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DNSzensur.ch zeigt, welche Webseiten von den Schweizer Internet-Providern gesperrt werden.
screenshot: dnszensur.ch

Swisscom und UPC sperren hunderte Webseiten: Jetzt kannst du sehen welche

Politiker von links bis rechts haben Internet-Sperren gegen ausländische Glücksspiel-Webseiten durchgesetzt. Die beiden grossen Schweizer Internet-Provider zensieren aber weit mehr Websites. Ein junger Informatiker macht dies seit heute mit DNSzensur.ch für alle transparent.



Markus Ritzmann setzt sich für ein freies Internet ein – doch die aktuelle Entwicklung passt dem Netzaktivisten ganz und gar nicht: Der Staat überwacht uns im Netz, das freie Internet wird schleichend abgeschafft und mit dem neuen Geldspielgesetz müssen Swisscom und Co. ausländische Glücksspiel-Anbieter wie pokerstars.com sperren. Die Schweizer Spielbanken jubeln: Ihr intensives Lobbying hat sich ausgezahlt, die unliebsame Online-Konkurrenz aus dem Ausland wird per Internet-Zensur ausgeschaltet. 

Netzsperren als Instrument der Zensur sind somit nicht mehr nur in Ländern wie China und Nordkorea opportun. Die Schweiz bedient sich der gleichen technischen Mittel, wenn auch aus ganz anderen Gründen.

Statt die Faust im Sack zu machen, hat der 21-jährige Informatiker Ritzmann heute die Webseite DNSzensur.ch lanciert. Sie zeigt erstmals auf, welche Webseiten von den beiden grossen Internet-Providern Swisscom und UPC blockiert werden.

watson konnte die «Zensur-Datenbank» vorab einsehen.

Die Zensur-Datenbank ist ab sofort online: Die gesperrten Webseiten können thematisch sortiert betrachtet werden

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Webseiten werden von Internet-Providern aus diversen Gründen gesperrt: betrügerische Phishing-Seiten, rechtliche Gründe, Kinderpornographie etc. screenshot: DNSzensur.ch

Bislang werden erst von Swisscom und UPC gesperrte Seiten angezeigt

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screenshot: dnszensur.ch

Die Auswertung zeigt, dass Swisscom bislang primär betrügerische Phishing-Webseiten sperrt, die es auf Passwörter abgesehen haben

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grafik: dnszensur.ch

Bei UPC werden laut DNSZensur bislang fast ausschliesslich Webseiten mit Kinderpornographie gesperrt

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In die Kategorie «Rechtliche Gründe» dürften auch Online-Glücksspielanbieter fallen, die künftig gesperrt werden. grafik: dnszensur.ch

Wie funktionieren Netzsperren technisch?

Technisch ist das Sperren von Webseiten kein Problem, wie Beispiele im Ausland (China etc.) seit Jahren zeigen. Die jetzt bei uns beschlossenen Netzsperren funktionieren, indem die Webseiten der ausländischen Online-Casinos im Domain Name System (DNS) der Internetprovider gesperrt bzw. umgeleitet werden.
Webseiten sind auf Webservern gespeichert und jeder Webserver verfügt über eine eindeutige IP-Adresse (z. B. 82.197.184.234). Da diese numerischen Adressen für Menschen nicht einfach zu lesen bzw. zu merken sind, wird jede IP-Adresse in einen leicht verständlichen Domain Name übersetzt (z.B. watson.ch). Dies geschieht automatisch im Hintergrund über sogenannte DNS-Server der Internet-Provider. Das DNS übersetzt also Domains wie pokerstars.com in IP-Adressen und fungiert demzufolge nach dem gleichen Prinzip wie ein Telefonbuch.

Bereits vor einem Jahr hat Ritzmann mit der Webseite ueberwacht.ch eindrücklich die Konsequenz des neuen Nachrichtendienstgesetzes (NDG) aufgezeigt.

Sein neues Projekt ist bestes Marketing für das eben lancierte Referendum gegen das revidierte Geldspielgesetz. Wir wollten vom Netzaktivisten wissen, was es mit DNSzensur.ch genau auf sich hat.

