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Snapchat lässt die Hosen runter – 8 Fakten, die man kennen sollte

Weil der US-Börsengang bevorsteht, muss das Start-up erstmals einen Geschäftsbericht veröffentlichen. Und der hat es in sich.



Snap bezeichnet sich als «Kamera-Unternehmen»

Die Snapchat-Gründer wollen viel stärker auf Bilder statt Worte setzen

«(...) we believe that the camera screen will be the starting point for most products on smartphones. This is because images created by smartphone cameras contain more context and richer information than other forms of input like text entered on a keyboard. This means that we are willing to take risks in an attempt to create innovative and different camera products that are better able to reflect and improve our life experiences.»

Wie wir seit kurzem wissen, sollen die Filter und Effekte in der Snapchat-App weiter ausgebaut werden. Mit der Hauptkamera des Smartphones soll man aufwendige «Lenses» über Landschaften und Objekte legen können. Solche Augmented-Reality-Anwendungen eröffnen auch neue Einnahmequellen, weil die Werbepartner so ihre Produkte platzieren können.

Aber es geht auch um neue Hardware ...

Wir müssen uns wohl an solche Bilder gewöhnen

LOS ANGELES, CA - NOVEMBER 15:  Lou Adler, wearing Snapchat's Spectacles, attends a basketball game between the Brooklyn Nets and the Los Angeles Lakers at Staples Center on November 15, 2016 in Los Angeles, California.  (Photo by Noel Vasquez/Getty Images)

Bild: Getty Images

Snapchat plant eine Spectacles-Offensive. Die im November in den USA versuchsweise lancierte Videobrille, die an Automaten bezogen werden kann, soll nach dem Börsengang an mehr Leute verkauft werden. An sehr viel mehr Leute.

Snap schreibt in den Börsenunterlagen von einer «signifikanten Erweiterung der Distribution», wie «Time» berichtet. Dies wohl über die Grenzen Amerikas hinaus. Die Hardware-Produktionskosten will man über gesteigerte Werbeeinnahmen decken.

Europäische Datenschützer erinnern sich an Google Glass und wetzen die Messer

Die Snapchat Spectacles sind ein ein schöner Name für einen datenschützerischen Albtraum: Es handelt sich um eine Videobrille, die aus der Ich-Perspektive filmt – ob dies die Umgebung will oder nicht. Nach einem ersten Test berichtete Spiegel Online, dass die Kamera Zehn-Sekunden-Clips automatisch in den Snapchat-Kanal des Besitzers hochladen kann.

Wenn das nicht an Google Glass erinnert ...

The new Google Glass

2016 lancierte Google eine Sonnenbrillen-Version seiner Video-Datenbrille. Bild: AP

«Brillen mit integrierten Kameras können ein hartes Geschäft sein, wie schon Google erfahren musste. Der Internet-Konzern stellte seine Brille Google Glass mit Kamera und kleinem Bildschirm 2012 vor. Sie erhielt aber reichlich Gegenwind, kam nie über einen eingeschränkten Verkauf in den USA hinaus und wurde schliesslich eingestellt. Es waren vor allem Datenschutz-Bedenken sowie der hohe Preis und technische Schwächen, die einem Erfolg der Glass im Weg standen.»

quelle: heise.de

Snapchat hat im letzten Jahr über eine halbe Milliarde Dollar «verbrannt»

Kritiker bezweifeln, dass Snapchat als Kamera-Hersteller erfolgreich sein wird. Bis anhin habe die Hardware-Produktion viel gekostet und wenig eingebracht. Dies muss sich nach dem Börsengang ändern, sonst werden die Investoren ungeduldig.

Die Snapchat-App gibt's zwar gratis – doch bezahlen die Nutzerinnen und Nutzer mit ihren persönlichen Daten und damit, dass sie rund um die Uhr für die Werbewirtschaft ansprechbar sind. Da die wichtige Zielgruppe der 18- bis 34-Jährigen je länger desto schwieriger über herkömmliche Medien-Kanäle zu erreichen ist, wird der direkte Handy-Zugang umso wertvoller.

Die einzige offizielle Snapchat-Anleitung versteckt sich in den Börsenunterlagen

Wer Snapchat nutzt, braucht keine Anleitung. Dies gilt sicher für die über 150 Millionen «Daily Active Users», die an einem durchschnittlichen Tag 25 bis 30 Minuten die App verwenden.

Was die alten Säcke von der Wall Street betrifft, hält Snap in den Börsenunterlagen eine illustrierte Anleitung bereit. Es sei die einzige offizielle Bedienungsanleitung, konstatiert The Verge.

