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epaselect epa07427273 The Gulfstream 4SP jet rumoured to be carrying Algerian President Abdelaziz Bouteflika leaves at the airport in Geneva, Switzerland, 10 March 2019. The Algerian government plane landed at the Geneva international airport Cointrin and is expected to transport Bouteflika from Geneva where he had been hospitalized at the University Hospitals of Geneva (HUG) since the end of February back to Algeria. Bouteflika is serving as the president since 1999, and announced he will be running for a fifth term in presidential elections scheduled for 18 April 2019.  EPA/MARTIAL TREZZINI

Der algerische Präsident flog heute von Genf zurück nach Algerien. Bild: EPA/KEYSTONE

Algeriens Präsident kehrt heim - Streik gegen seine Kandidatur



Nach rund zwei Wochen medizinischer Behandlung in Genf hat sich Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika auf den Heimweg gemacht. Dort erwartet ihn ein Machtkampf um seine erneute Kandidatur.

Eine Maschine der algerischen Regierung hob am Sonntag nach Angaben des Dienstes Flight Radar kurz vor 16 Uhr vom Flughafen in Genf ab. An Bord sei der Präsident, sagte ein Sprecher Bouteflikas der Nachrichtenagentur DPA. Die Maschine des 82-Jährigen landete am frühen Abend auf dem Militärflughafen bei Boufarik südwestlich der Hauptstadt Algier, wie der TV-Sender Ennahar berichtete.

Die Proteste gegen Bouteflikas erneute Kandidatur rissen auch am Wochenende nicht ab. Am Sonntag folgten in mehreren Städten des nordafrikanischen Landes viele Geschäfte und Mitarbeiter von Unternehmen Aufrufen in sozialen Medien zu einem Generalstreik. In Algier blieben zahlreiche Läden und Märkte geschlossen. Ganze Strassenzüge waren menschenleer.

epaselect epa07427026 Members of the Algerian community in Paris protest against the fifth term of Algerian President Abdelaziz Bouteflika on Place de la Republique in Paris, France, 10 March 2019. Protests and rallies have taken place in Paris, organized by the Algerian community in France since Bouteflika serving as Algerias president since 1999, announced he will be running for a fifth term in presidential elections scheduled for 18 April 2019.  EPA/IAN LANGSDON

In Algerien protestieren zahlreiche Menschen gegen ihren Präsidenten Bouteflika. Bild: EPA/EPA

Auch grosse staatliche und private Unternehmen waren von dem Ausstand betroffen, wie algerische Medien und Aktivisten meldeten. Im Zentrum Algiers zogen zudem Schüler zu Protesten auf die Strasse.

Streik gegen Kandidatur für fünfte Amtszeit

Der Streik richtet sich gegen eine Kandidatur für eine fünfte Amtszeit des Staatschefs bei der Präsidentenwahl am 18. April. Mit dem Konzern Cevital schloss sich auch eines der grössten privaten Unternehmen des Landes an. Es solidarisiere sich mit dem Generalstreik, twitterte das Unternehmen.

Bouteflika ist bereits seit 20 Jahren an der Macht. Kritiker sehen ihn jedoch nicht mehr in der Lage, das Land zu regieren. Seit einem Schlaganfall sitzt der 82-Jährige im Rollstuhl und hat grosse Probleme beim Sprechen. Vor zwei Wochen war er zu medizinischen Untersuchungen nach Genf gereist. Sein genauer Gesundheitszustand ist Gegenstand von Spekulationen.

Zentrale Rolle des Militärs

Eine zentrale Rolle im Ringen um Bouteflikas Rolle spielt das Militär, eine der wichtigsten Machtsäulen im Land. Stabschef Ahmed Gaid Salah würdigte in einer Rede die «Einheit von Armee und Volk», machte aber keine Anzeichen, dass das Militär von Bouteflika abrückt.

Um den Protesten Einhalt zu gebieten, ordnete die Regierung überraschend an, die Frühlingsferien an den Universitäten auf Sonntag vorzuziehen und auf fast vier Wochen zu verlängern. Die Demonstrationen hatten vor mehr als zwei Wochen begonnen. Am Freitag kam es in vielen Städten des Landes zum bislang grössten Massenprotest gegen Bouteflikas Kandidatur und die Machtelite.

Die Demonstrationen mit Hunderttausenden Teilnehmern im ganzen Land verliefen weitgehend friedlich. In Algier wurden bei Zusammenstössen am Rande der Demonstrationen mehr als 200 Menschen verletzt. Die Polizei setzte Tränengas ein, es flogen Steine und Gummigeschosse.

Offizielle Stellen sprachen von «Chaoten», die im Nationalmuseum für Altertümer und Islamische Kunst randaliert und geplündert hätten. Bilder zeigten ausgebrannte Räume und zerstörte Vitrinen. 195 Menschen wurden festgenommen. (sda/dpa/reu)

Wenn Menschen wie Tiere balzen würden

Video: watson/Lya Saxer, Angelina Graf

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