Das sagt der Mann hinter der Zensur-Datenbank

Herr Ritzmann, Ihre Webseite DNSZensur.ch zeigt, welche Webseiten von Swisscom und UPC gesperrt wurden. Was bezwecken Sie damit?
Markus Ritzmann:
Kaum jemand weiss, dass auch in der Schweiz Webseiten gesperrt werden. Das Projekt soll diesen Umstand bekannt machen und die Internet-Provider an den Pranger stellen.

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Markus Ritzmann, Informatiker und Netzaktivist. bild: zvg

Wie viele Webseiten sperren Swisscom und UPC aktuell?
Momentan sind 748 gesperrte Webseiten bei Swisscom und 336 bei UPC bekannt. Das schwankt jedoch stark. Erst letzte Woche wurden 50 Webseiten entsperrt, davor kamen jedoch Dutzende hinzu. DNSzensur.ch kann nicht das ganze Internet überwachen, weshalb in Wirklichkeit viel mehr Webseiten gesperrt werden, als das Projekt je finden wird. 

Ihre Zensur-Datenbank macht die Netzsperren der Provider transparent: An der Zensur selbst ändert sich dadurch aber nichts.
Das ist korrekt. Doch nun kann sich jedermann die Liste anschauen und sich fragen, ob es Sinn macht, solche Webseiten zu sperren. Es ist nur fair, zu erfahren, welche Webseiten von seinem Provider gesperrt werden. In Zukunft möchte ich weitere Provider aufnehmen und damit auch zeigen, welche Internet-Anbieter nicht zensieren.

Welche Webseiten werden denn von den Schweizer Providern gesperrt?
Es betrifft hauptsächlich Phishing (Webseiten, die es auf Passwörter abgesehen haben), Kinderpornografie und wenige Webseiten, die aus rechtlichen Gründen gesperrt wurden. Hin und wieder kommt es aber auch vor, dass Webseiten gesperrt werden, die völlig legitim sind. Letzteres ist ein grosses Problem.

Warum sollten harmlose Seiten betroffen sein?
Schnellschüsse bei DNS-Sperren können auch legitime Webseiten gefährden. Für viele Unternehmen könnte ein solcher Schaden existenzgefährdend sein.

Bei betrügerischen Webseiten sind Netzsperren doch sinnvoll.
Nein. Löschen statt Sperren ist effektiver, vor allem weil DNS-Sperren einfach umgangen werden können. Es kann doch nicht die Lösung sein, Webseiten einfach zu sperren und zu vergessen, statt gegen den Webseitenbetreiber rechtlich vorzugehen. 

Warum stört es Sie, dass die Internet-Provider Webseiten mit Kinderpornographie sperren müssen?
Die Sperre von Kinderpornographie basiert auf einer freiwilligen Liste. Das Sperren nützt nichts, da die Blockaden von den Nutzern einfach umgangen werden können und die Anbieter von Kinderpornographie jederzeit andere Methoden für das Verteilen von Kinderpornographie anwenden können. Die Nachteile überwiegen die Vorteile.

Lassen sich DNS-Sperren wirklich so einfach umgehen?
Das Umgehen ist kinderleicht. Es reicht, einen anderen DNS-Server zu nutzen. Und wer nicht weiss, wie das geht, findet im Internet unzählige VPN-Angebote, die ebenfalls dasselbe bewirken. Manche Browser wie Opera haben ein kostenloses VPN bereits integriert.

Kritiker behaupten, Netzsperren öffneten Online-Kriminellen Tür und Tor.
Webseiten mittels DNS-Server zu sperren oder umzuleiten sind Techniken, die auch von Internet-Kriminellen benutzt werden. Wenn Swisscom und UPC die gleichen Methoden anwenden, gefährden sie das Vertrauen in ihre eigenen DNS-Server. Zudem wird dadurch ausgerechnet die Technologie zur Erkennung von kriminellen Phishing-Webseiten (DNSSEC) geschwächt und somit der weltweit koordinierte Kampf gegen die Internetkriminalität gefährdet.

