Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Das Cern feiert 30 Jahre World Wide Web



Im März 1989 entwarf ein junger Physiker am Cern das Konzept für ein Netzwerk zum Informationsaustausch. Am Dienstag kehrt Tim Berners-Lee ans Cern zurück, um diese Geburtsstunde des World Wide Web zu feiern.

«Informationsmanagement: Ein Vorschlag»: Hinter diesem unscheinbaren Titel versteckt sich der Grundstein des World Wide Web, den Sir Tim Berners-Lee am 12. März 1989 am Cern legte. Privatnutzer hatte der Physiker damals allerdings noch nicht im Sinn: Ziel des Thesenpapiers war es, den weltweiten Datenaustausch in der Forschungsgemeinschaft zu vereinfachen.

In this Monday, April 3, 2017, photo, Tim Berners-Lee poses outside his office at the Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, Mass. Berners-Lee, best known as the inventor of the World Wide Web, is this year's recipient of the A.M. Turing Award, computing's version of the Nobel Prize. The honor comes with a $1 million prize funded by Google, one of many companies that made a fortune thanks to Berners-Lee's efforts to make the internet more accessible and useful. (AP Photo/Charles Krupa)

Berners-Lee im Jahr 2017. Bild: AP/AP

Kernpunkt des Konzepts war eine gemeinsame «Sprache», mit der am Internet angeschlossene Rechner kommunizieren und Daten austauschen konnten: das Hypertext Transfer Protocol, kurz HTTP. In der Folgezeit tüftelte Berners-Lee weiter an seinem «Netz aus Informationsknotenpunkten, in dem sich Nutzer nach belieben bewegen können». Unterstützung bekam er von seinem Cern-Kollegen Robert Cailliau und formalisierte seinen Vorschlag im Jahr 1990: «WorldWideWeb: Vorschlag für ein Hypertext-Projekt».

Bis zum Ende des Jahres 1990 hatte er die Schlüsselkomponenten des WWW implementiert, HTML, HTTP und URL, und hatte den ersten Web-Server, -Browser und -Editor erschaffen. Im August 1991 stellte Berners-Lee das Projekt öffentlich vor: Das World Wide Web öffnete seine Türen der breiten Öffentlichkeit. Heute existieren rund 3 Milliarden Websites und die Hälfte der Weltbevölkerung ist online.

Freier Zugang

Entscheidend für den Erfolg des Internets war auch, dass das Cern 1993 die WWW-Software frei zugänglich machte und jedem erlaubte, sie zu nutzen und zu verbessern, wie das Forschungsinstitut anlässlich des Jahrestages schrieb. Berners-Lee verzichtete auf eine Patentierung. Ganz leer ging der Begründer des WWW jedoch nicht aus: Für seine Leistung wurde er mit mehreren hochdotierten Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem «Turing Award».

Tim Berners-Lee, 43, director of the World Wide Web Consortium at the Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, Mass., poses in his office Monday, June 1, 1998. Berners-Lee, a native of London, is a recipient of the 1998 MacArthur Fellowship carrying a stipend of $270,000 for his work in pioneering the World Wide Web. (KEYSTONE/AP/Elise Amendola) === ELECTRONIC IMAGE ===

Berners-Lee 1998 – acht Jahre nach der öffentlichen Vorstellung seines Projekts. Bild: AP

«Die Erfindung des Web hat unsere Welt verwandelt und zeigt, wie Grundlagenforschung Innovation befeuert», liess sich Cern-Direktorin Fabiola Gianotti zitieren. Es sei eine grosse Freude, dass Sir Tim Berners-Lee dem Anlass des Cern zum 30-jährigen Jubiläum seines Thesenpapiers beiwohnen werde.

Um die Erinnerung an die bahnbrechenden Entwicklungen vor 30 Jahren zu erhalten, bemüht sich das Cern seit 2013, einige der digitalen Komponenten aus den Anfängen des World Wide Web wiederherzustellen. So gelang es kürzlich im Zuge eines Hackathon, den ersten Browser mit heutiger Technologie zu rekonstruieren. Zuvor war es gelungen, die erste Website wiederherzustellen, die dem World Wide Web-Projekt selbst gewidmet war.

So sieht sie übrigens aus:

Die erste Website
http://info.cern.ch/hypertext/WWW/TheProject.html

Screenshot: Info.cern

Ist das Web noch zu retten?

Nach 30 Jahren scheint das WWW allerdings alles andere als erwachsen: Fake News, Wahlmanipulation, das Sammeln persönlicher Daten von Nutzern und der Missbrauch dieser Daten sind nur einige der Schattenseiten, die Berners-Lee damals wohl kaum vorhersehen konnte. So engagiert sich der Informatiker inzwischen, um das Internet wieder auf einen besseren Kurs zu bringen.