Bild

screenshot: ipo-filing

Ohne diese beiden läuft (auch) in Zukunft gar nichts

Honorees and Founders of Snapchat Evan Spiegel (L) and Bobby Murphy arrive at the Time 100 gala in New York, New York April 29, 2014.   REUTERS/Lucas Jackson/File Photo

Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS

Die Snapchat-Co-Gründer Evan Spiegel (26, links) und Bobby Murphy (27) sind die beiden starken Figuren der Snap Inc.: Sie halten jeweils knapp 22 Prozent der Anteile und 44,3 Prozent der Stimmrechte. Damit kann ohne sie keine Entscheidung getroffen werden. Das macht sie bald zu Multimilliardären.

Ihre Snap Inc. will bei der Aktienplatzierung drei Milliarden Dollar einnehmen, wie am Donnerstag angekündigt wurde. Früheren Medienberichten zufolge peilten die Verantwortlichen einen Börsenwert von 25 Milliarden Dollar an.

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Der Snapchat-CEO kassiert einen 750-Millionen-Bonus

Evan Spiegel ist nicht nur einer der beiden bereits steinreichen Co-Gründer, sondern auch CEO von Snap: Zum Börsengang winkt dem 26-jährigen Kalifornier darum ein Bonus von 750 Millionen US-Dollar in Form von zusätzlichen Firmenanteilen – unter der Voraussetzung, dass sein Social-Media-Unternehmen den angestrebten Börsenwert erreicht.

Evan Thomas Spiegel hat wahrlich gut lachen

FILE - In this Thursday, Oct. 24, 2013, file photo, Snapchat CEO Evan Spiegel poses for a photo in Los Angeles. Snap Inc., owner of the ephemeral message service Snapchat, seeks to raise up to $3 billion in an initial public offering. According to IPO documents filed on Thursday, Feb. 2, 2017, Snap has lost nearly $1 billion in the past two years. (AP Photo/Jae C. Hong, File)

Bild: Jae C. Hong/AP/KEYSTONE

Die offizielle Erklärung, die das Unternehmen in seinen Papieren zum Börsengang abgeben musste: Man wollte Evan «motivieren, unser Business weiter wachsen zu lassen (...).»

Die monetäre Motivationsspritze wurde bereits im Sommer 2015 durch den Verwaltungsrat beschlossen, wie der Tech-Blog Recode berichtet, respektive aus dem IPO-Filing zitiert.

«Our board of directors approved the award to Mr. Spiegel in July 2015 to motivate him to continue growing our business and improving our financial results so that we could undertake an initial public offering, which we regard as an important milestone that will provide liquidity to our stockholders and employees.»

Snapchat hat iPhone-Nutzer bevorzugt behandelt

Snapchat auf iPhone

Neun von zehn Smartphones weltweit laufen zwar mit einem Android-Betriebssystem, doch bei der Nutzung der Snapchat-App hat das iPhone die Nase vorn. Weil die iOS-App viel populärer ist, hat sich die Entwicklerfirma auf das mobile Betriebssystem von Apple konzentriert – zum Nachteil von Samsung, LG, Google, HTC und anderen Android-Anbietern.

«We have prioritized development of our products to operate with iOS operating systems rather than smartphones with Android operating systems (...).»

Dass die Snapchat-App für Android-Geräte qualitativ hinter der iPhone-App zurückliegt, hätten in der Vergangenheit einige User bemängelt. Nun gebe es eine offizielle Bestätigung, schreibt The Verge. Im Börsenbericht ist von einem Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens die Rede, falls die Bedienbarkeit für Android-Smartphones nicht verbessert werde ...

«If we are unable to improve operability of our products on smartphones with Android operating systems, and those smartphones become more popular and fewer people use smartphones with iOS operating systems, our business could be seriously harmed.»

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

Und übrigens:

Die besten Snaps sind immer noch jene mit Hunden ...

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chääschueche 03.02.2017 19:31
    Highlight Highlight Bald wird Snapchat Geschichte sein. Facebook ist soeben dabei alles zu kopieren und dann benutzt keiner mehr doeses Snapbumsdings.

    Dann ist der Arrogante Spiegel bald pleite :)
  • mrmikech 03.02.2017 15:23
    Highlight Highlight Jeder soll "The Circle" von Dave Eggers lesen, dann weiss man wo das alles hingeht.
  • D(r)ummer 03.02.2017 13:39
    Highlight Highlight Nennt mich "ein Dummer", aber ich finde Snapchat zum davonlaufen.

    Wem (ausser den Geheimdiensten) nützen die (himmeltraurigen Hunde-) Gesichtscan's noch?
    Da wird ein riesen Ding aufgeblasen, nur damit einige "Stars" weiterhin Geld für ihre "Awesome-HolidaywithCoffefromStarbucks-Throwback-Grimassen" absahnen.

    Viele Snapchat Nutzer die ich kenne, motzen aber ab und zu trotzdem über die "immer reicher werdenden Nixmacher".

    Meteorit wo bleibst du?

