Spanien

Streit in Spanien eskaliert: Madrid will Katalonien die Autonomie entziehen

19.10.17, 10:17 19.10.17, 13:49

Neue Runde im Streit um Katalonien: Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat sich nicht an die Forderung der spanischen Zentralregierung gehalten, bis Donnerstag 10.00 Uhr klar zu sagen, ob die Region für unabhängig erklärt wurde. 

Bleibt hart: der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy. Bild: AP/AP

Unmittelbar danach kündigte die Regierung in Madrid Zwangsmassnahmen gegen die wirtschaftlich starke Region im Nordosten an. Die spanische Regierung berief für Samstag eine Dringlichkeitssitzung ein, um konkrete Massnahmen zum Entzug der katalanischen Autonomierechte zu beschliessen.

Kein Ausweg in Sicht

Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont hatte zuvor am Donnerstag erneut mit der Ausrufung der katalanischen Unabhängigkeit gedroht, sollte Madrid seine «Repression» fortsetzen und nicht zum Dialog bereit sein. Madrid hatte der katalanischen Regionalregierung eine Frist bis Donnerstagmorgen um 10.00 Uhr gesetzt, um klipp und klar einen Verzicht auf die Unabhängigkeit zu erklären.

Regionalpräsident Puigdemont teilte daraufhin in einem Brief an den konservativen spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy mit, das Regionalparlament in Barcelona habe die Unabhängigkeit bisher noch nicht formell beschlossen - könne dies aber jederzeit tun, «falls die Regierung darauf beharrt, den Dialog zu unterbinden und die Repression fortzusetzen».

Der Brief von Carles Puigdemont

Nur Minuten später kam die Reaktion aus Madrid: Die Stellungnahme Puigdemont wurde als unbefriedigend eingestuft. «Als Konsequenz daraus wird die Regierung Spaniens den im Artikel 155 der Verfassung vorgesehenen Weg weitergehen, um die Rechtsstaatlichkeit in Katalonien wiederherzustellen».

Die Antwort der Regierung

Das komplizierte Verfahren zum Entzug von Autonomierechten gemäss Verfassungsartikel 155 hatte Rajoy bereits eingeleitet, indem er Puigdemont die Frist zu einer formellen Erklärung zur Unabhängigkeit gesetzt hatte.

Bei der Dringlichkeitssitzung am Samstag könnte das spanische Kabinett nun nach Artikel 155 konkrete Massnahmen gegen Barcelona beschliessen. Die Verfassung führt diese Massnahmen nicht detailliert aus, doch reichen die Möglichkeiten laut Verfassungsexperten von der Übernahme der Kontrolle über Politik, Verwaltung oder Polizei bis hin zu Neuwahlen in Katalonien.

Artikel 155 der spanischen Verfassung: die «Atombombe»

Der Artikel 155 der spanischen Verfassung wird wegen seiner Schärfe von Medien und Beobachtern als «Atombombe» bezeichnet. Er besagt, dass die Regionalregierungen des EU-Landes dazu verpflichtet sind, die Verfassung und das allgemeine Interesse Spaniens zu achten.

Tut eine der 17 sogenannten autonomen Gemeinschaften dies nicht, kann die Regierung in Madrid Zwangsmassnahmen ergreifen. Der Artikel ist in Spanien seit Inkrafttreten der Verfassung im Jahr 1978 bisher nie zur Anwendung gekommen.

Er berechtigt die Zentralregierung, die «erforderlichen Massnahmen» zu ergreifen, um die autonome Gemeinschaft «zur zwingenden Erfüllung dieser Verpflichtungen und zum Schutz besagten Allgemeininteresses anzuhalten».

Dazu könnte die Entmachtung der Regionalregierung und die Auflösung des Regionalparlaments gehören. Der Senat muss den Massnahmen mit absoluter Mehrheit zustimmen. 

Schwere politische Krise droht

Sollte die Zentralregierung tatsächlich gewählte Volksvertreter in Katalonien absetzen, könnte dies nach Einschätzung der Zeitung «La Vanguardia» zu einem «Zusammenstoss» mit demjenigen Teil der Bevölkerung führen, der die Unabhängigkeit will. So könnte sich die schwerste politische Krise in Spanien seit dem Ende der Franco-Diktatur und der Rückkehr zur Demokratie 1977 noch verschärfen.

