Wissen

Menschliche Gebeine im Beinhaus von Sedletz: Noch endet jedes Leben zwangsläufig im natürlichen biologischen Tod.  Bild: Shutterstock

Eine Welt ohne Tod: Paradies oder Hölle?

14.01.18, 17:20

Marko Kovic

Nur zwei Dinge auf der Welt sind sicher, heisst es: Steuern und der Tod. Diese Liste könnte bald um die Hälfte schrumpfen. In den kommenden Jahrzehnten dürfte es gelingen, das biologische Altern beim Menschen aufzuhalten oder sogar rückgängig zu machen. Sobald wir das Altern zuverlässig aufhalten oder rückgängig machen können, wird der natürliche biologische Tod optional und die menschliche Lebensdauer dürfte auf einen Schlag um mehrere Jahrhunderte verlängert werden.

Der Gedanke, dass wir Menschen nicht mehr eines natürlichen Todes sterben müssen, klingt nach wissenschaftlicher Hybris – dürfen wir wirklich so krass in die Natur eingreifen? In unserem intuitiven Denken über die Welt orientieren wir uns gerne an dieser Idee des Natürlichen: Was natürlich ist, ist gut. Wenn wir Menschen in die Natur eingreifen, so unsere Intuition, dann ist das gefährlich. Kaum ein Eingriff in die Natur wäre derart weitreichend wie das Abschaffen des natürlichen Todes. 

Dr. phil. Marko Kovic ist Präsident von ZIPAR – Zurich Institute of Public Affairs Research und von Skeptiker Schweiz – Verein für kritisches Denken. Zudem ist er CEO der Beraterfirma ars cognitionis.

Ist das Natürliche aber wirklich so wichtig und richtig, wie wir intuitiv meinen? Wenn wir einen gedanklichen Schritt zurück gehen und einen Blick auf die menschliche Zivilisation werfen, dann sehen wir, dass unser Verhältnis zur Natur ein kompliziertes ist. Einerseits sind wir Menschen als Ergebnis der biologischen Evolution schlicht zufällige Produkte der Natur. Die Natur im Sinne der Evolution hat uns dabei mit unseren beeindruckenden kognitiven und moralischen Fähigkeiten «ausgerüstet».

Andererseits aber ist die gesamte Geschichte der menschlichen Zivilisation eine Geschichte des rationalen Widerstandes gegen die Natur: Wir nutzen ganz vielfältige Formen von Technologie, um die oftmals brutalen biologischen Bedingungen der Natur zu überwinden. Es gibt fast keinen Aspekt unseres Lebens, der nicht von der technologischen Überwindung unserer biologischen Limitationen geprägt ist. Einen Taschenrechner benutzen, eine Brille zum Lesen aufsetzen, ein Kind gegen Polio impfen – all das sind krasse Eingriffe in die Natur. Es sind aber wünschenswerte Eingriffe in die Natur, denn sie lassen uns unsere Ziele besser erreichen, oder sie lassen uns die Welt besser verstehen, oder sie helfen, Leid zu reduzieren.

Den natürlichen Tod abzuschaffen mag also unnatürlich sein, aber das macht eine solche Technologie nicht automatisch schlecht. Den natürlichen Tod abzuschaffen wäre dann und nur dann abzulehnen, wenn die Risiken den Nutzen übersteigen. Ist dem so? 

Übersteigen die Risiken den Nutzen, wenn wir den natürlichen Tod abschaffen?  Bild: Unsplash/Scott Rodgerson

Der Nutzen der Unsterblichkeit ...

Was würde es uns eigentlich bringen, nicht mehr zu altern und damit nicht mehr natürlich zu sterben? Ein ganz unmittelbar nachvollziehbarer Nutzen ist, dass wir länger Zeit hätten, Glück und Freude zu erleben. Glück ist natürlich ein sehr subjektives und damit schwammiges Konzept. Wir alle machen aber tagtäglich Erfahrungen, welche für uns subjektiv schön sind: der wohltuende Kaffee am Morgen; das leckere Essen zum Zmittag; der genussvolle Sex am Abend. Aus einer sogenannten utilitaristischen Sicht ist es moralisch wünschenswert, dass so viele Menschen so viel Glück wie möglich erleben. 

