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Der neue iMac ist fast so dünn wie die neuen bunten Apple-Aufkleber. Bringt's das?
Der neue iMac ist fast so dünn wie die neuen bunten Apple-Aufkleber. Bringt's das?
Bild: watson
Review

Das Vermächtnis von Apples Design-Legende Jony Ive: Der neue iMac im Test

Mehr als 20 Jahre nach dem ersten richtig bunten All-in-One-Computer setzen die Kalifornier neue Akzente. watson hat den iMac mit M1-Chip im Alltag ausprobiert.
20.06.2021, 08:37

Der iMac war schon immer ein ganz besonderes Produkt. Für die Nutzerinnen und Nutzer. Und für Apple selbst. Mit dem ersten All-in-One-Computer leiteten Steve Jobs und Jony Ive quasi den «Turnaround» ein. Von da an ging es wirtschaftlich nur noch aufwärts mit dem Computerhersteller. Mehr als zwei Jahrzehnte später gibts nun ein iMac-Revival. Ich habe die «watson Edition» im Homeoffice-Alltag getestet.

Im vorliegenden Review gehe ich zuerst auf die Vorteile ein, gefolgt von den Nachteilen und meinem Fazit.

Vorteil 1: Jony Ive

Obwohl er das Unternehmen 2019 verliess, hat Apples ehemaliger Chief Design Officer beim Design des neuen 24-Zoll-iMacs mitgewirkt. Wie schon beim allerersten iMac.

März 1999: Jony Ive (links) mit Apples damaligem Vice President of Engineering, Jon Rubinstein. Im Vordergrund: Ein damals völlig neuartiger All-in-One-Compter namens iMac.
März 1999: Jony Ive (links) mit Apples damaligem Vice President of Engineering, Jon Rubinstein. Im Vordergrund: Ein damals völlig neuartiger All-in-One-Compter namens iMac.
archivBild: AP
«Jony ist einzigartig ... Die Arbeit am ursprünglichen iMac war der Punkt, an dem die Leute wieder begannen, Apple Aufmerksamkeit zu schenken.»
Tim Cook, CEO

Als bekannt wurde, dass Apples Chefdesigner von Bord geht und sich selbstständig macht, konstatierte ein deutscher Wirtschaftsjournalist: «Der Erfinder der neuen Welt geht».

Einer äusserst bunten Welt, ist anzufügen. Und Ive ist zwar offiziell weg bei Apple – aber immer noch präsent.

Den neuen, ultradünnen 24-Zoll-iMac gibt es in sechs Farbvariationen und in unbuntem Grau.
Den neuen, ultradünnen 24-Zoll-iMac gibt es in sechs Farbvariationen und in unbuntem Grau.
Bild: Apple
Müssen wir jetzt echt über Gehäusefarben reden?
Ja, wir müssen.

Als ich mein Testgerät aus seiner voluminösen Verpackung schäle, habe ich ehrlich gesagt zu schlucken.

Heraus kommt ein Mac wie aus einem «My Little Pony»-Fiebertraum.
<strike>Der Diss</strike> Die Formulierung oben stammt aus der Erfolgsserie «Modern Family» (Danke, Haley Gwendolyn Dunphy!). Mit aufs Bild genommen habe ich das iPhone 12 in Violett.
Der Diss Die Formulierung oben stammt aus der Erfolgsserie «Modern Family» (Danke, Haley Gwendolyn Dunphy!). Mit aufs Bild genommen habe ich das iPhone 12 in Violett.
Bild: watson
Fürs Protokoll: watson liebt Pink. (Und Lila. Und natürlich auch Rosa, bzw. Rosé.) Ich würde jetzt nicht so weit gehen und behaupten, wir haben die Kultfarbe neu erfunden. Obwohl, irgendwie schon.
Fürs Protokoll: watson liebt Pink. (Und Lila. Und natürlich auch Rosa, bzw. Rosé.) Ich würde jetzt nicht so weit gehen und behaupten, wir haben die Kultfarbe neu erfunden. Obwohl, irgendwie schon.
Bild: watson

Wenn man einen iMac kauft und in einen Raum stellt, egal ob Stube, Küche oder Büro, dann ist das immer auch ein persönliches Statement. Die einen finden's gut – andere regen sich tierisch auf oder machen sich darüber lustig.