    Fertig ausgerufen, ich brauch ein Bier...
    • reaper54 03.02.2017 14:23
      Highlight Highlight Genauso wie mit, Uber und Aairbnb aber hey, that's how silicon valley works...
    • Froggr 03.02.2017 18:02
      Highlight Highlight Es zwingt euch ja niemand, diese (gratis) Dienste zu nutzen.
  • Crecas 03.02.2017 13:09
    Highlight Highlight Die Bewertung ist weiterhin mit 20-25 Milliarden veranschlagt. Die 3 Milliarden, welche man einnehmen will, ist nur das neue, zusätzliche Kapital, dass durch den Börsengang eingenommen werden soll. Bei einer Bewertung von 20 Milliarden und Einnahmen von 3 Milliarden werden die Publikumsaktionäre also 15% an dem Unternehmen halten.

    • @schurt3r 03.02.2017 15:59
      Highlight Highlight Ja, natürlich. War wohl in Gedanken schon beim watson-Geburtstagsapéro 🙈 Habe den falschen Satz gelöscht bzw. den Text angepasst.
  • Kronrod 03.02.2017 12:50
    Highlight Highlight Hier noch der IPO besser erklärt für die Journalisten von Watson: drei Milliarden einnehmen und eine Bewertung von 25 Milliarden haben nichts mit "falscher Bescheidenheit" zu tun. Die drei Milliarden entsprechen den Aktien, die für den Börsengang neu geschaffen werden. Sagen wir zum Beispiel, Snap Inc ist 21 Milliarden wert und es gibt 21 Million Aktien zu 1000 CHF. Beim Börsengang werden nun 3 Millionen neue Aktien gedruckt und zu je 1000 CHF unter die Leute gebracht. Damit wären nun Aktien im Wert von 24 Milliarden im Umlauf und Snap Inc hat 3 Milliarden mehr in der Kasse. So geht das.
    • @schurt3r 03.02.2017 15:58
      Highlight Highlight Danke für die Belehrung. Und siehe oben 😉
  • whatthepuck 03.02.2017 12:23
    Highlight Highlight Manchmal frage ich mich echt, ob diese App-Nerds das Gefühl haben, dass man einfach mit ein paar lustigen Programmiertricks irgendwann in die reale Welt hinaustreten kann, und dort dann zum richtigen Industriellen wird. Das Konzept der App mag Erfolg haben; aber zwischen Hundefilter programmieren und eine Brillenindustrie aufbauen, da liegen doch Welten dazwischen. Glaube kaum, dass jemand diese Brille anzieht, solange man mit dem Smartphone filmen kann.

    Wie viele wirklich erfolgreiche Beispiele von Unternehmen gibt es, welche den Schritt aus dem Internet in die reale Welt geschafft haben?
    • DailyGuy 03.02.2017 13:45
      Highlight Highlight Naja, diese Einschätzung teile ich definitiv nicht. Die Spectacles sind trotz ihrer Beschränkten Verfügbarkeit extrem Nachgefragt und werden auch aktiv gebraucht. Und so wie sie sagen: Es ist ein erster Schritt in die "reale" Welt. Es ist ein erster Versuchsballon. Ein Versuch um Herstellung, Distribution usw. zu testen.

      Und Know-How kann man sich auch anreichern. Das haben andere Firmen nicht anders gemacht. Und sie sagen, dass Welten zwischen Hundefilter programmieren und der Brillenindustrie liegen. Ja da haben sie recht. Beides ist aber gleich anspruchsvoll. Einfach jedes auf seine Art.
  • DailyGuy 03.02.2017 12:16
    Highlight Highlight Ja, dass iOS bevorzugt wird erstaunt mich nun gar nicht. Es stimmt, Android beherrscht den Markt. Aber es gibt mehrere hunderte Modelle, welche unterschiedliche Display-Grössen haben, verschiedene Auflösungen, verschiedene Prozessoren usw. Auch ist das Problem, dass viele Geräte mit einer sehr alten Version von Android laufen. Das macht es als Entwickler nicht gerade einfacher (da kann ich aus Erfahrung reden). Open Source ist toll, jedoch kann man dann die Qualität auch nicht mehr gewährleisten.

Diese 10 super-nützlichen Apps solltest du unbedingt kennen

Sun Locator ist eine nützliche App aus Schweizer Küche, die zeigt, wo die Sonne zu welcher Tages- und Jahreszeit steht – und mit welchem Schattenwurf zu rechnen ist.

«Die Idee der App ist, dass man mit der Kamera-Ansicht am Ort des Interesses steht (z.B. auf dem Balkon einer Wohnung, die man mieten/kaufen möchte) und dann direkt kontrolliert, wann die Sonne durch Nachbarhäuser, Berge, Bäume etc. verdeckt wird», sagt der App-Entwickler.

Sun Locator Pro richtet sich jedoch primär an …

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