Geldspielgesetz
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ARCHIVBILD ZUR MK DES BUNDESRATES UEBER DAS GELDSPIELGESETZ, AM MONTAG, 12. MAERZ 2018 - [Staged Picture / Gestellte Aufnahme] The roulette table at the Swiss Casino Zuerich in Zurich, Switzerland, on October 24, 2015. The Swiss Casino Zuerich was opened in 2012 and is the largest casino in Switzerland. It offers 26 gambling tables and 400 slot machines. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Roulette im Casino Zürich: Beim Geldspielgesetz überliess die Glücksspiel-Branche nichts dem Zufall. Bild: KEYSTONE

Diese Dokumente zeigen, wie stark die Glücksspiel-Lobby beim Geldspielgesetz Einfluss nahm

Die Schweizer Glücksspiel-Branche hat beim neuen Geldspielgesetz nichts dem Zufall überlassen. Schon vor Jahren hat sie die Abschottung gegenüber der ausländischen Online-Konkurrenz vorbereitet. Das zeigen bisher unveröffentlichte Dokumente.

lorenz honegger / schweiz am wochenende



Ein Artikel von

Ein Wintertag im Januar 2010, es ist 9:30 Uhr. Die Arbeitsgruppe Online-Glücksspiele des Justizdepartements tagt zum ersten Mal. Man lernt sich kennen. Fünf Fachleute sitzen am Tisch, sie sollen sich im Auftrag des Bundesrates über ein neues Problem beugen. Das Glücksspiel im Internet zieht immer mehr Menschen in seinen Bann. Das Geld fliesst zunehmend in die Kassen von ausländischen Anbietern; den Schweizer Casinos ist der Betrieb von Online-Plattformen bisher nicht erlaubt.

Auch Lotterie-Boss Roger Fasnacht, einer der Anwesenden, ist von der internationalen Konkurrenz betroffen. Er macht schon bei der ersten Diskussionsrunde klar, wer für ihn der Feind ist: Die Online-Casinos, Wett- und andere Glückspiel-Plattformen aus dem Ausland, die ihr Angebot auch Schweizer Kunden zugänglich machen. Der Swisslos-Direktor nennt sie «Gesetzesbrecher».

Das Zitat stammt aus einem Fundus von Sitzungsprotokollen und anderen Dokumenten, die Jungfreisinnigen-Chef Andri Silberschmidt beim Justizdepartement gestützt auf das Öffentlichkeitsprinzip eingefordert und erhalten hat. Sie liegen dieser Zeitung vor. Die beschriebene Episode aus dem Sitzungsprotokoll sagt viel über die Entstehung des neuen Geldspielgesetzes aus. Es ist eine Geschichte, die im Abstimmungskampf vom Lager der Befürworter gerne ausgeblendet wird – die Geschichte einer äusserst erfolgreichen Lobbying-Operation der Schweizer Casinos und Lotto-Gesellschaften.

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Einladung zur Kick-Off-Sitzung 2010: Netzsperren waren schon da ein Thema.. Bild: SaW

Die Arbeitsgruppe Online-Glücksspiele ist eines von mehreren Expertengremien, die ab Beginn des Jahrzehnts die neue Geldspiel-Politik des Bundesrates vorbereiten. Die Gruppe befasst sich mit allen Fragen, welche die «telekommunikationsgestützte Durchführung von Glücksspielen im Internet» betreffen. Sie wird für die Schweizer Geldspiel-Lobby zwischen 2010 und 2012 zu einem Vehikel für den Aufbau eines neuen Wettbewerbsvorteils: die Abschottung des Schweizer Online-Marktes gegenüber bereits aktiven Glücksspiel-Plattformen aus dem Ausland.

«Bundesrat hat sich vor den Karren spannen lassen»

Diese sollen, so sagt es Lotto-Boss Fasnacht laut Sitzungsprotokoll vom Januar 2010, nach der Legalisierung «nicht zum Zug kommen». Mit anderen Worten: Die ausländische Konkurrenz soll vom Schweizer Markt ausgeschlossen werden. Das Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, steht früh fest. «Die Möglichkeit, einzelne Seiten zu sperren, sollte in die künftige Regelung aufgenommen werden, unabhängig davon, ob sie technisch bereits möglich ist», befindet die Arbeitsgruppe im September 2010.