Wichtiger noch als dieser unmittelbar utilitaristische Nutzen ist der sogenannte negativ-utilitaristische Nutzen: Mit der Abschaffung des Todes können wir viel Leid verhindern. Dank des medizinischen Fortschrittes verlagert sich die Phase der gehäuften Morbidität (Zeit, in welcher wir krank sind) zunehmend auf das letzte Lebensdrittel. Es geht uns recht lange recht gut, aber wenn wir in ein höheres Alter kommen, geht es uns meistens schlecht bis sehr schlecht. Wir sterben dabei nicht sofort, sondern gehen oftmals einen qualvollen Leidensweg bis zum Tod. Wenn wir den Lebensabschnitt des hohen Alters vermeiden können, vermeiden wir auch diese Phase der höllisch qualvollen Krankheit. 

Den natürlichen Tod abzuschaffen, hat noch einen weiteren bedeutenden Nutzen: Die Planungsfähigkeit von uns Menschen, aber auch der ganzen Menschheit, würde sich drastisch verbessern. Wir haben ganz natürlicherweise einen starken Gegenwarts-Bias: Das, was heute passiert, interessiert uns viel mehr als das, was in ein paar Jahren passieren wird. Dieser Bias ist besonders ausgeprägt, wenn es um die weit entfernte Zukunft geht, welche nicht nur ungewiss ist, sondern sehr wahrscheinlich ohne uns stattfindet. Heute für etwas zu planen, was erst in 100 Jahren Früchte tragen wird, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Wenn wir den natürlichen Tod überwinden und dadurch viel länger leben, ändert sich unser Denken über die Zukunft. Die langfristige Zukunft ist plötzlich nicht mehr abstrakt und theoretisch, sondern recht konkret: So, wie ich heute bin, wird es mich auch in 100 Jahren geben. Der positive Impact der verbesserten Planungsfähigkeit dürfte sich nicht zuletzt in der Risikowahrnehmung und im Risikomanagement niederschlagen. Heute ist es beispielsweise vielen Politikerinnen und Politikern recht egal, ob der Klimawandel in 100 Jahren grossen Schaden angerichtet hat. Wenn wir alle aber in 100 Jahren noch leben, dann gibt es einen ganz automatischen Anreiz, den Klimawandel schon heute ernster zu nehmen. 

... und ihre Risiken

Das Risiko, an das wir fast reflexartig denken, wenn es darum geht, den natürlichen Tod abzuschaffen, ist Überbevölkerung. Nutzen wir denn nicht schon heute zu viele Ressourcen, um nachhaltig existieren zu können? Erwartet uns nicht eine Katastrophe, wenn Menschen nicht mehr (so schnell) sterben und neue Menschen in die Welt hineingeboren werden? 

Die Angst vor Überbevölkerung ist nachvollziehbar: Es gibt immer mehr von uns.   Bild: Shutterstock

Die Angst vor Überbevölkerung ist nachvollziehbar. Schliesslich bereitet uns unser übermässiger Ressourcenverschleiss mindestens seit den 1970er Jahren Bauchweh. Allerdings ist unsere Angst vor Überbevölkerung sehr wahrscheinlich nicht gerechtfertigt. Abgesehen davon, dass Angst vor Überbevölkerung ein moralisch zweifelhaftes Argument ist (die moderne Medizin hat allgemein zur Folge, dass es mehr Menschen gibt – aber darum fordern wir nicht, dass moderne Medizin abzuschaffen ist), gibt es demografische Schätzungen, welche zum Schluss kommen, dass die Bevölkerung nicht explosionsartig anwachsen würde.

Zudem wird die technologische Innovation in anderen Bereichen natürlich weitergehen: Wir stellen in Zukunft Nahrung nachhaltiger her (z.B. mit mehr synthetischer Biologie) und wir nutzen mehr und nachhaltigere nicht-fossile Energiequellen (z.B. Kernfusion). 

Wichtiger als das Risiko der Überbevölkerung ist das Risiko des beschränkten Zugangs zu der neuen Technologie. Bereits heute erleben wir die anhaltende Tragödie, dass medizinische Innovationen, zum Beispiel neue Medikamente, in erster Linie reicheren Menschen und Ländern zugänglich sind. Ein Beispiel sind antiretrovirale Medikamente im Kampf gegen HIV und AIDS, welche in ärmeren Ländern Afrikas auch heute noch deutlich schwerer zugänglich sind als bei uns im Westen. Der Zugang zu der Technologie zur Abschaffung des natürlichen Todes muss allen Menschen offen stehen – eine Zweiklassen-Menschheit mit den langlebigen Reichen und den kurzlebigen Armen müssen wir um fast jeden Preis vermeiden.