«Designed by Apple in California» lässt in diesem Fall wirklich niemanden kalt.
Mit seinem 24-Zoll-Bildschirm passt der iMac in jeden Raum, ob Stube, Büro oder Küche. Mir persönlich gefällt das rosarote «Kinn» des iMacs nicht. Aber dafür umso mehr der «Rücken» (siehe unten).
Bild: watson

Die farbenfrohen neuen iMacs spiegeln die umfassendere Veränderung wider, die unser Arbeitsleben im letzten Jahr der Coronavirus-Lockdowns durchgemacht hat. Dieser schlaue Schluss stammt nicht vom Reviewer, sondern vom kalifornischen Innenarchitekten Timothy Corrigan.

Da immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiteten und oft Geräte mitbringen würden, die früher in eine Büroumgebung gehörten, sei es sinnvoll, dass Apple von einem einheitlichen und zweckmässigen Farbschema weggehe.

Und doch seien die neusten iMacs weit entfernt von den Original-iMacs, die den Status einer Popkultur-Ikone erlangten und mit der Ästhetik der 90er verbunden seien.

Ohne jetzt noch tiefer in die Farbdiskussionen einzutauchen, möchte ich Kollegin Katie Collins von CNET (siehe Quellen) doch beipflichten: Apple hat nichts gemacht, was sich einfach einfügt. Vielmehr zieht der iMac die Aufmerksamkeit auf sich und ist ein Statement-Stück, ein Kunstobjekt.

Die volle Farbenpracht gibt es allerdings nur für Leute, die bereit sind, etwas tiefer in die Tasche zu greifen (siehe Preis).

Jony mag es ultradünn und unkompliziert. Eine Konsequenz seines «Schlankheitswahns»: Der iMac ist mit 4,5 Kilogramm für einen Desktop-Rechner ein Leichtgewicht.

Und das gewohnte iMac-«Kinn»?

Ist praktisch, um Post-it-Zettel anzukleben.

Warum ein weisser Display-Rahmen?

Wenn der iMac in Wohnräumen aufgestellt wird, dürften die Wände meistens weiss oder zumindest in einer sehr hellen Farbe gehalten sein. Und da würde ein Tischcomputer mit schwarzer Display-Umrandung sicher mehr auffallen bzw. negativ ins Auge stechen.

Tatsächlich ist diese Tendenz zu weissen Gehäusen bei allen möglichen Smart-Home-Geräten diverser Hersteller zu beobachten. Die wenigsten Leute wollen etwas mit schwarzem Trauerrand immer im Blickfeld haben.

Ein schöner Rücken kann auch entzücken ...

... und das Rot passt hervorragend zum Rosarot, wobei die Farben klar voneinander abgegrenzt sind. Nennt sich Color Blocking, hab ich mir sagen lassen.
... und das Rot passt hervorragend zum Rosarot, wobei die Farben klar voneinander abgegrenzt sind. Nennt sich Color Blocking, hab ich mir sagen lassen.
Bild: watson

Vorteil 2: Es ist kein Computer für Nerds

Apple bleibt sich treu: Die Benutzerfreundlichkeit stand beim iMac schon immer im Zentrum. Und diesen Weg gehen die Kalifornier mehr oder weniger konsequent weiter.

Der iMac ist perfekt für alle, die sich nicht mit Computerproblemen herumschlagen wollen. Das Einrichten ist ein Kinderspiel. Boris Becker würde sich wundern, wie schnell man drin ist (im Internet). Einfacher geht's nicht.

Dank des neuesten Standards «Wi-Fi 6» gibt's auch ultraschnelles kabelloses Internet, wobei natürlich ein entsprechender WLAN-Router vorhanden sein muss.

Ergänzt wird die leistungsstarke Hardware (siehe unten) durch die hauseigene Software. Apples Spezialität ist es, alles wie aus einem Guss anzubieten, sodass im Alltag die diversen Geräte praktisch nahtlos zusammenarbeiten.

Ein Beispiel zur sogenannten «Continuity»: Mit macOS Monterey, das im Herbst erscheint, kann man Songs und Videos vom iPhone über AirPlay direkt auf den iMac beamen, ohne eine Maus oder Tastatur anfassen zu müssen.

PS: Windows-User:innen, die einen Umstieg ins Auge fassen, sich aber nicht sicher sind, ob sie mit den Gepflogenheiten des «exotischen» Systems klarkommen, müssen sich keine Sorgen machen: Der Umstieg ist einfach. Zur Not läuft nun auch Windows 10 auf Macs mit M1-Chips. Und dies gar nicht mal schlecht, wie meine Selbstversuche zeigten.