Für den Jungfreisinnigen Andri Silberschmidt und die anderen Gegner des Geldspielgesetzes belegen die Dokumente, dass sich der Bundesrat vor den Karren der Casinos und Lotteriegesellschaften spannen lassen hat. Tatsächlich beinhaltet das Gesetz, das am 10. Juni zur Abstimmung gelangt, in wesentlichen Zügen Vorschläge aus dem Schlussbericht der Arbeitsgruppe Online-Glücksspiele: Erstens verbietet die Vorlage ausländischen Online-Anbietern eine Tätigkeit in der Schweiz. Zweitens dürfen die Behörden ihre Internetpräsenzen auf eine schwarze Liste setzen und sperren, um sie vom Schweizer Markt fernzuhalten.

Die Papiere stellen infrage, inwiefern es sich bei diesen umstrittenen Massnahmen um den breit abgestützten Kompromiss handelt, von dem Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) diesen Freitag in einem Interview mit der «Nordwestschweiz» sprach.

Die dominante Rolle des Swisslos-Direktors

Doch zurück zu den Sitzungen der Arbeitsgruppe Online-Glücksspiele: Aus den Protokollen geht hervor, dass die Geldspiel-Lobby zwei von fünf Mitgliedern des Gremiums stellte. Neben dem Swisslos-Chef figurierte der Rechtsanwalt George Häberling als Vertreter des Casino Verbandes auf der Teilnehmerliste. Den beiden gegenüber standen drei Behördenvertreter. Die Arbeitsgruppe hielt laut den Protokollen innerhalb von zweieinhalb Jahren über 30 Sitzungen ab. Fasnacht und Häberling verpassten im Gegensatz zu den Beamten keine einzige.

Besonders der Swisslos-Direktor spielte eine dominante Rolle. Er zog auch mal rote Linien, wenn er es für nötig befand, und spielte sich als Veto-Macht auf. Als das Gremium im Februar 2011 verschiedene Konzessionsarten für Online-Casinos diskutiert – darunter solche unter Einbezug von ausländischen Anbietern –, sagt er: «Es ist undenkbar, dass Anbieter, welche aus Schweizer Sicht illegal am Markt auftreten, künftig sozusagen mit einer Konzession belohnt werden.»

Er könne aufgrund seines Mandats der Kantone, das er als Swisslos-Chef habe, keine Zugeständnisse machen. Die Vertreterin der Eidgenössischen Spielbankenkommission argumentiert vergeblich, dass gerade mit der Einbindung ausländischer Anbieter das illegale Geldspiel eingedämmt werden könne. Die Geldspiel-Lobby setzt sich auch bei der Auswahl von Experten für die Anhörungen durch: «Die illegalen Anbieter sollen nicht begrüsst werden», steht im Protokoll.

Fasnacht versucht, die Arbeitsgruppe mitunter für taktische Manöver einzusetzen. An einer Sitzung im Mai 2010 warnt er davor, dass ausländische Online-Casinos «sich massiv mit Gutachten» gegen eine Einschränkung ihrer Aktivitäten wehren könnten, und schlägt deshalb präventiv den «Bezug von rechtlicher Unterstützung» vor, um mit eigenen Gutachten kontern zu können.

«Ich sage es ganz direkt: Die Casinos haben sich hier durchgesetzt»

Simonetta Sommaruga, Sommer 2016

Die aus Sicht der Gegner des Geldspielgesetzes problematischen Netzsperren – die Sperrung von Internetseiten ausländischer Online-Casinos – sorgen in der Arbeitsgruppe kaum für Bedenken. Um mehr über verschiedene Sperr- und Blockierungsmöglichkeiten, über schwarze und weisse Listen, zu erfahren, lädt sie Experten aus Belgien, Frankreich und Italien ein.

Der Anwalt des Schweizer Casino-Verbandes etwa fragt den Vertreter der belgischen Spielkommission: «Woher kam das Know-how für die Erstellung der Sperrlisten?» Andere Informationen hingegen blendet man aus. Die Feststellung der Direktorin des dänischen Geldspiel-Rates, wonach Netzsperren «der grösste Stolperstein» in der öffentlichen Diskussion gewesen sei, beeindruckt die Teilnehmer nicht.