Das können wir bewerkstelligen, indem wir bereits heute beginnen, einen internationalen regulatorischen Rahmen zu skizzieren. Das Ziel eines solchen Rahmens sollte sein, die künftige Technologie zur Abschaffung des natürlichen Todes fair allen Menschen zugänglich zu machen und gleichzeitig die wirtschaftlichen Anreize für die Entwicklung der Technologie aufrecht zu erhalten. 

Angst vor Veränderung bedeutet, dass wir die Veränderung nicht mitgestalten

Wenn wir den natürlichen biologischen Tod abschaffen, wird das unsere Zivilisation grundlegend verändern. Der natürliche Lebenszyklus ist der rote Faden, welcher alle Gesellschaften auf der Welt fundamental prägt. Wenn es diesen roten Faden nicht mehr gibt, wird die Welt eine andere sein. 

Veränderung bereitet uns immer Sorgen, starke Veränderung besonders starke. Wir haben darum einen natürlichen Hang zum Status-Quo-Bias: So, wie die Dinge jetzt sind, finden wir sie oft am besten, weil eine Veränderung immer Ungewissheit birgt. Wir müssen dieser Ungewissheit aber nicht hilflos ausgeliefert sein. Je stärker wir heute beginnen, die Zukunft aktiv und gezielt zu gestalten, desto wahrscheinlicher ist, dass der Nutzen, den wir anstreben, auch wirklich realisiert wird. Das beste Mittel, um unserem Unbehagen ob der Abschaffung des natürlichen Todes entgegenzukommen, ist darum, bereits heute die Welt, wie wir sie morgen rationalerweise haben wollen, aktiv zu gestalten. 

Ohne natürlichen Tod wird die Welt eine andere sein. Wenn wir es richtig machen, wird sie eine bessere. 

Umfrage

Sollten wir den natürlichen Tod abschaffen, wenn wir das können?

974 Votes zu: Sollten wir den natürlichen Tod abschaffen, wenn wir das können?

  • 24%Ja
  • 63%Nein.
  • 13%Weiss nicht

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Die verwirrte Dame 16.01.2018 10:25
    Highlight Als 15 Jähriges Mädchen dachte ich damals, dass ich mit 30J. sterben möchte.

    Heute möchte ich aber ca. 40Jahre alt werden. Da ich keine Familie möchte denke ich, reicht mir ein Leben bis 40 :)
    1 0 Melden
  • Bynaus 16.01.2018 09:25
    Highlight Das Ende der biologischen Alterung wird nicht das Ende des Todes sein. Ganz einfach weil Menschen weiterhin an Unfällen aller Art (oder Krankheiten) sterben werden. Bei einem Flugzeugabsturz oder einer Ebola-Infektion hilft es nichts, wenn man biologisch nicht altert.

    Die Welt würde also kaum auf den Kopf gestellt, aber zumindest würde die Diskriminierung nach Alter stark abnehmen - niemand würde mit 55 zum "Alten Eisen" gehören, da sie/er die gleiche Leistungsfähigkeit wie jemand mit 35 hätte bei gleichzeitig viel mehr Erfahrung.
    0 0 Melden
  • Lesea 15.01.2018 01:29
    Highlight das nicht-sterben ist die grösste Angst die ich habe, die absolute Hölle. das heisst keinesfalls das ich in naherzeigt sterben möchte!! ich hoffe sehr darauf alt zu werden. doch irgendwann möchte ich auch sterben. gewisse Entwicklungen der erde möchte ich nicht miterleben. ich möchte mein leben geniessen, kleine und grosse Zile haben und erreichen. Zeit verliert die Bedeutung mit der Unsterblichkeit. und den den Tod rückgängig zu machen wäre der allergrösste horror. wenn man der welt nicht mal mehr freiwillig entliehen kann wäre dies eine massive Einschränkung der Freiheit
    4 3 Melden
  • Billy the Kid 14.01.2018 23:42
    Highlight Wir waren alle schon vor unserem Leben einmal im "Jenseits" - habe noch nie jemanden gehört, der sich über diesen "Nicht-Zustand" beklagt hätte.
    Übrigens: Falls man den Utilitarismus auf die Spitze treiben wollte, müsste man neben die "Lust" auch das Leiden stellen und da würde die Rechnung wohl nicht mehr so schön aufgehen.
    Ich persönlich halte zwar nichts von solch kindischer Gegenrechnerei - aber wenn schon die "Kosten-Nutzenrechnung" fürs Leben erstellt wird, sollte man wenigstens konsequent sein.
    8 3 Melden
  • IchSageNichts 14.01.2018 22:42
    Highlight Übernevölkerung ist das kleinste Problem.
    Das grosse Problem. Dann hat Zeit keine Bedeutung mehr. Wieso soll ich heute etwas machen wenn ich es auch in 1000 Jahren machen kann. Und wie lange soll ich dann was machen? 100 Jahre Ski fahren 50 Jahre studieren oder 200 Jahre assozial am PC abhängen? Und dann leb ich immer noch ewig.
    Die meisten Menschen wären total überfordert und psychisch bald am Ende. Nur eine langsame, stetige Erhöhung der Lebenserwartung erlaubt es der Gesellschaft Konzepte zu entwickeln, die es den Mensch erträglich macht so lange zu leben oder eben nicht (siehe Exit).
    26 5 Melden
    • sambeat 14.01.2018 23:37
      Highlight Und ich halte dagegen: Überbevölkerung ist NICHT das kleinste Problem! Das kleinste Problem wären Menschen, die sich selbst das Leben nehmen weil sie den Verstand verlieren! Dieser ist einfach nicht für ewiges Leben gemacht…
      Mann oh mann, ich hoffe wirklich, dass niemand ein Rezept für „ewiges Leben“ findet.
      6 3 Melden
  • Raphael Bühlmann 14.01.2018 22:27
    Highlight "[...] der wohltuende Kaffee am Morgen; das leckere Essen zum Zmittag; der genussvolle Sex am Abend."