Die EU rief Barcelona auf, den Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen und sich an die Verfassung zu halten. Wegen des Streits hatten mehrere Unternehmen angekündigt, ihre juristischen Hauptsitze aus der Region zu verlegen. Zudem hat die spanische Regierung bereits ihre Wachstumsprognose für 2018 reduziert. (sda/afp/dpa/reu)

Er will Unabhängigkeit – Wer ist der Präsident Kataloniens?

39s

Er will Unabhängigkeit – Wer ist der Präsident Kataloniens?

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Dem Nachtzuschlag gehts an den Kragen – und Uber ist daran nicht ganz unschuldig

Für 27 Franken nach Berlin? So teuer müsste dein Flug eigentlich sein

Diese Feministin will die SVP aus Debatten (und Taxis) verbannen

Erwachsensein – wie du es dir vorgestellt hast, und wie es wirklich ist

Poisson prallte gegen einen Baum: «Als wir am Unfallort ankamen, war er bereits tot»

Wie lit bist du, du sozialtoter Bruh? Wir suchen die Jugendwörter vergangener Jahre

Erfolg für Facebook-Schreck Max Schrems: Datenschutz-Aktivist kann Facebook verklagen

5 Grafiken, die man im No-Billag-Nahkampf kennen muss

Diese 6 Grafiken zeigen, in welchem Kanton du für die Autoprüfung am meisten zahlst

Nico Hischier ist in seiner ersten NHL-Saison besser unterwegs als Auston Matthews

