Ł, ę und fiese sc/cz-Kombinationen machen die polnischen Spielernamen zu Stolpersteinen.
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Das brutale Namen-Lyscyzle: Wie man die Namen der Polen korrekt ausspricht
«Ausgerechnet!» Das dürfte so manchem Schweizer Reporter durch den Kopf geschossen sein, als Polen als Nati-Gegner im EM-Achtelfinal feststand. Sascha Ruefer und Co. werden auf eine harte Probe gestellt.
Sie heissen Błaszczykowski, Jędrzejczyk oder Mączyński – und sie sind der Horror jedes TV- und Radio-Reporters. Denn es reicht nicht, dass die Polen oft eine Kombination von sz/cz im Namen haben. Nein, hinzu kommen noch Buchstaben, die zwar jenen unseres Alphabets optisch ähneln, die aber anders klingen.
Der polnische Fussballanhänger Tomek gibt uns deshalb gerne Unterricht, damit die Namen am Samstagnachmittag sitzen. «Mir ist vollkommen bewusst, dass einige Wörter der polnischen Sprache äusserst kompliziert auszusprechen sind. Aber ich glaube an euch, ihr könnt das!», macht er uns Mut.
Nix mit Aufwärmen: Los geht's mit Goalie Wojciech Szczęsny.
YouTube/GOL24
Auch die Internet-Plattform «culture.pl» hat ein Video erstellt, das uns die korrekte Aussprache der polnischen EM-Spieler beibringt. Falls es Differenzen zum ersten Video gibt, schreiben wir diese am besten der unterschiedlichen Betonung in Nord- und Südpolen zu. Ich kann jedenfalls beim besten Willen nicht sagen, welche Version die korrektere ist.
Jamie Vardy bei den Polen?
Die Namen, die man sich schlecht merken kann, sind vielleicht mit ein Grund dafür, dass bei den meisten Schweizer Fussballfans auch die Gesichter der Polen unbekannt sind. Jedenfalls würde eine Umfrage hierzulande wohl zu einem sehr ähnlichen Resultat führen wie diejenige der BBC, die vor dem Gruppenspiel gegen Polen nordirische Fans zum Gegner befragte.
Piszczek! Nicht? Okay, der hier. Auch nicht? Aber der hier ist dann Piszczek!
YouTube/BBC Sport
Fakten zu den polnischen Gegenspielern im EM-Achtelfinal
Polens Team feiert mit den Fans. Die Ostmitteleuropäer sind am Samstag (15 Uhr) der Gegner der Schweiz im EM-Achtelfinal. Das sind die Spieler. EPA/EPA / OLIVER WEIKEN
Lukasz Fabianski, Tor, Swansea City. 2-mal Startelf. Rückte nach dem Auftaktspiel für den verletzten Wojciech Szczesny ins Team. War einst schon bei Arsenal nur Ersatz hinter Szczesny. EPA/EPA / OLIVER WEIKEN
Michal Pazdan, Verteidiger, Legia Warschau. 3-mal Startelf. Sein Spitzname lautet «Kung Fu Pazdan». Shaqiri und Co. sollten ihm also nicht zu nahe kommen. EPA/EPA / GUILLAUME HORCAJUELO
Artur Jedrzejczyk, Verteidiger, Legia Warschau. 3-mal Startelf. Kann an Trikots ziehen, ohne sie kaputt zu machen. Feierte die EM-Qualifikation mit einer Breakdance-Einlage in der Kabine – vor den Augen von Staatspräsident Andrzej Duda. EPA/EPA / PETER POWELL
Kamil Glik, Verteidiger, Torino. 3-mal Startelf. Der 1,90 m grosse Innenverteidiger besitzt auch einen deutschen Pass, in welchem sein Nachname «Glück» lautet. EPA/EPA / Sebastien Nogier
Lukasz Piszczek, Verteidiger, Borussia Dortmund. 2-mal Startelf. Wurde einst für ein halbes Jahr gesperrt, weil er in einen Wettbetrug verwickelt war. AP/AP / Martin Meissner
Thiago Cionek, Verteidiger, US Palermo. 1-mal Startelf. Wuchs als Nachkomme polnischer Auswanderer in Brasilien auf. Spielte vier Saisons in Polen, seit 2012 ist er in Italien engagiert. X00380 / YVES HERMAN
Grzegorz Krychowiak, Mittelfeld, FC Sevilla. 3-mal Startelf. Der Mann fürs Grobe, einer von Europas besten auf seiner Position. Spielte nie in Polen, weil er schon als 16-Jähriger nach Frankreich ging. EPA/EPA / SRDJAN SUKI
Krzysztof Maczynski, Mittelfeld, Wisla Krakau. 2-mal Startelf. Wechselte 2014 für drei Jahre nach China, kehrte aber nach einer Saison wieder nach Hause zurück. EPA/EPA / OLIVER WEIKEN
Bartosz Kapustka, Mittelfeld, KS Cracovia. 2-mal Startelf. Der 19-Jährige Shootingstar verletzte sich einige Monate vor der EM bei einer Schlägerei in einem Nachtclub. Rief den Nationaltrainer an, entschuldigte sich und flehte ihn an, ihn trotzdem nach Frankreich mitzunehmen. EPA/PAP / Bartlomiej Zborowski
Jakub Blaszczykowski, Mittelfeld, Fiorentina. 2-mal Startelf. Vor den Augen des zehnjährigen «Kuba» tötete sein Vater seine Mutter. Jakub und sein Bruder wuchsen bei der Grossmutter auf, da der Vater ins Gefängnis musste. Schon Blaszczykowskis Onkel war Captain der polnischen Fussballnati. EPA/EPA / TOLGA BOZOGLU
Kamil Grosicki, Mittelfeld, Stade Rennes. 1-mal Startelf. Absolvierte vor acht Jahren einige Partien für den FC Sion. Ist der DJ in Polens Kabine und legt gerne «Disco Polo» auf: Euro-Dance mit polnischem Text. Aufgepasst: Schoss für Rennes in der abgelaufenen Saison sechs seiner neun Saisontore als Joker! EPA/EPA / OLIVER WEIKEN
Tomasz Jodlowiec, Mittelfeld, Legia Warschau. 1-mal Startelf. Gilt als kopfball- und zweikampfstark. Ein Spieler wie geschaffen, um eine Führung über die Zeit zu retten. EPA/EPA / OLIVER WEIKEN
Piotr Zielinski, Mittelfeld, Empoli. 1-mal Startelf. Spielte seit der U15 in jeder polnischen Junioren-Nationalmannschaft und traf ausser für die U16 für jedes Team. Der ältere Bruder Pawel ist ebenfalls Profi in Polens höchster Liga. X01801 / EDDIE KEOGH
Arkadiusz Milik, Stürmer, Ajax Amsterdam. 3-mal Startelf. Nach 21 Toren in der Eredivisie schoss er an der EM das Siegtor im Auftaktspiel gegen Nordirland. Mit sechs Assists war er der beste Vorlagengeber der gesamten EM-Qualifikation. AP/AP / Thanassis Stavrakis
Robert Lewandowski, Stürmer, Bayern München. 3-mal Startelf. Der Captain ist als Bundesliga-Torschützenkönig der Star des Teams. An der EM schoss er allerdings in 270 Minuten noch kein Tor – kein Wunder, denn es wurde auch kein einziger Schuss aufs Tor Lewandowskis registriert! X00380 / YVES HERMAN
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