    Hunderte oder tausende Jahre lang ... yay ...
    14 5 Melden
  • fandustic 14.01.2018 21:56
    Highlight Der Tod ist es ja gerade, welcher das Leben ausmacht. Zu wissen, dass die Zeit begrenzt ist, macht doch das Leben erst wertvoll. Es hat wohl seine Gründe, dass wir eines Tages gehen müssen. Die Zeit holt jeden eines Tages ein....und ich denke, dass passt schon so.
    32 3 Melden
    • sambeat 14.01.2018 23:38
      Highlight Das finde ich auch. Passt definitiv!
      2 1 Melden
  • Nominator 14.01.2018 21:42
    Highlight Das Leben ist ein virtuelles Spiel und wer es gewinnt bekommt das Universum und darf Gott sein. Dieses hier läuft seit ca. 18.82 Milliarden Jahren. Da fliegt man etliche Male raus. Der Bericht zielt völlig an der Nichtrealität unserer Welt vorbei. Andererseits besteht gerade darin der Reiz, dass man es nicht merkt solange man drin ist. Unser Denken ist der Bildschirm, der Glaube das Programm und das Bewusstsein der User. Euch geschehe nach eurem Glauben, also macht euch keine Sorgen wegen euerer Gedanken. Man könnte das auch verkomplizieren damit es gescheit tönt und es niemand mehr versteht.
    4 9 Melden
  • Hunskelper 14.01.2018 20:49
    Highlight Ohne AHV Reform brauchen wir über Unsterblichkeit gar nicht erst anfangen zu reden. Also ich möchte keinesfalls ewig leben, soooo toll ist es dann doch nicht auf dieser Erde.
    62 5 Melden
    • IchSageNichts 15.01.2018 08:12
      Highlight Typisch Schweizer: Zuerst mal an die Kohle denken! :D
      Aber du hast recht Unsterblichkeit meint Unendlichkeit und dieses Konzept würde unsere gesamte Wirtschaft auf den Kopf stellen. Mit Geld kauft man Zeit (Lohn) was aber wenn Zeit keinen Wert mehr hat weil es davon für alle unendlich viel gibt ....
      4 3 Melden
  • Tepesch 14.01.2018 20:34
    Highlight Die Frage ist, warum sterben wir überhaupt. Der Tod könnte auch nur ein Defekt sein, der sich in den Anfängen des Lebens eingeschlichen hat. Da der Tod in den aller meisten Fällen erst nach der Geschlechtsreife von Lebewesen eintritt, hat er auf die Mechanismen der Evolution wenig Einfluss und wird so immer weitergegeben.
    11 20 Melden
    • Tornadillo 14.01.2018 21:12
      Highlight In der Evolution ist der Tod wichtig, bzw. zwangsläufig um Platz für die neue Genkombinationen und Mutationen zu machen. Alles was NACH der Fortpflanzung geschieht war bis zur Entwicklung der Unterstützenden Brutpflege (Grosselternschaft) völlig belanglos.
      Allerdings sind wir wohl bald in der Lage unsere Gene zu Lebzeiten zu manipulieren, so dass die natürliche Selektion über zufällig Mutationen für uns Menschen keine Bedeutung mehr hat. Somit können wir uns auch genetisch weiterentwickeln ohne zu sterben und damit Platz für neue Generationen zu machen.
      9 4 Melden
    • seventhinkingsteps 15.01.2018 00:57
      Highlight Weil Zellen natürlicher Weise zerfallen?
      2 1 Melden
  • Schwanzus Longus 14.01.2018 20:28
    Highlight Es gibt mittlerweile interessante Theorien von Wissenschaftlern wie die ORCH OR Theorie oder die Theorie von Robert Lanza, Biozentrismus. Schlägt mal nach. Es gibt zumindest Indizien dazu es diese Theorien einen Wahrheitsgehalt haben. Somit müssen wir auch nicht drüber reden den Tod abzuschaffen.
    4 7 Melden
    • sambeat 14.01.2018 23:41
      Highlight Diese Theorien haben einen Wahrheitsgehalt? Kann man das in Prozent ausdrücken? Ich muss gestehen, ich habe nicht nachgeschlägen.
      4 2 Melden
  • Bucky 14.01.2018 20:25
    Highlight So wenig Aussicht auf biologische Unsterblichkeit besteht, so sinnvoll ist es trotzdem, "bereits heute die Welt, wie wir sie morgen rationalerweise haben wollen, aktiv zu gestalten", wie der Autor des Artikels schreibt. Auch ist ihm ein Kränzchen zu winden für diese Erkenntniss: "eine Zweiklassen-Menschheit mit den langlebigen Reichen und den kurzlebigen Armen müssen wir um fast jeden Preis vermeiden". Bravo. Wenn nur schon diese Erkenntnis bei den meisten Leserinnen und Lesern hängen bleibt, ist ihm zu gratulieren.
    48 0 Melden
  • Schwanzus Longus 14.01.2018 20:21
    Highlight Man wird niemals ganz natürliche Dinge ohne die Natur zu belasten beeinflussen können daher finde ich sollte man darüber nicht reden. Wobei wir niemals den Tod abschaffen können. Für mich ist es Transhumanistisches Gerede.
    13 4 Melden
  • Bucky 14.01.2018 20:10
    Highlight Sorry to say, aber biologische Unsterblichkeit beziehungsweise ewiges Leben ist systembedingt unmöglich. Wer etwas anderes behauptet, ist ein Scharlatan. Hier geht es vielleicht darum, die Öffentlichkeit mit gut klingenden Versprechen zu überzeugen, der Forschung weiterhin und mehr Steuermittel für extravagante, prestigeträchtige Projekte, die allerdings vor allem den Sozialstatus der Forschenden polieren, zur Verfügung zu stellen. Natürlich, die entsprechende Forschung wird das eine oder andere brauchbare Resultat liefern. Aber sicher keine biologische Unsterblichkeit.
    24 13 Melden
    • Paganapana 14.01.2018 20:41
      Highlight Es gibt viele Dinge, die früher für unmöglich gehalten wurden und heute selbstverständlich sind.
      14 5 Melden
    • Bucky 14.01.2018 20:59
      Highlight @Pagapana: Lichtgeschwindigkeit zum Beispiel ist bis heute unübertroffen - systembedingt. Gewisse Probleme sind halt sehr, sehr schwer zu lösen.

