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Ich, 36 Jahre, 77 Kilo, Kleidergrösse 40/42

Bild: shutterstock

Jetzt mal ehrlich ...



Vor knapp zwei Wochen durfte ich das erste Mal einen Themenabend zur Selbstliebe abhalten. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete – ausser knapp 300 Nasen, die gutes Geld bezahlt hatten, und denen ich dafür auch etwas bieten wollte.  

Ich hatte mich gut vorbereitet, hatte mich mit den zur Thematik eingereichten Fragen auseinandergesetzt und Texte herausgesucht, die ich dazu in der Vergangenheit geschrieben hatte. Doch das allein reichte nicht, um zwei Stunden zu füllen. Kernpunkt des Abends war ein Austausch über das von mir Angesprochene.

Ich war darauf angewiesen, dass sich die Leute an der Diskussion beteiligten, sonst würde das Konzept nicht funktionieren. Es war mir jedoch auch bewusst, dass am Anfang wohl eine Situation entstehen würde wie amigs am Feez in der Primar, wenn links die Buben und rechts die Meitli standen und niemand sich traute, zu «Cotton Eye Joe» zu shaken. Wollen taten sie alle, aber da war diese brennende Angst vor einer Blamage.  

Da sass ich also – «ich armer Tor» – und hatte keine Ahnung, was ich tat. Ich überlegte mir im Vorfeld natürlich, wie ich das alles am besten angehen würde, wie ich die Leute motivieren könnte, welche Konzepte sie überzeugen würden, wie ich am professionellsten rüberkommen könnte. Bis ich mir eingestand, dass die klügste Herangehensweise wohl einfach die Ehrlichkeit war, und auf dem ersten Slide meiner Powerpoint-Präsentation (deren Erstellung mir etliche unangenehme Uni-Flashbacks einbrachte und so einige Fluchsalven abverlangte) stand denn schliesslich:  

«Ich habe keine Ahnung, was ich hier tue.»  

Der Abend wurde (soweit ich das aufgrund meines Erlebens und der vielen Rückmeldungen beurteilen kann) zu einem Erfolg. Die Leute öffneten sich, tauschten sich aus. Männer und Frauen unterschiedlichsten Alters und mit unterschiedlichsten Lebens- und Liebesmodellen setzten sich mit ihren Erfahrungen auseinander und nahmen gegenseitig Bezug auf ihre Aussagen. Natürlich muss man im Hinterkopf behalten, dass sie dafür da waren. Trotzdem entstand innert kürzester Zeit ein Gemeinschaftsgefühl des Wohlwollens und der Offenheit, wie ich es in einer so grossen Menschengruppe noch nie erlebt habe.  

Im Nachklang fragte ich mich, woran das lag.  

Ich glaube, wir hatten als Gruppe gleich zu Anfang alle Formen der vorgespielten Perfektion über Bord geworfen – oder so kam es mir zumindest vor.  

Ich bin der Überzeugung, dass wir als Gesellschaft genau daran kranken: Wir hassen uns – und tun gleichzeitig so, als seien wir besser als alle anderen. Das ist natürlich extrem überspitzt ausgedrückt, aber wie sollen wir denn einen gesunden Umgang mit uns finden, wenn wir alle ständig so tun, als seien wir perfekt – und das Unschöne weglassen, weil wir uns nicht mehr trauen, über unser Hadern und unser Zweifeln zu sprechen? Und es geht ja nicht mal nur um das wirklich Unschöne, sondern auch um das vielleicht leicht Über- bzw. leicht Unterdurchschnittliche. So bekommen gewisse Dinge einen bitteren Ernst, der gar nicht nötig wäre.  

