Eismeister Zaugg
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Zuerichs Fredrik Pettersson, rechts, und Zuerichs Maxim Noreau freuen sich im Eishockeyspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem EV Zug am Dienstag, 13. November 2018, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ausländische Spieler wie Maxim Noreau oder Fredrik Pettersson gibt es in der National League weiterhin im Viererpack. Bild: KEYSTONE

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Unsere Hockey-Manager haben den Intelligenztest bestanden

Weiterhin vier Ausländer. Ein Votum für unser Hockey und für unsere Klubkassiere. Ein anderer Entscheid war eigentlich undenkbar.



Die Abstimmung der NL-12-Klubs über eine Erhöhung von vier auf sechs Ausländer war eigentlich keine demokratische Entscheidungsfindung. Es war ein Intelligenz-Test für unsere Klubmanager.

Niemand, der noch bei Verstand ist, konnte für eine Erhöhung auf sechs Ausländer sein. Es gab dafür weder wirtschaftliche noch sportliche Gründe. Der klare Ausgang der Abstimmung von 9:3 zeigt: Die meisten Klubmanager können denken und rechnen. Den Hockey-Göttern sei Dank.

Portrait vom CEO des SC Bern, Marc Luethi, am Montag, 13. August 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

SCB-Boss Marc Lüthi erleidet in der Ausländerfrage eine Niederlage. Bild: KEYSTONE

Der Entscheid stärkt die Marke «Schweizer Eishockey» und der klare Ausgang der Abstimmung dürfte dafür sorgen, dass die unselige Ausländer-Diskussion nicht in ein paar Monaten schon wieder aufflammt.

Die Schweiz ist die einzige grosse Hockey-Nation, die das Ausländer-Problem im Griff hat. Die anderen Länder sind geradezu neidisch auf unsere Ausländer-Regelung. Selbst jene, die nur in einer Sprache reden, finden in dieser Sache keinen gemeinsamen Nenner.

Oft wird vergessen, dass die Schweiz nicht nur sportlich Ausserordentliches leistet (keine andere Hockeynation holt aus ihrem Potenzial so viel heraus), sondern auch ein hockeypolitisches Unikum ist. Keine andere Liga ausserhalb Nordamerikas funktioniert so gut. Die Nationalliga (also die beiden höchsten Spielklassen) ist in gewisser Weise auch ein Abbild der politischen Schweiz.

Das Lichtspektakel

Wie die Politiker im Bundeshaus zu Bern.  Bild: KEYSTONE

24 Klubs aus drei Sprachregionen (Tessin, Welschland, Deutschschweiz), die sich wirtschaftlich und sportlich teilweise heftig konkurrenzieren, finden immer wieder gemeinsam eine Lösung.

Die Ausländerregelung ist ein wundersames juristisches Konstrukt, das auf Freiwilligkeit aller Klubs beruht. Es ist eine Selbstverschränkung, die nur funktioniert, weil kein Klub vor Gericht geht. Im Falle einer Klage würde die Ausländerbeschränkung fallen – und unser Hockey in kürzester Zeit sportlich und wirtschaftlich ruiniert.

So gesehen ist die Kontingentierung der Ausländer auch ein Selbstschutz für die Klubmanager. Sie würden alle ihre Klubs ruinieren, wenn sie unbeschränkt Ausländer einkaufen dürften.

Die Kunst, über Sprach- und Mentalitätsgrenzen hinaus gemeinsam Kompromisse, konstruktive Lösungen zu finden, beherrscht kein anderes Land so gut wie die Schweiz. Es ist das Erfolgsgeheimnis unseres Landes. Und unseres Hockeys.

Der Entscheid, die Anzahl Ausländer nicht zu erhöhen, hilft unserem Hockey sportlich und wirtschaftlich. Es ist also ein Votum für unser Hockey. Was nicht heisst, dass unsere Klubmanager das Hockey-Gesamtinteresse über das Klubdenken gestellt haben.

Die neuen NL-Ausländer 2018/19 beim Saisonstart

Es war ganz einfach so, dass jeder nachgerechnet hat, was ihn die Erhöhung der Ausländerzahl gekostet hätte. Und jedem ist die eigene Klubkasse näher als das Gesamtwohl unseres Hockeys. So ist es zu einem segensreichen Entscheid gekommen.