      Leben definiert man am besten als biochemische Prozesse. Diesen immanent ist das Altern. Würde man sie stoppen, stoppte das Leben. Leben IST Altern, genaugenommen.
      Wollten wir ewiges Leben, müssten wir sozusagen die Plattform wechseln, weg vom biologischen Leben hin zu etwas, das menschliche Existenz anders trägt. Oder wir knacken das System der Naturgesetze des bekannten raumzeitlichen Universums. Aber dann sind wir erst recht "elsewhere".
      14 3 Melden
    • Tornadillo 14.01.2018 21:21
      Highlight Vielleicht wird das mit "ewig" etwas zu eng gesehen. Natürlich wir es kaum je erreichbar sein wirklich ewig zu leben, da ja auch da universum irgendwann der Kältetod sterben wird (vieleicht ja auch lösbar). Das würde ich dann systemimmanent nennen.
      Hier geht es jedoch darum die Lebensspanne auch einige Hundert oder Tausend Jahre auszudehnen. Es gibt noch genug Möglichkeiten um zu kommen denn durch Alterung oder Krankheit.
      Das ein Organismus jedoch per se "ewig" leben könnte spricht nichts dagegen. Das Leben selbst existiert nun auch schon einige Milliarden Jahre und wurde nie unterbrochen ;)
      2 3 Melden
  • DaBoong 14.01.2018 20:05
    Highlight Nicht vergessen: Die Evolutionstheorie nach Darwin weist immernoch markante Lücken auf und bleibt somit schlicht und einfach nur eine Theorie... 🤔
    11 36 Melden
    • Paganapana 14.01.2018 20:42
      Highlight Eine Theorie bleibt sie, aber eine verdammt gute.
      21 5 Melden
    • Graviton 14.01.2018 20:54
      Highlight Jap. Genauso wie die Gravitationstheorie. Spring mal aus‘m Fenster! 😉
      30 6 Melden
    • INVKR 14.01.2018 20:55
      Highlight Was für Lücken denn? Bin gespannt.
      12 7 Melden
    • Tornadillo 14.01.2018 21:24
      Highlight Sie schliessen aus Ihrer Alltagssprache darauf, dass eine Theorie eine blosse Hypothese sein. Dem ist jedoch nicht so. Von einer wissenschaftliche Theorie spricht mann wenn Sie grundsätzlich als gültig erachtet werden kann und bisher nichts gefunden wurde, dass dieser wiederspricht.
      Ein gutes Beispiel einer Hypothese wäre z.B. Gott: Einfach so eine Idee, die einiges erklären würde. Konkrete Hinweise darauf fehlen bisher jedoch gänzlich ;)
      14 5 Melden
    • seventhinkingsteps 15.01.2018 00:59
      Highlight Vielen Dank an @Tornadillo