«Cookies»-Backen in der Schweiz – ein Drama in 5 Akten

10 Vorteile, die nur sehr langsame Leute kennen

Gesichtserkennung beim iPhone X angeblich überlistet

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
63
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
63Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • werner weber 20.10.2017 00:13
    Highlight Puigdemont repräsentiert mindestens 2.3 Mio KatalanInnen (natürlich ist er Präsident von allen, aber mindestens so viele stehen voll hinter der Unabhängigkeitspolitik), die Entscheidung trifft das katalanische Parlament, soviel zur Demokratie von Katalonien. Dem steht die spanische Verfassung und die Gewalt der Regierung Rajoy entgegen. Die gleiche Regierung die behauptet nur eine radikale Minderheit sie für die Unabhängigkeit, hat teuflische Angst vor einem gemeinsam organisierten Referendum und setzt in franquistischer Tradition auf Repression statt auf Dialog.
    2 1 Melden
  • Grégory P. 19.10.2017 13:37
    Highlight Katalonien, Brexit und Masseneinwanderungsinitiative haben gemeinsamen Nenner: Populisten hetzen was der Zeug hält, dann folgt die grosse Ratlosigkeit. Sie haben kein Plan, wie die Wunsch-Vorstellungen sich mit der Realität vereinbaren lassen. Radikalität ist für Demokratien Gift.
    7 7 Melden
  • praxis 19.10.2017 13:26
    Highlight Mit dem Artikel 155 ist nicht die Autonomie beendet. Rajo entmachtet die aktuelle Regierung (Generalitat) bis zu Neuwahlen, um die verfassungsmässige Autonomie wieder herzustellen. Aus Sicht der Verfassung hat die "Unabhängigkeitserklärung" die Autonomie Katalaniens beendet, weil dadurch Katalanien aus dem spanischen Staat austritt. Aber nur innerhalb der Verfassung ist Autonomie möglich. Ausserhalb ist es Unabhängigkeit. Aber das gibt es gemäss der spanischen Verfassung nicht. Dafür muss die spanische Verfassung geändert werden, was von Rajo und den Sozis bereits angekündigt wurde.
    5 9 Melden
  • elalbi 19.10.2017 13:04
    Highlight Unglaublich! Die katalanistische (so nenne ich sie als Katalane nach dem Putsch vom 06.09.17) Regierung erwidert der spanischen Regierung, dass sie zwar nicht weiss, ob sie sich als unabhängig erklärt haben, aber sie sich im Falle des Art. 155 als unabhängig erklären.
    Man kann nicht auf zwei Hochseiten gleichzeitig tanzen.
    Help Spain!
    8 20 Melden
  • Ueliroe 19.10.2017 12:28
    Highlight Ich hoffe nur, dass all die Sympathisanten einer katalonischen Unabhängigkeit bedenken, dass Katalonien mit diesem Schritt ins wirtschaftliche Desaster (es werden nun noch viele andere bedeutende Unternehmen den Hauptsitz ins übrige Spanien verlegen) und politische Abseits driften wird. Der Traum der Separatisten dürfte sich so oder so sehr bald in einen Albtraum verwandeln - schaden für Katalanien, schade für Spanien, schade für Europa.
    12 13 Melden
    • Ueliroe 19.10.2017 22:43
      Highlight 700 Firmen haben Katalonien verlassen. Weitere werden, wenn Puigdemont so weiter macht, folgen, denn in einem Staat ohne Anbindung an die EU und ohne Währung (Euro wird wegfallen) würden sie keine Zukunft haben. Die Hotelbuchungen sind um 30 % eingebrochen. Die EU steht zur Einheit Spaniens und wird ein "unabhängiges" Katalonien nicht als Staat anerkennen. Die Unabhängigkeitserklärung war illegal und es haben ausserdem nur ca. 43 % der Stimmberechtigten daran teilgenommen. Was für eine Zukunft soll Katalonien denn so haben? Ich liebe Spanien und die Spanier und deshalb bin ich in Sorge.
      0 2 Melden
  • Domsh 19.10.2017 12:10
    Highlight Preflop, Flop, Turn, River und bald Showdown.
    Und Puigdemont geht ständig wiederwillig mit. Oh Mann, ist der da in was reingerasselt...
    9 3 Melden
  • Wilhelm Dingo 19.10.2017 12:09
    Highlight Wer würde von einer Abspaltung finaziell profitieren, wer verlieren?
    4 0 Melden
    • rauchzeichen 19.10.2017 13:56
      Highlight es kommt halt drauf an wieviele firmen abwandern. spaniens wirtschaft ist gelinde gesagt angeschlagen, die arbeitslosigkeit hoch. katalonien macht ca. einen sechstel des bip des landes aus. in den kommentarspalten liest man viel davon, katalonien würde zuviele firmen verlieren, um unabhängig zu florieren. nur wird das immer wieder gesagt, im falle von steuererhöhung, oder anderen politischen entscheiden, die unternehmen schaden. und des öftern passierte wenig. einige wandern immer ab, doch häufig weniger als manche denken. ich pers. denke, dass katalonien profitiert. spanien –1/6 bip?...
      3 0 Melden
  • Domsh 19.10.2017 12:05
    Highlight Tja, einen eigenen Staat auszurufen benötigt eben mehr Mut als die Durchführung einer illegalen Abstimmung.
    7 12 Melden
  • Chili5000 19.10.2017 11:56
    Highlight ... und das alles wegen Messi und Ronaldo! Der Hass wäre nicht mal halb so gross wäre diese Rivalität nicht gewesen, wetten?
    3 18 Melden
    • Tsunami90 19.10.2017 15:03
      Highlight Jup, ich halte dagegen. Die Innerspanischen spannungen sind älter als der Fussball.
      3 0 Melden
  • Upsi 19.10.2017 11:22
    Highlight Mehr als eine Spanien vs Katalonien Situation ist es soweit ich das Beurteilen kann eine Katalonien (pro Unabhängigkeit) vs Katalonien (contra) Situation. Puigdemont hätte statt ein Referendum durchzuboxen besser regionale Neuwahlen abgehalten, nur zeigten zu diesem Zeitpunkt die Umfragen, dass die Unabhängigkeitsbefürworter ihre Mehrheit im Parlament verloren hätten. Ob dies heute noch stimmt bezweifle ich... die Gräben zwischen den beiden Lagern in Katalonien wurden in den letzten Wochen tiefer und die Unentschlossenen auf eine Seite “gezwungen”.
    19 14 Melden
  • Birdie 19.10.2017 11:04
    Highlight 2 unfähige Präsidenten.

    Der Eine bleibt stur und will keine klaren Aussagen machen, der Andere will nicht reden und haut noch mehr drauf. Würde es ihnen um die Bevölkerung gehen sässen sie schon lange gemeinsam am Tisch.