Ich ziehe hier gern Frauen und ihr Gewicht, ihr Alter oder ihre Kleidergrösse heran (Männer können Ähnliches gerne ergänzen). Um diese Kennzahlen entsteht ein Mysterium, wir wissen von den allerwenigsten Frauen in unserem Umfeld, wie schwer sie sind, viele Frauen weigern sich, zu verraten, welcher Jahrgang ihren Pass ziert. Meines Erachtens macht einen nichts älter, als sein Alter nicht zu verraten. Und das mit der Kleidergrösse ist der Beweis dafür, dass wir Frauen uns diese Maulkörbe oft selbst und untereinander auferlegen, denn ich kenne sehr wenige Männer, die mit der schlichten Zahl «42» überhaupt etwas anfangen können – also auf einer Frauenhose, sonst ist diese Zahl ja bekanntermassen die «Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest».  

Ich habe kürzlich in einem Text geschrieben, dass ich viele Männer im Umgang mit ihren Körpern oft bewundere, wenn nicht beneide (obwohl ich mir bewusst bin, dass auch dort eine Verschiebung stattgefunden hat). Dass ich mir wünschte, wir Frauen könnten uns bei einem Wiedersehen nach längerer Zeit auf den Hintern hauen und sagen: «Altiiii, bisch au fängs en rächte Mocke!», uns dann ein High 5 geben und eine Pizza essen gehen.   Solange wir diese Themen so unglaublich wichtig und uns selbst so unfassbar ernst nehmen, halten wir uns und andere in diesem bescheuerten Würgegriff von Konventionen, die über uns als Menschen doch kaum etwas aussagen.  

Immer wieder lese ich, dass wir halt eine «oberflächliche Gesellschaft» seien. Aber was ist eine Gesellschaft denn mehr als eine Ansammlung von Individuen wie dir und mir? Braucht es einen Schritt Richtung Offenheit – von Menschen, die keine Idealmasse haben?  

Falls ja: Ich fang aa! Ich habe bei einem Gewicht von gut 77 Kilogramm (geht auch gerne mal etwas höher) einen BMI von 26 Komma Irgendöpis, ergo leichtes Übergewicht. Mein Oberkörper passt in 38/40, mein Unterkörper in 40/42. Ich werde am 25. Januar 37 Jahre alt.  

So. Hui. An der Tastatur sitzt noch immer dieselbe Frau wie vorher. Surprise!  

Meine Frage lautet nun: Hilft das? Oder erzeugt das noch mehr Konkurrenz? Verlieren solche Dinge an Wichtigkeit, wenn man offen(er) darüber redet, oder richtet sich so noch mehr Fokus darauf? Entmystifizierung oder doppelter Stress?  

Ich persönlich erlebe offene Gespräche über solche Belange immer als Erleichterung, als Begegnung auf Augenhöhe, als Grundlage für wirkliche Tiefe – nicht nur auf körperlicher Ebene mit anderen Menschen mit zu vielen oder zu wenigen Rundungen, sondern auch im Bereich Lohn oder Prüfungsversagen oder sonstigen Belangen betreffend Status, sowie auch bei Themen rund um die psychische Gesundheit. Wenn man solche Dinge offen aussprechen kann, verlieren sie meines Erachtens an Stigma-Potential. Nur was man nicht weiss, macht einen heiss, denn der Umfang meines Hinterns oder dein Lohn oder die Anzahl Jahresringe auf unseren Knochen sind nur so lange spannend, bis wir sie kennen, und dann werden sie zu dem, was sie sind: Zahlen. Fertig.  

Wichtig: Ich rede hier nicht von einem generellen öffentlichen Kundtun wie ich es oben gemacht habe (und glaubt mir, komplett easy war das also auch nicht), sondern von einer generellen Offenheit, die sich dem Rahmen anpasst und so weit geht, wie man sich wohl fühlt, und die vermittelt, dass wir nicht allein sind in unserer Imperfektion, auf welcher Ebene auch immer ...  

... und dass diese Imperfektion ganz oft auch einfach sch****egal ist.