Zum einen setzt er sich für einen «Vertrag für das Web» ein, um die Integrität von Online-Informationen sicherzustellen. Zum anderen lanciert er mit seinem Team am Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine Plattform namens «Solid», die Nutzern die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zurückgeben soll.

(sda)

Das könnte dich auch interessieren:

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 10.03.2019 20:02
    Highlight Highlight

    „Das Internet ist nur ein Hype.“
    Bill Gates, 1993

  • horst 10.03.2019 18:00
    Highlight Highlight Internet? Gibt's diesen Quatsch immer noch?
  • Kant 10.03.2019 17:25
    Highlight Highlight Schade, dass nicht erwähnt wird, dass der Turing Award der wahrscheinlich prestigeträchtigste Forschungspreis der Welt ist. Man spricht da manchmal vom "Nobelpreis" der Informatik.

    Zweifellos hat das Internet Schwächen, die man heute wohl so nicht mehr machen würde. Aber Bernets-Lee konnte nicht ahnen, welche Entwicklung sein "Vorschlag" auslösen würde. Das konnte keiner voraussehen.
  • Ganjaflash 10.03.2019 15:48
    Highlight Highlight Das Internet ist für uns alle Neuland 😜
  • Share 10.03.2019 15:28
    Highlight Highlight Typisch. Zuerst Lafern, dann Liefern.
  • Ueli der Knecht 10.03.2019 13:57
    Highlight Highlight Ist das Web noch zu retten?

    Jain.

    Ja, das Web, so wie es Tim Berners-Lee in die Welt gesetzt hat, kann man retten. Damit ist vorallem das HTTP-Protokoll gemeint. Das kann und wird überleben.

    Und Nein, das Internet, auf dem das WWW aufbaut, ist nicht mehr zu retten. Damit ist vorallem das TCP/IP-Protokoll gemeint. Es ist voller Design- und Konzept-Fehler, die sich nicht ausmerzen, wegpatchen oder regulieren lassen. Wer von den Erfindern hätte damals geglaubt, dass wir private und staatliche Massenüberwachung gutheissen würden? Dieses Transport-Protokoll soll und wird nicht überleben.
  • Skater88 10.03.2019 12:14
    Highlight Highlight Glaube nicht alles, was im Internet steht

    - Abraham Lincoln, 1783
    • Pasch 10.03.2019 12:29
      Highlight Highlight Das Internet ist für uns alle Neuland!

      - Albert Einstein, 1372
  • Gipfeligeist 10.03.2019 12:02
    Highlight Highlight Happy Birthday
    Benutzer Bild
  • Statler 10.03.2019 11:41
    Highlight Highlight The Internet was a big playground- and then they built a mall on it...
    • Alnothur 10.03.2019 13:39
      Highlight Highlight Das Internet ist immer noch all das, was es vor 20 Jahren schon war. Es liegt ganz bei dir, wie du es nutzt.
  • Yann Wermuth 10.03.2019 11:28
    Highlight Highlight Merke: Ohne staatliche Forschung, kein Google, kein Apple, kein Amazon, kein Facebook, Snapchacht und - kein Watson!
  • Charivari 10.03.2019 11:05
    Highlight Highlight Das WWW ist eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte des Menschen, ähnlich wie Gutenbergs Buchdruck. Doch trotzdem kennt fast niemand den Namen Berners-Lee.
    • Ueli der Knecht 10.03.2019 17:08
      Highlight Highlight Dafür kennen alle Steve Jobs und Mark Zuckerberg. ;)

Wie Faye Schulman als jüdische Partisanin den Holocaust überlebte

In dieser Serie wollen wir euch 7 Frauen vorstellen, die während des Zweiten Weltkrieges gegen die Nationalsozialisten gekämpft haben. Heute Teil III: Faye Schulman (1923–2015), die jüdische Partisanin.

«Immer noch leugnen zu viele Menschen den Holocaust. Noch mehr Menschen glauben weiterhin fest an den Mythos der Passivität der Juden, an die irrige Ansicht, dass sechs Millionen Juden gefügig in den Tod gegangen seien wie die Lämmer zur Schlachtbank. Es ist wichtig, künftigen Generationen zu sagen, dass dies nicht wahr ist.»Faye Schulman, «Die Schreie meines Volkes in mir» (1995)

Fagel wartet schweigend zwischen den Kiefern am Rande der Stadt. Hier wurde sie geboren. Hier war sie mit ihren sechs …

Artikel lesen
Link zum Artikel