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Diese E-Autos fahren am weitesten bei extremer Kälte

An Audi A6 Sportback e-tron in Glacier white metallic is parked on a gravel road that leads to a house of classic Scandinavian design.
Der Audi A6 E-Tron fuhr bei bis zu minus 30 Grad noch immer über 400 Kilometer weit.Bild: AUDI AG

Diese E-Autos fahren bei extremer Kälte am weitesten

Bei eisigen Temperaturen sinkt die Reichweite von E-Autos. Wie stark das der Fall ist, welche Modelle besonders wenig und besonders viel verlieren, zeigt ein brutaler Härtetest aus Norwegen.
07.02.2026, 17:2107.02.2026, 17:46
Christopher Clausen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Eisige Kälte ist ein Feind von Akkus. Das war schon immer so – und jeder Smartphonebesitzer kennt es: Bei niedrigen Temperaturen leisten die Zellen in den Batterien weniger, entsprechend sinkt auch die Betriebsdauer.

Bei E-Autos ist das nicht anders. Vor 15 Jahren, als die Batterietechnik noch nicht ausgereift war und die maximalen Reichweiten selbst im Sommer bei nur 250 Kilometern lagen, bedeuteten winterliche Temperaturen teils einen Verlust um gut 50 Prozent – längere Touren waren kaum möglich. Und heute? Da sind die Verluste teilweise immer noch hoch, angesichts besserer Technik und grösserer Akkus jedoch im Verhältnis lange nicht mehr so dramatisch wie früher.

Nachdem zuletzt schon der deutsche ADAC einen Reichweitentest bei winterlichen Temperaturen durchgeführt hatte, folgte nun auch der norwegische Automobilclub NAF (Norges Automobil-Forbund) Ende Januar mit seinem legendären Elektroauto-Wintertest «El Prix». Wie das Fachmagazin «motor.no» berichtet, führte die Route wie alljährlich von Oslo über Lillehammer weiter nach Norden.

Die Rahmenbedingungen waren in diesem Jahr jedoch aussergewöhnlich hart: Zeitweise sanken die Temperaturen auf bis zu minus 30 Grad Celsius – deutlich kälter als in den Vorjahren, wo die niedrigsten Temperaturen bei –10 Grad Celsius lagen. Entsprechend stark fielen bei den 24 teilnehmenden Elektrofahrzeugen die Reichweitenverluste aus. Dabei ist zu beachten, dass die offizielle Herstellerreichweite nach dem einheitlichen WLTP-Testverfahren bei 23 und 14 Grad ermittelt wird, was in fast allen europäischen Ländern weit realistischer als minus 30 Grad ist.

Hier sind die Ergebnisse.

* Bei diesen drei Autos sind die Resultate wegen Problemen beim Test mit Vorsicht zu geniessen.
* Bei diesen drei Autos sind die Resultate wegen Problemen beim Test mit Vorsicht zu geniessen.

Wichtig zu wissen: Der Opel Grandland startete aufgrund eines Fehlers mit einem Ladezustand von 94 Prozent. Beim Zeekr 7X und dem Smart #5 wurde nach einer Pause vor der bergigen Etappe nach Donbås beschlossen, die Fahrzeuge aufgrund von rapide fallenden Restreichweiten aus Sicherheitsgründen aus dem Test zu nehmen.

Das waren die grössten Reichweiten – und höchsten Verluste

Rang 1: Lucid Air Grand Touring

Lucid Air
Reichweitenkönig mit 520 Kilometern bei extremer Kälte. Dennoch einer der Verlierer im Ranking aufgrund der hohen Reichweitenverluste von 46 Prozent. Bild: Lucid

Die grösste absolute Distanz legte der Lucid Air Grand Touring AWD zurück. Mit seinem 117-kWh-Akku kam das US-Modell auf 520 Kilometer. Gegenüber der WLTP-Reichweite von 960 Kilometern entspricht das einem Minus von 46 Prozent. Damit zählt der Lucid zugleich zu den Fahrzeugen mit den höchsten relativen Einbussen. Gleichauf liegt der Opel Grandland, der statt 484 nur 262 Kilometer schaffte, also ebenfalls einen Verlust von 46 Prozent einfuhr.