Yonni Meyer

Yonni Meyer (36) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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67Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 14.10.2018 20:45
    Highlight Highlight Die Welt von Yonni Meyer ist mir fremd. Aber ich lese ihre Artikel trotzdem gerne - vielleicht gerade darum.
  • Toerpe Zwerg 14.10.2018 10:15
    Highlight Highlight Körperliche Imperfektion ist leicht, intellektuelle Unzulänglichkeit dafür um so schwerer zu ertragen.

    Oder wann haben Sie das letzte mal jemandem gesagt "sorry, Du bist mir nicht gescheit genug und zu ungebildet?"

    Oder jemanden ein solches Eingeständnis über sich selber abgeben hören?

    Das ist verbotenes Terrain. Aber solange wir dieses nicht betreten, bleibt die Diskussion halt so oberflächlich, dass wir Kleidergrössen nennen ...
  • Natürlich 13.10.2018 23:29
    Highlight Highlight „Wir hassen uns - und tun gleichzeitig so, als wären wir besser als alle anderen“
    Oh ja, darin erkenne ich mich wieder...
  • Ferranya 13.10.2018 19:28
    Highlight Highlight Jaja, das gute alte bild dass "die Gesellschaft" von einem sehen will. Ich bin auch oft den "schau mich an wie perfekt ich bin"-menschen ein dorn im auge. Warum? Ich bin 31, alleinerziehende mutter von 2 mädchen (auch noch von verschiedenen vätern, den einen hab ich noch während der schwangerschaft verlassen), wiege stolze 80kg auf noch stolzere 164cm, ich sammle gaming/film merchandise und zocke leidenschaftlich gerne auf meiner ps4 oder switch und vielen stösst sogar sauer auf das ich bi-sexuell bin. Ich mag mich so wie ich bin und wem es nicht passt muss ja auch nicht hinsehen.
    • Hallosager 14.10.2018 02:34
      Highlight Highlight Hört sich für mich nach der perfekten Frau an 😅 :)
    • Toerpe Zwerg 14.10.2018 10:48
      Highlight Highlight Manchmal ist es auch so, dass die Gesellschaft gar nichts von einem erwartet, man selber sich aber sehr von einer selbst vermuteten Norm abgrenzen will ...
    • Spooky 14.10.2018 11:03
      Highlight Highlight "...und wem es nicht passt muss ja auch nicht hinsehen."

