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Zahl der Erdbeben-Toten in Mexiko steigt auf 58

Ein Jahrhundert-Erdbeben der Stärke 8,2 hat Millionen Mexikaner im Schlaf überrascht und Dutzenden Menschen das Leben gekostet. Dutzende Häuser stürzten ein.

08.09.17, 07:08 08.09.17, 22:36


Das Beben ereignete sich im Pazifik, 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Meerestiefe. Rund 50 Millionen Menschen spürten die heftigen Erdstösse, auch in der Hauptstadt Mexiko-Stadt, die rund tausend Kilometer entfernt liegt.

«Es ist das stärkste Erdbeben innerhalb eines Jahrhunderts», sagte Staatspräsident Enrique Peña Nieto. Für die Pazifikregion wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben, aber die zunächst befürchteten über vier Meter hohen Wellen blieben aus.

Das Seismologische Institut des Landes hatte zunächst eine Stärke von 8,4 ermittelt, später wurde diese auf 8,2 gesenkt. Beide Werte wären die bisher stärksten gemessenen Erdbebenwerte in Mexiko.

Das Epizentrum lag 33 Kilometer vor der Küste. Bild: EPA/USGS

Mindestens zwei Kinder gestorben

Nach Angaben der Behörden starben mindestens 58 Menschen. 45 Menschen seien im Bundesstaat Oaxaca ums Leben gekommen, zehn in Chiapas und drei in Tabasco, teilte der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, am Freitag mit. Wie Peña Nieto mitteilte, gab es mindestens 200 Verletzte, rund 1800 Soldaten wurden in die Katastrophenregion geschickt. Für ein Beben mit so grosser Stärke waren die Folgen fast noch glimpflich.

Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Spital wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte, ein weiteres Kind wurde beim Einsturz einer Mauer getötet, wie der dortige Gouverneur Arturo Núñez mitteilte.

Am schlimmsten wurde die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen, wo 17 Menschen starben. Dort stürzte auch ein Teil des Rathauses ein.

Es kam zu mindestens 185 Nachbeben, das stärkste mit einer Magnitude von 6,1. Peña Nieto sagte, es seien Nachbeben bis zu einer Stärke von 7,0 möglich. Auch in Guatemala war das Beben stark zu spüren und hatte dort eine Stärke von 7,7.

Warnung vor Tsunami

Nach Angaben lokaler Medien stürzte in der Stadt Matías Romero im Bundesstaat Oaxaca ein Hotel ein. Auch aus anderen Städten wurden Bilder eingestürzter Gebäude und von Autos verbreitet, die von Steinbergen begraben wurden.

In Chiapas und im Bundesstaat Oaxaca riefen die Behörden die Bewohner in Küstennähe dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen, da zunächst mit einem Tsunami gerechnet werden musste. Die Tsunamiwarnung umfasste auch mehrere Staaten in Mittelamerika und Ecuador in Südamerika.

Die Bewohner von Puerto Madero, einem Hafenort in der Nähe der Grenze zu Guatemala, wurden vorsichtshalber in Sicherheit gebracht. In vielen Regionen fiel am Freitag der Unterricht in den Schulen aus, um die Gebäude auf Schäden zu überprüfen.

Pazifischer Feuerring

Die betroffene Region liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. In Mexiko treffen fünf tektonische Platten zusammen, deren Verschiebungen die Beben verursachen.

In Mexiko-Stadt liefen zahlreiche Menschen in Panik auf die Strassen, als sie die Alarmsirenen für die Erdbebenwarnung hörten. «Nicht noch ein Erdbeben!», flehte eine Frau, die in der Hauptstadt betend niederkniete. «Lieber Gott, nein!»

Mexiko war im September 1985 von einem Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert worden. Dabei wurden grosse Teile der Hauptstadt zerstört, mehr als 10'000 Menschen kamen ums Leben. Nach der Naturkatastrophe verschärften die Behörden die Bauvorschriften und führten ein Warnsystem ein. (dwi/sda/dpa/afp)

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 08.09.2017 18:45
    Highlight Was ist bloss da drüben los? Erdbeben, schwere Stürme, ein Unglück jagt das nächste... Die Menschen können einen nur leid tun. 😓