    Vorgezogene Wahlen wären gut gewesen um etwas Klarheit zu verschaffen. Solange sie natürlich nicht 50/50 ausgegangen wären. Am besten in ganz Spanien, um gleich beide Verhandlungsparteien zu ersetzen.

    Rajoy hat den Konflikt nicht im Griff. Er sollte zurücktreten. Puigdemont auch.

    Hoffentlich endet die Eskalation bald. Hass ist schon genug da. Echt schade.
    121 8 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 11:50
      Highlight Naja so hart? Rajoy kommt zur Zeit doch die wesentlich grössere Verantwortung zu. Puigdemont hat seine Möglichkeiten weit gedehnt und nun sollte der Rajoy sich auch bewegen, aber er versucht schon vor einem Gespräch den anderen an die Wand zu stellen, das ist ein unwürdiger Akt. Rajoy ist auf vollem Konfrontationskurs, er könnte ganz gut akzeptieren, des die Unabhängigkeit zur Zeit auf Eis gelegt ist und nun auch an den Tisch der Verhandlung sitzen.
      11 4 Melden
    • ujay 19.10.2017 13:58
      Highlight Nein, Rajoy ist der Realist und im Gegensatz zu Puigdemont eben fähig. Als Präsident Spaniens hat er den Auftrag, dass die Verfassung eingehalten wird und ist dem Parlament verpflichtet. Die windigen Ideen von Puigdemont und seinen Einflüsterern sind jämmerlich gescheitert.
      1 10 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 15:49
      Highlight @ujay; Rajoy ist kein Realist, er riskiert bewusst Vieles und dient somit NICHT der Stabilität Spaniens. Das mit jämmerlich gescheitert zeigt dass man manchmal mehr als nur ein Auge schliesst!
      Ich bin kein Katalane, aber auch nicht ein Freund von Regierungen die den Verhandlungstisch meiden.
      6 1 Melden
  • Fidelius 19.10.2017 11:03
    Highlight Die Kontrolle übernehmen? Wie denn? Indem Madrid Truppen nach Katalonien entsendet? Währenddessen schaut die unfähige EU weiter zu und hütet sich ja klar und deutlich einzumischen.
    67 34 Melden
    • Birdie 19.10.2017 11:09
      Highlight Das finde ich auch sehr schade. Auch wenn es zwar stimmt, dass es ein innerstaatlicher Konflikt ist, hat er mittlerweile Dimensionen angenommen welche ganz Europa betreffen. Dass die EU keine internationalen Ermittler will oder gar die Initiative ergreift finde ich sehr schwach. Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen und Dialog schaffen, statt einfach zuzusehen.
      31 13 Melden
    • LaPaillade #BringBackHansi 19.10.2017 11:22
      Highlight Mimimi, die EU mischt sich immer in dir Angelegenheit von Ländern ein, die EU ist eine Diktatur.

      Mimimi, die EU macht nichts und schaut nur zu.

      Ja was denn jetzt?
      99 14 Melden
    • dan2016 19.10.2017 11:27
      Highlight was erwartest Du von der EU? Rechtlich ist die Situation leider klar (so unbefriedigend dies auch sein mag). Auch die EU muss sich an vereinbarte Regeln halten (ansonsten bezüglich Ungarn, Polen vermutlich schon lange ganz andere Massnahmen ergriffen worden wären).
      50 1 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 11:51
      Highlight Was soll die EU genau machen? Spanien ist in der EU und die Katalanen sind ein Teil davon und nicht ein Einzelmitglied.
      10 1 Melden
    • Oberon 19.10.2017 11:55
      Highlight Da merkt man mal wieder wie die Fahne bei einigen im Kopf schwingt. Jederzeit die EU verdammen das sie sich zu stark in nationale Belange einmischt und nun fordert das sie in Spanien einschreiten soll.

      Die Leute sollen erstmal verstehen das dies ein Problem für Spanien ist und nichts anderes.
      16 1 Melden
    • ujay 19.10.2017 14:03
      Highlight @Fidelius. Ich denke, du schätzt die Situation völlig falsch ein. Bis Katalonien ein funktionierendes Parlament bestellt hat, wird die Provinz aus Madrid zwangsregiert. Das ist es dann auch. Hast wohl zuviel schlechte Filme geschaut.
      2 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 19.10.2017 11:01
    Highlight Kindergarten was Puigdemont macht. Will er unabhängig sein oder nicht?

