verfassung abzustimmen.

      Wünsch dir auch einen schönen Tag! 😊
      0 0 Melden
    • FrancoL 12.10.2017 13:27
      Highlight @lilie; das haben alle Demokratien, der Zugang ist nur unterschiedlich.
      Aber jetzt ab an die Sonne.
      0 0 Melden
    • lilie 12.10.2017 15:29
      Highlight @FrancoL: Ja, genau, Schluss mit den Endlosdiskussionen! 😅

      Bis zum nächszen Mal! 😄
      0 0 Melden
  • Roman Sonderegger 10.10.2017 19:37
    Highlight Ich warte nur noch, bis die Polizei auftaucht ...
    11 5 Melden
    • elalbi 11.10.2017 11:57
      Highlight Puigdemont will genau dies provozieren. Ganz Katalonien, ganz Spanien, die ganze Welt fragt sich, ob sie nun ein eigenständiges Land sind. Das ist einfach nur Pfusch od. Selbsüberschätzung.
      2 0 Melden
  • ManuL 10.10.2017 19:27
    Highlight Die Übersetzerin beim Live-Stream schläft wohl nächstens ein...
    16 1 Melden
  • Fischra 10.10.2017 18:53
    Highlight Das wird nichts. Die Katalanen haben sich aufhetzen lassen von einem der die Sache nicht zu Ende gedacht hat. Besser eine Lösung mit dem Staat suchen. Dieses abspalten führt zu gar nichts.
    53 19 Melden
  • Upsi 10.10.2017 18:43
    Highlight Die Katalanen waren doch die pünktlichen und fleissigen in Spanien 🤔...sorry, das musste sein nachdem das in den vergangenen Wochen in einigen Kommentaren und Artikel öfters hervorgehoben wurde 🤷🏽‍♂️
    13 23 Melden
  • Majoras Maske 10.10.2017 18:11
    Highlight Taucht sicher noch plötzlich die Polizei auf...
    23 4 Melden
  • kettcar #teamhansi 10.10.2017 18:05
    Highlight Sogar hier unpünktlich. Und die wollen ein Land betreiben? Pffffff
    21 44 Melden
  • FakeNewsAlarm 10.10.2017 18:03
    Highlight Was hat denn der Tusk/die EU zu melden bei dieser Sache?
    Es ist einzig ein Problem der Spanier/Katalanen.
    Aber natürlich wollen sich die EU-Diktatoren einmischen. Unabhängigkeit unterstützen sie nur dort wo es ihnen in ihr politisches Konzept passt.
    18 64 Melden
    • FrancoL 10.10.2017 18:52
      Highlight Falsch, die Katalanen werden bei der EU anklopfen, denn sie brauchen den Zugang zum europäischen Markt! Dann kann man durchaus als möglicher Partnern sich äussern.
      50 5 Melden
    • Nicholas Fliess 10.10.2017 19:53
      Highlight Es betrifft ein EU-Mitglied, Spanien, potenzielle Unruhen dürften die EU durchaus etwas angehen...
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    • Bob_das_Fahrrad 10.10.2017 20:21
      Highlight Wieso soll die EU keine Erklärung abgeben oder Aufrufe starten dürfen ? Man gibt auch Erklärungen ab zu Nordkorea, der Ukraine oder dem Mann im Mond. Erklärungen zu irgendwelchen Themen abzugeben ist eine Hauptaufgabe der Politik. Und was hat es mit den EU-Diktatoren auf sich, habe ich 'was verpasst?
      Übrigens.. FakeNewsAlarm, ein trolliger Name. Daumenhoch.
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    • Fabio74 10.10.2017 21:13
      Highlight wer von EU-Diktatur redet, disqualifiziert sich als ahnhungsloser Rechtsnationaler
      Spanien ist EU-Mitglied, da soll und darf die EU seine Meinung dazu abgeben,
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    • ujay 11.10.2017 05:21
      Highlight @FakeNewsblabla....EU-Diktatur...ich werf mich hin vor lachen😂😂😂😂😂😂
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    • FakeNewsAlarm 11.10.2017 10:24
      Highlight ujay: JA ob es die Katalanen auch so lustig finden wenn ihnen die EU sagen will was sie zu tun hätten?
      Die EU ist als Wirtschaftsverbandentstanden (wohl in der Geschichte geshclafen ihr die das nicht wisst) und hat schlicht nichts zu melden wenn sich ein Volk mit seinem aktuellen Staat aufreibt.
      Jedenfalls sicher nicht für eine Seite Partei beziehend
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    • FrancoL 11.10.2017 12:22
      Highlight @FakeNews: Wenn, wie im Falle Kataloniens, die Regionalregierung schon bei der EU vorstellig wird und bereits mehrfach sich zu einer Einbindung in die EU nach der Abspaltung geäussert hat der muss sich nicht wundern wenn die EU sich in dieser Sache äussert!
      Das ist ja gerade das Problem: EinKatalonien hätte ohne EU mehr als nur Mühe, das weis auch die Regionalregierung und darum haben Kontaktversuche von Seiten der Regionalregierung mit der EU statt gefunden.
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    • ujay 11.10.2017 18:06
      Highlight @Fakenews. Die EU sagt den Katalanen gar nichts, das spielt sich nur in deiner EU Diktaturen Fantasie ab. Spanien gehört der EU an und die wird sich bestimmt nicht gegen Spanien stellen und ein Land Katalonien unterstützen. Träumst du? Dass die EU aus der EWG entstand, weiss doch jedes Kind, danke für den Belehrungsversuch.
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  • olmabrotwurschtmitbürli 10.10.2017 16:26
    Highlight Irgendwie fehlt eine Netflix-Serie zu dieser Angelegenheit.

    Irgendwas zwischen House of Cards und Designated Survivor. Einfach mit Sardanes und Stierkämpfen zur ahmosphärischen Untermalung.

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    • Ichiban 10.10.2017 18:17
      Highlight Bin gespannt ob die Unabhängigkeit durchgezogen wi
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