      Du musst selber einfach nicht hinsehen,
      dann ist das Problem gelöst 😆✋
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pat the Rat (der Echte) 13.10.2018 12:10
    Highlight Highlight Ich, männlich, 46 Jahre, 183 cm, 73 kg, Bierbäuchlein vorhanden, Hemden 42, T-shirts L, Hosen 50...
    Und jetzt?
  • DichterLenz 13.10.2018 10:51
    Highlight Highlight Hab den Text jetzt zweimal gelesen und ehrlich gesagt: ich verstehe das Problem immer noch nicht.
    • Yonni Meyer 13.10.2018 19:16
      Highlight Highlight Das freut mich sehr für dich. Ich wünschte, mir und vielen anderen ginge es gleich. Und genau um dieses Selbstverständnis geht's.
  • Vio Valla 13.10.2018 10:11
    Highlight Highlight Wollte nur schnell was anmerken.
    Das Männer mit ihrem Äusseren weniger Probleme haben als wir Frauen, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. In dem Bereich scheint die Gleichberechtigung ziemlich Gas gegeben zu haben. Mein bester Freund jammert immer wieder darüber, dass er zu hässlich sei. Ein anderer macht sich Sorgen, dass er viel zu dünn ist. Wieder ein anderer hat Probleme mit seiner Grösse. Der nächste wundert sich, dass ich Interesse an ihm habe. Er sei doch nicht gerade der Schönste. Die männliche Unsicherheit bezüglich Aussehen wird nur weniger Öffentlich thematisiert.
    • Hallosager 14.10.2018 02:40
      Highlight Highlight Medien, Alteingesessenen und Sozialen, sei Dank 🙈
      Überall sieht man den perfekten Adonis-Körper den man selbst gerne hätte, egal ob als Frau oder Mann. Spricht man jedoch mit diesen Leuten merkt man oft, dass man sich genau so gut mit einem Stein unterhalten kann, was der mega Abturner ist. Ich mache auch Sport und Krafttraining, aber weil es mir gefällt und ich mich dabei wohl fühle. Seit ich nicht mehr jeden Tag online bin, umso mehr! Aber weil ich es von mir aus will, nicht weil jemand das von mir erwartet.
  • Zeit_Genosse 13.10.2018 01:04
    Highlight Highlight An irgend etwas machen Menschen ihr Unglücklichsein fest. Z.B. an Zahlen und unnötigen Vergleichen. Wenn wir weniger das Störende und Trennende betonen, sondern das Gemeinsame, wir über Selbstliebe andere auch lieben, dann ändert die Energie die Richtung und damit auch die Wirkung. Jeder definiert sich sein eigenes „gelungenes“ Leben - und gut ist.
  • liavivica 13.10.2018 00:00
    Highlight Highlight Danke Yonni. Ein wunderbarer Text! 🙏🏻
    Dazu ein Erlebnis von Anfang Jahr: ich nehme mir seit dem Frühling endlich wieder Zeit für Sport (nach der Schwangerschaft) und habe grosse Freude daran. Am Austoben, aber auch, dass ich mich in meinem Körper total wohl fühle. Ein paar Frauen in meinem Umfeld mustern mich mit Adleraugen und kommentieren: „Ein muskulöser Bauch ist doch nicht erstrebenswer. Warum tust du dir das an?“ „Alles gut bei dir? Warum hast du abgenommen?“ (dabei bin ich ja einfach so wie vor der Schwangerschaft).
    🙄 Ich, 32j, 174, 56-60kg (habe keine Waage)
  • ReziprokparasitischerSymbiont 12.10.2018 23:41
    Highlight Highlight Weder das Gewicht noch die Kleidergrösse sind vielsagende Zahlen. Ich bin gleich schwer und gleich gross wie meine Mutter und unsere Kleidergrössen liegen 2-3 Nummern auseinander. Aber wir fühlen uns beide wohl, so wie wir sind, da spielen die Zahlen auf der Waage und den Zetteln keine Rolle.
  • thelastpanda 12.10.2018 23:08
    Highlight Highlight Weiblich, 25 Jahre, vermutlich etwa 70 kg (besitze nur eine Küchenwaage 😉) finde, dass Kleidergrössen sehr relativ sind. Je nach Marke (oder auch Untermarke: C&A/Clockhouse oder s.Oliver/QS by s.Oliver) trage ich eine 38, 40 oder 42, M oder L. Manchmal auch eine 44. Habe über die letzten 10 Jahre gelernt meine Kurven zu akzeptieren und auch zu schätzen. Und mir ist bewusst, dass ich mit meinem eher grösseren Vorbau (schwankt ebenfalls sehr, je nach Marke so um die 80D) und meinen breit gebauten Hüften niemals eine S oder XS sein werde. Und deshalb geniesse ich nun das Leben. Mit Schokolade.
    • Hallosager 14.10.2018 02:43
      Highlight Highlight Kurven sind sexy. Gibt keinen Grund sich dafür zu schämen 😉
      Meine Erfahrung zeigt, mehr Inhalt ist zu bevorzugen. Beim Körper und im Kopf. Toller Text den du da geschrieben hast :)
  • DanielaK 12.10.2018 21:56
    Highlight Highlight 😂Kleidergrössen sagen ja auch sooo viel aus... In meinem Schrank findet man 176, 36,38,40 und 42 und es passt ALLES! Was solls... Gewicht ist gut genährt, aber laut BMI nicht zu hoch. Alles ok und ich kann fröhlich weiterfuttern. Meine Tochter ist erst 10, aber etwa 5 Kilo leichter als der Rest der Klasse. Was solls, sie isst, ist gesund und munter, das zählt.
  • Jolimeme 12.10.2018 18:37
    Highlight Highlight Ich finde diesen Input unglaublich wichtig. Doch sehe ich auch die Schwierigkeit wenn man auf der anderen Seite der Skala steht (1.58m klein,47kg). Ich hab mir das nicht ausgesucht, beneide Frauen mit mehr Füdli und Brüsten sehr. Doch darf man das kaum sagen, weil dann oft kommt: motz doch nicht, wenn ich dünn wäre dann hätt ich ja keine probleme. Bäm in the face. Mir ist das Gewicht anderer Frauen total schnuppe solang sie sich wohl fühlen. Wieso sind wir Frauen denn so zueinander? Solang dieses dick dünn gross klein so ein thema ist, wird leider auch das ausprechen des gewichts nichts ändern
    • Statler 13.10.2018 02:18
      Highlight Highlight Die Frage ist, warum beneidest Du Frauen mit mehr Füdli und Brüsten? Du denkst doch hoffentlich nicht, dass Du weniger wert bist, nur weil da (physisch) weniger an Dir dran ist?
      Die zweite Frage ist: warum seid Ihr Frauen zu Euch selbst so? (Gilt für Männer übrigens auch).