    Das einzige, was man hoffen kann, ist, dass diese ganzen Katastrophen zu mehr Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft führen... Mexiko hat den USA Hilfe angeboten, nun wäre es an den USA, die gleiche Grosszügigkeit zu zeigen.
    16 3 Melden
  • My Senf 08.09.2017 08:44
    Highlight Ich glaub es ist die Zeit gekommen die Push Nachrichten abzustellen und keine Nachrichten mehr zu schauen. Es wird immer schlimmer (wie der bekannte 🍄 Pilzzlisammler sagte)
    11 38 Melden
    • Taserface 08.09.2017 10:05
      Highlight Ja genau. Lasst uns ignorieren was uns nicht gefällt...
      33 5 Melden
    • lilas 08.09.2017 12:06
      Highlight Ja stell alles ab! Radio, Tv, PC, liess keine Zeitungen und iss n Snickers...
      27 6 Melden
  • Triumvir 08.09.2017 08:33
    Highlight Es ist einfach tragisch, wie schnell sich Katastrophen in der letzten Zeit häufen. Aber mit dem Klimawandel hat das natürlich alles rein gar nichts zu tun...stecken wir doch weiter den Kopf in den Sand und hoffen auf bessere Zeiten...
    24 48 Melden
    • Nukular! Das Wort heisst Nukular. 08.09.2017 08:55
      Highlight @Triumvir
      Mit dem Klimawandel hat ein Erdbeben nichts zu tun.
      Mir tun die Menschen Leid, kaum ein Hurrikan überlebt kommt der nächste und dann noch ein Erdbeben.
      61 3 Melden
    • Anonymer 08.09.2017 08:58
      Highlight In Sachen Stürme gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Erdbeben sind aber meines Wissens nicht auf den Klimawandel zurückzuführen und werden im Normalfall auch nicht durch den Menschen sondern durch tektonische Verschiebungen der Erdplatten hervorgerufen.
      61 3 Melden
    • Triumvir 08.09.2017 09:14
      Highlight @alle: wer beweist mir bitte schön, dass Erdbeben nicht doch auch mit dem Klimawandel und der rücksichtslosen Ausbeutung unseres Planeten durch den Menschen zu tun haben (schönen Dank auch Trump für rein gar nichts!)? Wir wollen uns diesen Planeten zum Untertan machen und zerstören dadurch sukzessive unsere einzige und einzigartige Lebensgrundlage...
      10 53 Melden
    • Energize 08.09.2017 09:26
      Highlight Erdbeben haben in dieser Region sehr wahrscheinlich nichts mit dem Klimawandel zu tun - anders wäre dies beispielsweise in Grönland. Ein schnelles Abschmelzen des Eises führt zu weniger Druck (Gewicht) auf die Erdkruste, dies wiederrum kann Spannungen lösen/ hervorrufen. Vulkane und Erdbeben können im Extremfall die Folgen sein.
      23 3 Melden
    • Bijouxly 08.09.2017 10:54
      Highlight @Triumvir
      Nur weil man dir nicht beweisen kann, dass es definitiv nicht mit dem Klimawandel zusammenhängt, heisst nicht, dass deine These stimmt. Es gibt wissenschaftlich keinen Beweis dafür, dass es zusammenhängt. Dann immer mit dem Klimawandel-Hammer zu kommen, führt nur dazu, dass, wenn es dann in diesen Bereichen wissenschaftlich widerlegt wird, das ganze an Glaubwürdigkeit verliert. Also: Lieber der Faktenlage glauben, dass wissenschaftlich kein Zusammenhang ersichtlich ist, als auf Biegen und Brechen den Klimawandel verantwortlich machen.
      26 3 Melden
    • Graustufe Rot 08.09.2017 11:40
      Highlight @Holla. siehe Erdbeben und Nachbeben nach Geothermiebohrungen in Basel 2006.
      6 10 Melden
    • Graustufe Rot 08.09.2017 13:06
      5 6 Melden
    • Graustufe Rot 08.09.2017 14:49
      Highlight versteh die vielen Blitze wirklich nicht. Hab mir sogar die Mühe gemacht den Link zu shorten. Es geht nicht um Behauptungen sondern um Denkanstösse. Auch fraking, das Gewinnen von Erdöl aus Schiefergestein, verseucht nicht nur das Grundwasser mit Chemikalien, sondern kann auch Erdbeben auslösen.
      10 9 Melden
    • Interessierter 08.09.2017 14:59
      Highlight Geothermische Beben haben mit tektonischen Beben nichts zu tun!
      11 6 Melden
    • Graustufe Rot 08.09.2017 17:36
      Highlight @Interessierter. Sind aber um Fall Basel vom Menschen verursacht, wie viele Naturkatastrophen.
      5 8 Melden
    • Ökonometriker 08.09.2017 18:45
      Highlight Es gibt durchaus empirische Evidenz für ein Zusammenhängen der Erdkerntemperatur und dem Klimawandel.
      Es ist auch plausibel anzunehmen, dass eine höhere Kerntemperatur zu stärkerer seismischer Aktivität führt.

      Die These, dass das Klima die Häufigkeit und / oder Intensität von Erdbeben beeinflusst würde ich daher noch nicht so schnell begraben, auch wenn die Datenlage für eine Verifizierung noch nicht ausreicht.
      6 5 Melden

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