Zur Person

Markus Ritzmann, 21 Jahre alt. Von Beruf Informatiker und Mitglied bei der Digitalen Gesellschaft – eine gemeinnützige Organisation, die sich seit 2011 für Grund-, Menschen- sowie Konsumentenrechte im Internet einsetzt.

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74Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • hemster 23.10.2017 16:37
    Highlight Highlight So sieht eine DNS Sperre im echten Leben aus
    Benutzer Bild
  • JustMy2Cents 22.10.2017 16:39
    Highlight Highlight Für ein bisschen mehr Verständnis und reflektiertes Nachdenken (gekürzt wg. Zeichen-Limit. Ganzer Kommentar: https://pastebin.com/TmzRiPG9 ):

    DNS-Sperren sind nutzlos:
    Aus Sicht Umgehbarkeit ja, aus Schutzsicht nicht.

    Zensur:
    Unliebsame Inhalte zensieren sollte eine Demokratie nicht. Schützen vor Illegalem und Gefährlichem schon.

    Löschen statt Sperren:
    Swisscom macht automatisch Abuse-Meldungen an Hoster. Viele scheren sich nicht oder sehr verzögert darum.

    DNS-Sperren können leicht umgangen werden:
    Ja, aber für den normalen Internet-Nutzer gibts keinen Grund das zu tun.
    Benutzer Bild
  • Chrigi-B 21.10.2017 22:44
    Highlight Highlight Gäääähn, mit wenig Aufwand locker zu umgehen.
  • Qwertz 21.10.2017 19:22
    Highlight Highlight Ich bin mit diesen Sperren einverstanden, unter vier Bedingungen:

    1. Nur Phishing und Kinderporno-Websites
    2. Die Liste der gesperrten Websites muss öffentlich sein.
    3. Die Sperren müssen zu umgehen sein.
    4. Die Betreiber einer Website müssen eine Sperrung anfechten können

    Klar weiss ich, dass die Wirkung dieser Sperren klein ist, aber sie helfen durchaus, die Internetkriminalität zu bekämpfen, und so lange sie nur per DNS-Sperre durchgesetzt werden, sind sie für mich akzeptabel.

    Die Sperrung von Online-Casinos geht für mich hingegen schon zu weit.
    • Imfall 21.10.2017 22:31
      Highlight Highlight zu punkt 3

      was soll eine sperrung nützen, wenn man sie umgehen können soll? 🤔
    • spiox123 23.10.2017 07:52
      Highlight Highlight Gerade für Phising Seiten schon effektiv. Wenn man nicht auf dem normalen Weg auf die Website zugreifen kann, wird man sich fragen wieso. Und man sucht sie ja nicht explizit auf und will seine Daten preisgeben. Anders sieht es bei Kinderpornographie aus...
    • Sir Jonathan Ive 23.10.2017 15:07
      Highlight Highlight @spiox123
      Dafür kann bei Kinderpornografie die Wirkung einfach einschüchternd sein. Mann merkt, dass die Seite der Regierung bekannt ist und überlegt sich doch wieder zweimal ob man wirklich tun möchte was man gerade vor hat.
  • Gustav.s 21.10.2017 16:57
    Highlight Highlight Ah da ist es wieder, das Totschlagargument. Man kann anscheinend noch immer jede freie Meinungsäusserung mit dem KP Argument vernichten.
    Da legitimiert sich auch schnell mal eine Sperrung gegegen Seiten die verfolgten helfen oder auch gleich mal ein ganzer Hoster (c9c).
  • p4trick 21.10.2017 16:40
    Highlight Highlight DNS 8.8.8.8 und 8.8.4.4. wer ein funktionierendes schnelles Internet will verwendet keine DNS des Providers.
    Also ist die "Sperrung" ziemlich nutzlos. Eine IP Sperrung wäre viel schlimmer, das wäre echte Zensur, wobei das wiederum mit alternativen Routen, Tunnels zu umgehen wäre..
    • Jute-statt-Plastik-Tagträumer 23.10.2017 20:08
      Highlight Highlight naja ... die Google DNS würde ich evtl auch nicht nehmen .. ^^ ich meine, Google !!!
    • p4trick 23.10.2017 21:54
      Highlight Highlight Was willst du damit sagen? Meinst du ernsthaft Swisscom sei sicher? Wusstest du was für Geräte Cisco Swisscom gezwungen hat zu installieren um die Überwachung der Schweizer Provider durch US.... Was rede ich.. interessiert keine Sau. Schweizer Firmen sind sicher wie das Amen in der Kirche! Nur die US Firmen sind des Teufels
  • Frau Dingsi 21.10.2017 13:49
    Highlight Highlight Bei Kinderpornographie und anderen strafrechtlich relevanten Inhalten: Löschen statt sperren. Sperren nützen nichts, vertuschen nur und verursachen Kollateralschaden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Löschen_statt_Sperren