    Hat er keinen Mut für die Unabhängigkeit? Halt schon noch bequem im Nest der "Mutter".
    31 65 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 11:53
      Highlight Er macht das einig richtige, er ruft die Unabhängigkeit nicht aus und lässt Platz für Verhandlungen. Das hat nicht mit Bequemlichkeit zu tun.
      Mann oh Mann Sie müssen ein guter sein.
      15 3 Melden
    • Domsh 19.10.2017 12:00
      Highlight Er hat Angst, dass er in den Knast muss!
      3 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.10.2017 13:46
      Highlight Wozu Verhandlungen? Er liess abstimmen. 90% waren für Unabhängigkeit. Er hat versprochen, diese innert ein paar Tagen auszurufen.

      Wäre ich Katalane, wäre ich jetzt sowas von sauer auf Puigdemont. Aber sowas von. Würde mich von ihm richtig verarscht fühlen.

      Vermutlich hat Domsh recht - er hat Angst. Womöglich nicht wegem dem Knast. Sondern viel mehr, dass die grossen Banken und Konzerne einfach wegziehen aus Barcelona / Katalonien. Wäre gut für Spanien, weniger gut für ihn. Das kann und will er nicht verantworten. Deshalb drückt er sich. Und das ist einfach feige.
      1 4 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 15:54
      Highlight Da haben wir ja Riesen Glück dass die Katalanen in der grossen Mehrheit nicht den Gedankengang von PetMeGjiz in sich tragen, sonst wäre da jetzt schon der Teufel los.
      Aber im grossen Töne spucken sind Sie PMG ja schon grosse Klasse, in der Deutung der Fakten hapert es schonmehr als nur ein wenig.
      4 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.10.2017 18:03
      Highlight @Pet: Schonmal vom Jugoslawienkrieg in den 90ern gehört? Die Zentralregierung lehnte eine Abspaltung und Verhandlungen ab, der Rest ist Geschichte.

      Puigdemont versucht zu verhandeln, damit keine Panzer rollen. Wir haben ja gesehen, was Madrid veranstaltet hatte im Vorfeld und am Tag des Referendums. Eine gigantisches Polizeiaufgebot entsandt.
      5 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.10.2017 21:09
      Highlight Dankeschön.

      Meiner Meinung nach ist Puidgemont einfach ein Weichei. Er will s'5i und s'Weggli.

      Es braucht dann einen wie Rajoy der einem dann deutlich die Grenzen aufzeigt. Würde Rajoy nicht so handeln, könnte man ihn nicht ernst nehmen. Wäre dann auf dem gleichen Niveau wie Puigdemont.

      1 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.10.2017 22:57
      Highlight @rainbow: mein Kommentar ist Franco gewidmet und seinem Kompliment.

      Zu Ihrem Kommentar: Ja, ich habe meine Wurzeln im Balkan. Kenne es bestens.

      Serbien wollte gross sein. Die anderen wollten das nicht.

      Hier ist es anders. Katalonien möchte sich abspalten. Easy, kümmert die Spanier nicht gross. Aber Puigdemont spielt mit der Zentralregierung. Da muss er sich nicht wundern wenns knallt.