Jungfreisinnigen-Chef Silberschmidt fühlt sich durch die Casino-Protokolle in seiner Kritik an der Geldspiel-Lobby bestätigt. An die Adresse von Swisslos-Direktor Fasnacht und Casino-Rechtsbeirat Häberling sagt er: «Diese zwei Herren haben den Grundstein für das Monopol gelegt.»

Geldspiel-Vertreter wehren sich

Die «Schweiz am Wochenende» hat Swisslos-Chef Fasnacht und Casino-Vertreter Häberling um eine Stellungnahme gebeten. Häberling will mit Verweis auf das Anwaltsgeheimnis nicht einmal bestätigen, dass er für den Casino-Verband tätig war.

Fasnacht teilt mit: Die Kritik, dass sich die Bundesverwaltung von der Geldspiellobby instrumentalisieren liess, entbehre «jeglicher Grundlage». «Einerseits ist es üblich, dass betroffene Experten bei Gesetzgebungsarbeiten einbezogen werden. Andererseits waren weder die Spielbanken noch die Lotteriegesellschaften zufrieden mit dem von der Verwaltung erarbeiteten, in die Vernehmlassung gesandten Entwurf.» Zu seiner Rolle in der Arbeitsgruppe Online-Glücksspiele sagt Roger Fasnacht: «Die Experten aus der Branche waren nicht dominant, sondern in der Minderheit gegenüber drei Behördenvertretenden in dieser Gruppe.»

Auch bei Simonetta Sommarugas Justizdepartement versteht man Silberschmidts Kritik am Einfluss der Geldspiel-Lobby nicht. Die Arbeitsgruppe habe «in einer sehr frühen Phase» des Projekts Vorarbeiten für den Gesetzesentwurf gemacht, sagt Sprecher Guido Balmer, «nicht mehr und nicht weniger». Die Auslegeordnung möglicher Regulierungsmodelle sei in die weiteren Arbeiten am Geldspielgesetz eingeflossen.

Justizministerin Sommaruga beschrieb den Entstehungsprozess allerdings auch schon anders. In der Debatte im Ständerat fragte Andrea Caroni (FDP) im Sommer 2016, warum künftig eigentlich nur bestehende Casinos in der Schweiz legal Online-Glücksspiele anbieten dürfen sollen. «Ich sage es ganz direkt: Die Casinos haben sich hier durchgesetzt», antwortete die Bundesrätin.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 27.05.2018 03:04
    Highlight Highlight In der Schweiz wäre die Netzsperre so primitiv, dass msn nicht mal ein VPN braucht um sie zu umgehen. Ein unzendierter DNS reicht - solche betteibt sogar Google, z.B. 8.8.8.8. Man muss bei den DNS Einstellungen nur diese Zahl eingeben und dann ist fertig Netzsperre.

    Ich find es bedenklich, dass sich eine Bundesrätin derart instrumentalisieren lässt. Wenn die Politiker so wenig Rückgrat haben, wer vertritt noch die Interessen der einfachen Leute?
  • swisskiss 26.05.2018 16:45
    Highlight Highlight Wie bei jedem Sachbereich, bei dem Parteien, Kantone, Organisationen und Firmen profitieren ( siehe Gesundheitswesen, staatsnahe Betriebe etc.) ist eine wirkungsvolle parlamentarische Opposition nicht vorhanden.

    Hier hat der Bürger die Pflicht, dieser von Eigeninteressen geprägten Politik den Riegel zu schieben.

    Wenn dann noch die politische Entscheidungsfindung an interessierte Wirtschaftskreise "geoutsourct" wird, muss man sich fragen, zu welchem Zweck das Schweizer Volk alle 4 Jahre "Volksvertreter" wählt.