    @Markus Ritzmann: coole Website, danke!
    • Hierundjetzt 21.10.2017 15:23
      Highlight Highlight Aha. Und wie geht das schon wieder mit dem löschen wenn kein Rechtshilfeabkommen mit dem Land besteht, in dem der Server steht?
    • Frau Dingsi 21.10.2017 16:49
      Highlight Highlight Irgendwie klappt das mit den Umlauten im Link zu Wikipedia nicht.

    • Alnothur 23.10.2017 23:37
      Highlight Highlight @Hierundjetzt bei den Ländern schicken wir halt kurz das AAD10 vorbei
  • David Fux 21.10.2017 13:28
    Highlight Highlight Lauter Nerds hier, die kommentieren. Verstehen zwar technische Zusammenhänge, aber haben keine Beziehung zu dem, was beispielsweise Kinderpornografie in der realen Welt bedeutet. Kein vernünftiger Mensch kann sich gegen eine Sperrung - ist sie auch teilweise zu umgehen - von solchen Seiten aussprechen.
    • Ton 21.10.2017 14:38
      Highlight Highlight Die Blitze kommen von einem Wort, das du verwendet hast: Sperrung.
      Wie der Interviewte sagt, wäre es besser, wenn man die Seiten löschen würde und direkt gegen die Personen vorgeht, als einfach zu sperren und zu vergessen.
    • fant 21.10.2017 14:42
      Highlight Highlight Ich wage jetzt mal zu behaupten, dass unter den (hier kommentierenden) Nerds der Anteil derer, die KiPo das Allerletzte finden, gleich ist wie in der Gesamtbevölkerung, nämlich "fast alle" (mich eingeschlossen).

      Das Problem mit diesen Sperren ist, dass nur die "Doofen" ausgesperrt werden - wer wirklich KiPo konsumieren will muss lediglich 10 min googlen.

      Die Sperren sind also lediglich Geldverschwendung um "das Volk" zu beruhigen ("es wird ja etwas getan"). Keinem einzigen Kind nützen diese Sperren.

      Wir Nerds wollen auch, dass etwas gegen KiPo was wird. Aber bitte etwas sinnvolles!
    • Kii 21.10.2017 14:58
      Highlight Highlight Genau, weil seit der Schliessung von youtube-mp3.org, keiner mehr Lieder herunterladet.

      Frage, geht es den betroffenen Kinder (in der realen Welt), nach einer Sperrung gewissen Seiten besser?
    Weitere Antworten anzeigen
  • fant 21.10.2017 12:33
    Highlight Highlight Jede Person, die nur ein bisschen verstanden hat, wie das Internet (und insbesondere DNS) funktioniert, kann diese Sperren umgehen.

    Deutlich wirksamere Sperren (Achtung, 100% geht nie) lassen sich nur mit weitreichenden staatlichen Massnahmen wie in China oder Nordkorea umsetzen.