      Spanien kann ohne Katalonien sehr gut. Umgekehrt ist es schwierig. Firmen ziehen schon weg. Und das ist nur der Anfang.
      1 1 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 23:13
      Highlight @Pet; War Dein letzter Kommentar war etwas neben den Schuhen, so ist der letzte total daneben und zeigt dass Geschichte für Dich ein Fremdwort ist. So wie Rajoy agiert, agiert man nicht wenn man Konflikte vermeiden will. Der PP und Rajoy spielen ein gefährliches spiel und sollten sich nicht zu stark auf die Verfassung berufen, sondern vernünftig verhandeln. Spanien ist nicht die stabilste Zusammensetzung und hat viele Fliehkräfte, das sollte die Regierung ermuntern einen besseren Rahmen für das Binden der Fliehkräfte aufzuspannen. Noch hätte Rajoy in Spanien die Karten in der Hand. NOCH!
      2 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.10.2017 00:06
      Highlight Pet: Natürlich macht Puigdemont einen Rückzieher. Diese kann man durchaus als Schwäche auslegen oder aber als Balanceakt vor der Zentralregierung mit deren militärischen Möglichkeiten.
      2 1 Melden
  • Der Rückbauer 19.10.2017 10:58
    Highlight Puigdemont soll schleunigst einlenken und für mehr Autonomie weiterkämpfen, denn mit den Schlägertrupps aus Madrid ist nicht zu spassen. Dort herrscht noch Francos Geist. Ganz schlimm, und das in Europa.....
    52 32 Melden
    • VileCoyote 19.10.2017 13:35
      Highlight Warst wohl nie in Spanien in den letzten Jahren... Überall diese Franquisten und so...
      1 2 Melden
  • FrancoL 19.10.2017 10:49
    Highlight Ich bin kein Katalane und finde auch dass das Referendum nicht der richtige Weg war.
    Was aber nun die REGIERUNG mit dem Art. 155 versucht ist ein Schuss ins eigene Bein. Mit diesem Artikel läuft die spanische Regierung in die falsche Richtung und riskiert eine finanzstarke Region in den Teilruin zu treiben, was GANZ UND GAR NICHT im Sinne des restlichen Spaniens ist.
    Mit diesem Vorgehen gibt es 2 Verlierer:
    Spanien und Katalonien.
    Leider muss ich aber auch sagen, dass ich von einer derart schwachen Minderheitsregierung des PP mit Rajoy nichts andere erwartet habe. Das wird sich rächen.
    79 8 Melden
    • elalbi 19.10.2017 13:13
      Highlight Bitte erklären Sie mir was die Regierung mit dem Art. 155 versucht, obwohl er gar noch nicht in Kraft getreten ist. (kennen Sie schon ergriffene Massnahmen?). Haben Sie den Art. jemals gelesen? Die Katalanisten haben ihre eigene Wirtschaft ins Taumeln gebracht. In 3 Wochen sind 850 Firmen ausgewandert. Vom Tourismuseinbruch ganz zu schweigen).
      3 10 Melden
    • ujay 19.10.2017 14:16
      Highlight @FrancoL. Du kannst natürlich die Tatsachen immer wieder verdrehen. Der Schlamassel ist einzig Puigdemont zu verdanken, der mit Erpressung und Verfassungsbruch diese lächerliche Politposse losgetreten hat. Es ist so billig, jetzt alles Rajoy zuzuschieben, der nicht als Alleinentscheider, sondern im Auftrag des Parlamentes handelt. Dir sind anscheinend politische Abläufe in einer Demokratie fremd.
      1 5 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 16:00
      Highlight @elelbi: Der Art. 155 ist noch nicht angewendet. Sollte er aber zur Anwendung kommen dann werden es die Katalanen kaum so hinnehmen. Und Ja ich kenne den Artikel, was ich bei Ihrer Aussage nicht so sicher bin. Ich befasse mich mit dem Thema will ich vor Ort, als nicht Katalane gewisse Interessen habe und darum verfolge ich die Geschichte. Der Tourismuseinbruch denn gibt es überall wo Gewalt zu erwarten ist, das hat mindestens zur Zeit nicht mit der möglichen Abspaltung zu tun. Die Gewalt hat bis Dato die spanische Regierung walten lassen, anstelle ohne Gewalt das Resultat NICHT anzuerkennen.
      4 0 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 16:03
      Highlight @ujay: Wenn Du mit Deiner Fehlsicht gut leben kannst, dann soll mir das recht sein. Aber zu übersehen dass der PP unter Rajoy seit Jahren die Katalanen in die Enge treibt dazu muss man seine Mattgläser von den Augen nehmen. Damit will ich nicht die Abspaltung rechtfertigen, aber die Regierung ist nun alles als die Kraft die den Zunder aus der Situation nimmt.
      5 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.10.2017 21:15
      Highlight "In 3 Wochen sind 850 Firmen ausgewandert."

      Wo bleibt Ihre Erklärung Franco?

      Ich glaube Sie verdrehen die Fakten.

      Niemand zwingt die grösste spanische Bank Barcelona zu verlassen. Ist ihr Entscheid.
      Und ich hoffe dass dann ganz viele andere diesem Beispiel folgen.

