DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Facebook-Chef Mark Zuckerberg bereitet sein Unternehmen auf einen Krieg mit Google vor.<br data-editable="remove">
Facebook-Chef Mark Zuckerberg bereitet sein Unternehmen auf einen Krieg mit Google vor.
Bild: Getty Images North America

Notfallplan aufgedeckt: Facebook machte Android-Nutzer heimlich zu Versuchskaninchen

Sie hatten keine Wahl: Eine unbekannte Zahl von Facebook-Nutzern ist vom Social-Media-Konzern «getestet» worden. Grund ist offenbar ein geheimer Notfallplan, der sich gegen Google richtet.
05.01.2016, 10:54

Dank Enthüllungen des Online-Mediums The Information (Story nur für registrierte Nutzer verfügbar) wissen wir, dass Facebook einen geheimen Notfallplan in der Schublade hat. Der Plan richtet sich gegen den mächtigen Konkurrenten Google, der dem weltgrössten Social-Media-Dienst gefährlich werden könnte.

Die watson-App ist deine Nummer 1?
Sag das doch deinen Freunden.
Mit Whatsapp empfehlen

Es geht um Android, das am stärksten verbreitete Smartphone-Betriebssystem der Welt. Offenbar befürchtet die Facebook-Unternehmensleitung, angeführt von Milliardär Mark Zuckerberg, dass es eines Tages zu einem offenen Konflikt mit Google kommen könnte. In der Folge könnte die Facebook-App aus dem Play Store verbannt werden, was grosse finanzielle Verluste verursachen würde. Wie Google verdient Facebook sein Geld mit Onlinewerbung.

Um sich gegen einen temporären oder dauerhaften Rauswurf aus dem App Store zu wappnen, hat Facebook heimlich Kampfmassnahmen erarbeitet. So liess das Unternehmen unter anderem Methoden testen, wie die Facebook-App auch ohne Zugang zum Play Store aktualisiert werden kann.

Laut The Information wurden die Android-Nutzer für etwa eine Woche dazu aufgefordert, die App nicht über den Play Store zu laden, sondern über einen direkten Link. Dabei sei es zu keinem nennenswerten Rückgang der Download-Zahlen gekommen, heisst es weiter.

Absichtliche Abstürze

Es kommt aber noch schlimmer. Facebook soll auch die Loyalität seiner Mitglieder auf die Probe gestellt haben. In die Android-App seien absichtlich Software-Fehler eingepflanzt worden, die die Anwendung abstürzen liessen und während Stunden unbrauchbar machten.

Mit dem vor mehreren Jahren durchgeführten Test wollte das Unternehmen herausfinden, wie viel Ärger die Android-Nutzer hinnehmen würden, bevor sie die Facebook-App vom Gerät löschten.

Zu den Leidtragenden gehörte offenbar eine unbekannte Zahl von Smartphone-Nutzern «in einem kleinen Land», dessen Name im Bericht nicht verraten wird. War vielleicht gar die Schweiz betroffen?

«Facebook has tested the loyalty and patience of Android users by secretly introducing artificial errors that would automatically crash the app for hours at a time, says one person familiar with the one-time experiment. The purpose of the test, which happened several years ago, was to see at what threshold would a person ditch the Facebook app altogether. The company wasn’t able to reach the threshold. ‹People never stopped coming back›, this person says.»
Exklusivbericht von The Information
quelle: the verge

Facebook wollte gegenüber The Information keine Stellung nehmen zu dem Bericht. Eine Anfrage von watson ist noch unbeantwortet.

Es ist dies nicht das erste Mal, dass das Unternehmen wegen fragwürdiger Praktiken negativ in die Schlagzeilen gerät. 2014 gab es eine Kontroverse, weil Inhalte für eine Studie manipuliert wurden.

Beeindruckende Nutzerzahlen

1,55 Milliarden Menschen nutzen Facebook pro Monat.<br data-editable="remove">
1,55 Milliarden Menschen nutzen Facebook pro Monat.

Worst-Case-Szenarien

Als börsenkotiertes Unternehmen ist Facebook natürlich bestrebt, seinen wirtschaftlichen Fortbestand zu sichern. Dazu gehören technische Vorbereitungen, um sich gegen Worst-Case-Szenarios zu wappnen.

Laut Bericht halte das Unternehmen einen Krieg mit Google für sehr unwahrscheinlich, müsse aber wegen der grossen finanziellen Abhängigkeit von der Android-App auf alles vorbereitet sein. Zu den möglichen Bedrohungsszenarien gehöre nebst dem Rauswurf aus dem Play Store auch, dass Google in Zukunft für die Nutzung bestimmter Services Geld verlange. So zum Beispiel für das Verschicken von Push-Nachrichten. Auch wenn es dabei um sehr geringe Beträge ginge, würde sich ein solcher Schritt angesichts der Grösse Facebooks (mit 1,5 Milliarden Nutzern monatlich) als eine gewaltige finanzielle Belastung entpuppen.

Auch für WhatsApp und Instagram?

Dass der Facebook-Konzern auch für seine prominenten Tochterunternehmen WhatsApp und Instagram entsprechende Notfallpläne in der Schublade liegen hat, ist anzunehmen.

Bleibt die Frage, ob auch mit der Facebook-App für das iPhone und andere iOS-Geräte experimentiert wurde. Auch im Apple-Universum ist Facebook extrem populär. Ein Rauswurf aus dem App Store hätte ebenfalls gravierende Konsequenzen. Allerdings schirmt Apple die Plattform ab. App-Installationen ausserhalb des App Stores wären über spezielle Zertifikate oder einen Jailbreak möglich.

Facebooks Notfall und die enthüllten Massnahmen ...

via The Verge

WhatsApp – das musst du wissen

1 / 15
WhatsApp – das musst du wissen
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
Du hast watson gern?
Sag das doch deinen Freunden!
Mit Whatsapp empfehlen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nach Facebook-Hetze gegen Merkel: 40-jähriger Corona-Schwurbler verurteilt

Der gelernte Gärtner war Mitglied einer geschlossenen, etwa 5000 Mitglieder umfassenden Facebook-Gruppe, in der auch zu Gewalt gegen «Asylanten und Migranten» aufgerufen wurde.

Ein Berliner Facebook-Nutzer ist nach Hetze gegen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Der 40-Jährige habe sich der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten, der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sowie der Volksverhetzung schuldig gemacht, begründete das Amtsgericht Berlin-Tiergarten am Donnerstag. Der Angeklagte hatte zuvor gestanden und erklärt, er habe sich «übelst über die Corona-Massnahmen …

Artikel lesen
Link zum Artikel