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epa08497898 A corner flag with the sign for the 'Corona Warn-App' is seen during the German Bundesliga soccer match between Bayern Munich and SC Freiburg in Munich, Germany, 20 June 2020.  EPA/ALEXANDER HASSENSTEIN / POOL CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

App-Werbung im Fussballstadion: Die deutsche Tracing-App ist dem Schweizer Pendant bezüglich Funktionsumfang einen grossen Schritt voraus. Bild: keystone

Deutsche Corona-Warn-App hat jetzt Check-in-Funktion – SwissCovid-User brauchen Geduld

Für die deutsche Tracing-App ist ein grosses Update verfügbar. Derweil verhandeln die Macher der Schweizer Corona-Warn-App noch mit Apple und Google, um eine effizientere Bekämpfung von Superspreader-Events zu erreichen.



Ein Artikel von

T-Online

Die offizielle deutsche Corona-Warn-App ist um eine Check-in-Funktion erweitert worden. Die neue Version 2.0 wurde am Mittwoch im App Store von Apple und dem Play Store von Google veröffentlicht. Mit der neuen Funktion sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden.

Bislang erfasst die Tracing-App nur Personen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben als Risikokontakte. Bei der Analyse von Infektionsketten stellte sich aber heraus, dass dies nicht ausreicht. Denn: In geschlossenen Räumen wie Restaurants, Kaufhäusern oder Kirchen verbreiten sich die gefährlichen Luftpartikel auch über grössere Entfernungen hinweg.

Infektions-Cluster erkennen

Ausserdem sind Aerosole, die von Infizierten ausgeatmet werden, auch dann noch eine Zeit lang in einer gefährlichen Konzentration vorhanden, wenn die Person den Raum bereits verlassen hat. Diese Erkenntnisse werden nun in der neuen App-Version berücksichtigt.

Für die Erkennung von «Clustern» in Räumen können die Anwender der App durch das Einscannen eines QR-Codes einchecken, ähnlich wie bei der privaten Luca-App. In der App kann man die Klötzchengrafik für private Treffen auch selbst erstellen und ausdrucken.

Allerdings funktioniert dies bei der deutschen Corona-Warn-App grundsätzlich anders: Während bei der Luca-App zentral gespeichert wird, wer sich auf welcher Veranstaltung wie lange aufgehalten hat, bleiben diese Daten bei der Corona-Warn-App in der Hand des Nutzers.

Auch das Impfzertifikat soll integriert werden

Tritt ein Corona-Fall nach einer Veranstaltung auf, werden die gespeicherten Kontaktdaten bei Luca gebündelt an das zuständige Gesundheitsamt weitergegeben. Im Fall der deutschen Corona-Warn-App werden die jeweiligen Nutzer selbst informiert und aufgefordert, sich beim Gesundheitsamt zu melden.

Aus Sicht von Datenschützern besteht beim Prinzip der Corona-Warn-App der grosse Vorteil darin, dass keine Kontaktdaten zentral gespeichert und damit mögliches Ziel eines Missbrauchs werden. Nicht zuletzt deshalb wird die Luca-App von IT-Sicherheitsexperten vielfach kritisiert.

In künftigen Versionen der deutschen Corona-Warn-App soll – noch vor Beginn der Sommerferien – auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Die User könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Ausserdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests erscheinen können.

Was ist mit SwissCovid?

Die Schweizer Corona-Warn-App soll auch eine Check-in-Funktion erhalten. Wann es so weit ist, hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bislang nicht kommuniziert. Innerhalb der Bundesverwaltung laufen noch Abklärungen, was die rechtlichen Rahmenbedingungen betrifft.

Im Vergleich zur deutschen Corona-Warn-App soll SwissCovid bei der Cluster-Bekämpfung stärker ausgebaut werden, wie watson aus zuverlässiger Quelle weiss. Es geht um das sogenannte «Backward-Tracing» nach einem Superspreader-Event: Wenn nach einem bestimmten Anlass, bzw. in einem Lokal, der Verdacht besteht, dass eine hochansteckende Person viele andere Besucher infiziert haben könnte, soll das kantonale Contact-Tracing-Team gewisse Informationen erhalten, um effizient vorgehen zu können. Dies nur mit expliziter Zustimmung der User und auf eine möglichst datenschutzfreundliche Weise.

Das Problem: Die Plattform-Betreiber Apple und Google, die unverzichtbare Schnittstellen für die Tracing-Apps (iPhone und Android) zur Verfügung stellen, lassen es wegen Datenschutz-Bedenken nicht zu, dass Ortsdaten von der App an die Gesundheitsbehörden übermittelt werden.

Die SwissCovid-Macher sind mit Apple und Google am Abklären, wie das Backward-Tracing umgesetzt werden kann, ohne deren Vorgaben zu verletzen. Sonst droht ein Update nicht zugelassen zu werden in den App-Stores. Dies ist diesen Monat bei der britischen Tracing-App passiert.

Ob die Schweizer Corona-Warn-App wie ihr deutsches Pendant fürs Anzeigen von Impfzertifikaten eingesetzt wird, ist nicht bekannt. «Über technische Lösungen, die weiterverfolgt werden, wird bis Ende dieser Woche entschieden und informiert», teilt das BAG auf Anfrage mit.

(dsc/watson)

Quellen

(t-online)

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Das Coronavirus in der Schweiz – eine Chronologie

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