So installiert man Windows 10 auf dem M1-iMac:

1 / 7
Windows 10 auf dem M1-iMac (2021) von Apple
quelle: watson
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Vorteil 3: All-in-One

Die Design-Professorin Grace Lees-Maffei hielt in ihrem Buch über ikonisches Design fest: In mancher Hinsicht sei der iMac eine Reinkarnation des vielleicht wichtigsten Apple-Computers aller Zeiten – des ursprünglichen Apple Macintosh von 1984. Wie der iMac war auch der Macintosh ein All-in-One-Design, das Monitor, Prozessor und Diskettenlaufwerk in einem kleinen (beigen) Hochformatgehäuse mit einer einzigartigen, «freundlichen» Produkte-Identität vereinte.

Damit zurück in die Gegenwart. Zum iMac 2021.

Er ist nur 11,5 Millimeter dick – und damit dünner als viele Monitore. Dank des energieeffizienten M1-Chips mussten keine grossen Lüfter verbaut werden. Zudem steckt die Elektronik des 230-Volt-Netzteils im externen Adapter.

Die Displayleistung ist beeindruckend und braucht sich nicht vor einem guten externen Monitor wie dem LG UltraFine (dazu unten mehr) zu verstecken. Text ist einfach und angenehm zu lesen. Die Farbkalibrierung erscheint perfekt.

Das Soundsystem besteht aus sechs Lautsprechern, das zwei Paare von Tieftönern umfasst, die jeweils von einem Hochtöner begleitet werden. Die Soundleistung reicht aus, um Musik bei Zimmerlautstärke oder etwas lauter zu geniessen. Wenn man voll aufdreht, vermisst man einen noch stärkeren Bass, wie ihn ein grosser Subwoofer liefern würde.

Mit dem neuesten «Magic Keyboard» fällt das Tippen leicht. Die federnden, reaktionsschnellen Tasten lassen die Hände bei tagelanger intensiver Nutzung nicht ermüden. Die Magic Mouse funktioniert zuverlässig für grundlegendes Scrollen und Klicken sowie Gestensteuerung wie doppeltes Tippen, um alle geöffneten Apps auf einmal zu sehen.

Die neue Webcam, das Mikrofon und die Lautsprecher ermöglichen es, gut von zu Hause aus zu arbeiten. Videokonferenzen bleiben anstrengend, doch zumindest in technischer Hinsicht sind sie ein Vergnügen: Die Qualität der eingebauten Videokamera ist sehr gut. Endlich bietet Apple Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel). Die Beleuchtung überzeugt auch bei Gegenlicht. Was Konferenzteilnehmer freut: Apple hat auch bei der Audio-Qualität nachgebessert. Drei miteinander verbundene Mikrofone sorgen für natürliche Stimmwiedergabe und blenden störende Hintergrundgeräusche aus.

Abgesehen davon bietet das All-in-One-Konzept des iMacs einen weiteren Vorteil im Homeoffice: Man braucht keinen zusätzlichen Platz für externe Lautsprecher etc. und der Kabelsalat hält sich zumindest auf dem Tisch in Grenzen.

Vorteil 4: Die Umweltbelastung

Der Hersteller wirbt selbst damit, dass der ökologische Fussabdruck des neuen iMacs relativ klein sei. Dies gilt für den bei der Herstellung des All-in-One-Computers verursachten CO2-Ausstoss, der gegenüber dem Vorgängermodell (einem 21-Zoll-iMac) um 20 Prozent reduziert werden konnte. Zudem stammten diverse Materialien aus dem Recycling.

Zu erwähnen ist der auffallend tiefe Stromverbrauch, der dem energieeffizienten M1-Chip zu verdanken ist. Da es sich um den gleichen Chip handelt wie im Macbook (2020), verweise ich bezüglich Leistungsfähigkeit auf die Quellen.