    Da versteht man die Verdrossenheit gegenüber "denen da oben in Bern"
  • mbr72 26.05.2018 16:13
    Highlight Highlight Die Dokumente wundern mich überhaupt nicht - diese Motive waren für mich von vorneherein klar. Wer hier ernsthaft und mit gutem Gewissen Ja stimmt, sollte lebenslang Wahlverbot erhalten (dann kriegen sie auch gleich mal ein Eindruck mit von der eigenen Medizin ;-). ).
  • Ich mein ja nur 26.05.2018 14:58
    Highlight Highlight Das Problem sind auch in diesem Fall nicht nur die lobbyierenden Experten, sondern auch passive, visionslose und/oder inkompetente Verwaltungsvertreter.
  • Flötist 26.05.2018 14:52
    Highlight Highlight Die Ganze Diskussion ist schon ziemlich krass. Erlaubt einfach den Schweizer Casinos, dass sie online Spiele anbieten dürfen und danach gilt der freie Markt. Es ist nicht nötig irgendwelche Webseiten zu sperren. Wenn jemand es riskieren will im Ausland zu spielen, dann soll er das doch. Der Staat verhindert es auch nicht, wenn du sonstwie eine schlechte Investition machst.
  • B-Arche 26.05.2018 13:58
    Highlight Highlight Vor allem die Netzsperren sind ein Lobby-Ergebnis der Schweizer Glücksspielszene.
    Wenn ihr Schweiz das einführt seid ihr wirklich selber schuld.
  • fabsli 26.05.2018 13:17
    Highlight Highlight Es ist unglaublich, dass Lobbys auf legalem Weg so eine Macht haben können. Und alle schauen zu.
    Ein klares NEIN zur Initiative!
    • Oberon 26.05.2018 14:15
      Highlight Highlight Der richtig Skandal ist eher das unsere Regierung sich manipulieren lässt. Protektionismus ist hier sicher der falsche Weg und wird kein Problem lösen.
  • bintang 26.05.2018 13:01
    Highlight Highlight Wer etwas anderes glaubt ist naiv. Der Bundesrat ist der Lakei der Wirtschaft und der geldorientierten Organisationen. Schutz vor Spielsucht, geregeltes Spielen im Netz alles blabla. Wenn ich Online eine Fussballwetter gewinne ist das Geld innert 4 Tagen da, steuerfrei. Der Bund möchte wie beim Alkohol und Zigaretten auch beim Glücksspiel mitverdienen, alles andere ist scheinheilig.
  • einmalquer 26.05.2018 12:59
    Highlight Highlight Die Probleme sind ja immer die gleichen:

    Konzerne wollen weltweit Geschäfte machen ohne sich an die lokalen Gesetze zu halten.

    Das ist bei den Online-Casinos so, bei Uber, bei Airbnb, etc.

    Internationales Geschäfts-Machen darf nicht in einem rechtsfreien Raum statt finden.
    • bintang 26.05.2018 13:28
      Highlight Highlight Onlinekasinos sind besser wie Swisslos und co. Schauen Sie einmal wie hoch die Ausschüttung Quote bei Swisslos ist, noch fragen.
    • Silent_Revolution 26.05.2018 13:54
      Highlight Highlight Die Regeln sind ja bisher in der Schweiz folgende : Onlinepoker, Livewetten und Casinospiele sind illegal.

      Nehmen wir Pokerstars als Beispiel. Diese haben in der Schweiz weder Ableger, noch Server. Sie befinden sich in der UK und halten sich an die dortigen Gesetze. Für diverse Nationen in Europa haben sie sich eine Konzession gekauft. Die können auch nichts dafür, dass die Schweiz noch kein vernüftiges Gesetz ausarbeiten konnte.

      Das neue Gesetz will diesen Umstand aber gar nicht erst ermöglichen, sondern Onlineangebote lediglich für Schweizer Casinos monopolisieren.

      Das ist keine Lösung.
    • PhilippS 26.05.2018 14:31
      Highlight Highlight [...Internationales Geschäfts-Machen darf nicht in einem rechtsfreien Raum statt finden...]

      Ironischerweise schafft aber dieses Gesetz genau die Grundlagen, dass Online-Glücksspiel und Wetten endgültig aus jedem rechtlichen Raster fallen. Die Casinos merken in ihrer engstirnigen Verblendung und Panik nicht mal, dass sie hier den Bock zum Gärtner machen.
  • MaxHeiri 26.05.2018 12:47
    Highlight Highlight Es wird eine Abstimmung zu JA für Lobbying oder NEIN zu Lobbying.
    • bobi 26.05.2018 15:12
      Highlight Highlight Falsch. Bei beiden seiten ist der Lobbyismus enorm. Bei den Befürwortern die heimischen Casinos, seitens Gegner die Ausländischen.

      Trotzdem gehört ein Nein in die Urne. Es müssen Konzessionen für aus- und inländische Casinos möglich sein. In jedem anderen Fall entgehen der Schweiz wichtige Einnahmen.
  • Lowend 26.05.2018 12:34
    Highlight Highlight Damit vergleichbar wäre zum Beispiel, wenn sich alle Mafia- und Verbrecherorganisationen, die heute Drogen anbieten, in die Komissionen einschleichen, wo die Räte ein neues, «verbessertes» Betäubungsmittelgesetz basteln würden, sollte dies jeh geschehen.