      Der umgangssprachliche Begriff "Theorie" entspricht nicht dem wissenschaftlichen Begriff.
      6 2 Melden
    • DaBoong 15.01.2018 10:50
      Highlight Ein Missing Link (englisch für fehlendes Bindeglied) ist eine noch unentdeckte fossile Übergangsform zwischen entwicklungsgeschichtlichen Vor- und Nachfahren, die aufgrund evolutionstheoretischer Überlegungen vorhergesagt worden ist und die Überlieferungslücke im Fossilbericht schließen würde[1]. Ein solch verbindender Fund hat Mosaikformcharakter, d. h. das Fossil zeigt sowohl Merkmale der älteren als auch der jüngeren Form. Hierfür wird inzwischen die Bezeichnung „Connecting Link“ („Bindeglied“) bevorzugt[1]. Im Englischen wird der Ausdruck „missing link“ oft im....
      1 1 Melden
    • DaBoong 15.01.2018 10:55
      Highlight .....außerwissenschaftlichen Bereich beibehalten. Er bezeichnete ursprünglich das Fehlen einer Zwischenform in der Entwicklungsreihe vom menschenaffenähnlichen Vorfahren zum Menschen (Hominisation)[1].
      Hoffe das reicht.... sonst bitte googeln. So ein pseudo wissenschaftliches gedöns ablassen, aber nicht wissen um was es geht, also wirklich! Geht man anfänglich von einer nicht geltenden Theorie bzw. These, oder was ihr auch immer hören wollt, aus... dann sind jegliche Resultate/Folgerungen verfälscht.... sorry? Aber so ists....
      1 1 Melden
  • jjjj 14.01.2018 19:23
    Highlight "In den kommenden Jahrzehnten dürfte es gelingen, das biologische Altern beim Menschen aufzuhalten oder sogar rückgängig zu machen."