«Dies ist ein schneller, energieeffizienter Chip, der Apps gut ausführt. Für die nächsten paar Jahre bietet der iMac genug Leistung, um die grosse Mehrheit der Nutzer zufriedenzustellen.»
Ars Technica

Spannendes Detail: Apples neuer iMac wird mit einem Netzteil ausgeliefert, das mit 143 Watt viel leistungsfähiger ist, als es das aktuelle 24-Zoll-Modell benötigen würde. In den offiziellen Spezifikationen von Apple heisst es, dass der leistungsstärkste Mac Mini M1 nicht mehr als 39 Watt Strom verbrauche. Der iMac verbraucht gemäss Hersteller noch viel weniger.

screenshot: Product Environmental Report, apple

Das aktuell viel zu leistungsfähige 143-Watt-Netzteil deutet gemäss unabhängigen Beobachtern auf zukünftige iMac-Modelle hin, die im Herbst oder Winter 2021 erwartet werden. Apple plane wahrscheinlich, dieses Netzteil in zukünftigen 24-Zoll-iMacs mit besseren Chips in den kommenden paar Jahren wiederzuverwenden, was absolut Sinn ergebe.

Vorteil 5: Der Preis

😂

Ein kleiner Scherz, sorry!

Und damit zu den Nachteilen ...

Nachteil 1: Jony Ive

Mai 2021: Sir Jony Ive meldet sich in Form einer Video-Ansprache zu Wort, gerichtet an die Absolventen des California College of the Arts. Er reflektiert «über die Bedeutung von Kunst und Design in der heutigen Kultur». Die knapp 15-minütige Rede ist bei YouTube verfügbar (siehe Quellen).
Mai 2021: Sir Jony Ive meldet sich in Form einer Video-Ansprache zu Wort, gerichtet an die Absolventen des California College of the Arts. Er reflektiert «über die Bedeutung von Kunst und Design in der heutigen Kultur». Die knapp 15-minütige Rede ist bei YouTube verfügbar (siehe Quellen).
Screenshot: YouTube

Apple ist kein Unternehmen, das vom Geschmack oder den Visionen eines einzelnen Mannes abhängig ist. Auch schon zu Steve-Jobs-Zeiten war es die Zusammenarbeit vieler talentierter und schlauer Köpfe, ihr unermüdliches Hinterfragen und Sich-neu-Erfinden, das den Erfolg brachte.

Beispielhaft zeigte sich dies bei der Entwicklung des iPhones. Wer sich für die spannende Geschichte hinter dem erfolgreichsten Produkt der Neuzeit interessiert, sollte «The One Device» von Brian Merchant lesen. Der US-Journalist («Vice») und Autor hat recherchiert, wie namentlich nicht bekannte Apple-Angestellte entscheidend zur Entwicklung des ersten modernen Smartphones beigetragen haben.

Jony Ives Abgang bietet Apple die Chance, von fragwürdigen Design-Strategien abzurücken. Insbesondere der Schlankheitswahn des Briten dürfte mitverantwortlich gewesen sein für einige misslungene, zu Recht kritisierte Produkte.

Und heute?

Kein Lachsbrötchen! Auch die neue «Magic Mouse» (2021) wird an der Unterseite aufgeladen. Das kann man mit dem beiliegenden Kabel tun, mit dem die Magic Tastatur angeschlossen wird.
Kein Lachsbrötchen! Auch die neue «Magic Mouse» (2021) wird an der Unterseite aufgeladen. Das kann man mit dem beiliegenden Kabel tun, mit dem die Magic Tastatur angeschlossen wird.

Die Akku-Maus schluckt keine Batterien und lässt sich während des Aufladens nicht nutzen, da man den Stecker wie schon bei früheren Apple-Mäusen unten einstecken muss. Das ist ziemlich «Ive», aber gar nicht «magic»!

Der 2021er-iMac bleibt der vorerst letzte Gruss von Apples Design-Legende.

«With Love From Jony»

Nachteil 2: Es ist kein Computer für Nerds

Der neue MagSafe-Stecker. Es ist eine viel festere magnetische Verbindung als bei den alten MagSafe-Kabeln, die frühere MacBooks mit Strom versorgen.
Der neue MagSafe-Stecker. Es ist eine viel festere magnetische Verbindung als bei den alten MagSafe-Kabeln, die frühere MacBooks mit Strom versorgen.
Bild: watson

Mit dem M1-iMac gibt's ein geflochtenes, farblich passendes MagSafe-Kabel für die Stromversorgung. Dieses lässt sich mit einem Handgriff magnetisch an der Rückseite des Geräts befestigen. Es ist überraschend schwierig, das Kabel wieder herauszuziehen, wenn es einmal befestigt ist. Das kann man positiv oder negativ sehen: Es scheint ideal zu sein, um ungewollte Unterbrechungen zu verhindern, falls jemand (menschlich oder nicht) versehentlich über das Kabel stolpert. Allerdings besteht auch das Risiko, den iMac mitsamt Kabel von seiner Unterlage in den Abgrund zu reissen.