      Sry, aber sogar Thaqi im bitterarmen Kosovo hatte mehr A. in der Hose. Gesagt, getan.

      Während Puigdemont nicht mehr so recht traut. Kein Wunder wird er als Verräter betitelt.
      0 0 Melden
  • Asmodeus 19.10.2017 10:48
    Highlight Und hier sehen wir Live wie die spanische Regierung einen Bürgerkrieg mitten in Europa vom Zaun bricht.

    Will Madrid mit Polizei und Militär in Katalonien einmarschieren?
    Was wenn die katalanische Regierung mit den eigenen Polizisten und Soldaten dagegen wehrt?

    Was wenn die normale Bevölkerung sich dagegen wehrt?

    Rajoy beschwört hier ein Blutbad herauf..
    80 25 Melden
    • jjjj 19.10.2017 11:53
      Highlight calm down. Blutbad, Bürgerkrieg, Panzer... Etwas seeeehr weit hergeholt. :)
      6 10 Melden
    • Raembe 19.10.2017 12:07
      Highlight Es braucht immer 2 zum streiten Puigedemont ist bei weitem nicht unschuldig. Das ist halt ne verfahrene Situation in der keiner der beiden nachgeben will.
      5 3 Melden
    • Pisti 19.10.2017 12:34
      Highlight Langsam scheinen auch die Linken zu merken, dass Demokratie in der EU nur Fassade ist.
      4 11 Melden
    • elalbi 19.10.2017 13:24
      Highlight Die normale Bevölkerung ist 50% gg. 50%, bis vor dem 6.Sept. 2017 musste in Katalonien niemand Farbe bekennen. Familien sin entzweit, Freunde löschen dich von der Gruppe usw.
      Das Werk der Katalanisten. Unglaublich, dass die Linken das Bett der Nationalisten machen.
      2 9 Melden
    • Asmodeus 19.10.2017 13:37
      Highlight @jjjj
      Ist es wirklich so abwägig nach den Bildern die wir bei der Abstimmung gesehen haben?

      Madrid hat ziemlich klar bewiesen, dass sie dazu bereit sind mit körperlicher Gewalt ihre Gesetze durchzudrücken.

      Es gibt genug Katalanen die ihrerseits bereit wären ihr Recht mit Gewalt zu bekommen.

      Wenn zwei Seiten eines Konflikts bereit sind Gewalt anzuwenden, dann endet es meistens in Gewalt wenn niemand ruhig bleibt.

      @elalbi
      Aus Sicht der Katalanisten ist es genau anders herum.
      3 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.10.2017 21:25
      Highlight Tja, dazu sind Gewalten da. Um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Genau das macht Madrid.

      Wenn ich illegal auf die Strasse gehe und mich gegen die Polizei wehre, muss ich mich nicht wundern wenn sie mich kampfunfähig machen. Wozu ist die Polizei da? Oder wären Sie dafür dass man die Polizei abschafft?

      Der Sheriff ist Rajoy. Wenn Katalanen meinen sie müssen spanische Polizisten angreifen, tja - shit happens.

      Oder Sie verhindern das ganze und erklären die Unabhängigkeit und besiegeln somit ihren Untergang.

      1000 Wege führen nach Rom bzw. Ruin (aus Katalonien-Perspektive).
      0 2 Melden
  • Thomas Rohrer 19.10.2017 10:35
    Highlight Es lebe die Demokratie!
    23 10 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 11:30
      Highlight Nun das ist eine sehr heikle Aussage, denn wer genau handelt da nicht demokratisch? Überlegen Sei sich dies mal ganz genau?