Rang 2: Mercedes CLA 350 4Matic

Büsste unter extrem winterlichen Witterungsverhältnissen 41 Prozent Reichweite ein, kam aber noch 421 Kilometer weit.
Büsste unter extrem winterlichen Witterungsverhältnissen 41 Prozent Reichweite ein, kam aber noch 421 Kilometer weit.

Die zweitgrösste Reichweite erzielte der Mercedes CLA 350 4Matic (Allrad). Der 85-kWh-Stromer kam auf 421 Kilometer statt der nach WLTP angegebenen 709 Kilometer, was einer Einbusse von 41 Prozent entspricht. Bei einem anderen unabhängigen Test bei Plus-Temperaturen erreichte ein CLA 250+ mit Heckantrieb indes exakt den offiziellen WLTP-Verbrauchswert von 12,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Für den Alltag ist dieses Ergebnis weitaus wichtiger.

Rang 3: Audi A6 Sportback E-Tron

Kam im Wintertest bei bis zu minus 30 Grad noch 402 Kilometer weit. 38 Prozent weniger als bei idealen Temperaturen um 20 Grad.
Kam im Wintertest bei bis zu minus 30 Grad noch 402 Kilometer weit. 38 Prozent weniger als bei idealen Temperaturen um 20 Grad.bild: audi

Auf Rang drei folgte der Audi A6 Sportback E-Tron Quattro mit 95-kWh-Akku. Er erreichte 402 Kilometer gegenüber 653 WLTP-Kilometern, ein Minus von 38 Prozent.

Der Verlierer: Suzuki e Vitara

Der erste Stromer von Suzuki ist kein Reichweiten-Monster.
Der erste Stromer von Suzuki ist kein Reichweiten-Monster.bild: suzuki/weigl.biz

Das war die kürzeste gefahrene Distanz

Am unteren Ende des Feldes landete der neue Suzuki e Vitara mit Allradantrieb. Mit seinem 61-kWh-Akku waren statt der versprochenen 396 Kilometer lediglich 224 Kilometer möglich, was einem Verlust von 41 Prozent entspricht und zugleich zur kürzesten gefahrenen Distanz im gesamten Test führte. In unserem Test zeigte der Japaner eine weitere Schwäche – und zwar beim Laden.

Der Effiziente: Hyundai Inster

Zwar kein Reichweitenriese, dafür sind die Verluste bei Kälte aber auch recht gering.
Zwar kein Reichweitenriese, dafür sind die Verluste bei Kälte aber auch recht gering.bild: Hyundai/Thorsten Weigl/www.weigl.biz

Hier gab es die geringsten Verluste

Ein Reichweitenzwerg war zwar auch der Hyundai Inster, doch mit seinem 49-kWh-Akku erzielte er immerhin 256 Kilometer und blieb damit bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt lediglich 29 Prozent unter der WLTP-Angabe von 360 Kilometern. Damit zählt der Inster zu den Modellen mit den geringsten relativen Reichweitenverlusten.

Ebenfalls positiv schnitt der MG6S EV AWD (77 kWh) ab, der 345 statt 485 Kilometer erreichte und ebenfalls nur 29 Prozent einbüsste. Für die Tester ist er der eigentliche Gewinner. Knapp dahinter folgt der MG IM6 AWD mit 100-kWh-Akku, der 352 von 505 Kilometern schaffte und somit 30 Prozent unter dem WLTP-Wert blieb.

Verwendete Quellen:

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90 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Fakten_Checker
07.02.2026 18:27registriert September 2025
In Die Uni in Alaska hat eine Studie gemacht. Elektroautos/eLKW gegen Diesel/LKW und ratet wer gewonnen hat?

Klar doe Elektroautos schlagen Diesel bei Kälte deutlich, nicht nur ökologisch sondern auch wirtschaftlich.

„Selbst unter diesen extremen Bedingungen erzielten E-Autos und E-Lkw niedrigere Gesamtkosten als Dieselmodelle, wenn man Kraftstoff, Leerlaufzeiten, Blockheizgeräte, Wartung und Ausfallzeiten berücksichtigt. In 17 von 21 untersuchten Einsätzen war der elektrische Antrieb im Vorteil.“
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RSR
07.02.2026 18:11registriert November 2025
350-400km im Winter ist mehr als genug
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Ahura
07.02.2026 21:26registriert Februar 2024
Testsieger ist ja eigentlich nicht die längste Reichweite in KM, sondern der geringste Verlust von Reichweite in % 🤔
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