      Wer sich auf Gewicht und Kleidergrösse reduziert, wird auch nur diejenigen wahrnehmen, die das auch tun - und diejenigen ignorieren, denen die wirklich wichtigen Attribute an einem auffallen.

      «Don't read beauty magazines, they will only make you feel ugly» (Baz Luhrman)
    • SanchoPanza 13.10.2018 08:34
      Highlight Highlight Jolimeme, ich weiss was du meinst.
      In meiner Schulzeit hatte ich zwei Mitschülerinnen welche bei mit Untergewicht. zu kämpfen hatten. Während eine tatsächlich magersüchtig wurde und einen Grossteil des letzten Schuljahres im Spital verbrachte, konnte die andere Essen was sie wollte - sie nahm nicht. Sie war völlig frustriert weil ihr niemand glaubte und beneidete Mitschülerinnen mit mehr Kurven... dabei ging es ihr körperlich eigentlich gut. Nur die Reaktionen von aussen störten sie massiv, weil sie sich dauernd verteidigen musste (noch heute, 15 Jahre später).
  • Platonismo 12.10.2018 18:25
    Highlight Highlight Ich trage nur Hosen und Anzüge auf Mass vom Schneider meines Vertrauens. Wahrscheinlich hätte ich leichtes Übergewicht. Aber ich weiss es einfach nicht 😉
    • Yonni Meyer 12.10.2018 20:58
      Highlight Highlight So. Guet. High 5!
  • Fräulein Fensterplatz 12.10.2018 17:29
    Highlight Highlight Besitze keine Waage daher geschätztes Körpergewicht von 60-65kg bei einer Körpergrösse von 1.69cm. Hosengrösse 36 da null 'Füdli'. Oberteile M weil Körbchengrösse 75E - nicht lustig, da meine Brüste seit jeher Dehnungsstreifen haben und auf einer Höhe hängen die man sonst eher bei Frauen in höherem Alter erwartet... Hänu, da es nicht zu ändern ist lohnt es sich auch nicht sich darüber aufzuregen 😏
    Ahja werde demnächst 26
    • Eyesoon 12.10.2018 20:01
      Highlight Highlight Ich feier dich 🥃
  • The Count 12.10.2018 17:18
    Highlight Highlight Hallo Mädels und Jung, ich liebe euch alle für euer Aussehen. Euer Gewicht ist mir scheissegal, eure Falten und Frisur auch. Euer Verhalten aber nicht, also seid gefälligst etwas nett zueinander und hört auf zu lügen und betrügen. Seid grosszügig, offenherzig und mutig. JETZT!