    Als Informatiker und kritischer Bürger halte ich nichts davon, die Leute dumm zu halten, Aufklärung finde ich immer gut. In diesem Sinne kann ich mich nur wundern, dass es hier Kommentare gibt, die es ernsthaft 'grenzwertig' finden, wenn (relativ simple) technische Informationen ausgetauscht werden...
    • reaper54 21.10.2017 14:01
      Highlight Highlight Und wiso sollte ich die Sperre umgehen um auf eine Phishing Seite zu gelangen? Beim Blockieren von Phishing Seiten geht es um den Schutz von Personen die nicht wissen wie man sich schützt. Was ist daran nicht Sinnvoll?
      Ich meine sonst können wir mit der gleichen Argumentation den Waffenschein auch abschaffen, ich kann mir im Darknet ohne Probleme eine Waffe besorgen.
  • aglio e olio 21.10.2017 12:09
    Highlight Highlight Einmal eingeführt werden solche Werkzeuge nicht wieder abgeschafft.
    Gefährlich wird es für die Allgemeinheit wenn der politische Wind dreht und unliebsame Ansichten nach medialer Diskreditierung zensiert werden.
    Wie schnell das geht konnten wir gerade in der Türkei erleben.
    Wer die Deutungshoheit inne hat bestimmt weitgehend was geht und was nicht.
    Z.B. werden heute schon Greenpeaceaktivisten wiederholt zu Ökoterroristen gemacht.
    Zusammen mit den Angriffen auf die SRG, deren Ziel deren Abschaffung zu sein scheint, ergibt sich ein düsteres Bild in Bezug auf die Absichten einiger Leute.
    • atomschlaf 21.10.2017 13:23
      Highlight Highlight Ich mache mir zwar eher Sorgen wegen jener Kreise, die z.B. sogenannte "Klimaleugner" mundtot machen wollen, aber ansonsten bin ich gänzlich mit Dir einverstanden, aglio.

      Wenn man mit der Zensur mal anfängt, dann werden immer mehr Zensurgelüste aufkommen!

      Daher jetzt das Referendum gegen das Geldspielgesetz unterschreiben:

      https://www.digitale-gesellschaft.ch/referendum/
    • äti 21.10.2017 16:10
      Highlight Highlight @atomschlaf: das check ich jetzt gar nicht: da ist die Kommentarspalte voll von Argumenten, dass Sperren etc nutzlos ist. Andererseits will das Ref die Möglichkeit des 'Sperrens' verhindern. Was nun, nutzlos oder eben doch nicht?
      Persönlich finde ich das Sperren von Phisg, KPorno, etc (Artikel) als Sofortmassnahme vernünftig.
    • atomschlaf 21.10.2017 21:00
      Highlight Highlight äti, nutzlos, weil DNS-Sperren sehr einfach und dauerhaft umgangen werden können. D.h. wenn jemand weiss was er sucht und will, dann wird er durch eine DNS-Sperre nicht am Besuch der Website gehindert.
      D.h. der Pokerspieler oder der KiPo-Konsument kommen trotzdem an ihr Ziel --> Nutzen gleich Null!

      Gleichzeitig werden aber solche Websites für technisch gänzlich unbedarfte User faktisch nicht mehr erreichbar sein. Solange es nur um KiPo und Glücksspiel geht, ist das nicht so bzw. überhaupt nicht schlimm, aber wenn man mal mit der Sperrerei anfängt, dann werden bald viele...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Middleway 21.10.2017 12:00
    Highlight Highlight seiten mit kinderpornographie sperren finde ich sehr begrüssenswert. das diese seiten jedoch auf dieser homepage gefunden werden können und im artikel auch gleich beschrieben wird wie die sperre umgangen werden kann finde ich grenzwertig.
  • Booker 21.10.2017 11:59
    Highlight Highlight Naja wenn Phisihing Seiten, Kinderpornographie und gewaltverherrlichende Seiten gesperrt werden begrüsse ich das sehr. Es geht ja nicht nur um uns sondern um unsere Kinder und unsere Sicherheit. Besten Dank !
    • You will not be able to use your remote control. 21.10.2017 12:53
      Highlight Highlight Wie wird unseren Kindern geholfen und wie wird die Sicherheit beeinflusst, wenn gewisse Domains aus dem DNS entfernt werden?
    • atomschlaf 21.10.2017 12:54
      Highlight Highlight Du scheinst keine grosse Ahnung von der Materie zu haben, Booker...