      Das hat wenig mit Demokratie zu tun sondern mit Vernunft und diese Vernunft fehlt auf beiden Seiten allerdings ist die Zentralregierung zum jetzigen Zeitpunkt mehr gefordert.
      31 4 Melden
    • ujay 19.10.2017 14:19
      Highlight @FrancoL. Ja eben....was sich in Spanien abspielt ist Demokratie. Puigdemont hat das Gegenteil gewählt....
      1 4 Melden
    • Der Rückbauer 19.10.2017 14:20
      Highlight FrancoL: Demokratie, die Herrschaft des Volkes. Die Abspaltung Kataloniens von Spanien ist eine politische, keine juristische Frage. Die Verfassung ist solange verbindlich, als nicht ein wesentlicher Teil des Volkes sie aufkündigt. Das ist bei allen Staatsverträgen so, dh müsste sein, wenn Demokratie herrschte. Wie würden die Schweizer abstimmen, wenn der Kanton Genf (und die Republik Genf) sich Frankreich anschliessen möchte? Ja eben, die Schweiz, eine Willensnation, im Gegensatz zum Post-Franco-Spanien, einer Diktatur der Zentrale.
      5 1 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 16:07
      Highlight @ujay+Rückbauer; Guckt doch euere Kommentare an? Der eine findet es Demokratie der andere findet es eine Diktatur der Zentrale.

      Ich würde sagen; die Spanische Regierung verpasst es über ein von der Regierung initiiertes Referendum die Spanier über eine mögliche Verfassungsänderung abstimmen zu lassen und somit tatsächlich demokratische Verhältnisse zu stützen.
      4 1 Melden
    • Der Rückbauer 19.10.2017 19:29
      Highlight FrancoL: Du sagst es. Nur mit dem Wort "verpasst" bin ich nicht so ganz einverstanden. Ich würde es durch "verhindert" ersetzen. Seit Jahren lebe ich zu 50% in Spanien. Im engen Freundeskreis gefällt es mir sehr, aber unzählige Male habe ich schon den Geist Francos erfahren/ertragen müssen. Der bläst bis ins Fussvolk hinein. So, mehr darf ich nicht schreiben, denn die Guardia Civil liest mit.
      0 0 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 22:38
      Highlight @der Rückbauer; ja das kann man, deines zeigt eine aktive Annahme, mein Wort eher eine passive Haltung (verpassen).
      Das mit dem Geist Francos ist sicherlich richtig, ich kenne Spanien seit Jahren als Auftragsausführender in div Regionen und erkenne ähnliches. Das kann man aber auch in Italien ähnlich erfahren. Lateinische Völker scheinen eine gewisse Sehnsucht zum Totalitären zu haben und darum wohl auch die Vergangenheit nicht aufarbeiten zu wollen bzw gerne beschönigen zu wollen.
      1 0 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 19.10.2017 10:28
    Highlight Ich finde den Konflikt höchst unterhaltend. Aber hoffentlich hören beide Seiten auf bevor es wieder Verletzte gibt.
    15 32 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 11:31
      Highlight SRY und was genau soll da unterhaltend sein?
      29 6 Melden
    • DonChaote 19.10.2017 13:16
      Highlight Ich glaube spannend wäre besser ausgedrückt als unterhaltend.
      4 0 Melden
    • Tierra Y Libertad 19.10.2017 13:16
      Highlight Verletzte gab es bereits genug...
      7 0 Melden
  • Scaros_2 19.10.2017 10:23
    Highlight was ein Theater.

    Wo bleibt die Verantwortung für das einzustehen was man so sehnlich wollte.
    13 10 Melden
    • FrancoL 19.10.2017 11:45
      Highlight Wo bleibt Ihre Sicht der Demokratie, oder kann nun jede Minderheit sich verwirklichen wie sie will?
      2 2 Melden
    • elalbi 19.10.2017 13:26
      Highlight Pass auf was du dir wünscht, es könnte real werden.
      2 2 Melden

Auf Youtube ist die Propaganda-Schlacht um Katalonien entbrannt

Dramatische Bilder, bebende Stimmen: In Spanien tobt eine Video-Krieg im Netz. Die Protagonisten entlarven sich gegenseitig.

Es herrscht eine angespannte Ruhe in Barcelona. Ein Teil der Bewohner möchte die Mittelmeermetropole lieber gestern als heute zur Hauptstadt eines neuen Staates ausrufen: Katalonien. Ein anderer Teil fühlt sich als Spanier und hängt sich eine spanische Fahne an den Balkon. Und nicht wenige haben einfach genug von dem Theater.

Der Zentralstaat steht kurz davor, das Kommando in Barcelona zu übernehmen. Der Regionalregierung um den Präsidenten Carles Puigdemont droht gar Gefängnis. Und trotzdem …

Artikel lesen