    Aha... Quelle?
    67 2 Melden
  • Dr Barista 14.01.2018 19:21
    Highlight „ eine Zweiklassen-Menschheit mit den langlebigen Reichen und den kurzlebigen Armen müssen wir um fast jeden Preis vermeiden.“ Diesen Satz kann man in x Variationen schreiben... sei es beim Zugang zu Wasser nur für Reiche, Zugang zu Nahrung nur für Reiche, Zugang zu Bildung nur für Reiche... dies alles gilt es zu vermeiden (oder auszugleichen), in unserer heutigen Welt ist dies aber höchst utopisch und unrealistisch. So auch bei Zugang zu „Zeit“. Siehe „in Time - deine Zeit läuft ab“...
    17 2 Melden
  • Graviton 14.01.2018 19:14
    Highlight Ich frage mich immer wieder woher dieser Glaube stammt, wir könnten schon „in den nächsten Jahrzehnten“ unsterblich werden?! Wir wissen noch nicht einmal welche Gene die Augenfarbe bestimmen, es werden fast wöchentlich neue Proteine entdeckt, die niemand zuvor kannte, und von den Biomolekülen, die wir kennen, wissen wir bei der grossen Mehrzahl nicht, was sie genau im Körper machen! Wir können uns wohl eher glücklich schätzen, wenn es uns „in den nächsten Jahrzehnten“ gelingt, die Zahl von Herzinfarkten ein bisschen zu reduzieren!
    23 2 Melden
    • Tornadillo 14.01.2018 21:27
      Highlight Sie unterschätzen die exponenzielle Beschleunigung unserer Erkentnisse und technischen Fähigkeiten gewaltig.
      Natürlich kann heute niemand sagen, ob es tatsächlich gelingen wird, denn es könnten heute noch unbekannte Hindernisse auftauchen. Aber wir werden nicht mehr Jahrzehnte im Jetzt herumdümpeln.
      3 7 Melden
    • Graviton 14.01.2018 23:57
      Highlight In gewissen Bereichen ist der Zuwachs an Fähigkeiten tatsächlich imposant. Vor allem in ingenieurtechnischen und rechnerbasierten Technologien. Aber in der Biologie/Medizin haben wir es mit den komplexesten Sytemen des bekannten Universums zu tun - Systeme, in denen jedes einzelne Molekül in einer jahrmillionen langen Evolution perfekt in die Körperfunktion integriert wurde. Systeme, in denen milliarden von Zellen auf für uns immer noch unfassbare Art und Weise ein bewusstes, fühlendes Lebewesen erschaffen.
      5 2 Melden
    • Graviton 14.01.2018 23:57
      Highlight Unsere Unwissenheit in diesem Bereich ist offensichtlich: Bis heute können wir praktisch keine einzige Erkrankung dieses Systems heilen (Infektionskrankheiten schon, aber die sind ja auch nur importiert und nicht systembedingt). Schlimmer noch: Bei vielen Krankheiten kennen wir nicht einmal die Ursache (Alzheimer, MS, usw). Wie man bei so viel Unerforschtem und Unverstandenem voller Hochmut an Unsterblichkeit denken kann, ist mir ein Rätsel.
      6 2 Melden
    • retrogott 15.01.2018 00:28
      Highlight Ich nehme an dass dies auch von der fortschreitenden Entwicklung der Technologie / Medizin beeinflusst wurde. Wir konnten uns vor 50 Jahren auch nie vorstellen was wir momentan technisch machen. Ja, die grundlegenden Theorien erscheinen nicht mehr so oft durchgerüttelt, aber was wir schon mit der aktuellen können ... Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir noch so viele noch unbekannte Gene entschlüsselt haben.
      3 2 Melden
  • mrmikech 14.01.2018 19:08
    Highlight Umfrage zeigt das überbevölkerung kein problem wird: 68% werden lieber sterben, 22% unsterbliche bleiben übrig.
    9 9 Melden
    • SemperFi 14.01.2018 22:12
      Highlight Ein klassischer Fehlschluss: Wenn aus jeder Generation 22% unsterblich sein wollen, wird der Platz schnell knapp.
      13 3 Melden
    • mrmikech 16.01.2018 13:01
      Highlight Klassische Fehlannahme: ich rede nicht von zukünftige generationen. Wer sagt das wir endlos viel neue kinder produzieren sollen/wollen wann es unsterblichkeit gibt? Deutlich ein thema das mehr (komplexe) fragen aufwirft.
      1 1 Melden
  • sikki_nix 14.01.2018 18:56
    Highlight Super Artikel! Wir Leben in einer sehr spannenden Zeit und ich denke, dass wir am Anfang von Umwälzungen stehen, die potentiell unsere Gesellschaft grundsätzlich umkrempeln werden (Digitalisierung, Medizin etc.). Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass wir jetzt einen Diskurs darüber führen, wohin wir als Gesellschaft wollen und dabei pro aktiv neue Gesellschaftsmodelle entwickeln und ausprobieren, um auf die dieneuen Situationenvorbereitet zu sein. Ansonsten landen wir genau in der angetönten Zweiklassengesellschaft, wo sich die Wohlhabenden immer mehr Privilegien erkaufen können ausüben.
    7 2 Melden
  • wiisi 14.01.2018 18:52