      PS: Definiere "gewaltverherrlichend" ;-)
    • leu84 21.10.2017 14:46
      Highlight Highlight @Atomschlaf gewaltverherrlicht wie Tom & Jerry
  • Dragonlord 21.10.2017 11:51
    Highlight Highlight Wenn man die Besucher dieser Kinderpornoseiten identifizieren könnte, würde sich wohl niemand mehr auf diese Seiten trauen. Das wäre doch heutzutage leicht umzusetzen für die Provider in der Schweiz? Die könnten dann ihre Kunden bei einem Verstoss der Behörde melden für weitere Abklärungen. Bin weder IT, noch Jurist. Ist nur so eine Idee.
    Eine Zensur bringt ja nix, wenn sie so einfach umgangen werden kann.
    • phreko 21.10.2017 12:28
      Highlight Highlight Haha, der mit "leicht umzusetzen" war gut!

      Schon mal was vom tor-browser gehört?
    • atomschlaf 21.10.2017 12:55
      Highlight Highlight "Bin weder IT, noch Jurist."

      Merkt man, ja...
  • elivi 21.10.2017 11:47
    Highlight Highlight Das ganze transparent zu machen ist gut.
    Die haltung das man das problem an der wurzel anpacken soll auch gut. Aber wenn genau das nicht geht muss mindestens die zwischenlösung der sperre bestehen.
    Ich finds nicht gut das die website gegen generelles sperren ist. Klar ist es einfach die sperre zu umgehen aber es us ne psychologische hürde von 'gelegenheits konsumenten' von leuten die nicht nach kinderpornos suchen aber bei der suche nach pornos darauf landen.
    Begrüssenswert wäre wenn anstatt 'website gesperrt' auch der grund auftaucht.
    • atomschlaf 21.10.2017 13:01
      Highlight Highlight elivi, ein Gelegenheitskonsument, der einmal aus Neugier auf eine KiPo-Seite geht und nichts dafür bezahlt, richtet auch keinen nennenswerten Schaden an.

      Jemand der wirklich darauf aus ist, und das Zeug regelmässig konsumiert, bezahlt und tauscht und damit die KiPo-Mafia am Leben erhält, der lässt sich von so einer banalen Sperre bestimmt nicht abschrecken.
      Wenn er halbwegs schlau ist, geht er sowieso nicht direkt von seinem Browser auf so eine Website.

      Ergo sind die Sperren nutzlos.
  • John Smith (2) 21.10.2017 11:44
    Highlight Highlight Ich kan das Wort «Zensur» nicht mehr hören. Wenn man illegale Seiten sperrt, ist das also «Zensur». Wenn man Seiten sperrt, die gegen das Spielbankengesetz verstossen, ist das also «Zensur». So wie natürlich alle Gesetze nur eine «Bevormundung» sind. (Dass eine IP-Blacklist auf dem DNS-Server nur eine beschränkte Wirkung hat, ist natürlich auch mir klar.)
    • Trollerix 21.10.2017 12:29
      Highlight Highlight Vgl. Duden: „Zensur: Von zuständiger, besonders staatlicher Stelle vorgenommene Kontrolle, Überprüfung von Briefen, Druckwerken, Filmen o. Ä., besonders auf politische, gesetzliche, sittliche oder religiöse Konformität“
  • Gulli 21.10.2017 11:34
    Highlight Highlight Anleitung für Swisscom-Kunden:

    Im Browser 192.168.1.1 eingeben.
    Sich in die Internet-Box einloggen.
    Oben links “Experte” auswählen.
    Reiter Netzwerk anwählen.
    Bei DNS Server “Manuell” auswählen.
    Bei DNS Server 1: 8.8.8.8 eingeben.
    Bei DNS Server 2: 8.8.4.4 eingeben.
    Unten auf “Speichern” drücken.

    Done ;-)

    • Tikvaw 21.10.2017 12:43
      Highlight Highlight Du solltest aber schon auch erwähnen, dass dann alle DNS Requests auf Googles Servern gespeichert werden. Bzw. das diese DNS-Server Google gehören.