In ein paar praktischen Versuchen, über das Ladekabel zu stolpern, löste sich nicht der MagSafe-Stecker beim iMac. Vielmehr löste sich der Stromadapter.
In ein paar praktischen Versuchen, über das Ladekabel zu stolpern, löste sich nicht der MagSafe-Stecker beim iMac. Vielmehr löste sich der Stromadapter.

Arbeitsspeicher und interne Festplatte (SSD-Speicher, Mindestausstattung 256 GB) sind nicht aufrüstbar: Um für die nächsten vier bis fünf Jahre gewappnet zu sein, sollte man 16 Gigabyte RAM wählen (statt 8 GB) und mindestens 512 GB SSD. Das schlägt sich natürlich im Preis nieder.

Dem Einsteigermodell fehlt es an Anschlüssen – mit nur zwei USB-4-Anschlüssen (USB-C-Stecker). Praktische Funktionen wie die Tastatur mit Touch ID gibt es nur gegen Aufpreis, was sehr schade ist! Und auch den ins externe Netzteil integrierten Gigabit-Ethernet-Port sucht man vergeblich.

Die beiden Thunderbolt-Anschlüsse (USB-C) unterstützen folgende Verbindungsstandards:

  • DisplayPort
  • Thunderbolt 3 (bis zu 40 Gbit/s)
  • USB 4 (bis zu 40 Gbit/s)
  • USB 3.1 Gen 2 (bis zu 10 Gbit/s)
  • Thunderbolt 2, HDMI, DVI und VGA (mit entsprechenden Adaptern, die nicht beiliegen).
  • Es lässt sich ein externes Display anschliessen – immerhin mit einer Auflösung bis zu 6K (5760 zu 3240 Pixel).

SD-Speicherkarten von Kameras, Drohnen etc. lassen sich leider nur über einen externen Adapter einlesen.

Wenn man es ernst meint mit PC-Spielen, ist der iMac nicht das Richtige. Zwar kann man aus 100 Titeln von Apple Arcade auswählen und gibt auch ein paar grosse Hits wie «Fortnite» und «Tomb Raider», aber die Spieleauswahl und die Grafikfähigkeiten des iMac reichen einem richtig konfigurierten Windows-Desktop nicht das Wasser.

Nachteil 3: All-in-One

Das Röntgenbild zeigt das im «Kinn» des iMacs verbaute Soundsystem. Den Ethernet-Anschluss haben die Apple-Ingenieure ins externe 230-Volt-Netzteil ausgelagert. Allerdings muss man dafür einen Aufpreis bezahlen, beim Einsteigermodell gibt's nur kabelloses Internet.
Das Röntgenbild zeigt das im «Kinn» des iMacs verbaute Soundsystem. Den Ethernet-Anschluss haben die Apple-Ingenieure ins externe 230-Volt-Netzteil ausgelagert. Allerdings muss man dafür einen Aufpreis bezahlen, beim Einsteigermodell gibt's nur kabelloses Internet.
Bild: ifixit.com

Das (eingeschaltete) iMac-Display wirkt ziemlich glänzend und etwas spiegelnd, wenn auch nicht so stark wie bei einigen früheren iMacs, und zudem bietet Apple keine Nanotexturglas-Option an (wie etwa beim 27-Zoll-iMac von 2020).

Der Bildschirm lässt sich nicht in der Höhe verstellen. Das ist ein weiterer Negativpunkt beim neuen iMac.

Es steckt bekanntlich der gleiche M1-Chip drin wie im Mac Mini (2021). Wenn man die übrigen Spezifikationen vergleicht, könnte man versucht sein, statt des M1-iMacs einen deutlich günstigeren M1-Mini zu kaufen (ab 779 Franken erhältlich) – und einen leistungsfähigen Monitor dazu.

Persönlich habe ich gute Erfahrungen gemacht mit dem LG UltraFine 4K. Dieser relativ teure Monitor (750 Franken) ist praktisch gleich gross und wie der M1-iMac ein aufgerundeter 24-Zöller. Beim LG sind es 23,7 Zoll Bildschirmdiagonale (3840 x 2160 Pixel), bei Apples neuem All-in-One 23,5 Zoll (4480 x 2520 Pixel). Beim LG-Electronics-Monitor, der auch von Apple empfohlen und unterstützt wird, lässt sich der Bildschirm horizontal und vertikal verstellen. Aber in den Wohnbereich wird man den pechschwarzen Monitor eher nicht stellen.