    Gruess vom Maa, 41i, 1.83m, 90kg
  • Thinkdeeper 12.10.2018 16:52
    Highlight Highlight Hoi Yonni

    Schöner Artikel, Kompliment.
    Wie schön wäre es ohne EGO-Trip, Leistungs-, Ideal(Wahn-)vorstellungen, gegenseitigem Respekt und Toleranz durch das Leben zu gehen.
    • Barracuda 13.10.2018 14:05
      Highlight Highlight Ich finde nur schade, dass sich Frau Meyer erst für dieses Thema (in dieser Form) stark machte, als sie selbst "aus Gründen" davon betroffen war. Vorher hat sie sich nie dermassen mit Idealvorstellungen, etc. auseinandergesetzt ;-) Da ist für mich also auch ein ganz grosser Teil Psychohygiene.
  • LupaLouu 12.10.2018 16:46
    Highlight Highlight Ich, 28gi und 2 Kids. 1,74m gross und 63kg. Trage auch eine 40/42🙈
  • Ralph Moses 12.10.2018 16:45
    Highlight Highlight Ich habe kein Ahnung, ob stimmt, was ich hier schreibe. Man möge mich korrigieren! Aber ist es so, dass Frauen untereinander ständig auf Konkurrenz gebürstet sind? Ist es so, dass sie sich wahrscheinlich mehr auf den Hintern gucken, als Männer das tun? Und wenn ja, warum ist das so? Ich meine, ich denke nicht, dass es Männern (ich rede jetzt einfach mal von Heteros) egal ist, was andere von Ihnen halten. Trotzdem sehe ich bei denen dieses Verhalten weit weniger. Oder verstecken die es einfach besser?
    Fragen über Fragen...
    • Statler 12.10.2018 19:19
      Highlight Highlight Nicht weniger - aber anders
  • Caya 12.10.2018 16:27
    Highlight Highlight Bei den Männer steht die Hosengrösse oft aussen am Hosenbund. Diese würden bei den Damen (inkl. mir) wohl zum Ladenhüter...
  • Hoppla! 12.10.2018 16:25
    Highlight Highlight Ich bin nicht perfekt, scheiss drauf. Den einen gefällts, den anderen nicht.

