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Der gesperrte Sergio Ramos sitzt in seiner Loge und sieht sich das Spiel an. bild: marca

Sergio Ramos muss bei Doku-Dreh zusehen, wie ihn seine Überheblichkeit einholt

Real Madrids Captain Sergio Ramos verpasste das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Ajax Amsterdam absichtlich. Nun ist er zur grossen Lachnummer geworden.



«Karma is a bitch!», lautet ein im englischen Sprachraum gern verwendetes Bonmot – man erntet, was man sät. Wie sich das anfühlt, hat Sergio Ramos gestern Abend am eigenen Leib erfahren.

Bei der 1:4-Pleite Reals gegen Ajax sass der Welt- und Europameister nur auf der Tribüne. Der Real-Captain hatte sich im Hinspiel in Amsterdam Gelb geholt und damit eine Sperre im Rückspiel auf sich genommen, damit er im Viertelfinal nicht mehr vorbelastet oder gar gesperrt wäre.

Ramos war sogar so dreist, anzudeuten, dass er die Verwarnung willentlich auf sich genommen hatte. «Mit dem Ergebnis im Hinterkopf würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass ich die Verwarnung nicht forciert habe. Es ist etwas, über das ich nachgedacht habe», sagte der 32-Jährige damals.

Doch nun hat ihn seine Überheblichkeit eingeholt. Seine Teamkollegen haben im Rückspiel kollektiv versagt und eine (weitere) bittere Heimpleite kassiert. Ajax Amsterdam steht im Viertelfinal der Champions League. Real Madrid, der Gewinner der letzten drei Austragungen, ist bereits draussen.

Real Madrid scheitert zum ersten Mal seit 2015 wieder in der Champions League. Sergio Ramos kann es nicht fassen.

Weil die UEFA Ramos aufgrund dessen Aussagen nach dem Hinspiel noch eine zusätzliche Spielsperre aufgebrummt hatte, wird der Captain auch das erste Gruppenspiel der nächsten Champions-League-Saison verpassen.

Das alleine reicht für Fussballfans auf der ganzen Welt bereits, um Ramos mit Häme einzudecken. Doch da ist noch mehr: Der Real-Captain sass nicht alleine in seiner personalisierten (!) SR4-VIP-Box. Seine Familie war da – und ein Kamerateam. Er wurde für eine Dokumentation, die Amazon gerade über ihn dreht, auf Schritt und Tritt begleitet. Ausgerechnet bei der peinlichsten Niederlage des Jahres.

Bleibt noch die Frage, ob der Captain die Niederlage hätte verhindern können, wenn er denn im Einsatz gestanden wäre. Real-Trainer Santiago Solari dazu: «Das ist schwierig zu sagen. Es lief so vieles schief – die Verletzungen in der ersten Halbzeit, die vergebenen Chancen, die VAR-Entscheidung ... Ich will nicht schlecht von meinen restlichen Spielern reden, aber natürlich haben wir unseren Captain vermisst.»

Wie sich Ramos und Real-Fans weltweit wohl momentan fühlen, brachte Verteidigungskollege Dani Carvajal nach dem Spiel auf den Punkt: «Ich habe mich noch nie nach einem Spiel so schlecht gefühlt. Es ist eine Scheiss-Saison.»

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