      Und ebenfalls nicht vergessen zu erwähnen, dass Google DNS-Server ebenfalls Blacklists haben.
    • Gulli 21.10.2017 13:02
      Highlight Highlight @Tikvaw: deine Anmerkungen sind absolut richtig!
      Meine Anleitung ist keineswegs geeignet um anonym im Netz zu surfen.
      Aber bestens geeignet um die beschriebene DNS-Zensur zu umgehen.
  • Trollerix 21.10.2017 10:58
    Highlight Highlight Finde die Netzsperre ebenfalls eine schlechte Idee. Nicht nur, weil dadurch das eigentliche Problem nicht gelöst wird (mit einfachem bzw. erzwungenem Wegschauen haben sich noch selten Probleme gelöst) sondern weil das eine Bevormundung der SchweizerInnen ist.

    Wer online auf ausländischen Websites Pokern möchte, wird das weiterhin tun.
  • derEchteElch 21.10.2017 10:53
    Highlight Highlight “Es kann doch nicht die Lösung sein, Webseiten einfach zu sperren und zu vergessen, statt gegen den Webseitenbetreiber rechtlich vorzugehen.”

    Hahaha.. Witz des Jahres.. rechtlich gegen Betreiber irgendwo im Ausland vorgehen, meist gegen Organisationen, die sich sehr gut verschleiern können.. 😅

    Der Typ hat Ahnung von IT, ist sein Gebiet. Von Strafverfolgung auf weltweiter Ebene aber leider keinen Schimmer.


    PS: 1100 Seiten gesperrt im Vergleich zu den abermilliarden Webseiten, die im Netz rumschwirren, ist das nichts.. 🤔
    • Hernani Marques 21.10.2017 11:19
      Highlight Highlight Das ist absoluter Humbug - als Zensursula in Deutschland zur Zensurinfrastruktur gegen Kinderpornografie ausgeholt hat, wurde die Losung "Löschen statt Sperren" herausgegeben und auch erfolgreich angewandt:

      https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6schen_statt_Sperren

      Die Hosting-Provider haben schliesslich auch einen Ruf zu verlieren - auch wenn sie in Ländern sitzen, die strafverfolgungshalber nur schwer zu greifen sind.
    • You will not be able to use your remote control. 21.10.2017 12:59
      Highlight Highlight 'Der Typ hat Ahnung von IT, ist sein Gebiet. Von Strafverfolgung auf weltweiter Ebene aber leider keinen Schimmer.'

      Bei dir scheints auch bei der IT zu happern.
  • reaper54 21.10.2017 10:22
    Highlight Highlight “Es kann doch nicht die Lösung sein, Webseiten einfach zu sperren und zu vergessen, statt gegen den Webseitenbetreiber rechtlich vorzugehen.”

    Ja die wie die Technik funktioniert har er verstanden, aber offenbar hat er sehr viel weniger Ahnung von Strafverfolgung. Die Forderung rechtlich gegen Seiten vorzugehen zeugt schon von einer gewissen Naivität, es gibt zu viele Länder denen es schlicht egal ist bei denen der Rechtsweg einfach versandet.
    • Evan 21.10.2017 10:30
      Highlight Highlight Trotzdem ist eine einfache Sperrung überhaupt keine Lösung des Problems.
    • Markus Ritzmann 21.10.2017 10:30
      Highlight Highlight Die gesperrten Webseiten liegen teilweise bei bekannten Webhostern. Eine einfache Abuse Meldung würde teilweise bereits ausreichen.
    • Posersalami 21.10.2017 10:37
      Highlight Highlight Ja dann ist das halt so! Aber könnte zB. die Hintermänner mit guter alter Polizeiarbeit ermitteln und dann zur Fahndung ausschreiben.

      Im Netz irgendetwas zu zensieren ist so eine Scheinlösung, die überhaupt nichts bringt uns sehr viel kaputt machen kann. Wirklich jeder Idiot kann sich VPN konfigurieren wenn er zB. KiPo konsumieren will und dann läuft die Sperre ins leere.. ich weiss nicht, wie man das nicht sehen kann.
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