    Ich bin aber immer wieder überrascht, dass man das Imperfekte thematisieren will. Check ich wirklich nicht.
  • eBart! 12.10.2018 16:12
    Highlight Highlight Dazu kommt mir dieses Bild in den Sinn (nicht nur auf das Äussere bezogen, sondern generell - wir wollen meistens die Lüge. Ein Dänischer Autor hat ein Buch darüber verfasst - er war 3 Monate in jeder Hinsicht ehrlich - verlor dadurch Job, Freunde, Frau, Familie, etc.).
    User Image
    • sapperlot 15.10.2018 10:34
      Highlight Highlight eBart, kannst du mir den Titel dieses Buches nennen? Danke :)
  • Tilman Fliegel 12.10.2018 15:53
    Highlight Highlight Also ich finde die Zahlen jetzt nicht so spannend und sehe da keinen grossen Bezug zur Offenheit und Oberflächlichkeit der Gesellschaft. Auch wenn ich selber seit 4 Jahren am Abnehmen bin und von daher durchaus ein wenig Zahlenfixiert. Aber bei anderen Menschen sind mir die Zahlen nicht wichtig ( persönlich bin ich mittlerweile mehr am KFA als am BMI interessiert, so schlimm steht es schon um mich ;) )
  • Statler 12.10.2018 15:35
    Highlight Highlight Wir hassen uns, weil wir sehr wohl wissen, dass wir NICHT besser sind als die anderen, das aber nicht zugeben können, weil in unserer Gesellschaft nur die Sieger zählen.
    Uns wird eingetrichtert, dass nur das Perfekte eine Daseinsberechtigung hat. Was vollkommener Unfug ist, denn Imperfektion ist die Regel und Perfektion so gut wie inexistent.
    Zum Glück ist das Angebot an Konsumartikeln und Feindbildern, die uns zum Aufpolieren unseres Egos angeboten werden, mannigfaltig. Aber deren Wirkung ist nur von kurzer Dauer.
    • danger mouse 12.10.2018 18:30
      Highlight Highlight Absolut genial ausgedrückt und geschrieben...!!!!
  • Miicha 12.10.2018 15:33
    Highlight Highlight Dein Text erscheint direkt über dem von Emma Amour... Das sind Welten! Danke für deine Texte!
    • Platonismo 12.10.2018 18:27
      Highlight Highlight Oder einfach Lebensweisheit und Erfahrung vs Sturm und Drang. Beides ok zu seiner Zeit...
    • Lichtblau550 12.10.2018 20:01
      Highlight Highlight Yonni oder Emma? Beide! Die eine scheint angekommen, die andere ist noch auf der Suche. Gemeinsam haben sie offenbar den „Kiez“ (die Zürcher Langstrasse und Umgebung) und einen expliziten Sinn für Selbstironie. Ich hoffe, beide bleiben watson noch lange erhalten. Vergleichbares gibt es sonst nirgends.
    • Spooky 14.10.2018 20:53
      Highlight Highlight "Das sind Welten!"
      Ist aber schön, dass beide Welten auf Watson Platz haben 😀
  • WatchesFTW 12.10.2018 15:15
    Highlight Highlight Ich, 22. 50 Kilo auf 171cm. Kleidergrösse 36. BMI ist mir egal solange ich mich wohlfühle.
    Danke für diesen Text<3
  • SJ_California 12.10.2018 15:13
    Highlight Highlight Ich schneide die Zetteli sowieso immer gleich nach dem Kauf ab 😉 kann euch deshalb auch gar nicht sagen, welche Grösse ich gerade trage
    • Yonni Meyer 12.10.2018 15:16
      Highlight Highlight Die blöden Dinger kratzen eh nur.
  • Magenta 12.10.2018 14:34
    Highlight Highlight Danke für diesen Text ❤
  • achsoooooo 12.10.2018 14:19
    Highlight Highlight Noch zur Kleidergrösse: Man kann sich in eine zu kleine 36 quetschen, oder aber man trägt eine 38, die gut sitzt... In welcher Grösse man sich wohler fühlt, ist jedem selbst überlassen. Ich habe für mich selbst gelernt, dass mir der Komfort wichtiger ist als die Zahl, die innen am Etikett aufgedruckt ist.
    Diese ist, sind wir ehrlich, sowieso keine Referenz, da sie in den verschiedenen Läden teils sehr variiert. In manchen geht mir 34, in anderen ist halt eine 38. So what 🤷
    • Yonni Meyer 12.10.2018 14:29
      Highlight Highlight Absolut derselben Meinung. Im Studium arbeitete ich nebenher in einem Bekleidungsgeschäft und eine der schwierigsten Aufgaben war, den Damen beizubringen, dass es jetzt eventuell Zeit war, von 38 auf 40 umzusteigen. Niemand sieht die Zahl, die auf dem Zäddeli steht - ob eine Hose zu eng ist, jedoch schon.
    • Yonni Meyer 12.10.2018 14:30
      Highlight Highlight P.S. Nicht wenige von ihnen kamen danach regelmässig zu mir, weil sie meine Offenheit schätzten.
    • achsoooooo 12.10.2018 14:35
      Highlight Highlight @Yonni Meyer find ich cool 👍😊
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno Wüthrich 12.10.2018 14:06
    Highlight Highlight Liebe Frau Meyer, im Zeitalter von metoo und nervigen Sexismus-Debatten werde ich mich hüten, ihnen ein direktes Kompliment über Ihr Äusseres zu machen. Doch es ist nicht das erste Mal, dass Sie in einem Ihrer Texte Anspielungen auf Ihre Masse und Gewicht machen. Ich sah Sie aber einmal am Fernsehen (Club?) und kam dabei zum Schluss, dass Ihr persönliches Umfeld Ihnen diesbezüglich eigentlich (ehrlich gemeintes) positives Feedback geben müsste. Alles andere wäre völlig unverständlich.
    Falls dies so ist, müsste es Ihnen etwas leichter fallen als anderen, darüber zu reden oder zu schreiben.
    • Yonni Meyer 12.10.2018 14:17
      Highlight Highlight Danke fürs Kompliment, Herr Wüthrich. Es geht hier aber ja nicht nur ums Aussenbild, sondern ums Innere. Und Sie haben recht: Ich glaube, das fällt mir leicht(er) als anderen (tat es auch schon mit erheblich mehr Gewicht) und deshalb habe ich mich überwunden, hier diesen Text zu schreiben. Zu sagen, dass das komplett easy war, wäre aber gelogen.
    • Bruno Wüthrich 12.10.2018 14:54
      Highlight Highlight Selbstverständlich bemerkte ich, dass es Ihnen nicht nur ums Äussere geht. Leider hat es mir der Umweg, den ich gehen musste, um mich korrekt auszudrücken, innerhalb eines einzigen Kommentares nicht mehr gestattet, auch noch in diese Richtung eine Bemerkung zu schreiben.