Nachteil 4: Die Umweltbelastung

Der Stromverbrauch des ersten M1-iMacs ist zwar niedrig, doch gibt's Abzug wegen der schlechte Reparierbarkeit: Die Spezialisten von iFixit geben dem iMac den zweitschlechtesten Wert auf ihrer Reparierbarkeits-Skala, die bis 10 reicht (10 ist am einfachsten zu reparieren).

screenshot: de.ifixit.com

Nachteil 5: Der Preis

Das günstigste Einsteigermodell ist nur in Blau, Grün, Rosé (wie unser Testgerät) und Silber zu haben, nicht aber in Gelb, Orange und Violett. Die richtig bunten Farben sind erst bei den iMac-Modellen ab 1679 Franken zu haben.

Nur 11,5 Millimeter ist der iMac dick – und damit dünner als viele Monitore. Der Handgriff der Verpackung entspricht farblich der Vorderseite des Gehäuses – unnötiger «Luxus».
Nur 11,5 Millimeter ist der iMac dick – und damit dünner als viele Monitore. Der Handgriff der Verpackung entspricht farblich der Vorderseite des Gehäuses – unnötiger «Luxus».
Bild: watson

Das Basismodell (für 1450 Franken) kann man aus meiner Sicht knicken. Zu wenige Anschlüsse. Zudem hat das mitgelieferte Keyboard keinen Fingerabdruck-Scanner (Touch ID) integriert. Immerhin gibt's das in den Ladeadapter integrierte Gigabit Ethernet für einen Aufpreis von 30 Franken. Für die externe Tastatur mit Touch ID werden weitere 50 Franken fällig. Die Verdoppelung des Arbeitsspeichers auf 16 GB kostet zusätzliche 220 Franken. Dann sind wir bei einem Gesamtpreis von 1749 Franken (gemäss Apple-Online-Store).

Für wen ist der neue iMac geeignet?

Der neue iMac ist ideal für alle, die einen leistungsstarken Desktop-Rechner mit angenehm grossen Bildschirm suchen. Er taugt nicht für absolute Power-User, die in der dunklen Kammer auf ein Riesendisplay angewiesen sind.

Der M1-iMac ist perfekt fürs Homeoffice geeignet und macht auch im Wohnbereich (oder gar in der Küche) eine sehr gute Figur. Dank M1-Chip und dem speziellen Design ist nicht mit lauten Lüftergeräuschen zu rechnen.

Der M1-iMac eignet sich besonders gut für diejenigen, die bereits im Apple-Ökosystem zuhause sind, da er nahtlos mit iPhone, iPad und der Apple Watch zusammenarbeitet.

Aber auch Windows-Nutzer, die auf das ultraschlanke Design und die trendigen Farben ansprechen, können nach meiner Einschätzung den Umstieg zu macOS wagen.

Apples M1-Chip bietet mehr als genug Leistung für normale Bedürfnisse, allerdings mangelt es beim Einstiegsmodell an Anschlüssen und Speicher. Immerhin sind mehr Speicherplatz und Touch ID gegen Aufpreis erhältlich.

Zu prüfen ist, ob ein 24-Zoll-Bildschirm für die eigenen Bedürfnisse genügt. Apple könnte noch 2021 einen grösseren iMac mit M1-Chip an den Start bringen. Allerdings soll es jüngsten Gerüchten zufolge keinen iMac Pro mit der nächsten Chip-Generation M1X geben, sondern einen Mac Mini.

Alle watson-Fotos wurden mit einem iPhone 11 Pro Max und einem iPhone 12 Pro geknipst. Ohne Bildbearbeitung.

Das bringt die neue Mac-Software macOS Monterey

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Das bringt die neue Mac-Software macOS Monterey
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Und jetzt du!

Wie gross ist der ideale Computer-Monitor?

Was hältst du von Apples neuem iMac und auf welchen M1-Mac wartest du? Schreib uns via Kommentarfunktion!

Quellen

Oder doch lieber ein iPad?

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Das Wichtigste zu Apples iMac mit M1-Chip

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Das Wichtigste zu Apples iMac mit M1-Chip
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