DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Massive Proteste gegen Entlassung von Regierungschef in Sri Lanka



In Sri Lankas Hauptstadt Colombo haben am Dienstag Zehntausende gegen die Entlassung von Regierungschef Ranil Wickremesinghe protestiert. Sie errichteten Strassensperren und riefen Parolen gegen den zum Nachfolger ernannten Ex-Präsidenten Mahinda Rajapakse.

Nach Angaben von Wickremesinghes Partei nahmen rund 100'000 Menschen an den Protesten teil. Die Polizei sprach von 25'000 Teilnehmenden. Präsident Maithripala Sirisena hatte am Freitag Wickremesinghe gefeuert und den umstrittenen Ex-Staatschef Rajapakse zum Nachfolger ernannt.

Wickremesinghe hält seine Entlassung für unrechtmässig und weigert sich, den Posten zu räumen. Rajapakse werden Menschenrechtsverletzungen und Korruption vorgeworfen.

Öffentlicher Auftritt

Wickremesinghe verliess am Dienstag erstmals seit der Entlassung seine offizielle Residenz. Auf einer improvisierten Bühne bekräftigte er vor seinen Anhängern, die Entlassung nicht zu akzeptieren. «Die Menschen haben Sirisena nicht gewählt, damit er das tut», sagte er. «Wir werden gegen das, was der Präsident getan hat, Widerstand leisten.»

Parlamentspräsident Karu Jayasuriya hatte am Montag vor einem «Blutbad» auf den Strassen gewarnt, sollte der Machtkampf anhalten. Die Demonstration am Dienstag, bei der rund 2600 Polizisten und Sondereinsatzkommandos im Einsatz waren, blieb friedlich. Die Armee hatte angekündigt, sich aus dem Machtkampf herauszuhalten.

Die Spannungen waren gestiegen, nachdem am Sonntag ein Demonstrant getötet wurde. Er zählte zu einer aufgebrachten Menge, die Ölminister Arjuna Ranatunga in seinem Büro bedrängte. Ranatunga wurde am Montag festgenommen, weil Gewerkschaften ihm laut Polizei vorwarfen, Schüsse auf die Demonstranten angeordnet zu haben.

Rivalisierende Lager

Unterdessen versuchten die rivalisierenden politischen Lager, sich für den Fall einer Parlamentsabstimmung über den Regierungschef Mehrheiten zu sichern.

Neu-Regierungschef Rajapakse gab vier Abgeordneten von Wickremesinghes Partei Ministerposten, nachdem er sie zum Überlaufen überreden konnte. Wickremesinghe seinerseits überzeugte zwei Vertreter aus Sirisenas Lager, in seine United National Party zu wechseln.

Der entlassene Regierungschef verfügt nun über 105 Abgeordnete in dem 225 Sitze zählenden Parlament, Rajapakse und Sirisena haben gemeinsam 98 Abgeordnete hinter sich. Die meisten der übrigen 22 Abgeordneten gelten als Unterstützer Wickremesinghes. (aeg/sda/afp)

Sintflutartige Regenfälle in Sri Lanka

Video: watson/Helene Obrist

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Das britische Experiment: Ab heute gibt es in England keine Corona-Massnahmen mehr

Trotz dramatisch steigender Infektionszahlen sind heute Montag in England fast alle Corona-Massnahmen aufgehoben worden. Weder das Tragen von Masken noch Abstandsregeln oder zahlenmässige Beschränkungen für Veranstaltungen sind im grössten britischen Landesteil fortan vorgeschrieben.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Premierminister Boris Johnson setzt auf die Eigenverantwortung der Menschen. Doch Experten warnen, dass die Situation trotz hoher Impfquote ausser Kontrolle geraten …

Artikel lesen
Link zum Artikel