Und nun gibt es ein neues, grosses Geheimnis, das wir wohl nie ganz lüften können: Wie konnte ein so kluger und erfolgreicher Manager wie Marc Lüthi, der wegen seiner Geschäftstüchtigkeit in Bern auch als «Chole-Marc» verehrt wird, nur einen so sinnlosen, ja ruinösen Antrag stellen? Welcher Teufel hat den wahrscheinlich fähigsten Sportmanager im Land da bloss geritten?

Item, seine Kollegen haben ihn «gerettet» und sein Ansinnen abgelehnt. Das ist gut für den SC Bern und für unser gesamtes Hockey.

Nico Hischier beantwortet unsere ungewöhnlichen Fragen

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48Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Panzer 14.11.2018 17:18
    Highlight Highlight Lieber Klaus Zaugg,
    lesen Sie doch einmal den Kommentar von Herrn Germann zu diesem Thema, welcher es leider im Gegensatz zu Ihnen auf den Punkt bringt!
  • Rock'n'Rohrbi 14.11.2018 16:48
    Highlight Highlight „Die Ausländerregelung ist ein wundersames juristisches Konstrukt, das auf Freiwilligkeit aller Klubs beruht. Es ist eine Selbstverschränkung, die nur funktioniert, weil kein Klub vor Gericht geht. Im Falle einer Klage würde die Ausländerbeschränkung fallen – und unser Hockey in kürzester Zeit sportlich und wirtschaftlich ruiniert.“

    ...wie sieht es denn aus wenn ein ausländer Spieler vor Gericht zieht und die Reglung der NL anfechtet?
    • super_silv 14.11.2018 18:50
      Highlight Highlight Wurde doch schon oft diskutiert. Die WeKo würde die Regelung für ungültig erklären (ebenso wie ein Salary Cup). Aber wo kein kläger da kein Richter.
  • deed 14.11.2018 16:25
    Highlight Highlight Am Schluss waren nur Bern, Davos und Lausanne für die Erhöhung. Del Curto braucht wohl noch ein paar schwedische Goalies 😂
  • LuceoNonUro 14.11.2018 16:22
    Highlight Highlight Könnte man in der Schweiz nicht ein Salary Cap wie in der NHL einführen?
    So könnte man das Problem mit dem Lohn der Schweizer Spieler vlt. auch lösen?
  • Curly Turkey 14.11.2018 15:39
    Highlight Highlight Ob das Nein von Servette wohl eine Folge des gestrigen 0:7 und der Schlägerei ist? McSorley & Co. am Töipelen gegen Lüthi und SCB?

    Wohlgemerkt: Unabhängig davon, ob man die Reduktion richtig oder falsch gefunden hat. Einfach sehr verwunderlich, dass man einen Antrag miteinbringt und sich dann - ausgerechnet am "Tag danach" - anders entscheidet...
  • David Ruppolo 14.11.2018 14:56
    Highlight Highlight Kleine Anmerkung am Rande. In den beiden höchsten Ligen hat es lediglich 23 Clubs (12 NLA, 11 NLB - ich lehne die neuen Namensgebungen nach wie vor ab).
    Im Umkehrschluss würde das dann heissen, dass drei Clubmanager nicht mit übermässiger Intelligenz gesegnet sind...
  • no-way 14.11.2018 14:55
    Highlight Highlight Viele Vereine spielen schon heute mit 8 Ausländer, 4 sind halt mit "ch lizenz" versteckt.
    In Zukunft könnte man locker einen Mannschaft machen, die ohne schweizer besteht, 4 ausländer und 18 ausländer mit CH lizenz. Die nehmen auch den Platz von junge schweizern in PP oder erste Linien (Zwerger, Nilsson, Kenins usw). Es braucht einen Minimum von SChweizer, nicht einen Maximum von Ausländer und dann das Irrsinn mit dem CH Lizenz. Sonst wird sicher die Nationalmannschaft geschwächt
  • Nelson Muntz 14.11.2018 14:48
    Highlight Highlight So, und jetzt mal die Jungen richtig pushen, sonst verlieren wir den Anschluss. Silber war schön, aber Gold muss das Ziel bleiben.
  • Best of 7 14.11.2018 14:03
    Highlight Highlight Dieses leidige Thema wegen der Lohnexplosion. Wer bezahlt denn diese Löhne? Genau die Clubbosse. Weil man ja alles holen will, was Rang und Namen hat. Spieler und Agenten können noch lange fordern, wenn keiner gewillt ist es zu bezahlen, dann spielen sie auch für weniger. Aber jeder Club gönnt im Anderen nichts, darum wird auch überboten bis zum geht nicht mehr. Und solange diese Mentalität besteht, werden die Löhne steigen bis die Clubs pleite gehen.
    • olllli 14.11.2018 14:41
      Highlight Highlight Das Problem ist nur einige Clubs( Zug,ZSC,Lugano,Lausanne) haben Milliardäre als Gönner im Hintergrund andere Vereine haben die nicht. Diese vier Vereine treiben die Löhne nach oben, entweder geht man da mit oder man verliert den Anschluss. Die Schere zwischen arm und reich wird weiter auseinandergehen, aber dagegen hätten auch die 6 Ausländer nicht geholfen.
    • Best of 7 14.11.2018 16:07
      Highlight Highlight Bern gehört da auch dazu. Oder denkst du, dass die guten Spieler bei Bern spielen nur wegen der guten Luft? Auch Kloten gehörte vor einigen Jahren dazu.
    • SalamiSandwich 14.11.2018 17:05
      Highlight Highlight Lieber Olli