      Hier also noch etwas Senf zum Stigma-Potential: Ich habe in meinem Leben bereits mehrmals äusserst positive Erfahrungen im offensiven Umgang mit eher als schwierig empfundenen Tatsachen gemacht und habe - sofern darum ersucht wurde - meine Freunde in diese Richtung beraten. Es ist noch in jedem Fall gut heraus gekommen.
    • Ceci 12.10.2018 23:18
      Highlight Highlight Das ist jetzt sehr schön ausgedrückt, Herr Wüthrich. 👍🏻
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lina-Lou 12.10.2018 14:04
    Highlight Highlight Danke Yonni, einmal mehr!

    Ich, 29, 173cm, 89kg, BMI 29, dini Muetter, Chleidergrössi je nach Schnitt 44-50.
  • lalalalisa 12.10.2018 14:00
    Highlight Highlight Super Text, Yonni. Super Thema.
    Ich erlebe genau dasselbe. Je mehr und offener damit umgegangen wird, desto banaler werden diese Themen, weil alle merken, wie unwichtig Alter und Gewicht doch tatsächlich sind.

    Meine Erfahrung ist, dass sich viele sofort wohl fühlen, wenn sie merken, wie offen und unkompliziert mit gewissen "unangenehmen" Themen umgegangen wird.
    Ich mache zwar sehr oft den ersten Schritt - was mir gottseidank leicht fällt - aber es entwickeln sich dann immer super Gespräche.
  • Baccara - Team Nicole 12.10.2018 13:55
    Highlight Highlight Ich. 43. 74 Kilo auf 1.67. Muskulatur dank Yoga und Reiten. Trage aber auch Kleidergrösse 42.
    • who cares? 12.10.2018 14:28
      Highlight Highlight Und wahrscheinlich körperlich gesünder als so manch unsportliche 30jährige mit Grösse 38 :)
    • Yonni Meyer 12.10.2018 15:10
      Highlight Highlight Schonmal definitiv als ich.

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Ja, Sie haben schon richtig gelesen, da ist kein Tippfehler im Titel. Modal, mit d. Ich erspare Ihnen nun die Google-Suche oder das Ausgraben Ihrer Deutsch-Ordner von früher, wo Sie dann Ihre alten Aufsätze finden, in denen Sie sehr realistisch eingeschätzt haben, dass Sie mit 30 ein Haus, vier Kinder, einen Labrador namens «Columbo» und eine Traumkarriere haben werden und alles, was Sie nun mit 36 tatsächlich Ihr eigen nennen, ist ein Fahrrad und sogar das wurde Ihnen schon zweimal …

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