    Schon darum muss man diesen Gesetzesschrott ablehnen und ihn zur Überarbeitung zurück an den Abeder schicken!
  • NaSkivaL 26.05.2018 12:08
    Highlight Highlight Wieder mal so eine verlogene Abstimmungskampagne. Man weiss nicht mehr, wer die Wahrheit sagt. Daher bin ich noch unentschieden.
    Abgesehen davon, dass ich Netzsperren zwar Scheisse finde, das Internet aber trotzdem kein rechtsfreier Raum sein darf, möchte ich so abstimmen, dass es für das Schweizer Volk das Beste ist. Betone "das Volk"! Nicht Lobbyisten oder Bonzen.
    Also wo liegt nun die Wahrheit?
    • Astrogator 26.05.2018 13:53
      Highlight Highlight Das Internet ist und war nie ein rechtsfreier Raum. Das ist saudummes Lobbyisten-Geschwafel.

    • Silent_Revolution 26.05.2018 14:04
      Highlight Highlight Heimische Casinos haben über den Einfluss im Parlament ein für sie stimmiges Gesetz ausarbeiten können.

      Auswärtige Casinos die keinen Zugang zum Bundeshaus haben, haben ein Referendum dreier Jungparteien finanziell unterstützt.

      Da besteht schon noch ein gewaltiger Unterschied zumal in der heutigen Zeit die Kosten für Initiativen und Referenda so hoch sind, dass ohne Geldgeber (der meist auch profitiert) politisch nichts zu Stande kommt.

      Diesen Umstand müsste man schon grundsätzlich ändern.

      Wer aber nicht Lobbyisten und Bonzen hofieren will, kann hier getrost Nein stimmen.
  • ZaharztAua 26.05.2018 11:41
    Highlight Highlight "Beste Demokratie der Welt!"
    Dann ist ja alles gut.
  • Kevin von Dort 26.05.2018 11:05
    Highlight Highlight Solange noch Gelder für den Yachtclub Herrliberg vorhanden sind, haben internationale Spielseiten keine Schuld an der Schliessung von Tiergehegen usw.
  • what's on? 26.05.2018 10:58
    Highlight Highlight Wir haben einen neuen Hashtag: #casinopersilschein
  • redeye70 26.05.2018 10:50
    Highlight Highlight Die Tendenz von watson ist klar gegen das neue Gesetz. Sonst würde man erwähnen, dass auch die Gegenseite sich massiv finanzieren liess von diesen ausländischen Anbietern. Ein Referendum wäre nie möglich geworden ohne dieses Geld und die Einmischung ausländischer Interessensgruppen in eine nationale Abstimmung ist bedenklich. Die journalistische Sorgfaltspflicht und das Credo der ausgewogenen Berichterstattung würden dies eigentlich fordern. Alles andere ist Stimmungsmache. Das geht besser, watson.
    • David Steger 26.05.2018 13:51
      Highlight Highlight Im Artikel zur Abstimmungsarena wurde das ganz klar geschrieben, dass das Referendum von Online-Casinos mit 500k finanziert wurde.
    • B-Arche 26.05.2018 14:00
      Highlight Highlight Die Hürden für ein Referendum in der Schweiz sind relativ tief. Da braucht es nicht viel Geld um eines zu erreichen.
      Ausserdem sind zwei Parteien auch dagegen.
    • Silent_Revolution 26.05.2018 14:14
      Highlight Highlight Den Unterschied eines ausgearbeiteten Gesetzes durch Einfluss und Zugang zum Bundeshaus zu einem unterstützten Referendum dreier Jungparteien siehst du aber schon, oder?

      Nenne mir ein Referendum welches ohne Geldgeber die vom Ausgang profitieren das nötige Kleingeld zusammengebracht hat um erfolgreich gegen eine geplante Gesetzesänderung vorzugehen.