      Der "Gönner" vom EVZ finanziert lediglich die Academy. Der EVZ gibt nur so viel aus wie er einnimmt..

      Check your facts
  • Amboss 14.11.2018 13:35
    Highlight Highlight "Wie konnte ein so kluger und erfolgreicher Manager wie Marc Lüthi, [...], nur einen so sinnlosen, ja ruinösen Antrag stellen?"

    Diesen Abschnitt verstehe ich nun wirklich nicht. Die Antwort dazu hat Herr Zaugg doch in früheren Artikeln zu diesem Thema schon x mal gegeben: Weil der SCB nächstes Jahr einen ausländischen Goalie benötigt.
    • olllli 14.11.2018 14:48
      Highlight Highlight Das ist blödsinn es geht nicht nur um den Goalie beim SCB. Bern kann finanziell einfach nicht mehr mithalten mit der top vier Klubs (Zug, Zsc, Lugano, Lausanne). Diese vier Klubs haben unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten da sie von Milliardäre unterstützt werden. Alle top Transfers machen diese Vier unter sich aus. Bern und Davos hofften das sie mit 6 Ausländer dagegen könnten entgegenwirken....
    • holden27 14.11.2018 15:53
      Highlight Highlight Sorry ollli aber das ist doch absoluter Unsinn, den du da von dir gibst.

      Punkt 1: Bern kann finanziell nicht mehr mithalten... Das kann ja nicht dein ernst sein, oder? Schau dir das Kader an und sag mir, dass sie nicht mit zsc und Lugano das teuerste Kader haben.

      Punkt 2: Zug wird von einem Milliardär unterstützt. Ja und nein. Er investierte Geld in die Infrastruktur und die aufgleisung der academy. Er zahlt dem A jedoch keinen Rappen. Zug investiert nur das Geld, welches vorhanden ist. (und ja, das ist vlt mehr als bei rappi etc, trotzdem ist es nicht unbeschränkt vorhanden )
    • holden27 14.11.2018 16:00
      Highlight Highlight Punkt 3: alle top transfers werden unter diesen Clubs ausgemacht... Hiller bei Biel, Berra bei fribourg usw sind keine top Transfers??
      Zug hat genau 1 top Transfer gemacht, bei dem sie sich ausnahmsweise gegen Bern durchsetzten. Und bei diesem spielte Geld nicht die zentrale Rolle. (x Fach bestätigt)
      Und weil Zug jetzt Interesse zeigt an corvi und Hoffmann sollen sie plötzlich preistreiber sein und unerschöpflich Geld haben?
      Sorry, bisher klug gewirtschaftet, Geld durch einsetzen von Junioren gespart und nun weniger mitläufer kaufen, dafür mehr franchise Player. Macht irgendwie Sinn, nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ironiker 14.11.2018 12:48
    Highlight Highlight Wenn man die Ausländer auf Basis einer freiwilligen Abmachung limitieren kann, warum funktioniert dass dann nicht auch bei der Lohnsumme?