    Highlight Dass man inmitten des Lebens solche Fantasien und Sehnsüchte entwickelt kann ich nachvollziehen. Mein Blick auf Menschen, welche kurz vor dem natürlichen Tod sind, scheinen mir jedoch ganz zufrieden darüber, dass sie bald "gehen" können. Auch während des Sterbens auf natürliche Weise schienen sie mir sehr, sehr glücklich.
    10 4 Melden
    • Tornadillo 14.01.2018 21:30
      Highlight Und andere klammern sich bis zum allerletzten Atemzug ans Leben und wollen und wollen nicht gehen. Es gibt da viele Arten dem Tod zu begegnen.
      7 0 Melden
  • You will not be able to use your remote control. 14.01.2018 18:47
    Highlight Ab welcher Lebenserwartung wird die Risikovermeidung so wichtig, dass das Leben nicht mehr lebenswert ist?
    10 1 Melden
  • Thoemmeli 14.01.2018 18:46
    Highlight Abgesehen von der erwähnten Überbevölkerung würden sich das v.a. diejenigen leisten (können), die machthungrig sind, also Despoten, Diktatoren, Superreiche. Trump und Konsorten wären folglich nicht mehr wegzukriegen. Ob wir das wollen...?!? Ich sicher nicht!
    18 3 Melden
  • FensterAuf 14.01.2018 18:39
    Highlight Überbevölkerung würde vielleicht nicht sofort drohen, aber irgendwann müssten wir uns entscheiden, ob wir weiterleben oder Platz machen für kommende Generationen. Vielleicht ist es ganz gut, wenn diese Entscheidung nicht in unseren Händen liegt... Aber verhindern zu können, dass Menschen qualvoll oder viel zu früh sterben, wäre sicher etwas Gutes. Übrigens kann man schon heute mit verantwortungsvoller Politik oder einer Spende an die richtigen NGOs etwas ähnliches bewirken, aber es wäre schon schön, neben Hunger und Malaria auch z.B Krebs oder Demenz ausrotten zu können...
    10 1 Melden
  • kleiner_Schurke 14.01.2018 18:36
    Highlight Falls jemand unsterblich werden würde, dann mit hoher Wahrscheinlichkeit diejenigen, die es bezahlen könnten. Als hätten wir als erstes wohl einen unsterbliche Trump, der die Menschheit unendlich lange mit seinen Tweets erfreut... wollen wir das wirklich?
    22 5 Melden
    • Tornadillo 14.01.2018 21:32
      Highlight Also ich verzichte nicht auf meine potentielle Unsterblichkeit, nur um Trump eins auszuwischen ;)
      3 5 Melden
  • aglio e olio 14.01.2018 18:34
    Highlight Die Endlichkeit unserer Zeit und die Ungewissheit über deren Menge verleihen dem Glück erst seinen Wert.
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  • SeboZh 14.01.2018 18:22
    Highlight Solange sich die Menschheit so verhält, erachte ich die Lebensverlängerung nicht unbedingt als etwas positives. Wir müssten als Spezies zuerst einen riesen Schritt nach vorne machen. Ansonsten sehe ich bei solchen Szenarien nur schwarz. Wir kriegen es ja bereits heut zu Tage nicht zu Stande, verantwortungsvoll mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen.
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  • baumschüler 14.01.2018 18:20
    Highlight Eine tolle Idee. Dann können sich die jungen Menschen mit 100-, 200- oder 300-jährigen und ihren veralteten Ideen und Besserwissereien auseinandersetzen. Wahrscheinlich führt man dann ein Todesobligatorium ein oder so...
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  • Theodorli 14.01.2018 18:14
    Highlight Auch das schöne Erlebnis eigene Kinder zu bekommen
    müsste ja eingeschränkt,wenn nicht ganz verboten werden.
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  • reaper54 14.01.2018 17:57
    Highlight Der Mensch vermehrt sich schlimmer als jeder andere Schädling. Das erträgliche mass für die Umwelt ist jetzt schon sehr stark an der Grenze. Sogar Personen wie Steven Hawking sehen dies. Und jetzt kommen Forscher und wollen den Natürlichen Tod ganz aufhalten? Das ist einfach nur fahrlässig und Egoistisch!
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  • Goon 14.01.2018 17:38
    Highlight Hölle, ganz klar Hölle
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Katzenfans, ihr müsst jetzt ganz stark sein: Hunde sind doppelt so schlau 

Was für eine Hiobsbotschaft für alle Katzenliebhaber: Hunde sind die smarteren Vierbeiner. Eine Studie hat die Gehirne der beiden Tierarten untersucht und kam zum Ergebnis, dass Hunde mehr als doppelt so viele Neuronen wie Katzen besitzen.

Die im Magazin Frontiers in Neuroanatomy veröffentlichte Studie untersuchte die Gehirne verschiedener Tiere, darunter auch die von Braunbären, Waschbären, Frettchen aber eben auch von Hunden und Katzen.

Die Forscher der «Vanderbilt University» in …

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