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Mein Freund vergisst mich in seiner Lebensplanung!

Warum soll man sich das Leben auch einfach machen, wenn es doch schwierig geht?
Warum soll man sich das Leben auch einfach machen, wenn es doch schwierig geht?kafi freitag
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Mein Freund vergisst mich in seiner Lebensplanung!

Liebe Kafi Freitag. Kürzlich habe ich meinen Partner gefragt, wie sein Lebenskonzept in den kommenden Jahren aussehe. Seine Antwort bestand lange und ausführlich aus seinen beruflichen Plänen. Ich wurde mit keinem Wort erwähnt, und als ich ihn darauf ansprach, meinte er so nebenbei, doch klar, ich sei natürlich auch Teil davon. Mich hat das irgendwie verletzt und ich habe das Gefühl, als selbstverständlich zu gelten. Er findet, ich übertreibe. Du auch? Melissa, 35
30.11.2016, 10:3030.11.2016, 10:30

Liebe Melissa

Man kann in so einer Situation schon beleidigt und gekränkt sein, das wären sicher viele und auch ich habe Verständnis dafür. Aber gleichzeitig kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie Ihrem Liebsten eine Art Fangfrage gestellt haben und nun gekränkt sind, dass er sie nicht bestanden hat. Mir könnte es auch passieren, dass ich diese Frage rein beruflich beantworte, je nachdem in welchem gedanklichen Kontext ich mich gerade befinde, wenn man sie mir stellt. Männer definieren sich oft noch etwas mehr über ihre Arbeit, als wir Frauen und darum ist bei ihnen dieser Bezug oft der nächste. Das können wir den Männern übelnehmen, klar. Aber ich kann mich gut in diese Position hineinversetzen, denn schliesslich waren es bis vor wenigen Jahren meistens die Männer, die für das Familieneinkommen sorgen mussten und darum sitzt dieser Druck auch noch der jüngeren Generation im Nacken.

Wenn Sie wissen wollen, wie das Lebenskonzept Ihres Freundes im Bezug auf Sie aussieht, dann fragen Sie direkt danach. Mich persönlich nervt die Art und Weise, wie manche Menschen verbal um den heissen Brei herumschleichen, obwohl sie etwas ganz konkretes wissen wollen. Ich finde das irgendwie kindisch.

Ausserdem hat er Ihnen gesagt, dass Sie selbstverständlich auch ein Teil dieser Planung sind. Wie fänden Sie es nun, wenn Ihr Freund ebenfalls gekränkt und beleidigt wäre, weil Sie seine Aussage nicht für voll nehmen und sie hier hinterfragen? Recht anstrengend, nicht? Sehen Sie.

Mit herzlichem Gruss, Ihre Kafi

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 12-jährigen Sohn in Zürich.

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Wie ein Buchrücken mich daran erinnert, wo ich nie mehr hin will
Die alltägliche Physik des Unglücks.
Das Schwierige beim Ausmisten sind ja immer die Gefühle und Erinnerungen, die an den Sachen haften, von denen man sich trennen soll. In meinem Leben sind die Folgen dieses Umstands nicht nur ein Bestand von aktuell 26 (!?) Pullis, sondern auch zwei proppenvolle Bücherregale, deren Inhalte ich bei jedem Umzug aufs Neue verfluche. Und doch behalte ich sie alle: die Französischromane, die wir in der Schule lesen mussten und die mir aber so gut gefielen, dass sie mich über alle elf Wohnungswechsel meines Lebens begleitet haben, Bücher voller Eselsohren und Notizen, die ich liebte zu lesen, und solche, von denen ich glaube, sie noch lieben zu werden. Aber auch ein paar Klopper, bei denen mich einfach Titel oder Cover überzeugten oder von denen ich denke, sie machen sich besonders gut in einem wohl sortierten Bücherregal (niemand hat doch jede Seite von Ulysses gelesen?).
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