    Ich gebe die Antwort gleich selber: Weil man nicht wirklich daran interessiert ist!
    • Hallo22 14.11.2018 13:03
      Highlight Highlight Weil hierfür alle Vereine einverstanden sein müssen. Ich denke nicht das z.B. Lausanne damit einverstanden wäre eine Lohnobergrenze festzulegen. Auch für die heutige Abstimmung gilt, wenn die Lausannebosse vor Gericht gehen, würde die Regelung ganz aufgehoben. So weit ich weiss hat Marc Lüthi angedeutet, dass es einen Verein gebe, der eventuell bereit dazu sei vor Gericht zu gehen. Natürlich hoffe ich, dass das nur leere Worte waren....
    • holden27 14.11.2018 14:00
      Highlight Highlight @Hallo2
      Habe ich auch schon gehört. Hoffe natürlich auch, dass Lausanne das nicht machen wird. Aber falls doch...
      Weisst du, oder irgendjemand, ob man einen Verein ausschliessen kann aus den Schweizer eishockey ligen?
    • Hallo22 14.11.2018 14:10
      Highlight Highlight @holden27 Leider weiss ich dass nicht. Wird wohl rechtlich eher schwierig, obwohl ich den Gedanken auvh schon hatte. Von mir aus könnten wir die Lausanner auch an die KHL abtreten 😂
    Weitere Antworten anzeigen
  • emptynetter 14.11.2018 12:43
    Highlight Highlight Es hat sich doch noch alles zum Guten gewendet.Aber dass der SCB überhaupt auf eine solche Idee kommt, ist schon fragwürdig. Und dass der HCD dabei mitmacht noch viel mehr.
    • olllli 14.11.2018 14:35
      Highlight Highlight Das wieso und warum ist ganz einfach. Es gibt momentan vier Klubs wo keine finanzielle Grenzen haben, Zug, Lugano, ZSC und Lausanne. Diese vier Klubs machen praktisch alle grosse Transfers unter sich aus weil sie Löhne zahlen können wo nicht mal mehr Bern (und Davos sowieso nicht) zahlen können. Bern und Davos hatten die Hoffnung sie könnten mit 6 Ausländer in Zukunft einigermasse mithalten. Die Schere wird weiter auseinander gehen zwischen arm und reich aber da hätten auch 6 Ausländer nicht geholfen........
    • MARC AUREL 14.11.2018 14:55
      Highlight Highlight Ich wäre dafür Mäzen zu verbieten.. sie sind das Hauptproblem dass die Kosten steigen!
    • olllli 14.11.2018 16:05
      Highlight Highlight Nein die wo die beste Schweizer Spieler kaufen, die wollen eben keine 6 Ausländer weil so könnten andere Vereine (z.B SCB, Davos) ihre Rückstand verkleinern. Bern gehört nicht mehr zu den top vier was Geld anbelangt das ist nunmal so. Sie haben Genonio und Bodenman nicht halten können sie wollten Hollenstein das klappte auch nicht. Schau all die top Transfers in der letzte par Saisons an, Bern und Davos waren selten dabei. Lausanne, Zug, ZSC und Lugano beherschen die Liga
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  • Simon Probst 14.11.2018 12:21
    Highlight Highlight Ich zweifle dass unsere Politiker in der Lage sind einen solch klugen entscheid zu treffen.
    • kupus@kombajn 14.11.2018 12:50
      Highlight Highlight Genau! Darum ist die Bananenrepublik Schweiz ja auch so ein Failed State! Wart! Ich facepalme grad mal kurz!
    • salamandre 14.11.2018 15:41
      Highlight Highlight Das ist aber schon ein wenig Boshaft😉

So hoch ist der CO2-Ausstoss eines Hockey-Fans, der seinem Team zu jedem Spiel folgt

Die Schweiz ist ein kleines Land. Und doch kommen ganz schön viele Kilometer zusammen, wenn die zwölf Eishockeyteams der höchsten Liga und ihre Anhänger umher reisen. Fakten zu 50 Runden Regular Season.

Am Freitag beginnt die neue Saison um die Eishockey-Meisterschaft. Der HC Lausanne muss dazu nach Lugano reisen. 378 Kilometer hin, 378 Kilometer zurück. Mehr als acht Stunden werden die Waadtländer im Car sitzen.

Es ist eine der weitesten Auswärtsfahrten. Aber längst nicht die einzige, die ziemlich lange dauert. Schliesslich kämpfen Teams weit im Westen (Servette), tief im Süden (Lugano) und im bergigen Osten (Davos) gegen jene aus dem Mittelland um den Titel. Ohne den Moralfinger zu heben: …

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