Arbeitswelt
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Darunter leiden Schweizer am meisten bei der Arbeit



Arbeitnehmende stellen den Arbeitsbedingungen in der Schweiz erneut ein gutes Zeugnis aus. Beim genaueren Betrachten gibt es jedoch negative Trends, beispielsweise bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben oder beim Stress.

Gemäss der am Freitag veröffentlichten Studie «Barometer Gute Arbeit» des Arbeitnehmerverbands Travail.Suisse ist die Motivation der Arbeitnehmenden seit mindestens vier Jahren auf hohem Niveau stabil. Gemessen wird dies etwa mit Fragen darüber, wie die Wertschätzung und Unterstützung durch Arbeitgeber wahrgenommen werden, welchen Sinn die Arbeit für die Gesellschaft hat oder wie stark sich die Beschäftigten mit dem Arbeitgeber identifizieren.

Eine negative Tendenz zeigt sich jedoch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben – wenngleich auf hohem Niveau, wie der Arbeitnehmerverband einräumt. Der Anteil derjenigen, welche Probleme mit der Vereinbarkeit haben, hat demnach um drei Prozentpunkte zugenommen auf 21,6 Prozent in vier Jahren, wie Gabriel Fischer von Travail.Suisse vor den Medien in Bern ausführte.

Nationalrat Adrian Wuethrich, SP-BE, Praesident Travail.Suisse, mitte, spricht an der Seite von Nationalrat Jacques-Andre Maire, SP-NE, Vize-Praesident Travail.Suisse, links, und Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, Travail.Suisse, rechts, waehrend einer Medienkonferenz von Travail Suisse zum Thema:

Jacques-André Maire, Adrian Wüthrich und Gabriel Fischer (r.). Bild: KEYSTONE

Fazit der Studie

Mehr Investitionen in Mitarbeitende nötig

Gut die Hälfte der Arbeitnehmenden glaubt indes nicht oder kaum daran, dass sie eine vergleichbare Stelle mit vergleichbarem Einkommen fänden, wenn sie ihren Job verlieren würden. Gleich viele erleben zudem keine oder nur eine unzureichende Förderung durch ihren Arbeitgeber. Travail.Suisse fordert daher mehr Investitionen in die Arbeitnehmenden in Form von Aus- und Weiterbildungen.

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Die Hälfte glaubt nicht, dass sie bei einem Stellenverlust einen gleich guten Job bekämen. syna

Die Arbeitnehmenden schätzen zudem ihren Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitsmengen und der Arbeitszeiten geringer ein als noch vor vier Jahren. Damit setzt sich der Trend aus dem Vorjahr fort.

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Wenig Flexibilisierung zugunsten der Arbeitnehmenden. syna

Der Anteil derjenigen ohne Einfluss auf ihre Arbeitszeiten ist in den vergangenen vier Jahren von 13,1 auf 17,8 Prozent gestiegen. Umgekehrt hat sich der Anteil der Personen mit grosser Gestaltungsmöglichkeit von 29 auf 24,5 Prozent reduziert. (sda)

55 Perfektionisten bei der Arbeit: Besser geht nicht

Ab wann gilt man in der Schweiz eigentlich als arm?

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Video: srf

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ThatsWhatSheSaid 12.10.2018 16:06
    Highlight Highlight Wie sagt mein Vater immer, es hat noch niemand auf dem Sterbebett gesagt er habe zu wenig gearbeitet.

    Nehmt euch mal ne spontante Auszeit, für etwas gibt es Überstunden :)
  • ChiliForever 12.10.2018 14:03
    Highlight Highlight Ist das in der Schweiz eigentlich auch so wie in Deutschland, daß die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben immer mehr abnimmt je mehr Freizeit die Arbeitnehmer haben?

    Vielleicht sollte man sich darüber mal Gedanken machen und so manch' einen "gestressten" Arbeitnehmer mal fragen, ob seine Prioritäten nicht doch irgendwie falsch liegen...
    • RatioRegat 12.10.2018 15:36
      Highlight Highlight Selbst wenn es so wäre, dass zwischen dem Arbeitspensum und der Wahrnehmung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine negative Korrelation besteht, so bedeutet dies nicht, dass in diesem Bereich kein Handlungsbedarf besteht.

      Zu beachten ist nämlich, dass die Kinderbetreuung wahrscheinlich überwiegend von Personen übernommen wird, die nicht in einem vollen Pensum arbeiten. Von denjenigen die ein volles Pensum haben, dürfte die Mehrheit entweder keine Kinder haben oder ein klassisches Rollenmodell leben, in dem der andere Partner die Kinderbetreuung übernimmt.
    • RatioRegat 12.10.2018 15:44
      Highlight Highlight Soweit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Personen, die sich nicht oder nur in untergeordnetem Mass an der Kinderbetreuung beteiligen, positiver beurteilt wird, erstaunt dies nicht.

      Bei Arbeitnehmern die tatsächlich einen wesentlichen Beitrag zur Kinderbetreuung leisten, denke ich nicht, dass die Wahrnehmung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit zunehmendem Pensum besser wird.
  • Clife 12.10.2018 11:52
    Highlight Highlight Wie kann man unter Stress motiviert sein, Überstunden zu machen und unter Termindruck zu arbeiten? Darunter verstehe ich genau das Gegenteil von Motivation
  • N. Y. P. 12.10.2018 11:24
    Highlight Highlight 40 Prozent der Befragten fühlen sich gemäss der Studie oft oder sehr oft gestresst.

    Und dann dieser :

    Gemäss Studie des Arbeitnehmerverbands Travail.Suisse ist die Motivation der Arbeitnehmenden seit mindestens vier Jahren auf hohem Niveau stabil.

    Passt irgendwie nicht zusammen. Also wie Travail Suisse die Studie interpretiert, ist doch sehr sonderbar..

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