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Nach links: Freitag. Nach rechts: Sonntag.  kafi freitag

FragFrauFreitag

Kafi, ist es ethisch ok, jemanden dazu zu nötigen, zeitnah ein Versprechen einzulösen?

Oder anders gefragt: hat man rein ethisch Anspruch darauf, den anderen unter Druck zu setzen, seinem Versprechen zeitnah nachzukommen? Ich fühle mich genötigt und bevormundet, weil man mir den Zeitpunkt (jetzt!) vorgeben will und diese negativen Gefühle nehmen mir die Freude an der Erfüllung meiner freiwillig gemachten, mit keinem Zeithorizont versehenen Zusage. Liebe Grüsse, Urs



Lieber Urs

Ha! Sie sind sicher einer dieser herrlichen Gutscheinverschenker, dem man dann nachrennen muss, dass man die versprochene Leistung in Anspruch nehmen darf, gell? Oder haben Sie Ihrer Liebsten vor 18 Jahren einen Heiratsantrag versprochen und diese redet seit Jüngstem wieder regelmässig darüber?

Nein ernsthaft, Sie wollen sich bei mir eine Entlastungsantwort einholen, in der ich schreibe, dass man niemandem zu was zwingen darf und schon gar nicht unter Druck. 

Aber so wie Sie Ihre Frage stellen, kann ich das nicht ohne Weiteres schreiben, schliesslich kenne ich die Umstände nicht. Aber auch ohne Umstände kann ich Ihnen Recht geben in der Aussage, dass es nie Spass macht, etwas zu geben, wenn man dafür genötigt wird. Gleichzeitig ist ein Versprechen oder eben ein Gutschein halt auch eine Zusage, welche über die vollkommen unverbindliche Gabe hinausgeht.

Sie haben sich in eine Situation begeben, aus der Sie auch mit zitierter Ethik nicht rauskommen. (ETHIK! Ist Ihnen nichts Gewichtigeres eingefallen? Warum nicht gleich die Menschenrechte bemühen?) Sie werden sich der Sache anders stellen müssen und können sich hier nicht auf das Kleingeschriebene der AGB berufen. Hier geht es nicht um die Zeilen, sondern um das, was dazwischen steht.  Es steht ein Versprechen und eine Erwartung im Raum. Diese müssen nun aufeinander abgestimmt werden. Manchmal geht es einfach darum, dass man sich nicht gern fremdbestimmt fühlt und man dann aus Prinzip in eine Abwehrhaltung geht. Wenn Sie nicht bereit sind über diese Dinge nachzudenken oder zu diskutieren, dann hätten Sie die Zusicherung nicht machen dürfen.

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi

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Kafi Freitag (41!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 12-jährigen Sohn in Zürich.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Swan 06.03.2017 13:11
    Highlight Highlight Ich finde es auch ethisch ok Urs in den Arsch zu treten.
    Sein Versprechen nicht einhalten ist grundsätzlich genauso schlimm wie diese Frage überhaupt. Wie soll man bei so wenig Informationen eine vernünftige Antwort geben können.
  • Bruno Wüthrich 05.03.2017 10:52
    Highlight Highlight Mein erster Reflex war: Wieder so eine Frau Freitag - Antwort von oben herab.

    Aber hier geht es nicht um den ersten Reflex. Hier geht es darum, dass halt die Frage bescheuert ist. Der Fragesteller hat einen Tunnelblick. Wie wenn seine - uns unbekannte - Situation die einzig mögliche für diese Frage wäre. Kommt hinzu, dass Frau Freitag vermutlich nicht die Instanz ist, die verlässlich vermitteln kann, was ethisch ok ist und was nicht.

    Wobei: Beil letzterem kommt es immer darauf an, wer wem welche Kompetenz einräumen will. Für den lieben Urs scheint halt Frau Freitag diese Instanz zu sein.
  • Die graue Dame 05.03.2017 09:36
    Highlight Highlight Urs, wenn dir das Einlösen deines eigenen Versprechens so unangenehm ist, du dich innerlich so wehrst... warum hast du das Versprechen dann gemacht?
    Musstest du in der Situation gar dein eigenes (schlechtes?) Gewissen beruhigen? In der Hoffnung, dass das Gegenüber die Worte vergisst, nie darauf zurück kommt?
    Du hast zwei Möglichkeiten: zeig Eier und ziehs durch oder zeig Eier und nimm dein Versprechen zurück...
  • 3fuss 05.03.2017 09:27
    Highlight Highlight Wozu ein Versprechen abgeben, das "mit keinem Zeithorizont versehenen" ist?
    Auf gut Deutsch heisst das: Ich mache dir ein Versprechen, aber ich werde dieses Versprechen evtl. nie einhalten.
    Das ist kein Versprechen, verzwickt noch eins! Das ist wirres Gelaber.
  • Calvin Whatison 05.03.2017 08:52
    Highlight Highlight Ach Urs, du musst jetzt stark bleiben. Es ist ganz einfach, sch.... es jetzt so zusammen, dass es für dich wieder stimmt. 😂😂😂
  • Spooky 04.03.2017 21:43
    Highlight Highlight Die Eva von heute beisst nicht mehr in den Apfel.
    Sie nimmt den Schnitz einfach aus der Tüte 😎😱😂
  • Spooky 04.03.2017 20:59
    Highlight Highlight @Urs

    Hast du Steuerschulden?
  • mein Lieber 04.03.2017 18:18
    Highlight Highlight Was ist denn das für eine bescheuerte Antwort von Kafi? Die Umstände kennt man nicht, daher ist erstmal nachzufragen um was es geht. Jegliche Äusserungen sind daher völlig unangebracht. Der Fragesteller soll hier kommentieren und den Hintergrund erläutern, das Thema ist sehr spannend.
  • pamayer 04.03.2017 15:30
    Highlight Highlight Habe auch schon Zusagen/Versprechen bereut.
    Entweder aussprechen, ich hätte das nicht versprechen sollen, ich werde es nicht einhalten, Entschuldigung allerseits.

    Oder mit sich selbst klarkommen, dass ich jetzt eben mein Versprechen einlösen werde.

    Alles andere ist Wischiwaschi.
  • Yelina 04.03.2017 15:20
    Highlight Highlight Hm, wenn ich raten müsste, hat er seiner Partnerin gesagt, dass er irgendwann Kinder will und sie hat zeitnah (jetzt) ein Kind geboren? 🤔 😅
    • Tilman Fliegel 04.03.2017 18:20
      Highlight Highlight Na geboren wohl noch nicht, aber sie will ihn vielleicht zeitnah zum Zeugungsakt bringen...

FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Schön, dass es Ihren Blog gibt! Ihre Antworten bringen mich regelmässig zum Schmunzeln und Nachdenken. 

Nun habe ich selber eine Frage: Wie geht man am besten mit verpassten Gelegenheiten um, ohne sich tagelang zu ärgern? Herzliche Grüsse. Mia, 29

Liebe Mia

Danke für Ihre lieben Worte, die mich schampar freuen!

Es ist schon ein paar Jährchen her, seit ich in New York in der U-Bahn sass. Neben einem attraktiven jungen Mann (ich war damals ebenfalls attraktiv und jung. Also praktisch so wie heute, nur noch jünger), der mich in ein Gespräch verwickelte. Er erzählte mir, dass er Schauspieler sei und am Abend eine Premierenfeier seiner ersten TV-Serie habe, in welcher er der Hauptdarsteller sei.

Er war wirklich sehr charmant und auch …

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