      Wenn alleine die Unterschriftenbestätigungen, der Aufwand und die Werbung mehrere 100`000 Franken kostet, ist das einfach nicht möglich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kronrod 26.05.2018 10:48
    Highlight Highlight Dass die Schweizer Casinos Glücksspiel online anbieten wollen, ist ein berechtigtes Anliegen. Aber gleichzeitig die ausländische Konkurrenz auszusperren ist reiner Protektionismus. Von mir aus kann man Internetsperren bei wirklich schlimmen Inhalten erwägen (dies wird ja auch auf freiwilliger Basis bereits gemacht), aber Internetsperren aus rein kommerziellen Interessen kommen für mich nicht in Frage.
  • fcsg 26.05.2018 10:45
    Highlight Highlight Man ersetze die Casino-Lobby durch die Filmbranchen-Lobby, die Musikbranchen-Lobby, die Zeitungsbranchen-Lobby oder jede andere Lobby und tada die Internetzensur ist Tatsache. Wenn die Casino-Lobby eine Netzsperre durchsetzt, dann werden es auch andere Interessengruppen schaffen. Deshalb muss dieses Gesetz abgeschmettert werden!
    • lilie 26.05.2018 16:12
      Highlight Highlight @fscg: Das ist nicht zu vergleichen. Die Casinos werden im Unterschied zu allen anderen Branchen doppelbesteuert, also hat der Bund mehr Interesse daran, dass die Casinos in der Schweiz einen hohen Umsatz generieren. Die Casinos tragen jedes Jahr über 300 Mill. zur AHV bei.

      Ich bin eher verwundert, dass diese Umstände nicht transparent kommuniziert werden in dieser Debatte.

      https://www.switzerlandcasinos.ch/fakten/besteuerung/
    • fcsg 27.05.2018 06:58
      Highlight Highlight @lilie
      Da habe ich ja auch gar nichts dagegen. Nur sind Netzsperren der falsche Weg. 300 Mio. CHF sind ausserdem angesichts von 42 Mia. CHF Ausgaben der AHV nicht einmal der Rede wert. Wobei diese Einnahmen ja nicht wegfallen, wie die Befürworter ständig falsch behaupten. Da generieren andere Branchen wesentlich mehr Steuereinnahmen. Wer Online-Spiele anbieten will, muss sich dem Markt stellen. Der Bund hätte mit der Möglichkeit einer Konzession für ausländische online Spielbanken viel mehr erreichen können.
    • lilie 28.05.2018 06:52
      Highlight Highlight @fscg: Ja, Konzessionen wären der viel bessere Weg. Aber der steht gerade nicht zur Debatte, und wie lange müssten wir darauf warten, wenn sie überhaupt je auf den Tisch gebracht würden, wenn das Geldspielgesetz abgelehnt würde? ;(

      Und natürlich sind die 300 Mill. nicht gefährdet. Es ginge darum, mehr Einnahmen realisieren zu können.

      Da stimmt auch, bei einem Gesamtbudget von 42 Mrd. ist das nicht so viel. Aber nur gerade knapp 20% kommen ja vom Bund, der Rest von den Versicherten. Und ich finde es halt falsch, Geld ins Ausland zu schicken, das hier dringend gebraucht würde.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Denk nach 26.05.2018 10:38
    Highlight Highlight Es geht nur ums Geld... Das wichtigste, was ein solches Gesetz erreichen sollte, nämlich den Schutz der Spieler, bleibt völlig auf der Strecke!
    • Jurasteidieb 26.05.2018 13:39
      Highlight Highlight Natürlich geht es nur ums Geld welches zurück an die Kantone (Bevölkerung) fliesst oder in die Taschen von ausländischen Betreibern
  • Majoras Maske 26.05.2018 10:27
    Highlight Highlight Ja, ja, und bei allen anderen Gesetzen läuft es nicht so.
  • Yolo 26.05.2018 10:25
    Highlight Highlight Für mich ist der Fall klar; Lobby-Gesetzte gehören abgelehnt, ob jetzt von Versicherungen oder Glücksspiel, es macht keinen Unterschied.

Bald könnte die 5. Initiative gegen Tierversuche kommen

Das Schweizer Stimmvolk dürfte erneut über ein Tierversuchsverbot entscheiden können. Eine entsprechende Volksinitiative ist auf der Zielgeraden.

Das Komitee der Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» sammelte bereits über 111'000 Unterschriften, wie dessen Website zu entnehmen ist. 100'000 sind für das Zustandekommen nötig.

Die Sammlung soll indessen weitergehen, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» …

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